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29.10.2017, 20:38

Robyn:

An der Rezeption übermittelten die Sanitäter der Schwester, die alles in den Computer eintrug, und mein Nachbar wurde dann in einen Raum geschoben.
"Heute ist viel los und beim Röntgen ist bereits eine lange Warteschlage." - informierte die Schwester, nachdem die Sanitäter sich verabschiedet hatten.
"Wie lange dauert es etwa?" - wollte ich wissen.
"2 Stunden." - sagte sie ohne Umschweife und gab mir ein Schreibbrett mit mehreren Blättern. "Damit können Sie Ihre Zeit vertreiben." - meinte sie mit einem Lächeln und gab mir noch einen Kugelschreiben. "Bitte ausfüllen und dann vorne aus der Rezeption abgeben."
***Urlaub**** 8)

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29.10.2017, 20:41

"Scheiße", fluchte ich. "Zwei Stunden..." Ich sah zu ihr und streckte die Hände nach dem Klemmbrett aus. "Komm, geh ruhig."
Jeder Mensch braucht Träume. Das hält uns davon ab stehenzubleiben.

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29.10.2017, 20:47

Robyn:

Ich übergab ihm die ganzen Unterlagen. Dann sah ich mich in dem weißen Zimmer um und alleine der Anblick verursachte bei mir schon Gänsehaut. Ich schlang meine Arme schützend um mich und erinnerte mich an das Gefühl eine Mann im weißen Kittel ausgeliefert zu sein.
Ich war wieder 15 Jahre alt und ich lag auf einem Operationstisch, voller Angst und ahnungslos, was als nächstes geschah.
"Jetzt wirst du einschlafen und wenn du deine schönen Augen wieder aufmachst, dann ist alles vorbei." - sagte er und streichelte mir über das Haar. Der Geruch nach Zigarettenrauch und Desinfikationsmittel stieg mir in die Nase. "Schlaf, Schätzchen." - hörte ich seine Stimme und dann wird mir eine Sauerstoffmaste über Mund und Hase gezogen.
Diese Erinnerung wüllte mich auf und ich schnappte nach Luft. Tränen schossen mir in die Augen.
***Urlaub**** 8)

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29.10.2017, 20:50

"Hey", sagte ich sanft, als ich ihre Tränen saß, setzte mich auf und zog sie sanft zu mir hin. "Nicht weinen."
Ich wagte es mich nicht, sie mehr zu berühren, so streichelte ich nur ihre Hand.
Jeder Mensch braucht Träume. Das hält uns davon ab stehenzubleiben.

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29.10.2017, 20:54

Robyn:

"Nein." - sofort entzog ich ihm meine Hand, als hätte ich mich an ihm verbrand und stolperte zurück, bis ich die Wand im Rücken spürte. "NEIN, fass mich nicht an." - sagte ich und sein Gesicht verschwam vor meinen Augen. Es verformte sich zu einer Visage, die ich jede Nacht in meinen Träumen sah. Der Duft nach teuerem Männerparfüm und Minze stieg mir in die Nase und ich musste würgen. "NEIN." - meinte Stimme war laut und ich wusste gar nicht wo ich mich befand. "Bitte nicht, bitte nicht." - flehte ich und ließ mich an der Wand auf den Boden gleiten.
***Urlaub**** 8)

86

29.10.2017, 20:56

Ich stand auf, hüpfte auf einem Bein zu ihr und ging mit einem gewissen Abstand vor ihr in die Hocke.
"Hey, ich bin es nur. Dein dummer Nachbar. Es ist alles in Ordnung, du bist hier in Sicherheit."
Es war wohl wirklich ein richtiges Trauma, das sie in einem Krankenhaus erlebt hatte.
Jeder Mensch braucht Träume. Das hält uns davon ab stehenzubleiben.

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29.10.2017, 21:02

Robyn:

Verängtigt schlug ich meine Arme über meinen Kopf, um mich im Falle eines Angriffs zu schützen. Tränen liefen über mein Gesicht. Seine Stimme kam nur ganz gedämmt bei mir an, doch seine Worte erreichten meinen Verstand, der sich langsam von der Erinnerung erholte und wieder klärte.
Ich sah ihn schweratmend an und es war das Gesicht meines Nachbars.
"Ich ..." - wie sollte ich ihm das erklären. "Ich gehe nach Hause ... ich ... habe noch was zu erledigen." - sagte ich rasch und erhob mich.
***Urlaub**** 8)

88

29.10.2017, 21:11

Ich nickte und sah etwas besorgt drein.
"Ja, natürlich. Brauchst du Geld für ein Taxi?", fragte ich sie und stand schwerfällig auf.
Jeder Mensch braucht Träume. Das hält uns davon ab stehenzubleiben.

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29.10.2017, 21:12

Robyn:

Kurz blieb ich in der Tür stehen.
"Nein, ich gehe zu Fuss." - sagte ich dann. Ich hatte außen meinen Wohnungsschlüsseln nichts mitgenommen, doch ich wollte von ihm nichts annehmen. "Ich werde später nach dir sehen."
***Urlaub**** 8)

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29.10.2017, 21:13

"Okay. Pass auf dich auf", bat ich sie. "Und kannst du mir nur einen Gefallen tun?"
Jeder Mensch braucht Träume. Das hält uns davon ab stehenzubleiben.

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29.10.2017, 21:18

Robyn:

An der Tür blieb ich stehen.
"Was für einen Gefallen?" - wollte ich wissen.
***Urlaub**** 8)

92

29.10.2017, 21:20

"Kannst du bitte meine Katze füttern? Ich hab noch einen Schlüssel unter der Fußmatte liegen."
Jeder Mensch braucht Träume. Das hält uns davon ab stehenzubleiben.

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29.10.2017, 21:27

Robyn:

"Klar, mache ich." - sagte ich nur und verließ ohne ein weiteres Wort das Zimmer. Ich brauchte frische Luft.
***Urlaub**** 8)

94

29.10.2017, 21:29

Ich sah ihr kurz nach und schleppte mich schließlich zu meinem Bett zurück. Okay, gut. Ich musste den Bogen ausfüllen. Gut, dass ich nicht versichert war. Ich begann ihn mit Fantasiedaten auszufüllen, wie immer.
Jeder Mensch braucht Träume. Das hält uns davon ab stehenzubleiben.

95

29.10.2017, 21:43

Robyn:

Die Tür schwang vor mir auf und ich trat in das Sonnenlicht. Ich sog gierig die Luft ein und füllte meine Lunge damit. Das Gefühl zu ersticken übermannte mich und ich sagte immer wieder: Atme, Robyn, atme.
Es funtionierte und auch mein Puls beruhigte ich etwas. Für einen Augenblick dachte ich darüber nach zurück zu gehen, doch ließ es sein. Er würde sicherlich wissen wollen, warum ih so ausgeflippt war.
Ich machte mic auf den Weg nach Hause.
***Urlaub**** 8)

96

29.10.2017, 21:51

Es dauerte tatsächlich zwei ganze Stunden, bis ich geröngt wurde! Und es stellte sich heraus, dass es tatsächlich nur eine Prellung war und ich konnte nach Hause gehen. Ich bezahlte die Behandlung in bar und machte mich dann auf den Weg nach Hause, in einem Taxi.
Jeder Mensch braucht Träume. Das hält uns davon ab stehenzubleiben.

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30.10.2017, 20:40

Robyn:

Es dauerte etwas bis ich das Wohnhaus erreichte. Zum Glück hatte ich heute meine Flipflops an und so taten mir die Füsse nicht allzu weh. Ich ging hoch zu meiner Wohnung, bis ich mich daran erinnerte, dass ich meinem Nachbarn versprochen hatte, seine Katze zu füttern.
Als ich vor seiner Wohnungstür stand beugte ich mich und holte den Schlüssel unter dem Fussabtreter.
"Mietz, mietz." - rief ich nach dem Stubentieger, doch er ließ sich nicht blicken. So schüttelte ich etwas Trockenfutter in den Napf und verließ wieder die Wohnung, legte den Schlüssel wieder zurück und ging in meine Wohnung.
***Urlaub**** 8)

98

30.10.2017, 21:32

Ich ließ den Taxifahrer zwei Querstraßen vorher halten, zahlte ihn, stieg aus und humpelte langsam zu der Wohnung. Dabei ließ ich mir schon viel Zeit, damit ich den Fuß nicht wirklich belastete und ich brauchte auch einen Moment, um über meine Nachbarin nachzudenken.
Jeder Mensch braucht Träume. Das hält uns davon ab stehenzubleiben.

99

30.10.2017, 21:42

Robyn:

Ich duschte ausgiebig und versuchte die Erinnerung abzuschlubben, die mich im Krankenhaus ereilt hatten. Meine Gedanken wanderten zu meinem Nachbarn, der ein ziemlich netter Kerl zu sein schien. Und alleine aus diesem Grund durfte ich ihn nicht in den Sumpf, was sich mein Leben schimpfte, reinzuziehen.
Ich zog einen Bademantel an und setzte mich vor den Fernseher.
***Urlaub**** 8)

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30.10.2017, 21:53

Als ich schließlich ankam, entschied ich mich zunächst bei ihr zu klingeln, um mich noch einmal zu bedanken.
Kurz drückte ich auf den Knopf, dann lehnte ich mich in den Türrahmen und sah direkt in den Spion. Ich wettete, dass sie dort zuerst durchsah.
Jeder Mensch braucht Träume. Das hält uns davon ab stehenzubleiben.

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