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41

09.03.2018, 20:37

"Bitte sprich mit mir Nic.", flüstere ich und mache das Handtuch erneut nass, um das restliche Blut von seinen Händen und Gesicht abzuwischen, während sein Hund mich aufgeregt beschnuppert.
Leicht lächelnd kraule ich ihn hinter den Ohren bevor ich das Handtuch an die Seite lege und den Verbandskasten nehme, damit ich Nic zumindest provisorisch flicken kann.
Bis zu diesem Moment hat er kein Wort mit mir gewechselt und auch sein Gesichtsausdruck ist steinhart.
Seufzend lasse ich von einer Schläfe ab und setze mich auf's Bett neben ihn.
Wir sitzen bestimmt für 10 Minuten schweigend nebeneinander bevor ich die Stille breche.
"Es tut mir Leid.."
The purpose of life is to be happy.

42

11.03.2018, 14:47

Nic
Ich weiß nicht was ich mir mehr wünsche, dass Hannah bleibt und mir sagt, dass das alles nur gelogen war, oder dass sie endlich verschwindet und mich alleine lässt mit meiner Wut und diesem Gefühl des tiefen Verrats. "Es tut mir leid..." bricht sie schließlich das Schweigen und ich sehe sie das erste mal direkt an. "Es tut dir leid?" frage ich und meine Stimme klingt leicht rau, einfach weil ich sie schon lange nicht mehr benutzt habe. "Es tut dir leid?" ich stehe auf und überrage sie jetzt, während ich sie ungläubig und verletzt aber vor allem wütend ansehe. "Dir tut es also leid, dass du mit meinem Bruder gefickt hast, huh?" meine Stimme bleibt leise, aber ihr fehlt jegliche Wärme. Ich kann es einfach nicht glauben, dass Hannah so etwas tun würde. Ich meine, eigentlich hab ich kein Recht sauer zu sein. Immerhin bin ich damals gegangen, aber mein Bruder.... Das ist einfach ein Vertrauensbruch...
Offene Arme der gewaltigste Protest den wir haben, will sagen: Bevor noch jemand hinfällt, passt bitte aufeinander auf in dieser scheiß Welt!

43

11.03.2018, 20:24

Hannah
"Nic, bitte...lass mich erklären.", sehe ich ihn mit tränen gefüllten Augen an und streiche mir eine Strähne aus dem Gesicht.
In meinem Kopf dreht sich all um eine Erklärung die es doch eigentlich überhaupt nicht gibt.
Wie soll ich etwas erklären, was niemals passiert ist.
Aber dann sehe ich Nic an, der so verletzt ist, dass ich keine Ahnung habe wie ich das Ganze jemals wieder gerade biegen soll.
Eigentlich bin ich ihm nicht einmal eine Erklärung schuldig, war er doch damals derjenige der mich verlassen hat indem er einfach gegangen ist.
Und dennoch kriege ich diese Schmetterlinge im Bauch wenn ich ihn ansehe, so als wären sie niemals weg gewesen.
The purpose of life is to be happy.

44

16.03.2018, 18:54

Nic
Ich starre sie an und die Tränen in ihren Augen bringen mich dazu, weicher zu werden. Auch wenn ich noch immer wütend und vor allem verletzt bin. So war das schon immer. Ich kann es nicht mit ansehen wie sie weint. Es ist immer noch genau wie damals. So als wäre ich niemals gegangen. Wenn ich sie ansehe, fühle ich mich wieder wie damals. Und das macht das Ganze noch so viel schlimmer. Ich spüre wie sich ein Knoten in meinem Hals bildet und blinzle ungeduldig und wütend die Tränen weg. 'Echte Männer weinen nicht!' das hat mein Vater immer gesagt und dann nochmal zugeschlagen. Ich lasse mich wieder auf den Bettrand fallen und sehe auf den Boden, versuche die Tränen vor ihr zu verbergen. "Dann erkläre." sage ich schließlich.
Offene Arme der gewaltigste Protest den wir haben, will sagen: Bevor noch jemand hinfällt, passt bitte aufeinander auf in dieser scheiß Welt!

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16.03.2018, 21:31

Hannah
Ich sehe Nic wieder an und sehe eigentlich nur noch die zerbrochenen Überreste von dem, was Nic oder auch unsere Beziehung einmal war.
Nachdenklich blicke ich auf meine Hände und versuche eine plausible Erklärung zu entwickeln.
"Es war ein betrunkener Fehler.", flüstere ich und streiche mir die Haare aus dem Gesicht ohne auch nur ansatzweise zu ihm blicken zu können.
Denn ich weiß, in der Sekunde in der ich Nic ansehe, werde ich alle Bedenken über Bord werfen und wieder schwach werden.
Und Gott bewahre dass das passiert.
The purpose of life is to be happy.

46

16.03.2018, 22:20

Nic
Ich nicke langsam und merke wie die Traurigkeit über das alles etwas abebbt. Ich schlucke hart und der Knoten löst sich langsam. "Okay." sage ich schließlich einfach nur und stehe vom Bett auf. Ich gehe zu meinem Schrank und hole die Flasche Whiskey hervor, die ich dort heute Nachmittag verstaut habe. Denn ich wusste schon, dass ich meinen Aufenthalt in dieser Höllen-Stadt nicht ohne Alkohol überstehen würde. Ich hatte Recht. Ich schenke zwei Gläser ein und reiche ihr wortlos eines davon, ehe ich meines einfach mit einem Zug leer trinke und direkt nachschenke. Ich nehme noch einen großen Schluck, ehe ich nachdenklich von meinem Whiskeyglas zu Hannah sehe.
"Wann war das." frage ich dann schließlich. Diese Frage quält mich fast am meisten. Hat sie mich während unserer Beziehung mit meinem Bruder betrogen?
Offene Arme der gewaltigste Protest den wir haben, will sagen: Bevor noch jemand hinfällt, passt bitte aufeinander auf in dieser scheiß Welt!

47

19.03.2018, 17:20

Hannah
Ich nehme das Glas und trinke es aus ohne zu zögern bevor ich ihm die Flasche abnehme und einen großen Zug nehme.
"3 Tage nachdem du abgehauen bist.", flüstere ich und gebe ihm die Flasche wieder ehe ich beginne den Hund hinter den Ohren zu kraulen, als er schwanzwedelnd vor mir seht.
"Ich war 3 Tage lang betrunken und irgendwann aht dein Bruder einfach dafür gesorgt, dass ich die Flasche nicht mehr finde. Und ich war so wütend, Nic. Ich habe eure halbes Haus auseinander genommen bis ich schlielich zusammengebrochen bin und nicht weiter darüber nachgedacht habe, als ich ihn geküsst habe.
Ich wollte einfach irgendwas spüren Nic. Irgendwas anderes außer Schmerz.", sehe ich schließlich zu ihm rüber und zucke mit den Schultern.
"Ich wollte nur keinen Schmerz mehr spüren."
The purpose of life is to be happy.

48

20.03.2018, 15:00

Nic
"Drei Tage..." sage ich leise und nehme ihr die Flasche ab um mir selbst nochmals was einzuschenken. Diesmal fülle ich das Glas allerdings bis zum Rand. Dann trinke ich einen großen Schluck davon und starre nachdenklich auf das Bild an der Wand. Drei Tage also. Ich meine, ich kann ihr das eigentlich nicht verübeln. Ich war weg und hab sie im Stich gelassen. Sie war fertig und hat nach Ablenkung gesucht. Mir war klar, dass so etwas passiert sein muss, aber wieso muss es denn mein Bruder gewesen sein?
Ich nehme noch einen Schluck um meine Antwort herauszuzögern.
Dann schließlich löse ich den Blick vom Bild und sehe zu ihr. "Okay." sage ich und Bitterkeit liegt in meiner Stimme. "Ich meine, ich darf mich eigentlich nicht beschweren. Letztendlich ist es doch auch vollkommen egal." ich trinke noch einen Schluck und schüttle den Kopf. "Es wird spät, Hannah. Morgen ist die Beerdigung um 10 Uhr Vormittags. Du solltest nach Hause gehen." meine Stimme klingt kühl, ohne jegliche Sanftheit. Eher wie die eines Roboters. Ich weiß, dass es unfair ist noch immer sauer auf sie zu sein, aber ich komme auf den Gedanken einfach nicht klar. Die Liebe meines Lebens und mein Bruder.
Offene Arme der gewaltigste Protest den wir haben, will sagen: Bevor noch jemand hinfällt, passt bitte aufeinander auf in dieser scheiß Welt!

49

20.03.2018, 15:09

Hannah
Ich blicke auf die Uhr und nicke leicht, während mein Blick noch immer auf ihm ruht.
Wieso habe ich so ein schlechtes Gewissen?
Es ist doch eine Lüge und selbst wenn es keine wäre, er har mich verlassen.
Und doch tut es weh ihn so verletzt und leidend zu sehen, denn trotz allem bedeutet er mir immer noch mehr als alles andere.
"Vermutlich hast du Recht, Claire wird in ungefähr 3 Stunden aufwachen.", flüstere ich mit einem leichten Lächeln an meine Tochter, an seine Tochter.
Seufzend reiche ihm das Glas und reibe mir müde über das Gesicht bevor ich den Hund ein letztes Mal kraule und aufstehe.
"Ich bin froh, dass du hier bist Nic. Auch wenn es das nicht besser macht.", werfe ich einen letzten Blick auf ihn bevor ich nachhause gehe.
Dort hole ich Claire mehr als dankbar bei meiner Nachbarin ab und kuschele mich mit ihr in's Bett.
Aber an Schlaf ist noch nicht zu denken.
Die Sonne geht bereits auf als ich endlich in einen unruhigen Schlaf falle.
The purpose of life is to be happy.

50

31.03.2018, 21:12

Nic
Ich bleibe einfach so stehen, meinen Blick auf das Bild gerichtet, das Glas in der Hand, während sie Buddy einen Moment lang noch hinter den Ohren krault, ehe sie sich umdreht und mit diesen Gottverdammten Worten das Motelzimmer verlässt. Sie ist froh, dass ich da bin? Was für eine verdammte Scheiße zieht sie eigentlich ab?
Ich starre ihr eine ganze Weile nach, spüre die Wut in meinem Magen brodeln und weiß, dass ich das hier niemals ganz verarbeiten können werde.
Denn egal was passiert ist, egal was damals war oder was jetzt ist oder was in der Zwischenzeit passiert ist. Ich liebe Hannah. Ich liebe sie so sehr, dass es verdammt weh tut. Ich spüre erneut einen Kloß im Hals. Wütend darüber, dass sie mich dazu bringt zu heulen wie ein verdammtes Mädchen, trinke ich mein noch fast volles Glas mit einem Zug aus, ehe ich es zurück in den Schrank stelle und mich aufs Bett fallen lasse. Denn es ist wirklich schon verdammt spät, und morgen ist ein verdammt anstrengender Tag. Ich sollte Mum zuliebe bald schlafen, damit ich auf ihrer Beerdigung nicht wie eine wandelnde Leiche erscheine.
Der Alkohol gepaart mit der Erschöpfung über diesen beschissenen Tag sorgt dafür, dass ich erstaunlich schnell Schlaf finde.
Und dennoch bin ich wie gerädert als am nächsten Morgen der Wecker klingelt. Ich springe erstmal unter die Dusche, aber das alles hat keinen großen Sinn. Trotz Anzug und frischer Dusche, sehe ich aus wie ausgekotzt. Dazu kommen noch die Verletzungen die über Nacht noch schlimmer geworden sind, trotz Hannahs Versorgung. Sie sind nicht zu übersehen. Klasse. Genau das brauche ich jetzt! Als ob die Familie nicht schon genug Gründe hätte über mich zu reden!
Offene Arme der gewaltigste Protest den wir haben, will sagen: Bevor noch jemand hinfällt, passt bitte aufeinander auf in dieser scheiß Welt!

51

04.04.2018, 18:57

Am nächsten Morgen, ich habe die Nacht nicht mehr wirklich ein Augen zu bekommen, habe ich Claire's Haare bereits zu einem Zopf geflochten und sie unter Protest und Kampf in ein schwarzes, kleines Kleid gezwungen habe, konnte ich sie nun wenigstens für den Moment mit einer blöden Kindersendung auf dem Fernsehr ruhigstellen.
Nachdenklich betrachte ich sie durch den Spiegel während ich meine Haare zu einer lockeren Hochsteckfrisur mache.
Das Kleid für die Beerdigung liegt bereits auf dem Bett und es kostet mich weitere 15 Minuten bis ich das Kleid angezogen und Claire in ihre Karre gesetzt habe.
Nachdenklich schiebe ich sie die Straße entlang zum Friedhof, vorbei am Motel als ich Nic's Tür aufgehen und ihn ins Sonnenlicht treten sehe.
Trotz der Blessuren und dem blauen Auge sieht er aus wie damals und ich merke, wie mein Herz einen Sprung macht.
"Nic.", flüstere ich und bleibe ruckartig stehen ohne ihn aus den Augen zu lassen.
The purpose of life is to be happy.

52

04.04.2018, 19:09

Nic
Schließlich bin ich soweit fertig und schnappe mir meine Jacke und Schlüssel. "Na los Buddy." sehe ich zu meinem besten Freund, der noch halb schlafend in der Ecke liegt. Er hebt schläfrig seinen Kopf und sieht mich mit einem Muss-Das-Wirklich-Sein-Blick an. Ich pfeife nochmals und er erhebt sich langsam und trottet an meine Seite. "Ich weiß, ich will auch lieber zurück ins Bett." murmle ich und atme tief durch, ehe ich die Türe öffne und mich auf den Weg zur Kirche mache. Doch ich komme gerade mal fünf Meter weit, ehe ich weiter hinten eine Gestalt mit Kinderwagen sehe. Hannah.
Ich bleibe einen Moment stehen und unsere Blicke treffen sich. Buddy - der alte Verräter - springt sofort freudig auf sie zu. Anscheinend ist er gar nicht mehr müde, wenn Hannah da ist um ihn hinter den Ohren zu kraulen.
Ich debattiere mit mir selbst ob ich zu ihr gehen soll, aber dann taucht wieder das Bild vor meinem Inneren Auge auf von Hannah und meinem Bruder zusammen...
Wut, Enttäuschung und Schmerz kochen wieder hoch und ich pfeife Buddy sofort zurück. Widerwillig dreht er auf halbem Weg um und trottet zurück zu mir. Ich wende meinen Blick von Hannah ab und setze meinen Weg zur Kirche und dem Friedhof fort.
Offene Arme der gewaltigste Protest den wir haben, will sagen: Bevor noch jemand hinfällt, passt bitte aufeinander auf in dieser scheiß Welt!

53

04.04.2018, 19:25

Buddy kommt geradewegs auf mich zugerannt und ich gehe bereits in die Knie um ihn wieder hinter den Ohren zu kraulen, als Nic ihn zurückpfeift.
Geradewegs geht er in Richtung Kirche und ich seufze schwer, während ich ihm hinterhergehe.
"Nic, bitte wate.", schiebe ich den Kinderwagen vor mir her und hole ihn ein, bevor wir nebeneinander herlaufen.
"Bitte. Ich weiß dass ich dich verletzt habe...wirklich. Aber bitte stoß mich nicht von dir weg.", sehe ich zu ihm rüber und lächele leicht, als Claire ihre kleine Hand nach Nic austtreckt, ihm ihn kennenzulernen.
Das Ganze hier hätte so eine schöne Situation sein können. In einem anderen Leben.
Jetzt ist die ganze Geschichte anders und ich habe sie auf einer Lüge aufgebaut, während alles in mir nach Nic und seiner Berührung schreit.
The purpose of life is to be happy.

54

09.04.2018, 18:19

Ich höre, wie sie hinter mir meinen Namen sagt und ihre Schritte beschleunigt um mich einzuholen. Mir wäre es zwar lieber sie würde mich einfach in Ruhe lassen, - zumindest rede ich mir das ein - aber ich kann ja kaum vor ihr wegrennen, also laufe ich einfach normal weiter und es dauert nicht lange bis sie zu mir aufgeholt hat.
"Bitte. Ich weiß, dass ich dich verletzt habe ... wirklich. Aber bitte stoß mich nicht von dir weg." spüre ich ihren Blick auf mir, während meiner Stur geradeaus geht. Zumindest solange, bis ich auf einmal eine kleine Hand an meiner Hand spüre und überrascht meinen Blick wende. Die Kleine hat ihre Hand nach mir ausgestreckt und sieht mich aus neugierigen Augen an. Ich kann einfach nicht anders als zu lächeln und nehme ihre kleine, süße Hand kurz in meine. "Na du?" sehe ich sie an und sie lächelt nach kurzem Zögern zurück.
Dabei spüre ich weiterhin Hannahs Blick auf mir und ich wende mich von Claire zu Hannah. Dabei richte ich mich wieder auf und mein Lächeln erstirbt. "Ich... ich weiß nicht... Ich brauche Zeit." murmle ich.
Offene Arme der gewaltigste Protest den wir haben, will sagen: Bevor noch jemand hinfällt, passt bitte aufeinander auf in dieser scheiß Welt!

55

25.04.2018, 13:39

Hannah
Ich sehe wie Claire nach Nic's Hand greift und für einen Moment habe ich das Gefühl das mir mein Herz aus der Brust springt.
Am Liebsten würde ich Nic die Warheit sagen, ihm sagen dass Claire natürlich seine Tochter ist und ich ihm die Lüge in einem Moment der Panik erzählt habe.
Aber aus meinem Mund kommt kein einziger Ton, so dass ich ihn einfach nur ansehe und merke, wie sein Lächeln erstirbt wenn er mich ansieht.
Niemals hätte ich gedacht, dass Nic mich irgendwann mal hassen könnte, niemals hätte ich gedacht dass er mich jemals so ansehen würde.
Und jetzt ist es passiert. Und auch wenn ich jedes Recht habe, sauer auf ihn zu sein....dieser Mann wird für immer die Liebe meines Lebens bleiben und ihn so verletzt zu sehen, bricht etwas in mir.
"Ich... ich weiß nicht... Ich brauche Zeit.", murmelt er und ich nicke verständnisvoll bevor ich Claire ihr Kuscheltier gebe und wir uns schweigend auf den Weg zum Friedhof machen.
The purpose of life is to be happy.

56

25.04.2018, 15:12

Nic
In dem Moment in dem ich es gesagt habe, bereue ich meine Worte schon, als ich ihren Gesichtsausdruck sehe. Ich habe zwar wirklich jedes Recht sauer auf sie zu sein, aber sie letztendlich auch. Dennoch nehme ich es nicht zurück, sondern laufe, mit Buddy immer ein paar Schritte vor mir, neben Hannah her zur Kirche. Die Kirchenglocken läuten schon, rufen die Gemeinde zusammen. Als ob nicht jeder schon so wüsste was heute für ein Tag ist. Immerhin ist die Stadt nicht gerade groß und jeder hier kannte meine Mutter. Sie war immerhin eine herzensgute Dame, die immer für jeden mit gutem Rat und einem offenen Ohr zur Seite stand. Auf einmal trifft mich die Erkenntnis, dass meine Mutter tot ist mitten ins Gesicht. So ging es mir jetzt schon ein paar mal. Man denkt, man hätte es verstanden, verdaut und dann mitten aus dem Nichts 'BUM'. Ich spüre einen Kloß in meinem Hals und schlucke hart. Weinen werde ich nicht, aber ich balle meine Hände zu Fäusten und trete über die Schwelle der Kirche, wo ich am Ende des Ganges den Sarg aufgebahrt stehen sehe.
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57

25.04.2018, 20:46

Hannah
An der Kirche angekommen hebe ich Claire aus ihrer Karre und versuche ihr Kleid zu bändigen bevor ich Nic ansehe.
Er ballt seine Hände zu Fäusten und spannt seinen Kiefer an während er gegen das Verlangen ankämpft, wegzurennen.
Ganz vorsichtig strecke ich meine Hand aus und streiche sanft über seinen Arm bevor wir über die Schwelle treten und langsam auf den Sarg zugehen, der vor dem Altar stehe.
Dunkeles Holz. Ganz wie Helen es gewollt hat.
Ich merke wie sich in meinem Hals ein Klos bildet und drücke Clair enger an mich während wir auf der Bank Platz nehmen und der Gottesdienst beginnt.
Während er über die Unendlichkeit des Lebens und den ganzen Scheiß redet sehe ich zu Nic und merke, wie sehr ich in immer noch liebe und brauche.
Und ich hasse mich dafür, denn er hat mir mein Herz gebrochen.
The purpose of life is to be happy.

58

01.06.2018, 17:58

Nic
Hannahs kurze, sanfte Berührung schafft es, dass ich mich für den Moment wieder etwas beruhigen kann. Es ist immer noch nicht leicht. Aber ich bin so verdammt froh nicht allein in meiner Trauer zu sein. Natürlich sind da meine Geschwister, aber die zählen nicht. Denn mit ihnen habe ich niemals diese Verbindung gehabt wie mit Hannah. Und sie weiß genau wie es mir in diesem Moment geht. Und ich weiß, wie es ihr geht. Allein ihre Anwesenheit ist es, die mich davon abhält mich umzudrehen, wegzurennen und mich irgendwo zu betrinken bis ich nicht mehr klar denken kann.
Also gehe ich den Gang entlang und setze mich in die Reihen. Der Pastor beginnt seinen Gottesdienst, doch seine Worte finden kein Gehör bei mir. Ich denke über meine Mutter nach und wie sehr ich sie im Stich gelassen habe, als ich damals aus der Stadt geflohen bin. Wie sehr ich es bereue sie vor ihrem Tod nicht noch einmal besucht zu haben. Und gegen meinen Willen und meine Anstrengung treten mir Tränen in die Augen. Ich spüre den beinahe angewiderten Blick meines Vaters auf mir, doch er perlt in diesem Moment an mir ab. Er hat keine Macht mehr über mich. Alles was in diesem Moment zählt ist meine Mutter. Und ich höre sie noch in meinem Kopf. "Du kannst weinen wenn dir danach ist, Niccy. Hör nicht auf deinen Vater. Du bist ein Mensch wie jeder andere auch. Und deine Gefühle zu spüren und zu zeigen macht dich nicht schwach."
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59

01.06.2018, 18:32

Hannah
Während Claire im Laufe des Gottesdienstes in meinen Armen eingeschlafen ist, blicke ich mit einem kurzen Blick zu Nic und merke, wie er mit den Händen zu einer Faust geballt versucht, die Tränen zu unterdrücken.
Ich kann sie in seinen Augenwinkeln schimmern sehen, spüre aber gleichzeitig den wütenden und enttäuschten Blick seines Vater's auf ihm ruhen.
Vorsichtig lege ich Claire in seinen Schoß damit er sich um seine Enkeltochter kümmern und Nic damit in Ruhe lassen kann.
Während der Pastor igrndwas über die Blüte des Lebens und die Unendlichkeit redet blicke ich einfach weiter zu Nic, unsicher über meine nächste Handlung.
Seine Hand zu nehmen könnte das Fass zum überlaufen bringen oder aber auch dazu führen, dass er sich beruhigt und endlich seinen Gefühlen freien Lauf lässt.
Dann widerum war Nic aber auch niemals der Typ dafür der sich von seinen Gefühlen hat leiten lassen.
Nervös blicke ich zu Keith der mich ebenso hilflos ansieht und ich gebe mir einen Ruck.
Vorsichtig verschänke ich meine Finger mit denen von Nic bevor ich ein Stück näher an ihn heranrutsche.
"Sie hätte gewollt dass du weinst Nic. Tränen machen dich nicht schwach, sie zeigen unglaubliche Stärke.", flüstere ich und wische eine einzelne Träne mit der freien Hand unter seinem Auge weg.
The purpose of life is to be happy.

60

15.06.2018, 20:33

Hey du ^^ Ich hab mein altes Handy geschrottet und jetzt übergangsweise mein ganz altes, da hab ich aber deine Nummer nicht drauf gespeichert, magst du mir die per PN schicken? ;)

Nic
Ich bin komplett gefangen in meiner eigenen Verzweiflung, in den Schuldgefühlen und der Trauer, dass ich das was um mich herum geschieht gar nicht mehr wirklich mitbekomme. Als ich auf einem eine sehr vertraute Hand spüre, die nach der meinen greift, werde ich mit einem Ruck aus diesem Teufelskreis der Emotionen gezogen. Ich reiße meinen Blick von dem Sarg am Altar vorne los und drehe Hannah meinen Kopf zu. Meine erste Reaktion ist, ihr meine Hand zu entziehen, so zu tun als würde mich das alles nicht so sehr interessieren, so tun als wäre ich der gefühllose Soldat den mein Vater doch so gerne aus mir gemacht hätte.
Ihre Worte klingen wie durch Watte zu mir hindurch und für ein paar Momente schaffe ich es nicht mich von ihrem Gesicht loszureißen. Da ist nur sie und ihre Stimme und ihre Hand die meine hält und mir Kraft gibt. Ich spüre eine einzelne Träne meine Wange runter laufen und Hannah hebt ihre Hand um diese sanft wegzuwischen.
Egal was passiert ist, egal was zwischen uns war, Hannah allein versteht wie es mir in diesem Moment geht und anstatt es zu ignorieren, anstatt sich wegzudrehen oder nur zu schauen tut sie das einzige was mir in diesem Moment helfen würde, mir beistehen. Für mich da sein. Und das in einer Weise, in der nur sie jemals für mich da war.
In diesem Moment weiß ich, dass ich sie liebe. Es ist egal, dass das alles Jahre her ist. Es ist egal, was passiert ist und dass sie ein Kind von einem anderen Kerl hat. Es ist alles bedeutungslos, weil nur sie und ich zählen.
Die Stimme des Pastors reißt mich aus dem Augenblick heraus und ich wende meinen Blick von Hannah ab zurück nach vorne. "Keith Miller wollte die Grabrede halten. Keith, komm doch nach vorne." ich sehe wie mein Bruder aufsteht, nach vorne geht, sich hinter das Pult stellt und anfängt von unserer Kindheit zu erzählen. Wie unsere Mutter immer für uns da war und wie sie die weltbesten Brownies gebacken hat... Wie sie uns beim Bau des Baumhauses geholfen hat, das später zum Treffpunkt einer ganzen Generation werden sollte und wie sie dieses immer mit frischem Obst bestückte, um sicher zu gehen, dass alle Kinder genug Vitamine bekamen, auch wenn sie wusste, dass die meisten von den Ratten und Mäusen gegessen wurden, anstatt von den Kindern.
Ich merke wie sehr ich mich nach diesen unbeschwerten Zeiten sehne, wie sehr ich wollte, unsere Kindheit hätte nur aus Brownies und Baumhäusern bestanden...
Ich werfe einen kurzen Blick rüber zu meinem Vater, der keine Miene verzogen hat. Ich weiß, dass es ihn ebenfalls schwer getroffen hat. Dass er es nur nicht zeigen kann, weil sein Vater ein noch mieserer Drecksack war wie er selbst, dass er eigentlich nichts dafür kann... Das macht es kein Stück besser und ändert nichts daran, dass ich bei seinem Anblick nur Hass empfinde.
Die Grabrede endet und nachdem der Pastor noch ein paar Worte aus der Bibel zitiert hat, wird der Sarg von Männern der örtlichen Feuerwehr hochgehoben und den Gang entlang durch die Türen in Richtung Friedhof getragen. Mein Bruder, meine Schwester und mein Vater stehen auf um dem Sarg zu folgen.
Ich stehe ebenfalls auf und sehe zu Hannah. "Bitte. Bleib bei mir. Ich glaub nicht, dass ich das ohne dich schaffe." sage ich, so leise, dass ich mir nicht sicher bin, ob sie es gehört hat. Aber es ist die Wahrheit. Ohne sie wäre ich schon längst auf dem Weg in die nächste Bar um mich dumm und dämlich zu trinken.
Offene Arme der gewaltigste Protest den wir haben, will sagen: Bevor noch jemand hinfällt, passt bitte aufeinander auf in dieser scheiß Welt!