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12.11.2018, 18:23

Bound to you (Feder & Talia)

Ladies and Gentleman,

es gibt unfassbar tolle Neuigkeiten! Trotz der räumlichen Entfernung und neun Stunden Zeitunterschied haben Feder und ich beschlossen, ein neues, episches, fantastisches und phänomenales RPG zu starten. Ohne Eile, ohne Stress... Es geht nur um den puren Genuss ;)


In dieser Geschichte tauchen wir ab in eine von unserer Fantasie erschaffenen Welt, in der die Dunkelheit das Licht der Welt auslöschen will. Dämonen, dunkle Kreaturen sind auf dem Vormarsch und bedrohen die friedlichen Völker und Königreiches des Landes. Die Gebirgskette, hinter der sich das Tote Reich und die zwischen Gut und Böse liegt, stellt längst kein Hindernis mehr dar und so beschließen die Guten sich zusammenzuschließen, eine Allianz zu bilden und den Dunklen Lord sowie seine Elitetruppe endgültig zu besiegen. Vieles steht auf dem Spiel!

Die Königreiche, die hierbei eine ausschlaggebende Rolle spielen, werden hier kurz beschrieben:

Ocamma

Das Königreich liegt in einem Tal umgeben von Bergen und Wasserfällen. Dort wird seit vielen Jahrhunderten fortgeschrittene Forschung in der Magie und den Geheimnissen der Welt betrieben. Es ist eines der wenigen Reiche mit einer überdurchschnittlichen Ausbildung zu Magie, Geschichte, Technik etc. Regiert wird Ocamma durch die Königsfamilie Corafilia.



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Ignulae

Das Königreich liegt auf einer Insel mit einem jahrtausendalten, aktiven Vulkan fernab des Festlandes. Die Bewohner leben direkt an den Klippen, während das Schloss auf einer erhöhten Plattform steht und damit näher zum Vulkan ist. Ein langer Fußweg, der nur über den Hinterhof des Schlosses zu erreichen ist, führt zum heiligen Baum, der wie eine Art Tempel fungiert. Er wird vom Lavatiger Caloris bewacht. Regiert wird Ignulae durch die Königsfamilie Thyell.
Außerdem ist Ignulae Teil der Trimagischen Allianz, ein Bund mit dem Unterwasserreich der Sirenen (Titania) und der Insel der Heißen Quellen. Die Allianz hält sich bislang vom tobenden Krieg fern.





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Aradon

Das Königreich liegt in den nördlichen Gebirgen und ist hauptsächlich aus der Luft aus zu erreichen, z.B. mit einem Fluggerät/Flugtier oder über die Himmelsbrücke. In diesem Reich leben zudem mythische Flugwesen, weshalb Fluggeräte ebenfalls eine große Rolle spielen. Das Volk glaubt an ihren Gott Aiolos (Windgott) und an die Göttin Aer, die sie in ihrem heiligen Tempel ehren. Regiert wird Aradon durch die Königsfamilie Herondale. Hauptsitz des Reiches ist Nordun.







Viel Spaß!
Just keep swimming...
#spreadthelove

Bin für ein Jahr in den USA ;) und habe um ein halbes Jahr verlängert hahaha Fliegt, bevor eure Flügel das Fliegen vergessen <3

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »talia« (12.11.2018, 18:28)


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12.11.2018, 18:37

Ardan Thyell


Status: ehemals bekannt als Ascheprinz, nun König ("Auge des Phönix") von Ignulae
Familie: Eltern und ältere Schwester verstorben. Jüngere Schwester, Prinzessin Zaneri, lebt mit ihm im Schloss
Gefährte: schwarzer Feuerwolf
Alter: 26
Aussehen: Prinz Kyro aus der Webtoon-Serie "Sub Zero" mit rotem Drachentattoo

Gefährte Cain



Ardan

Screenshots 12.11.2018

seine Waffe



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Jenaya Corafilia


Status: Prinzessin von Ocamma, bekannt als "Blauer Diamant"
Familie: lebt mit ihren Eltern und ihrem jüngeren und älteren Bruder (Juvio und Jaris) im Schloss
Gefährte: Flusskatze
Alter: 23
Aussehen: weißes langes Haar, nachthimmelblaue Augen und heller Teint

Gefährte Maris



Jenaya



ihre Waffe

»talia« hat folgende Bilder angehängt:
  • IMG-20181023-WA0001.jpg
  • IMG-20181023-WA0002.jpg
  • IMG-20181111-WA0007.jpg
  • IMG-20181111-WA0008.jpg
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3

12.11.2018, 19:12

Jadis Herondale

Status: Prinzessin von Aradon, auch als Windprinzessin von Aradon bezeichnet
Familie: lebt mit ihre Eltern ( Aragon & Nasuada ) und ihrem Zwillingsbruder ( Jade ) im Schloss in der Königstadt Nordun
Gefährte: Hippogreif, namens Feena
Alter: 24
Aussehen:

Ihre menschliche Gestalt sieht wie Rin Shibuya aus Granblue Fantasy aus, die Augen sind dunkelgrün und das Haar dunkelbraun.
Die Waffe gehört ebenfalls dazu & das Outfit trägt sie oft für Flugausflüge, Kampftraining & Missionen.
Ihre wahre Gestalt sieht wie Amira aus Shingeki no Bahamut aus, das Haar soll purpur sein ( eine Mischung aus violett & rosa ), die Augen ein Tick mehr violett.
Zudem hat sie auf ihrem Rücken drachenartige ( oben gehen die Flügeln spitz zu & haben einen Art Stachel ), erdbraune Flügeln aus Feder.
Besonderheiten:
~ sie besitzt einen dunkelblauen Okarina mit einem einer hellblaue Spirale auf der Oberfläche ( Gefäßflöte / Kugelflöte)
~ sie trägt eine Kette aus rubinrotem Glas in Form einer Träne und die obere Spitze ist komplett von Gold in Blattform eingefasst
~ als Prinzessin trägt sie ein Diadem, das wie von den Ravenclaw von Harry Potter aussieht
~ roter Brandmal am unteren, rechten Unterarm
~ filigraner, goldener Ring mit Oramentenmuster ( Königliches Ring ihrer Familie )
Geliebter: Gilbert Lowell ( 25 ), ihr Leibwächter

Kenai
Status: Leibwächter von Prinzessin Jenaya
Familie: -
Gefährte: -
Alter: 26
Aussehen:
Er sieht wie Jamil aus Granblue Fantasy aus mit den bernsteinfarbene Augen. Bis auf die Pistole gehören die Waffen dazu und das komplette Outfit.
So sieht er ohne Kapuze aus und sein goldbraunes, welliges Haar ist länglich.
Das rote Schwert ist bei Inaktivität nur ein Knauf, die er auf seinem Rücken unter seinem Umhang versteckt.

Besonderheiten:
~ auf seiner rechte Körperhälfte sind schwarze Runen, sie fangen auf der Bauchhöhe seitlich an und breiten sich nach oben aus bis fast zur Mitte des Brustkorbes, sie gehen über die vorderen Schulter bis zu den hinteren Schulterblatt über und enden kurz vorm Handgelenk. Auf Herzhöhe befindet sich ein dunkelgrüner spiralförmiges Herz.
~ beim näheren Hinsehen wirken die Iris seiner Augen splittrig

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Feder« (12.11.2018, 19:37)


4

12.11.2018, 19:52

Viele Jahre zuvor...

Ardan

Neugierig spähte ich über die Brüstung hinunter in die tiefe Schlucht, in der absolut nichts zu erkennen war. Allerdings wusste ich, dass dort unten ein Fluss war. Mit sehr starker Strömung, der schon einige Opfer gefordert hatte. Kein Wunder, dass die Leute hier ihre Fluggeräte benutzten. So viele Luftschiffe auf einmal hatte ich noch nie gesehen. Es war ein faszinierender Anblick.
Ich nahm wieder Abstand zur Brüstung, trat einige Schritte zurück und blickte über die Schulter zum Schloss hoch. Ein echtes Prachtexemplar, jedoch nicht hübscher als mein Zuhause. Da war ich eigen. Nichts war schöner als meine Heimat und doch vermisste ich mein Heim nicht. Noch nicht jedenfalls. Das Reisen mit meiner Familie war viel zu aufregend, zu abenteuerreich, um sich nach Hause zu sehnen. Immerhin musste ich als zukünftiger König mehr über die Außenwelt erfahren, mehr Wissen ansammeln und meinen Horizont erweitern. Das erwartete mein Vater. Mein Vater, der sich dieses besondere Königreich ausgesucht hatte, um eventuell einen Bund zu schließen. Er wollte unser Machtgebiet ausweiten. Das, was Könige eben im Laufe ihrer Zeit taten.
Plötzlich nahm ich eine Bewegung an den Schlosstoren wahr. Ein Junge in meinem Alter trat hinaus. Seine Rüstung fing das Sonnenlicht ein, glänzte, brannte mir fast in den Augen. Es war Gilbert. Der Wächter der Windprinzessin. Das wiederum bedeutete, dass sie ebenfalls gleich auftauchen würde.
Ich war froh, dass meine Schwestern gerade nicht da waren, sonst hätten sie sich über mich lustig gemacht. Hitze sammelte sich in meinem Nacken, ich spürte Nervosität aufwallen. Schon seit unserer ersten Begegnung hatte mich die Prinzessin völlig um den Verstand gebracht. Wie das hatte passieren können, war mir immer noch ein Rätsel. Ich kannte sie nicht einmal richtig. Wir hatten nur ein paar Worte gewechselt, oberflächliche Gespräche geführt. Dennoch... Mein Herz ließ sich nicht beruhigen.
Sie trat hinaus und mein Herz entflammte.

Jenaya

Nervös tigerte ich in meinem Zimmer auf und ab, während ich eine meiner vorderen Strähnen zu einem Zopf flocht. Am Ende befestigte ich eine blaue Schleife, meine Lieblingsschleife - ein Geschenk meiner Mutter zu meinem fünften Geburtstag. Sie war abgenutzt, hielt aber den Wunden der Zeit stand. Sie hatte mich überallhin begleitet. Aber sie half mir nicht dabei, mich zu beruhigen, wenn ich dabei war, meinen Wächter zu treffen. Kenai.
Vater meinte, es wäre normal, dass er nicht "menschlich" wirkte. Das war Sinn der Sache. Mein Schutz. Seine Lebensaufgabe. Um ehrlich zu sein, verstand ich nicht, wie man ihn dazu gebracht hatte, nichts zu fühlen, aber sich dennoch für mich verpflichtet fühlte. Er lächelte fast nie. Nicht fast. Nie. Ich hatte ihn noch nie lächeln sehen und das setzte mir zu. Einerseits hatte ich ein wenig Angst vor ihm, andererseits empfand ich Mitleid. Wegen mir war er so. Wegen mir musste er dieses Leben führen. Wegen mir hatte er keine andere Wahl. Und meine Familie erwartete, dass ich damit zurechtkam. Immerhin ging es um mein Leben und das schien wohl bedeutender zu sein als das von Kenai. Doch genau das war falsch, oder nicht? All die Werte, die man mir von klein auf gelehrt hatte, waren nicht im Einklang mit seinem Dasein.
Tief durchatmend strich ich mir über das Kleid, das ich für den morgendlichen Tee tragen musste und straffte die Schultern. Es gab keinen Grund, mich unwohl zu fühlen. Kenai war kein schlechter Kerl. Er hatte mir nie etwas getan. Schon von Anfang an nicht. Er war für mich da, wenn ich ihn brauchte, er hörte mir zu, er war aufmerksam, er half mir in schwierigen Situationen und er wich mir nie von der Seite. Es sei denn, ich befand mich in meinem Zimmer, denn das war mein Rückzugsort.
Dennoch wusste ich mit absoluter Sicherheit, dass er hinter der Doppeltür auf mich wartete. Mit diesen tiefen, bernsteinfarbenen Augen, die mir manchmal Angst bereiteten. Ich würde mich daran gewöhnen. Uns standen viele Jahre gemeinsam bevor. Er würde wie mein Schatten sein.
Nach einem weiteren tiefen Atemzug öffnete ich die Tür und setzte ein freundliches Lächeln auf.
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12.11.2018, 20:14

Jadis


Das dunkelgrüne Kleid flatterte um meine Beine, als ich Gilbert zum Schlosstor folgte. Genervt zupfte ich an den Stoff herum und er schien mein verzweifelter Seufzer gehört zu haben. Denn sein Kopf drehte sich zu mir um und die himmelblaue Augen blickten mich schelmisch an: "Warum seufzt du wie eine alte Frau?" "Das Kleid", anklagend zeigte ich auf meine Bekleidung, die ich auf Verlangen meiner Mutter tragen musste, wegen unseren besonderen Besuches. An solchen Tagen musste ich auch das Diadem auf den Kopf tragen. "Sieht doch hübsch aus, wie eine Prinzessin aus dem Bilderbuch", zuckte Gilbert mit der Schulter und trat hinaus. "Aber ich will nicht wie eine Prinzessin aus dem Bilderbuch sein. Ich will wieder Hosen tragen, klettern und fliegen! Und mit dieses Ding kann ich nicht mal rennen ohne zu stolpern!", rief ich ihm nach und gelangte ebenfalls nach draußen. Einen Moment blendete mich die strahlende Sonne, die in mir die Sehnsucht erweckte mit Feena fliegen zu wollen. Dann entdeckte ich ihn. Und vergessen war das blöde Kleid. Von einer plötzliche Schüchternheit ergriffen, versteckte ich mich hinter dem Rücken von Gilbert, dessen Rüstung sicheren Schutz versprach. Meine Wangen schienen in Flammen aufzugehen. "Was ist los?", fragte er irritiert von meinem ungewöhnlichen Verhalten und dann lächelte er: "Hast du immer noch Angst vor ihm?" "Nein", nuschelte ich: "Ich habe keine Angst vor ihm." Wie sollte ich Gilbert von diesem merkwürdigen Gefühl in meinem Brustkorb erklären, dass wie ein Feuer brannte? "Du bist manchmal komisch", neckte mich Gilbert. "Gar nicht wahr", grummelte ich leise und dann trat ich aus meinem Versteck. Zaghaft wank ich zu Prinz Ardan hinüber und mir klopfte das Herz bis zum Hals.

Kenai


Regungslos wartete ich in stehend auf Prinzessin Jenaya, die sich derzeitig in ihrem Zimmer aufhielt. Mein Blick haftete sich emotionslos an die Wand gegenüber von mir, die geschmückt von Kunstwerke wurde. Für mich waren es bedeutungslose Gegenstände. Meine Arme waren leicht vor dem Brustkorb verschränkt und ich vernahm jedes Geräusch ihrer Schritte hinter der Tür. Sie waren nicht im Gleichtakt. Etwas beunruhigte sie. Doch ich würde niemals danach fragen. Es sei denn sie bat um Rat. Ansonsten sprach ich nicht. Meine einzige Pflicht bestand dadrinnen die Prinzessin von Ocamma zu beschützen, selbst wenn es mein Eigenes kosten würde. Diese Aufgabe war mein einziges Ziel. Der einziger Sinn. Etwas Anderes gab es für mich nicht. Existierte nicht. Die Tür knarzte. Ein schneller Blick durch den Gang, nichts Verdächtiges. Ich trat zur Seite, während mein Gesicht mehr in den Schatten meiner Kapuze verschwand. Die Prinzessin kam aus ihrem Zimmer und lächelte mich an. Emotionslos sah ich sie an und wartete.


6

12.11.2018, 20:32

Ardan

Die Prinzessin tauchte wenige Sekunden hinter Gilbert auf und versteckte sich sogleich hinter ihm, was mir ein kleines Lächeln entlockte. Entweder ich machte ihr Angst oder sie war schüchtern. Ich hoffte Letzteres, denn mir lag nichts ferner als Angst in ihr zu erwecken. In ihrem Kleid sah sie wunderschön aus. Sie sah allgemein wunderschön aus. Wild und gezähmt zugleich. Ich wusste nicht, warum mir gerade diese Kombination als erstes in den Sinn kam. Es war einfach so.
Als sie mir zuwinkte, riss ich mich zusammen und ging auf die beiden zu. Bloß nicht nervös wirken. Ich war ein Prinz. Ich war sechzehn Jahre alt. Ich hatte weitaus Schlimmeres erlebt als eine harmlose Begegnung mit einer Prinzessin. Sie war ein Mensch. So wie ich. Warum also diese Aufregung in mir?
Sobald ich bei ihnen ankam, neigte ich respektvoll den Kopf. > Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen Tag bisher, Prinzessin. Ich danke nochmals für den Rundgang gestern Abend.< Mein Blick fiel auf Gilbert, ich lächelte freundlich. > Du trägst ein tolles Schwert. Ist das Mondeisen?<

Jenaya

Als sich unsere Blicke trafen, schluckte ich den Kloß in meinem Hals hinunter. Kein Lächeln. Keine Regung. Kein Gesichtsausdruck. Nichts. Da war nur Leere. Neben der Angst und dem Mitleid fühlte ich noch etwas anderes, je mehr Zeit ich mich mit ihm verbrachte. Ich verspürte den Drang, ihm mehr Menschlichkeit zu geben, aber das war unmöglich. Ich wusste es und doch wünschte ich, es wäre anders. Es wäre nicht nur für mich einfacher, sondern auch für ihn. Besonders für ihn.
Mein Lächeln blieb trotz allem erhalten, denn ich wollte ihm keinen Grund zur Unruhe schenken, selbst wenn das nichts brachte. Wenn Kenai in etwas gut war, dann darin mich zu lesen. Auch so eine Sache, die in ihm verankert worden war. Er konnte jede Lüge durchschauen, egal wie viel Mühe ich mir gab. Reine Schutzmaßnahme. Und das war unfair. Während ich in der Dunkelheit tapste, las er in mir wie in einem Buch.
Leise seufzend reckte ich das Kinn und nahm den Weg zu meiner Linken. Er führte in die Räumlichkeiten, in der wir Frauen Tee tranken. Eine Tätigkeit, die mir zuwider war. Ich steckte meine Nase lieber in Büchern oder trainierte, bis ich blutete. Etwas, das Prinzessinnen nicht tun sollten. Mir war das jedoch egal.
> Lieber lasse ich mich von einem Pferd umrennen, als Tee zu trinken und über Belangloses zu reden...< murrte ich.
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12.11.2018, 20:55

Jadis


Mir wurde unerträglich warm, als er sich uns immer mehr näherte und mein Herz schlug nun genauso schnell wie das Flügelschlagen eines Kolibris, die sich hier bei warme Temperaturen blicken ließen. Fasziniert sah ich in seine Augen, sie erinnerte mich an das lodernde Gelb in den tanzende, roten Flammen. Seine samtdunkle Stimme, die bereits in seinem Alter ausgereift war, war wie ein Streicheln auf meiner Haut. Beinahe vergaß ich meinen höflichen Knicks. Warum brachte er mich durcheinander? Ich kannte ihn doch kaum und doch als ich ihn zum ersten Mal erblickte, war es so gewesen, als würde ein Sturm in meinem Inneren wüten. "Ja und ich hoffe Ihr hattet ebenso einen angenehmen Tag verbringen können. Es war mir eine Ehre gewesen Ihnen einen Stück von meiner Heimat zu zeigen", antwortete ich und war mächtig stolz auf mich, dass mir diesmal die Stimme nicht versagte. Gestern hatte ich mit hilflosen Gestammel blamiert, doch hatte der Prinz mich kein einziges Mal verspottet. "Ja, ein Geschenk von König Aragon höchstpersönlich", hörte ich den Stolz und Bewunderung in der Stimme von Gilbert. Gilbert bewunderte mein Vater sehr und nahm seine Pflichten mich zu beschützen ernst. Manchmal zu ernst. Daher war ich froh, dass immer noch Momente gab, wo er einfach Gilbert war. Ein Junge, der mit mir kleine Abenteuer erleben wollte. "Mondeisen kommt doch weit aus den Süden, oder?", fragte ich interessiert. Soweit ich mich erinnerte, war dieses Eisen ein kostbares Gut und ideal für Waffenherstellung.

Kenai


Da. Ein kleines Zucken ihrer linken Mundwinkel nach unten. Kaum wahrnehmbar, aber für mich stellte kein Problem dar jede kleinste Züge in ihrem Gesicht ablesen zu können. Der Seufzer daraufhin bedeutete, dass sie etwas beschäftigte. Etwas, was sie nicht offenbaren wollte. Ich respektierte die Privatsphäre der Prinzessin, solange es sie nicht in Gefahr brachte. Stumm folgte ich ihr und hinterließ keinen einzigen Geräusch. Ich war ein Schatten. Ihr Weg führte zum Teesalon der weibliche Geschlechter und leise hörte ich sie murren. Keine Aussage verließ meine Lippen. Nicht mal Gedanken wurden von ihre Worte in meinem Kopf geformt. Wir traten ein und aus Reflex studierten meine Augen den Raum. Zu jeder Person wusste ich ein Name, ihre Geschichte. Nichts am Fenster. Keine verdächtige Schwingungen. Die Prinzessin war in Sicherheit. Ich stellte mich neben der Tür, wo ich von dort aus den besten Blick hatte. So behielt ich den ganzen Raum in Auge und gleichzeitig konnte ich auf verdächtige Geräusche hinter der Tür lauschen. Meine Sinnen wurden dazu gemacht, eine Bedrohung frühmöglichst zu erkennen. Als die eines normalen Menschen nahm ich die Geräusche viel sensibler wahr und registrierte mit den Augen jede kleinste Bewegung. Selbst mein Riechorgan wurde verfeinert, denn auch in den Gerüche konnten sich die Gefahren verbergen. Mein Körper war gespannt wie ein Pfeilbogen. Jederzeit bereit zu kämpfen. Das Leben der Prinzessin zu beschützen. Sie war meine Aufgabe. Mein Ziel. Mein einziger Sinn. Ein süßlicher Geruch. Es kam vom Gebäck. Ein Augenbraue zuckte. Eine seltsame Erscheinung. Frau? Mann? Kenai, möchtest du etwas abhaben? Vertraute Stimme. Etwas drückte auf meinem Brustkorb. Doch dann war es weg. In meinem Kopf blieb es schwarz. Schwarz wie die Nacht. Blinzeln. Diese Erscheinung bedeutete nichts.


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12.11.2018, 21:07

Ardan

Meine Augen inspizierten kurz das Schwert, das an Gilberts Hüfte hing und wanderten zurück zur Prinzessin. Sie war so unfassbar hübsch. Auf mein Hirn war einfach kein Verlass mehr, wenn ich in ihrer Gesellschaft war, aber das konnte ich gerade noch locker überspielen. Auf ihre Frage hin nickte ich lächelnd. > Ja, dieses Material findet sich nur im Süden und ist schwer zu formen. Nur ein Dutzend Leute ist fähig, Mondeisen zu Waffen zu schmieden. Es ist eine Magie, die nicht jeder beherrscht.< klärte ich sie auf.
Bezüglich der Herstellung von Waffen wusste ich fast alles. Musste alles wissen. Das war wichtig für einen Prinzen und zukünftigen König. Aber entgegen der anderen Dinge, die ich zusätzlich lernen musste, gehörten Waffen zu meinen Favoriten. Ich lernte nur zu gern mehr darüber.
> Wäre es in Ordnung, wenn ich die Prinzessin für eine halbe Stunde entführen könnte? Wir werden auch nur im Garten sein, versprochen.< wandte ich mich an ihren Wächter, während mein Lächeln auf den Lippen haften blieb. Im schlimmsten Fall konnte ich die Prinzessin auch allein beschützen, doch ich war mir sicher, dass uns in einer halben Stunde nichts widerfahren würde. Dieses Königreich war schwer angreifbar.
Und ich wollte unbedingt mit Jadis allein sein. Ich nahm mir das, was ich verlangte.

Jenaya

Vor den Türen zum Teesalon blieb ich stehen. Atmete tief durch, schluckte die aufkeimende Langeweile, die mich früher oder später umbringen würde, hinunter. Die Wache blickte mich erwartungsvoll an. Ihre Hände bereit, mir die Tür zu öffnen. Ich sah zu meiner Rechten, wo Kenai stand, nickte und trat durch die geöffneten Türen. Da dies ein Raum für Frauen war, durfte er nicht hereinkommen, also musste er mit der Wache draußen bleiben. Verspürte er auch so etwas wie Langeweile? Nervte es ihn, dass er wie ein Hund vor der Tür warten musste, bis ich nicht mehr mit heißem Wasser und sinnlosen Themen gefoltert wurde? Scheinbar nicht. Er fühlte ja nichts.
Meine Freundinnen richteten sich strahlend auf, als sie mich erblickten und auch meine Mutter schenkte mir ein breites Lächeln. > Guten Morgen, meine Kleine. Wie geht es dir? Hast du dich gut erholt?<
Hier sei mal gesagt, dass ich gestern heimlich trainiert und mich dabei am Handgelenk verletzt hatte. In Kenais Anwesenheit natürlich, denn er wich mir nie von der Seite. Leider. Er hatte von meiner Verletzung berichten müssen, was zu einer Standpauke am späten Abend geführt hatte. Von der nur ich betroffen war. Jenaya, tu dies nicht, tu das nicht. Du hast Verpflichtungen! Du bist eine Prinzessin. Prinzessinnen tragen keine Schwerter und verletzen sich wie Jungen... bla, bla, bla.
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12.11.2018, 21:24

Jadis


Aufmerksam sog ich jedes Wort in mich auf, das seine Lippen verließ. Es lag nicht nur an seine schöne Stimme, die mir ein Gänsehaut verursachte. Ich war auch wissensbegierig. Mich interessierte brennend wie auch Waffen hergestellt wurden. Mein innigster Wunsch war eine Prinzessin zu sein, die sich zu behaupten wusste und genauso würdig war den Thron zu besteigen wie ein Prinz. Meine Augen weiteten sich überrascht bei seinem Wunsch und wieder spürte ich die Flammen über meine Wangen huschen. Gilbert zögerte. "Es ist in Ordnung, Gilbert. Hier auf dem Schlossgelände passiert mir nicht", versicherte ich ihm, darauf brennend einen Moment den Prinz für mich alleine zu haben. "Du bekommst auch mein Nachtisch", fügte ich hinzu. "Das ist Erpressung", bemerkte er. Ich grinste breit: "Und funktioniert das?" Lachend schüttelte er den Kopf und sah zu Prinz Ardan: "Na gut. Ich verlasse mich auf deine Worte." Freudig drehte ich mich zu den Prinzen um, schnappte übermütig nach seiner Hand und lief auch schon los in Richtung Garten. Vergessen war meine Schüchternheit und meine Sorglosigkeit kehrte zurück. Erst im Garten bemerkte ich, dass ich ihn an der Hand hielt und scheinbar hinter mir her gezogen hatte. "V-verzeiht mir", ich ließ die warme Hand los und strich verlegen eine Haarsträhne hinter dem Ohr. So verhielt sich keine anständige Prinzessin.

Kenai


Ich hörte die Frage der Königin und wusste worauf sie es bezog. Immerhin hatte ich ihr einen Bericht erstattet, sowie dem König. Das Wohl der Prinzessin ging über Allem und es kam mir nie in den Sinn die Königin und den König zu belügen. Ein solcher Gedanke war mir stets weit entfernt und ließ sich nicht mit meiner Pflicht vereinbaren. Sie hatte sich verletzt, also musste ich es berichten, damit sie versorgt wurde. Ihre körperliche und seelische Gesundheit hatte den obersten Vorrang. Hätte sie sich nicht verletzt, hätte ich auch nichts von dem verborgener Training berichtet, da es ihrem Wohl nicht geschadet hatte. Der Wache neben mir sprach mich an. Ich ignorierte ihn. Dann schüttelte er den Kopf und murmelte von etwas bedauernswerter Junge. Junge. Ich war kein Junge. Einige begangen den Fehler mich als Mensch zu vergleichen, weil mein Körper ihnen ähnelte. Jedoch war ich kein Mensch. Ich war eine lebendige Waffe, erschaffen für die Prinzessin. Nicht mehr. Nicht weniger. Menschliche Zügen besaß ich in keiner Weise. Ich wusste nicht was Emotionen waren und ich war auch nicht fähig sowas fühlen zu können. Aber ich hatte auch kein Verlangen es wissen zu wollen. Für meine Aufgabe wären sie sicherlich nur ein Hindernis. Deswegen hatte man dafür gesorgt, dass man diesen Hindernis entfernte. Deswegen unterschied ich mich von den menschliche Wachen. Ich würde niemals aus emotionalen Gründen eine falsche Entscheidung treffen können.


10

12.11.2018, 21:33

Ardan

Mir war durchaus bewusst, dass es seine Pflicht war, in der Nähe der Prinzessin zu sein, aber ich war an ihrer Seite und das würde für eine halbe Stunde reichen. Er hatte mehr als mein Wort, dass ich auf sie aufpassen würde und es freute mich, wie sehr ihr die Idee gefiel. Sonst hätte sie ihn wohl kaum mit Nachtisch erpresst. Die beiden schienen sehr gute Freunde zu sein. Freunde, die ich nicht hatte. Kurz huschte ein Schatten über meine Gesichtszüge, doch in dem Moment, als Jadis nach meiner Hand griff und mich hinter sich herzog, verflog das dunkle Gefühl und ich lachte in mich hinein. Das war dann wohl die wilde Seite, die ich in ihr sah. Nicht die gezähmte Version. Mir gefielen beide. Mir gefiel alles an ihr. Das wehende, dunkelbraune Haar und ganz besonders das Dunkelgrün ihrer Augen.
> Es gibt nichts zu verzeihen. Legen wir die Formalitäten beiseite, das ist auf Dauer sowieso zu anstrengend.< grinste ich sie schief an. Ich schaute mich kurz im wunderschönen Garten um. > Dein Zuhause ist wirklich bezaubernd. Ihr habt ein Händchen für atemberaubende Gärten.< stellte ich anerkennend fest und sah sie wieder an. Die Wärme in meiner Brust wurde stärker, breitete sich weiter aus.

Jenaya

Zwei Stunden. Zwei Stunden vergingen, während mich meine Mutter erneut über die Etikette belehrte und mir fast den letzten Geduldsfaden durchschnitt. Sie erklärte mir, wie sich eine Prinzessin in Anwesenheit anderer Hoheiten zu verhalten hatte, wie man welche Personen mit verschiedenen Titeln ansprach, wie ein richtiger Knicks auszusehen hatte, ab wann es erlaubt war, das Wort an jemanden zu richten... Kein Wunder, dass es zig Bücher zu diesem Thema gab. Es nahm kein Ende. Allein meine Freundinnen nahmen dem Ganzen die tödliche Langeweile.
Sie berichteten mir von ihrem Tag, brachten mich auf den neuesten Stand, wer in wen verknallt war, wer sich demnächst vermählen würde und natürlich erkundigten sie sich nach meinen Brüdern. Ach ja, meine lieben Brüder, die gerade das taten, was ich mir so sehr wünschte. Trainieren, sich in Dreck wälzen, Kräfte messen, stärker werden, Abenteuer erleben. All das, was eine Prinzessin nicht tun durfte. Meine Mutter verlor keinen Tag, an dem sie mir das nicht in den Kopf hämmerte. Heute war keine Ausnahme.
Umso erleichterter war ich, als sie mich nach zwei Stunden entließ. Leyla und Tiana mussten wieder zurück zu ihren Pflichten, weshalb ich mich endlich in die Bibliothek zurückziehen konnte. Das war eine Sache, die ich als Prinzessin tun durfte und auch gern gesehen wurde. Mir Wissen aneignen.
Wie erwartet, stand Kenai genau dort, wo ich ihn zurückgelassen hatte. Ich lächelte. > Tut mir leid, dass du so lange warten musstest. Ich bin vor Langeweile fast umgekommen, du bestimmt auch.< Bestimmt nicht. > Ich würde jetzt gern in die Bibliothek gehen. Möchtest du, dass ich dir eine Geschichte vorlese?<
Wenn es etwas gab, in dem ich ziemlich gut war, dann im Vorlesen. Ich war eine gute Erzählerin, ich brachte gedruckte Worte zum Leben und auch wenn ich wusste, dass Kenai nichts fühlte, malte ich mir aus, wie die Geschichten, die ich ihm vorlas, in seinen Gedanken Form annahmen und ihn für ein Weilchen unterhielten. Es war meine Art, mich an ihn zu gewöhnen und etwas Menschliches mit ihm zu teilen.
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12.11.2018, 21:52

Ich gehe jetzt offline, wünsche dir einen schönen Tag :) ( fast hätte ich gute Nacht geschrieben XD )

Jadis

Sein Grinsen steckte mich an und ließ mein Herz unbeholfen stolpern wie ein neugeborener Hippogreif. "Damit bin ich einverstanden", es störte mich keineswegs die Formalitäten abzulegen. Denn es war wirklich anstrengend dauernd auf Anstand und Höflichkeit zu achten, besonders sich die etliche Etikette zu merken. Ich schaute mich in den Garten umher und musste lächeln, seine Worte berührten mich: "Dankeschön. Meiner Mutter ist es wichtig, dass wir eng mit der Natur verbunden sind. Sie meint wir sind alle ein Teil von ihr und sollten nicht die Tür vor ihr verschließen. Deswegen gibt es mitten im Schloss auch ein kleines Stück Erde." Mein Lächeln wurde versonnen, diese Seite von meiner Mutter liebte ich. Diese Seite zeigte sie, wenn sie nicht die Königin sein musste. Dann war sie meine beste Freundin. Natürlich liebte ich meine Mutter auch, wenn sie als Königin auftreten musste. "Komm, ich möchte dir was zeigen", sagte ich geheimnisvoll und erlaubte mir wieder nach seiner Hand zu greifen. Sie war so angenehm warm. Und irgendwie fühlte ich mich durch diese Berührung stark. Ich führte ihn durch den Garten bis wir mein Lieblingsbaum erreichten. "Wir müssen da hoch", meine Augen funkelten abenteuerlustig, ich löste die Schleife um meine Taille und raffte das Rock meines Kleides ein Stück hoher. Damit es nicht wieder runterrutschte, band ich es mit der Schleife fest. Es sah sicherlich nicht mehr damenhaft aus und vermutlich zeigte das nun mehr von meinem nackten Knöcheln. Vor allem als ich die Schuhe mit leichtem Absatz auszog. "Ich hoffe du hast keine Höhenangst", schon war ich auf dem ersten Ast gestiegen. Dieser Baum war so hoch, sodass man, wenn man die große Baumkrone erreichte über die Mauer blicken konnte. Dann hatte man einen wundervollen Ausblick. Mein Lieblingsplatz.

Kenai


Ich vernahm jedes tuschelnde Wort der weibliche Geschlechter, die hinter der Tür waren. Jedoch schien es sich um übliche Themen zu handeln, worüber sich dieses Geschlecht unterhielten. Ich hatte nie die zwischenmenschliche Beziehungen verstanden, schon gar nicht zwischen den Männlichen und Weiblichen. Das war etwas, was ich nicht immer logisch verfolgen konnte. Besonders wenn die Beziehungen sich auf der emotionale Ebene befand. Natürlich verstand ich den Sinn für die Existenz beider Geschlechter, denn so wird die Fortpflanzung ermöglicht und dadurch die Menschheit erhalten. Das war, was die Natur vorgesehen hatte und gilt für alle Wesen. Doch die Menschen unter Anderem besaßen auch noch die Emotionen. Das Getuschel verebbte, Stühle verrutschten knarzend und klirrendes Geschirr war zu hören. Die Teestunde war vorüber. Die Prinzessin erschien an der Tür, in ihre Augen las ich die Erleichterung ab. Ich wusste um ihre Abneigung gegen solche Stunden Bescheid. Aber es schadete nicht ihr Wohl, also musste ich nicht da eingreifen. Das war nur ein persönliches Empfinden. "Wenn Ihr euch das wünscht", antwortete ich monoton auf ihre Frage. Sie las öfters laut aus dem Buch. Vermutlich wollte sie die Stille niederringen. Über die Langeweile sagte ich nichts. Ich wusste nicht was Langeweile war und somit konnte ich nicht beurteilen ob ich die Stunden langweilig gefunden hatte.



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12.11.2018, 22:15

Hahhaa ich weiß, dieser Zeitunterschied XD Aber hey, heute hat es wunderbar geklappt *_* Wünsche dir eine gute Nacht!

Ardan

Ich konnte deutlich die Liebe in ihrer Stimme hören. Die Liebe zu ihrer Mutter. Auch das fehlte mir. Eine liebende Mutter. Sie war bei meiner Geburt gestorben. Etwas, was mich bis heute nicht ruhig schlafen ließ. Es waren die Schuldgefühle, denen ich das zu verdanken hatte. Obwohl ich nichts dafür konnte, fühlte ich mich für ihren Tod verantwortlich. Vielleicht lag es auch daran, dass mich meine jüngere Schwester immer daran erinnerte, wie ich Mutter getötet hatte. So etwas ließ einen nicht kalt.
Ich schüttelte auch diesen dunklen Gedanken fort und konzentrierte mich auf das Hier und Jetzt. Auf das Licht, das die Prinzessin umgab. Auf das freigelegte Stück Haut unter ihrem Kleid. Auf ihre aufregende Art, die mich mit sich riss wie ein Sturm auf hoher See. Ich wollte ihr näher kommen. Ich wollte sie ebenso mitreißen wie sie mich.
Als sie den Baum hinaufkletterte, blieb ich nicht lange am Boden. Ich ging leicht in die Hocke, sprang und hangelte mich an einem Ast hoch, Stück für Stück gelangte ich höher. Ihr hinterher. Mein Körper war Hindernisse gewöhnt. Ich war daran gewöhnt, Hindernisse problemlos zu überwinden. Und als wir die Spitze erreichten, atmete ich tief aus, lockerte die Schultern und ließ mich vom Anblick gefangen nehmen. > Unglaublich!< Meine Augen leuchteten auf. > Das ist... Unglaublich.< wiederholte ich.
> Irre ich mich oder hast du mich gerade an deinen Lieblingsplatz gebracht? Ich fühle mich mehr als geehrt.< sagte ich schief grinsend. Jemandem einen besonderen Platz im eigenen Zuhause zu zeigen, bedeutete, dass man der Person zu einem gewissen Grad vertraute und dass man sie mochte. Ich freute mich darüber. Ich wollte ihr Vertrauen. Ich wollte mehr über sie erfahren. Mehr als ich über Waffen und andere Dinge erfahren wollte. Dieser Wunsch war übermächtig.

Jenaya

Die Bibliothek lag im rechten Flügel des Schlosses und war einige Gehminuten entfernt. Mich störte das nicht. Ich spazierte gerne. Das war besser als eine Ewigkeit in einem Raum gefangen zu sein, was fast täglich auf meiner Tagesordnung stand. Teestunde, Privatunterricht, Schneiderbesuche... Dass ich mal Zeit zum Lesen fand, gehörte zu den besonderen Momenten. Und da Kenai nun schon seit einem Jahr Teil meines Lebens war, bekam er all das mit. Er wusste, was mir gefiel, was mir zuwider war, welche Situationen ich gerne umgehen würde. Er kannte mich bestimmt besser als ich mich selbst. Gruslig. Schwer zu begreifen, wenn man es nicht tagein, tagaus hautnah erlebte.
Immer wieder warf ich ihm verstohlene Blicke zu. Versuchte aus ihm schlau zu werden. Selbstverständlich war das völlig sinnlos. Nach einem Jahr wusste ich immer noch nicht viel über ihn. Es war ja nicht so, als hätte er Freizeitbeschäftigungen oder dergleichen. Nur hin und wieder trainierte er allein. Im Wald. In aller Ruhe. Niemand hatte mir beschreiben wollen, wie sein Kampfstil aussah, wie er tötete, wie er sich verteidigte, denn niemand verlor ein Wort darüber. Und das bedeutete, dass er verdammt stark war. Stärker, als ich mir wahrscheinlich vorstellte.
Vor der Tür zur Bibliothek blieb ich stehen und auch meine Gedanken kamen zum Stillstand. Hier war ein Ort des Friedens. Ein Ort der Ruhe. Ein Ort, an dem ich sein konnte, wer ich sein wollte. Eine Abenteuerin, eine ältere Frau mit gebrochenem Herzen, eine Wissenschaftlerin, eine Lehrerin, ein junges, naives Kind... Es kam eben auf die Geschichte an, die ich las.
Lächelnd stieß ich die hölzerne Tür zur großen Bibliothek auf und atmete sogleich die nach altem Papier staubige Luft ein. Ein wunderbarer Geruch, der oft an meiner Kleidung haftete, wenn ich Stunden später dieses Reich verließ. > Hm... Auf was habe ich heute Lust...< sinnierte ich laut, während ich durch die zahlreichen Gänge spazierte, den Blick nach links und rechts wandern ließ, mir die Buchrücken in den Regalen ansah. So viel Auswahl.
Irgendwann blieb ich abrupt stehen und schloss die Augen. Wenn mir eine Entscheidung schwerfiel, ließ ich einfach mein Herz entscheiden. Es kannte den richtigen Weg. Immer. Worte meiner Mutter, die mir bis heute sehr wichtig waren.
Es zog mich in den rechten Gang, vier Schritte, dann noch einer, ich drehte mich zum Regal, stellte mich auf die Zehenspitzen, runzelte die Stirn, hob die Hand, befühlte die etwas älteren Buchrücken und zog eines heraus, das an einigen Stellen sanfte Vertiefungen besaß.
Ich öffnete die Augen und las den Titel. > Lerolans verborgener Garten. Hm. Klingt interessant. Was denkst du?<
Mein Blick schweifte zu Kenai.
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Bin für ein Jahr in den USA ;) und habe um ein halbes Jahr verlängert hahaha Fliegt, bevor eure Flügel das Fliegen vergessen <3

13

13.11.2018, 08:35

Hehe, ja *__*

Jadis

Beim Klettern hatte ich einmal nach ihm geschaut und festgestellt wie geschickt er beim Klettern war. Ich konnte gar sehen wie die Muskeln seines Körpers mitgespielt hatten und mit Hitze in den Wangen hatte ich wieder mein Blick nach vorne gerichtet. Wir erreichten die breite, große Baumkrone, worauf man sich setzten konnte. Seine Augen leuchteten und er schien wirklich von der Ausblick fasziniert zu sein. Ein Lächeln erschien auf meinem Gesicht und wieder spürte ich die Hitze in meine Wangen, als er mir die Frage stellte. Plötzlich fühlte ich mich wieder schüchtern, senkte den Blick und strich über einen grünen Blatt: „D-du bist….du bist der Erste, den ich diesen Ort zeige.“ Nicht mal Gilbert kannte diesen Ort hier oben. Es war etwas, was nur mir gehörte und wo ich immer hingehen konnte, wenn ich alleine sein wollte. Hier fühlte ich den Götter der Winde und Lüfte nahe. Manchmal glaubte ich sie in den Wind wispern hören zu können, dass sie mir Geschichten über die Welt erzählen wollten. Tief holte ich Luft und die Worte platzten aus mir heraus: „Lass uns doch Freunde sein. Ich habe das Gefühl, wir könnten sehr gute Freunde werden.“ Unbewusst hatte ich mich zu ihm gebeugt, meine Hände auf Seinen gelegt und voller Erwartungen sah ich direkt in seine Augen. „Vor Abenddämmerung werde ich mit Gilbert und mit meinem Zwillingsbruder Jade Fußball spielen. Sie haben ganz bestimmt nichts dagegen, wenn du mitspielst. Es ist bestimmt langweilig dauernd bei den Erwachsene zu sein und wir könnten dann ein richtiges Zweier-Mannschaften aufbauen. Wir beide können eine Mannschaft sein, wenn du es möchtest. Oh, in wenige Tage ist der siebte Tag. An diesem Tag spielen wir Abends immer Verstecken, das ist unser Tradition geworden. Ich weiß, wie kindisch das Spiel in unserem Alter klingt, aber es macht immer noch unglaublich viel Spaß. Ich gewinne immer, weil Niemand mich finden kann.“ Ich lachte erheitert und dann stockte mein Atem, als mir bewusst wurde wie nahe unsere Gesichter waren. Verlegen beugte ich mich zurück und spielte mit eine lose Haarsträhne, die sich von der Hochsteckfriseur gelöst hatte.

Kenai

Schweigsam folgte ich ihr in den rechten Flügel, wo sich die Bibliothek des Schlosses befand. Immer wenn sie Zeit hatte, ging sie dorthin. Ihr schien das Lesen ein regelrechtes Vergnügen zu sein, anders als die Teestunde mit den adeligen Damen. Ich merkte ihre verstohlene Blicke auf mich, jedoch zeigte ich darauf keine Reaktionen. Sie versuchte mich zu studieren. Aber es würde ihr niemals gelingen. Wie gesagt ich war kein Mensch. Sie würde in mir nichts finden, was sie erhoffte. Kein Funken der Menschlichkeit. Vermutlich besaß ich nicht mal eine Seele. Wie immer positionierte ich mich in der Nähe der Tür, während die Prinzessin in der Bibliothek umherging.
Dann hielt sie aufeinmal inne, schien in Gedanken versunken zu sein und schließlich wählte sie einen Buch. Diese Methode machte sie oft, wenn sie keine schnelle Entscheidungen treffen konnte. „Wie Ihr es meint“, antwortete ich wieder mit der monotone Stimme.
Aufeinmal war er wieder da. Dieser Duft von Gebäck. Er hatte sich in das weißes Haar der Prinzessin verfangen, als sie an mir vorbeiging um Platz zu nehmen. Kenai, möchtest du etwas abhaben? Diese Stimme. Wer war das? Woher kam er? Das drückende Etwas auf meinem Brustkorb kehrte zurück. In das dunkle Nichts meines tiefste Inneren wurde es einen Moment hell. Die Erscheinung. Zu hell, um etwas erkennen zu können. Kenai. Blinzeln. Das Drücken wurde stärker. Wieder Blinzeln. Dann war es weg. Und diesmal…..diesmal konnte es nicht bedeutungslos sein. „Was ist das für ein Gebäck, was ihr gespeist hatte?“, es war die erste Frage, die ich an sie richtete. Der erste Satz, der zuerst von mir ausging.


14

13.11.2018, 18:20

Ardan

Plötzlich beugte sich die Prinzessin näher zu mir und ich konnte regelrecht in ihren dunkelgrünen Augen versinken. Das Grün ähnelte den Bäumen um uns herum. Ein sattes, tiefes Grün. Es kostete mich alle Mühe, ihre Worte richtig zu erfassen. Ihre Lippen lenkten mich zu sehr ab, während sie redete.
> Ich...< begann ich, schloss den Mund und räusperte mich. > Ich wäre sehr gern dein Freund.< Hitze stieg in mir auf. > Und das Angebot mit dem Fußball nehme ich natürlich an. Es ist eine Weile her, als ich das letzte Mal Fußball gespielt habe.< Weil niemand mit mir spielen wollte und meine Schwestern nun mal viel zu schlecht darin waren.
> Verstecken finde ich auch nicht so kindisch. Meine ältere Schwester Leora liebt es, sich zu verstecken und uns alle nach ihr suchen zu lassen. Sie ist verdammt gut darin, also nehme ich die Herausforderung an, auch dich zu finden. Ich bin vielleicht schlecht im Verstecken, aber sehr gut im Finden.< Letzteres sagte ich mit einem selbstbewussten Grinsen. Niemand, aber auch niemand konnte sich auf Dauer vor mir verbergen. Auch so eine Sache, die man mir früh beigebracht hatte. Wenn sich der Feind in den Schatten verbarg, fand man ihn zuerst, bevor er angriff. Eine wichtige Regel.
Ich drehte den Kopf in Richtung des Ausblicks und konnte kaum glauben, dass ich tatsächlich der erste war, den sie hierher mitgenommen hatte. Das war mehr als nur eine Ehre. Ein paar Tage waren vergangen und schon teilten wir diese Dinge miteinander. Warum bloß? Wieso hatte ich das starke Bedürfnis, mich ihr zu öffnen?
> Darf ich dir ein Geheimnis erzählen, das nicht einmal meine Schwestern kennen?<

Jenaya

Versunken in der Inhaltsangabe des Buches, erschrak ich über die Worte, die hinter mir erklangen. Das Buch rutschte mir aus den Händen und klatschte laut auf dem Boden auf. Ich zuckte leicht zusammen. Hatte Kenai mich gerade tatsächlich etwas gefragt? Wegen Gebäck? Was hatte das zu bedeuten?
Schnell bückte ich mich, hob das Buch auf und drehte mich zu ihm um. Eine Braue in die Höhe gezogen. > Das waren Himbeerplätzchen, eine Spezialität der Küche.< antwortete ich. Und bekam sogleich ein schlechtes Gewissen.
> Wolltest du etwas davon abhaben? Ich kann nachher in der Küche nachfragen, ob noch welche übrig sind. Ich bin mir sicher, du wirst sie sehr lecker finden.< Wenn ich ehrlich war, hatte ich ihn auch nie essen sehen. Ob er nachts, wenn ich schlief, sich um diese Bedürfnisse kümmerte? Warum wusste ich bloß so wenig über ihn und er so viel über mich? Das war nicht fair und doch war ich nicht in der Position, mich darüber zu beschweren. Er tat bereits zu viel für mich. Mehr Dankbarkeit wäre angebracht.
Seufzend setzte ich mich auf einen bequemen Stuhl an einem kreisrunden Tisch und schnipste einmal, damit die dicke Kerze vor mir entflammte. Ihr Licht war wegen meiner besonderen Magie leicht bläulich. Ich mochte diese Farbe. Sie stand für meine Heimat.
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15

13.11.2018, 19:04

Jadis


Die Freude kitzelte mein Herz und eine angenehme Wärme breitete sich in meinem Inneren aus, als er antwortete, dass er gerne mein Freund sein wollte. Das nervöse Spielen mit meiner Haarsträhne hatte aufgehört und aufmerksam hörte ich Ardan zu. Ardan. Was für ein toller Name. Er hatte einen starken Klang. Meine Augen leuchteten auf, als er das Angebot mit dem Fußball und Verstecken annahm. "Das werden wir sehen, ob du mich tatsächlich finden kannst", erwiderte ich sein ansteckendes Grinsen und diese seltsame Schüchternheit verschwand erneuert. "Du kannst mir dein Geheimnis anvertrauen und ich versichere dir, dass ich nicht ausplaudern werde. Ehe lasse ich mir die Zunge abschneiden!", sagte ich in einem feierlichen Ton. Es mochte sein, dass ich zu viele heroischen Geschichten gelesen hatte. Aber das waren Dinge, die mich in den Bann zogen. Besonders die Moralvorstellungen der heroischen Personen war für mich ein Vorbild. Ich wollte wie sie werden. Dazu gehörte auch treu zu seine Freunde zu sein, sie niemals wegen niedrige Umstände zu verraten oder daraus eine Geschichte für Andere zu basteln. die Töchter der Hofdamen zum Beispielen plauderten sehr gerne, besonders über andere Personen und webten daraus Gerüchte. Sowas fand ich abstoßend. Besonders wenn anvertraute Geheimnisse einfach offenbart wurde. Das würde die betroffene Person nur verletzten.

Kenai


Das Buch fiel ihr aus den Händen, offensichtlich darüber erschrocken, dass ich sie angesprochen hatte. Ein solches Verhalten war mir tatsächlich nicht ähnlich und sowas sollte sich nicht wiederholen. Ansonsten musste ich diese Störung beheben lassen. Himbeerplätzchen. Klang gewöhnlich, um eine solche merkwürdige Erscheinung in meinem Kopf hervorrufen zu lassen. Aber es war der Duft gewesen. Vermutlich habe ich wirklich eine Störung in meinem Kopf und sobald ich wiederhergestellt war, würde wahrscheinlich eine solche Störung nicht mehr existieren. "Es ist nicht Ihre Aufgabe sich um meine Verpflegung zu kümmern", erwiderte ich darauf. Für mich hatte das Essen nie eine tiefgründige Bedeutung gehabt. Es war für mich schlicht eine Form von Energiezufuhr. Ich spürte keinen direkten Hunger oder Durst, aber wenn mein Körper nichts zu sich nahm, konnten nach ein paar Tagen Schwächezustände auftreten. Sowie ich Wasser trinken musste, um genügend Flüssigkeiten im Körper zu haben. Meistens speiste ich in der Dunkelheit, mir reichte eine Mahlzeit aus. Zeitlang hatte ich gar solche Dinge einfach vergessen bis ich mich daran gewöhnte nachts zu essen. Zudem gehörte das Erleichtern ebenfalls zu den körperliche Bedürfnisse, die sich nicht abstellen ließ. Die Prinzessin setzte sich auf einem Stuhl hin und mithilfe ihrer Magie zündete sie die Kerze an. Das Licht strahlte in einem bläulichen Ton, was von ihrer Magie daherkam.


16

13.11.2018, 19:29

Ardan

Eigentlich sollte ich dieses Geheimnis für mich behalten, weil ich sie nicht gut genug kannte und weil ich nicht wusste, ob mein Geheimnis wirklich sicher bei ihr war, doch nach so langer Zeit musste ich es einfach loswerden. Mich jemandem anvertrauen, der nicht zu meiner Familie gehörte, denn sie hatte die Angewohnheit, alles den anderen weiterzuerzählen. Zwar war meine Schwester Leora eine Ausnahme, aber trotzdem...
> Als ich sieben Jahr schickte man mich in das tote Gebiet hinter unserem Vulkan. Niemand wagt es allein dorthin zu gehen. Zu groß ist die Gefahr, dass man von der Vergangenheit verschluckt wird. Dass man von Verstorbenen gequält wird. Aber ich musste hin, weil das zu eine der Prüfungen gehört, die einen zum Prinzen macht.< Ich erschauderte leicht. > Drei Nächte. Ich musste dort drei Nächte bleiben. An die Details will ich erst gar nicht denken, aber ich bin dort einer Person begegnet, der ich nie zuvor begegnet war.<
Schweren Herzens rief ich das Bild in Gedanken auf und fuhr mir fahrig durchs Haar. > Es war meine Mutter. Sie starb bei meiner Geburt, sie hatte zu viel Blut verloren. Es ist nicht leicht, das als Kind zu verdauen, aber ihr Geist, oder was auch immer das gewesen war und sich als meine Mutter ausgegeben hatte... Ihre Haut war von schwarzen Adern durchzogen gewesen. Sie schrie so unnatürlich tief, als wäre sie besessen. Dieses Geräusch... Es war schrecklich. Und dann zeigte sie mir ihren gewölbten Bauch. Etwas bewegte sich in ihr. Drückte nach außen gegen die gespannte Haut.< Die Bilder rasten nur so an meinem inneren Auge vorbei.
> Sie hörte nicht auf zu schreien, ich dachte, ich müsste gleich verrückt werden, bis sie plötzlich verstummte und auf mich zeigte. Sie bezeichnete mich als "verflucht". Und dass mich "der Dunkle Lord finden und bei sich aufnehmen" würde.<
Die letzten Worte verebbten in einem Flüstern. Kälte überzog meine sonst erhitzte Haut. Ich konnte meine Mutter klar und deutlich in diesem schlimmen Zustand sehen. Konnte die Angst und die Verachtung in ihren toten Augen erkennen.

Jenaya

Ich wedelte mit der Hand in der Luft. > Hör auf mich zu siezen, ich bin nicht so alt wie meine Mutter. Du bist fast immer an meiner Seite, also brauchen wir uns nicht mit Höflichkeiten bewerfen.< meinte ich durch das Buch blätternd, um zur ersten Seite der für mich unbekannten Geschichte zu finden. Die Schrift war kursiv, sehr märchenhaft. Das gefiel mir.
> Außerdem möchte ich mich dafür bedanken, dass du stets für mich da bist. Ob es deine Aufgabe ist hin oder her.< fuhr ich fort und schaute ihn direkt an. Direkt in diese Augen, in denen ich absolut nichts lesen konnte. Augen, die so schön sein könnten, wenn auch nur ein Hauch Glanz in ihnen liegen würde. > Heute Abend besorge ich dir ein paar dieser Plätzchen.<
Damit war das Thema für mich erledigt und ich konzentrierte mich erneut auf das Buch in meinen Händen. Ich ließ das kleine Feuer der Kerze etwas heller aufleuchten, damit ich die Worte besser lesen konnte und öffnete den Mund. Endlich würde ich in ein neues Abenteuer eintauchen. Jemand anderes sein. Neue Dinge sehen, erleben, fühlen. Fernab der Mauern, die mich stets zu meiner Sicherheit umgaben. Ich durfte in diesem Raum frei sein.
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17

13.11.2018, 19:46

Hallihallo :)

Jadis


Ich wusste nicht, was ich gedacht hatte, als er von einem Geheimnis sprach. Nur nicht ein solches Geheimnis, ein schreckliches Erlebnis für so ein kleines Kind von damals. Eine solche Prüfung erschien mir unmenschlich, besonders für ein Kind von 7 Jahren alt. Drei Tage ohne die nahestehende Personen. Drei Tage ganz alleine mit einer Verstorbene, die seine Mutter gewesen war und ihn für als verflucht bezeichnete. Ich erschauderte. Ich konnte mir nicht vorstellen was für Ängste und Qualen er durchleiden musste. Ich wäre an seiner Stelle vermutlich sofort verrückt geworden. In den Klang seiner Stimme hörte ich, wie ihn dieser Erlebnis mitnahm. Wie es ihm schwer fiel darüber zu reden. Aus einem Instinkt heraus umarmte ich Ardan und legte eine Hand auf seinem Hinterkopf, um den Kopf an meinem Hals zu drücken. So hatte mich meine Mutter immer getröstet, wenn es mir nicht gut ging. "Das hättest du nicht erleben sollen. Du warst ein Kind gewesen und ich finde es nicht richtig, ein Kind an einem solchen furchtbaren Ort zu schicken. Ganz gleich ob Prinz oder nicht", flüsterte ich und strich mit der freie Hand über seinem Rücken: "In meine Augen bist du nicht verflucht, Ardan."

Kenai


"Es ist ein Befehl die Prinzessin angemessen zu betiteln", erwiderte ich monoton und beließ dabei, denn es war für mich selbstverständlich. Ich verstand nicht, warum sie mir danken wollte. Denn es war meine Pflicht, die ich erfüllte und immer erfüllen würde. Immerhin war ich ihre lebendige Waffe. Vermutlich vergaß sie manchmal, dass mein Körper nur eine Hülle war und in ihm sich kein Mensch verbarg. Ich sagte nichts dazu, als sie darauf beharrte mir diese Plätzchen zu holen. Wenn sie es sich wünschte, dann widersprach ich ihr nicht. Zudem war für sie das Thema beendet und sie begann das Buch zu lesen. Sie begann die Worte zu murmeln, die in diesem Buch verfasst wurde. Natürlich bekam ich die Geschichte mit, aber für mich waren es bloß Worte. In meinem Kopf blieb die Schwärze. Träume und Vorstellungen von andere Welten existierten dort nicht. Emotionslos starrte ich die Wand gegenüber mir an, während meine Sinnen geschärft waren und ich mich kein einziges Mal von der Stelle bewegte.


18

13.11.2018, 20:00

Hey hey, heute habe ich Glück hehe muss erst in einer Stunde die Düse machen XD Hoffe, dir geht es gut ;)

Ardan

Mir war nicht aufgefallen, dass ich die Luft angehalten hatte. Vielleicht war das zu viel gewesen. Ein Geheimnis zu viel. Ich war eben nicht gut darin, Freunde zu finden und sie nicht gleich mit meinen Geschichten abzuschrecken. Viele blieben mir lieber fern, weil ich der Sohn meines Vaters war. Grund genug, Abstand zu halten. Doch hier war ich... Erzählte einer Prinzessin von meinem schlimmsten Erlebnis als Kind. War ich völlig bescheuert?
Entgegen meiner Erwartung wurde ich jedoch nicht schräg angeglotzt, sondern befand mich in unmittelbarer Nähe zu ihr. Meine Augen weiteten sich leicht. Ich atmete tief ein. Wieder aus. Presste die Lippen fest zusammen. Atmete erneut tief ein und nahm einen besonderen Duft war. Jadis' Duft. > Mein Vater redet nie über meine Mutter. Wahrscheinlich hat er sie nie wirklich geliebt, denn gleich nach ihrem Tod hat er nicht lange gewartet und eine andere Frau geschwängert. Zaneri, sie ist eine Schlange. Ihr würde ich nicht einmal etwas anvertrauen, wenn sie ein einfacher Fisch wäre. Und Leora? Sie liebt Mutter zu sehr, als dass ich ihr Bild von ihr trüben könnte. Wie du siehst... < Ich zuckte leicht mit den Schultern. > Du hast mir deinen Lieblingsplatz gezeigt, ich dir mein schlimmstes Erlebnis.<
Ihre letzten Worte hallten in meinem Kopf nach. > Danke.<

Jenaya

Ich wusste genau, dass Kenai nicht wirklich den Zauber einer Geschichte wahrnahm. Für ihn musste es genauso langweilig sein, wie vor einer Tür zu warten, während ich mir brühend warmen Tee die Kehle hinunterschüttete. Dennoch gab ich nicht auf. Ich würde weiterhin Geschichten laut vorlesen. Er war ein Teil meiner Welt, also ließ ich ihn an meinen Träumen teilhaben. Nur so war ich in der Lage, mich an all das zu gewöhnen. Damit klarzukommen, dass eine lebendige Statue auf mich aufpasste.
Ich las und las, Minuten, eine Stunde verging. Dann erreichte ich das Ende dieser gefühlvollen Geschichte, die mich an einigen Stellen sogar zu Tränen gerührt hatte. > Atme mich in deine Welt ein. Zusammen können wir atmen.< murmelte ich und fuhr sanft über die gedruckten Worte. Was für schöne Worte. So stark, so bedeutungsvoll. Hier wurde von einer Liebe gesprochen, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Ich war noch nie verliebt gewesen, aber wenn ich so etwas las, wurde mir warm ums Herz und ich wünschte, ich könnte dasselbe wie diese Figuren empfinden. Mich jemandem voll und ganz hingeben, wohl wissend, dass mir nie etwas widerfahren würde.
> Hat dir die Geschichte gefallen?< fragte ich Kenai leicht lächelnd. Ich konnte mir zwar schon denken, was er antworten würde, aber das war mir egal.
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19

13.11.2018, 20:18

Hehe, das freut mich :D Bin etwas schlapp, aber ansonsten geht's mir gut und dir selber?^^

Jadis


Mein Herz zog sich zusammen bei seine Worte, als er über seine Familie sprach. Für mich war eine solche Art von Beziehung unvorstellbar. Es klang, als erführe er nie die Wärme und die Liebe einer Familie, den Zusammenhalt und das Vertrauen zueinander. Bei Lorea hatte ich jedoch einen sanften Klang vernommen, aber er wollte ihr nicht das Bild ihrer Mutter zerstören. Ardan schien viele Jahren eine schwere Bürde tragen zu müssen und er schien ganz alleine zu sein. Und dann war er noch ein Prinz mit all den Pflichten. Er hatte es überhaupt nicht einfach gehabt. Dennoch bemitleidete ich ihn nicht, denn Mitglied wollte er mit Sicherheit nicht. Er hatte mir nicht das Geheimnis anvertraut, um Mitleid zu erregen. Sondern weil er mir vertraute und sein Herz ein wenig erleichtern wollte. Ich drückte ihn fester an mich, weil ich nicht wusste, was ich sagen konnte, um ein wenig seinen Schmerz lindern zu können. Vielleicht hätte mir tröstliche Worte eingefallen, hätte ich ähnliche Erlebnisse gehabt. Aber ich hoffte, dass meine Umarmung ihn ein bisschen half. Mein Kinn stützte sich leicht auf seinem Kopf und sein dunkles Haar kitzelte die Haut. Sein Duft stieg in meine Nase und in diesem Moment wusste ich, dass ich ein solch einzigartigen Duft niemals vergessen würde.

Kenai


Sie las das Buch zum Ende und ihre Stimme brach kein einziges Mal ab. Der Klang ihrer Stimme war nicht auffallend, sondern in einem ruhigen Ton, der vieler Ohren erträglich war. Ich verstand bloß nicht, warum die Stimme an einige Zeilen zitterten vor innere Aufruhr, die von ihre Gefühle herrührte. Es waren bloß Worte und doch brachten diese Worte sie zum weinen. Das war etwas, was ich niemals verstehen würde. Da schien einfach keine Logik zu existieren. Es war für mich nicht greifbar. Als sie mir die Frage stellte, wandte sich meine Augen zu ihr. Man hatte mir gesagt, es würde weniger umheimlich auf sie wirken, wenn man sie beim Sprechen ansah und es sei meine Pflicht dafür zu sorgen, dass sie sich in meiner Nähe nicht ganz unwohl fühlte. Was auch immer das heißen mochte. "Es sind nur Worte", antwortete ich monoton.


20

13.11.2018, 20:36

Oje, viel zu arbeiten heute? :) Joah, ich durfte heute ausnahmsweise ausschlafen, also gehts mir definitiv gut hahaha

Ardan

Sie sagte nichts. Sprach kein Wort und gab mir damit alles, was ich brauchte. Alles, was mir sonst niemand geben konnte. Ich schloss die Augen, genoss einfach diesen Moment der Ruhe. Ruhe, die ich sonst schwer fand. Jadis' Umarmung, ihre Wärme, ihr Duft schien aber genau das auszustrahlen. Ruhe. Ich sehnte mich danach. Ich nahm sie mir, weil sie mir welche gab. Und ich war ihr sehr dankbar dafür. Dankbar genug, dass keine Worte es wirklich zeigen könnten.
Ein leichter Wind kam auf, strich über mein Gesicht, meinen Nacken, besänftigte das unstillbare Feuer in mir. Ich wusste nicht, wie lange wir so dasaßen. Wie lange wir der Atmung des anderen lauschten. Den Takt unserer Herzen wahrnahmen.
Eine halbe Stunde war mir nicht genug. Ich wünschte, ich hätte eine Stunde gesagt, aber da ich immer mein Wort hielt, wusste ich, dass ich diesen Moment beenden musste. Das gehörte sich. > Ich denke, wir sollten langsam zurück. Ein Prinz und eine Prinzessin, die sich gemeinsam verstecken, kann Panik auslösen.<
Leicht grinsend löste ich mich von ihr, auch wenn sich alles in mir dagegen wehrte. Ich nahm ihre zierliche Hand in meine, hauchte einen Kuss auf die weiche Haut ihres Handrückens. > Nochmals danke. Dein geheimer Platz ist bei mir sicher.<

Jenaya

Auch wenn ich diese Antwort erwartet hatte, schmerzte es mich. Es war wie ein Stich in meinem Herzen. Jemanden das sagen zu hören, das war zu viel Kummer, der sich in mir einnistete. Verloren. Alles in ihm war verloren und er verstand das nicht einmal. Verstand nicht, dass er zuvor alles besessen hatte, nur um es für immer zu verlieren.
Von seltsamer Trauer um sein altes Ich erfasst, strich ich erneut über die letzten Worte der Geschichte. > Nur Worte... < flüsterte ich. Schluckte den Kloß in meinem Hals hinunter und klappte das Buch zu, um es zurück an seinen Platz zu bringen. Meine Gedanken kreisten weiterhin um seine Antwort. "Es sind nur Worte". Stimmte das? Wenn man nichts mehr fühlte, verloren selbst Worte ihre Bedeutung? Verlor alles an Bedeutung? War das einzige, was uns von den Dämonen unterschied, Emotionen? Wie also konnte Kenai für das Gute kämpfen, wenn er nichts empfand? Wenn er nicht wusste, was richtig oder falsch war, weil es kein Herz gab, das ihm das sagte... Ich verstand das nicht. Doch eines wurde mir in diesem Moment klar.
> Kenai.< Langsam trat ich auf ihn zu und nahm seine behandschuhten Hände in meine. Ich lächelte ihn traurig an. > Von nun an bin ich dein fühlendes Herz. Wenn dich jemand beleidigt und du wütend sein solltest, werde ich es an deiner Stelle sein. Wenn dich etwas mitnehmen sollte, werde ich für uns beide Rotz und Wasser heulen. Wenn du etwas nicht auf Anhieb schaffst und darüber frustriert sein müsstest, werde ich es für dich sein.<
Ich drückte sanft seine Hände. > Wenn du bloß Worte bist, bin ich ihre Bedeutung.<

Oh Mann, den letzten Satz muss ich mir unbedingt aufschreiben XD
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