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16.05.2019, 19:47

Ardan

Knurrend stürzte ich mich auf Thales, denn er ging mir mit seinem überheblichen Gehabe auf die Nerven. Ja, jeder wusste, dass er im Schwertkampf unschlagbar war, aber das brauchte er mir nicht ständig unter die Nase zu binden. Ich würde ihn früher oder später besiegen, das nahm ich mir fest vor. Selbst wenn es Jahre dauerte.
>Alter Mann, jetzt schnauf doch nicht so!< zog er mich lachend auf, als er geschickt zur Seite wich und ich in die Leere zustieß. Verdammter…!
Ich wirbelte herum, Schwert hoch erhoben, als er meinen nächsten Schlag gekonnt parierte. Durch die enorme Kraft fühlte es sich an, als würden meine Knochen vibrieren. Wir gingen nicht zimperlich miteinander um. Wir forderten uns heraus. Testeten unsere Grenzen aus und gingen weit darüber hinaus.
>Ich schnaufe nicht.< brummte ich missmutig. Ich verbrachte die restlichen fünfzehn Minuten damit ihn eines Besseren zu belehren und hielt verwirrt inne, als ein lauter Vogelschrei durch das Lager fegte.
Thales hielt inne. Ich ließ das Schwert sinken. >Gefahr?<
Er schüttelte den Kopf. >Ich denke eher, dein Wunderweib hat ihre Verwandlung geschafft.<

Jenaya

Silia führte mich in den Schatten eines Baumes, wo wir uns nebeneinander hinsetzen. Ich winkelte die Beine an und legte mein Kinn in die Kuhle zwischen meine Knie. Meine Arme schmerzten vom Training, doch ich ließ mir nichts anmerken. Stattdessen starrte ich aufs weiche, grüne Gras. Frisch und noch voller Leben.
>Wie geht es dir eigentlich? Ich meine… wegen Kenai.<
Irgendwie überraschte es mich nicht, dass sie das fragte. Jeder wollte wissen, wie es mir damit ging und meine Antwort blieb dieselbe. >Ich leide. Jeden Tag ein bisschen mehr.<
>Und trotzdem hast du es getan. Du hast ihn fortgeschickt. Bereust du es?<
Ein Kloß bildete sich in meinem Hals, als ich den Kopf schüttelte, dann nickte und wieder schüttelte. Das Chaos war noch da. Der wilde Wirbel an Gefühlen, der mich nachts kaum schlafen ließ. Silia sagte eine Weile nichts mehr, sondern lehnte sich gegen den Stamm des Baumes und schloss die Augen. Mir war die Ruhe lieber als weitere Fragen zu Kenai. Oder warum ich ihn gehen ließ. Juvios Reaktion geisterte immer noch in mir herum, fraß sich wie Gift in mein Gewissen. Ich fühlte mich nach wie vor schlecht und doch zweifelte ich nicht an meiner Entscheidung. Ich hatte das Richtige getan, obwohl es sich völlig falsch anfühlte.
>Wie du sicherlich ahnst, hatte ich ein Leben vor diesem hier. Damals, als die Welt dabei war von der Dunkelheit verschlungen zu werden. Die Geschichte wiederholt sich wieder, weißt du…< Ich horchte auf, als Silia zu sprechen begann und schaute sie gespannt an. Sie hielt die Augen weiterhin geschlossen, jedoch entdeckte ich eine tiefe Falte in ihrer Stirn, als sie weitersprach. >Ich war nicht allein. Ich hatte meine Geschwister, Freunde… einen Geliebten.< Sie schluckte schwer. Das erste Mal, dass sie irgendwie verletzlich wirkte. >Ich werde nicht zu sehr ins Detail gehen, aber… am Ende musste ich ihn töten.<
Blanker Schock durchfuhr mich. Sie hatte WAS getan? Ihren Geliebten? Warum…!? Ich öffnete den Mund, suchte nach den richtigen Worte, doch Silia war noch nicht fertig. >Du hast Kenai fortgeschickt, damit er wächst. Damit er herausfindet, wer er ist und wer er sein will. Dasselbe gilt für dich. Du kennst dich zwar besser als er sich selbst, aber ohne ihn bist du auch irgendwie verloren. Du versuchst deine Identität zu finden. Ich allerdings… ich tötete ihn nicht, weil ich es für uns beide gut war. Ich tat es, weil es für alle anderen auf dieser Welt gut war. Ich tötete ihn, weil er mich zu diesem Versprechen zwang.< Sie machte eine lange Pause, atmete tief ein und wieder aus. >Im Moment leidest du, aber er darf leben, und du auch. Er wird für eine Weile glauben, du hättest ihn nicht genügend geliebt, aber jemanden loszulassen, wohl wissend, dass es dich innerlich umbringt, das… das ist wahre Stärke. Das ist eine Liebe, die Jahrhunderte übersteht.<
Warum mir jetzt die Tränen kamen, verstand ich nicht, aber ihre Worte berührten mich zutiefst. Einerseits weil ich immer noch weinen musste, wenn ich an die Leere in Kenais Augen zurückblickte und andererseits weil ich aus Silia einen Schmerz heraushörte, der mich alles andere als kaltließ. Ich streckte meine Hand nach ihrer im Schoß aus, drückte sie sanft. >Liebst du diese Person noch?<
Sie öffnete ihre Augen. Es lag eine Tiefe in ihnen, als würde man im Licht einer untergehenden Sonne versinken. >Bis in alle Ewigkeit.<

Silia

Mich Jenaya zu öffnen, hatte mich Kraft gekostet, aber als ich damals beschloss ihr zu helfen, meinte ich es auch so. Um ihr zu helfen, musste ich ihr auch von mir erzählen, damit sie die gesamte Situation besser verstand. Nicht zuletzt half es mir selbst den pochenden Druck in meiner Brust loszuwerden. Seitdem ich wusste, wer in Akela wohnte, folterte mich mein eigener Geist mit bittersüßen Erinnerungen.
Ich stieß einen tiefen Seufzer aus und drehte den Kopf Richtung Lager. Eine dichte, dunkelgraue Rauchfahne stieg in die Luft. Das Zeichen zum Aufbruch. >Warte…,< Jenaya hielt mich am Handgelenk fest, als ich aufstehen wollte. Fragend sah ich sie an. >Deine Geschichte ist bei mir sicher. Ich verrate niemandem etwas. Es bedeutet mir viel, dass du dich mir geöffnet hast.<
Ich schenkte ihr ein leichtes Lächeln. >Wir Lichtgeborenen halten zusammen.<
Damit machten wir uns auf den Rückweg. Dorthin, wo sich alle versammelten, um das weitere Vorgehen kurz zu besprechen.
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1 542

16.05.2019, 20:13

Jadis

Benommen öffnete ich die Augen und ich glaubte ich war für wenige Sekunden bewusstlos gewesen. Ich fühlte keine Schmerzen mehr, aber mein Blick war verschwommen. Ich blinzelte ein paar Mal und dann wurde er scharf. Überrascht starrte ich den Boden an. Alles wirkte messerscharf, ich konnte fast jeden einzelnen Erdkorn zählen und die Farben waren viel intensiver geworden. Ich wollte meine Hand nach dem Boden ausstrecken, aber statt einer Hand erschien Flügelspitze. Oh Himmel und bei den vier Windgeister! Ich reckte den anderen Arm heraus und auch er war beflügelt. Mein Körper fühlte sich seltsam an, als wäre er in einem neuen Körper aufgewacht. Dieser Erkenntnis sickerte durch mich und ich begriff, dass ich mich verwandelt hatte. Ich war jetzt ein Greifvogel. Ich war eine Harpiya. "Ich schaffe es geschafft!", rief ich aus, doch es kam nur das Krächzen eines Vogels aus meiner Kehle heraus. Aufregung erfasste mich und ich spürte meine Magie in den Brustkorb summen. Ich breitete meine Flügeln aus, wie ich sonst es in meiner Harpyie-Gestalt und begann sie kräftig zu schlagen. Durch den veränderten Körper war alles anders, selbst das Gleichgewicht war anders. Ich schaffte es gerade noch den Bäume auszuweichen, als ich Richtung Lager flog. Vermutlich sah ich gerade wie ein betrunkener Vogel aus, denn die Eleganz und die Leichtigkeit beim Fliegen war vollkommen von mir gewichen. Unter mir sahen einige Soldaten zu mir herauf und zeigten auf mich. Ich könnte sie ganz klar hören und ich hörte sogar, wie Jemand meinte, dass ich vielleicht einen Gnadenschuss bräuchte, weil ich aussähe, als wäre mein Kopf beschädigt. Ich gab von mir einen entsetzen Nein, was dann als ein durchdringender Vogelschrei herauskam. Eilig flatterte ich weiter bis ich zwei vertraute Gestalten erblickte. Ich steuerte direkt auf Ardan zu und.....landete direkt mit der Schnabel auf dem Boden. Ganz und gar nicht majestätisch wie bei Daisuke. Ich wollte im Erdboden versinken.

Kenai

"Und ist der Bär jetzt verreckt?", der Werwolf sah mich an und leckte über seine blutige Lippen. Er hatte die Fische aufgegessen, die er mitgenommen hatte. "Nein. Großer Bär lebt und du lässt großer Bär in Ruhe", sagte ich und legte die Fische auf dem Boden. Heute Abend würde Akela wiederkommen. Ich sah die Fische an und schließlich zu dem ausgebrannten Lagerfeuer. Ich musste neues Feuer machen, damit die Fische gar werden konnte. Mir brannten das Fleisch immer noch an und einmal hatte ich beinahe hochgiftige Beeren gegessen, die wie Johannisbeeren ausgesehen hatten. Aber es waren Vogelbeeren gewesen. "Du lässt die Fische in Ruhe. Ich hole Holz", meinte ich und ging nach trockenes Holz suchen. "Mach was du willst", sagte der Werwolf. Diesen Satz sagte er oft. Das war sein Pubertät-Satz.

Akela

Ich verließ die Insel, auf der Calypso lebte und ließ sie mit ihre verdammte Worte hinter mir. Sie sollte sich nicht in meine Angelegenheiten einmischen und ihre Klappe halten. Ihr Gesäusel ich wäre ihr Sohn und verdiente es zu leben, ging mir tierisch auf die Nerven. Niemand, absolut niemand konnte mich von meine persönliche Ziele abbringen. Wie gesagt tot war ich besser dran und die Welt war besser dran. Niemand brauchte einen Mann wie mich, sobald der Krieg vorbei war. Je nachdem wie er ausgehen würde. Die farbigen Muscheln knirschten unter meine Stiefeln und dann betrat ich den Sand, der einen kräftigen Gelb besaß. Ich wusste jetzt, wo sie die andere Maskenhälfte befand. In der Höhle von Tamatoa, eine gigantische monströse Krabbe mit eine Schwäche für alles was glänzte. Und ziemlich verrückt in seinem Kopf. Vor allem selbstverliebt, so selbstverliebt, dass er ein Lied über sich kreiert hatte. Ansonsten war er ziemlich brutal, wenn Jemand in seine Höhle eindrang. Er liebte es seine Opfer körperlich und mental zu quälen. Aber ich war brutaler.



Huhu :)


1 543

16.05.2019, 21:01

War mit dem Handy online, weil ich drei Stunden im Warteraum des Autozentrums warten musste... Endlich daheim haha XD

Ardan

Ich stand zusammen mit Thales inmitten der Runde, während wir das weitere Vorgehen besprachen. Wir gingen noch einmal die Strategien durch, klärten einige Ungereimtheiten und verteilten nochmals die Aufgaben, damit der genaue Ablauf jedem Einzelnen klar war. Fehler wurden nicht geduldet. Sie könnten nämlich mit dem Tod enden.
Plötzlich spürte ich eine mir vertraute Aura und drehte mich um, als ein Vogel direkt vor mir in den Erdboden krachte. Meine Augen weiteten sich vor Erstaunen. Sie hatte es tatsächlich geschafft. Sie hatte nach all den Übungen ihr Ziel erreicht. Grinsend ging ich in die Hocke und half ihr zurück auf die Beine. Sanft fuhren meine Finger über das weiche Gefieder. Es ähnelte ihren sonst majestätischen Flügeln, die sie als Harpyie trug. >Sieh einer an. Selbst eine Harpia kann meinem Charme nicht widerstehen. Da hat es dich gleich auf den Schnabel gelegt.< neckte ich sie. Ein stolzer Ausdruck lag in meinem Gesicht, denn ich wusste, wie hart Jadis daran gearbeitet hatte, diesen Schritt zu erlernen. Sie war eine Kämpferin. Das liebte ich so sehr an ihr. >Wahrscheinlich werde ich dich nicht verstehen, aber ja... Ich liebe dich auch, amiya. Und es wäre äußerst peinlich, sollte sich herausstellen, dass du eine andere Harpiye bist, die wir noch nicht kennen. Aber die Farbe deines Gefieders würde ich überall wiedererkennen.<

Jenaya

Als wir die Gruppe erreichten, stürzte plötzlich ein Vogel vom Himmel hinab und direkt vor Ardans Füßen. Dank meines dritten Auges wusste ich sofort, dass es sich dabei um Jadis handelte, aber mir wäre nie in den Sinn gekommen, dass sie sich in einen Vogel verwandeln konnte. Überrascht starrte ich den hübschen Vogel an, während Ardan ihn berührte. Nun ja, er berührte Jadis. Irgendwie.
Silia lächelte breit und klatschte erfreut in die Hände. >Mama, jetzt kannst du dich endlich in eine Harpia verwandeln. Das ist super. Im Gegensatz zu Papa kann ich dich verstehen, also falls du etwas zu sagen hast, kann ich es übersetzen.<
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1 544

16.05.2019, 21:15

Uff, das nenne ich mal eine lange Wartezeit :O

Jadis


Ardan ging in die Hocke und half mir beim Aufstehen, da ich noch nicht ganz vertraut mit den Körper war und nicht wusste wie ein Vogel sich aufrichtete. Ich musste definitiv in dieser Gestalt viel lernen. Ich rollte mit den violetten Augen, meine Harpyie-Augen, als er mich wieder neckte. "Du bist so von dir überzeugt", schnatterte ich und wünschte er könnte mein schiefes Grinsen sehen. Seine Berührungen auf meine Federn lösten sehr angenehme Empfindungen aus und ich spürte die Wärme in meinem Gesicht. Als Vogel konnte ich mich nicht erröteten, aber mein Gefieder fing an sich aufzuplustern. Meine Augen funkelten belustigt und ich schnappte sanft nach seinem Finger: "Ich liebe dich auch, mein Herz." Dann schaute ich zu meiner Tochter überrascht hinüber: "Du kannst mich verstehen? " Daisuke hatte mir erzählt, dass wir nur mit unsere Artgenossen telepathisch kommunizieren konnten. Ob es vielleicht einen Weg gab auch mit Ardan telepathisch zu kommunizieren?

Kenai


Mittlerweile hatte ich trocknes Holz eingesammelt und stapelte sie entsprechend aufeinander, damit sie gut brennen konnten. Mit Steine zündete ich ein Funken, der dann sich durch das trockenes Holz fraß und sich in Flammen verwandelte. Sie tanzten wild und knisterte dabei, das Holz knackte. Ich hatte gelernt, dass man etwas warten musste, bis die Flammen eine bestimmte Höhe erreicht hatte. Sie durften nicht zu hoch sein, denn das brannte das Fleisch schneller an und sie durften auch nicht zu niedrig sein, sonst konnte die Hitze nicht überall rankommen.


1 545

16.05.2019, 21:37

Jetzt spinnt noch mein Internet... nicht mein Tag heute XD

Ardan

Ich wüsste zu gern, was sie gerade sagte, aber wie es aussah, konnte Silia sie verstehen. Erwartungsvoll sah ich sie an. >Was sagt sie? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie etwas Neckendes gesagt hat. Ich sehe das an ihrem Blick.< Silia grinste breit, nickte. >Du bist zu sehr von dir überzeugt.<
Ich lachte leise auf. Ja, das stimmte. Das akzeptierte ich.
>Und ja, ich verstehe dich, Mama.< sagte sie an den Vogel zwischen meinen Händen gewandt. Ich fragte mich, ob es an ihrer Animagi-Art lag, dass sie sie verstehen konnte. Sehr wahrscheinlich.
>Hat es wehgetan?< wollte ich von Jadis wissen.

Jenaya

Völlig fasziniert von Jadis neuer Gestalt, beugte ich mich vor und betrachtete sie genauer. Ihre Energie floss anders, aber es war dennoch ihre einzigartige, unverwechsliche Kraft. Ein Vogel. Von einem Menschen in einen Vogel. Das war genauso unglaublich wie damals, als Silia innerhalb von Tagen zu einer jungen, reifen Frau herangewachsen war. Diese Welt steckte so voller Wunder. Würde ein menschliches Leben je genug sein, all diese Wunder zu sehen? Ich schaute zu Silia. Wie alt sie wohl sein mochte...
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1 546

16.05.2019, 21:52

OhjeXD Aber ansonsten geht es dir gut?:)

Jadis


Ich musste ungefähr die Größe einer große Eule messen, jedenfalls war Daisuke ein eindrucksvoller Greifvogel gewesen. Aber bekanntlich waren die Weibchen meist in der Tierwelt ein Stück kleiner, als die Männlichen und vielleicht galt das auch für Harpyie, die sich verwandeln konnten. Mein Gefieder plusterte sich weiter auf, seine Hände auf meine Federn fühlte sich fantastisch an. Die Federkrone auf meinem Kopf richtete sich auf. Ich wollte am Liebsten auch lachen, als Silia für mich übersetzte und Ardan nahm es gelassen hin. Er wusste, dass ich ihm nicht widerstehen konnte. Dann fragte er mich, ob es wehgetan hatte. Ich hatte ihm mal erzählt, dass die erste Verwandlung schmerzhaft sein sollte. Daher nickte ich mit den Kopf. Ich hoffe, dass die nächsten Verwandlungen wirklich nicht mehr schmerzten und sich nur seltsam anfühlen sollte, wie Daisuke es beschrieben hatte. "Ich versuche mich jetzt zurückzuverwandeln. Ich hoffe der Zauber auf meine Kleidung ist stark genug, um auch diese Art von Verwandlung standzuhalten. Ansonsten werde ich gleich ohne nichts dastehen", sagte ich und in Wirklichkeit gab ich von mir krächzende Laute. Aber wenigsten Silia konnte mich verstehen. Ich begann mich zu konzentrieren und spürte das vertraute Prickeln meiner Magie. Instinktiv wusste ich, dass die Zurückverwandlung einfacher sein würde. Das Prickeln wurde stärker, als würden viele Ameisen über meinem Körper verwandeln und dann fühlte es sich an als würde mein Körper sich dehnen. Hier und dort ziepte es, als bekäme ich Muskelkater. Aber es war nicht schmerzhaft. Wieder vernahm ich das Geräusch das Rascheln von Federn und plötzlich stand ich meine menschliche Gestalt mit zerzaustes Haar und federspuckend vor Ardan.

Kenai


Während ich darauf wartete bis das Feuer die richtige Größe und Hitze besaß, beschloss ich den Fisch auszunehmen. Einmal hatte mir Akela das gezeigt und der Werwolf hatte später das Inneren gefressen. Der Werwolf mochte rohes Fleisch, besonders wenn es blutig war. Ich glaube, das lag an seinem Wolfsgene. Ich spießte nun die Fische mit Stöcke auf und positionierte sie über die Flammen. Jetzt war das Feuer genau richtig. Ich setzte mich auf dem Boden hin und ich beobachtete wie das Feuer sich am Fisch lechzte.


1 547

16.05.2019, 22:14

Ja, ansonsten alles gut und bei dir? Morgen Freitag *_*

Ardan

Wieder sah ich zu Silia, wartete, dass sie übersetzte, was auch immer Jadis gerade gesagt hatte. Ihr Gefieder plusterte sich auf. Das bedeutete doch etwas. Vielleicht, dass sie sich wohlfühlte? Ich strich ihr nochmal über den Rumpf, wo das Gefieder besonders weich war. >Sie verwandelt sich gleich zurück.< teilte mir unsere Tochter mit.
Ich trat zurück und beobachtete Jadis dabei, wie sie sich zurückverwandelte. Ein Anblick, der sich in mein Gedächtnis brannte. Irgendwie wunderschön und mysteriös. Kurz hegte ich den Gedanken, mich vor sie zu stellen, weil ich glaubte, sie würde nackt dastehen, aber das tat sie nicht. Ihr Haar war zerzaust und sie spuckte Federn aus. Ich grinste schief. Zog sie in meine Arme. >Da habe ich sie wieder, meine wunderschöne Windprinzessin.< Ich küsste sie auf den Scheitel. >Bin stolz auf dich.<

Jenaya

Thales hob den Daumen und grinste. >So, das nenne ich mal einen Fortschritt und so gern ich das feiern würde, müssen wir leider bald losziehen.<
Der Krieg wartete nicht. Eine Stunde war bereits vergangen, also stand der nächste Marsch bevor. Ich fühlte mich hibbelig. Nervös. Unter Stress. Meine Erwartungen an mich selbst erdrückten mich. Ich wollte niemanden enttäuschen. Allen voran mich. Nicht zuletzt ging es darum Leben zu retten. Das stand an oberster Stelle.
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1 548

16.05.2019, 22:29

Auch :) Yeaah, wieder Wochenende :D Gehe offline, wünsche dir einen schönen Tag :)

Jadis


Ich schmiegte mich sogleich an seinem Brustkorb, als Ardan mich in seine Arme zog und fühlte mich geschmeichelt. Auch ich empfand Stolz, dass ich endlich nach einer Woche der Mühe geschafft hatte mich zu verwandeln. Jetzt hieß es nur die Verwandlung zu verfeinern und den neuen Körper austesten, vielleicht könnte dieser Körper irgendwann im Kampf nützlich werden. Ich sah zu Thales hinüber, die Stunde war schon vorüber? Dann würde ich nicht mehr dazu kommen weiter mit meinem Speer zu trainieren, aber das war in Ordnung. Denn zu Not konnte ich jederzeit zu meinem Schwert greifen, denn dieses Schwert konnte ich jederzeit schwingen. "Eine kurze Frage noch, wie stark ist meine Aura, besonders die magische Aura in der Vogelgestalt zu spüren? Falls sie sich in der Vogelgestalt verschleiert, dann könnte er uns nützlich werden und ich könnte bald mehr tiefer ins Gebiet wagen, um zu spionieren", ich flocht schnell mein Haar zu einem ordentlich fest, damit er mir kein Hindernis wurde.

Kenai


Die Haut des Fischs verfärbte sich und schien knusprig zu werden. Ich schnüffelte, es roch nach einem gebratener Fisch und ich nahm die Stöcke etwas von den Flammen fort. Aber sie blieben nahe genug am Feuer, damit die Fische warm blieben und nicht naher kalt wurde. Ich schaute zum Himmel, mittlerweile war es später Nachmittag geworden. Bald würde Akela wieder da sein. Er hatte nicht gesagt wohin er ging und was er machen wollte. Der Werwolf schien es auch nicht zu wissen oder wollte es nicht sagen. "Was glotzt du mich so blöd an?", schnaubte der Werwolf. "Woher kennst du mein großer Bruder?", nach einer Woche war es die erste direkte Frage, die ich ihm stellte. Ich wollte mehr über Akela wissen, ich wollte verstehen, warum er anders war als früher. Ich wollte.....irgendwo dazu gehören.


1 549

16.05.2019, 22:42

Wünsche dir eine gute Nacht :*

Ardan

Ich dachte über ihre Frage nach. Da ich mit ihr verbunden war, nahm ich sie anders wahr als die anderen, daher konnte ich keine gute Antwort darauf geben. Silia zuckte mit den Schultern. >Für mich hast du dich nicht anders angefühlt, aber das liegt an mir und nicht an deiner Gestalt. Wesen mit viel Licht können sich vor mir nicht verbergen.<
>Also deine Energie war definitiv anders.< meldete sich Jenaya zu Wort. >Zwar dieselbe, aber ja... etwas verschleierter. Vielleicht weil du kleiner bist in deiner Vogelgestalt, was ich übrigens phänomenal finde.< Sie schien sich ebenfalls für Jadis zu freuen.
In meinem Rücken spürte ich die Anführer der Truppen, darum ließ ich Jadis wieder los und nickte ihnen zu. Sie konnten sich fertig für den Abmarsch machen. Das Lager würde vorsichtshalber bestehen bleiben, denn erst wenn unser Kampf gewonnen war, würden wir auch die Verletzten mit uns nehmen. Darum blieb eine Truppe hier, um Stellung zu halten. Darunter einige meiner Leoniden-Kämpfer. Bislang hatten sie hervorragende Arbeit geleistet. Leora wäre sicherlich stolz auf sie gewesen. So wie ich es war.

Jenaya

Auch ich flocht mein Haar zu einem straffen Zopf zusammen, damit er mich im Kampf nicht behinderte. Nach dem Training mit Silia fühlte ich mich besser vorbereitet, aber dennoch würde mich der Krieg schwer treffen. Damals hatten mich die Kämpfe nämlich auch nicht kaltgelassen. Sie bedrückten mich, denn sie brachten das Leid so viel näher. Außerdem wurden die qualvollen Stimmen lauter und das setzte mir ebenfalls zu. Ich wünschte, ich könnte diesen Seelen helfen, aber ich wusste leider nicht wie...
>Na dann, ich gehe voran.< verkündete Thales und ging über den Platz zu den Truppen, die sich nach und nach in Stellung begaben. Ardan nickte ernst. >Wir sollten uns auch bereit machen.<
>Ich bilde das Abschlusslicht.< sagte Silia und wirkte nun völlig ernst. Eine Kriegerin der Sonne. Eine Frau, die mehr durchgemacht hatte, als mir bewusst gewesen war. Wer hätte gedacht, dass auch sie ihren Kummer seit langer Zeit mit sich herumtrug? Und doch stand sie hier und kämpfte. Wieder.
Sie bemerkte meinen Blick und lächelte knapp. >Du bleibst in meiner Nähe. Vorerst.<
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1 550

17.05.2019, 17:45

Jadis


"Danke", lächelte ich Jenaya kurz an und es war gut zu wissen, dass meine Aura sich etwas verschleierte. Wer also mich nicht genug kannte, würde mich nicht sofort als verwandelte Harpyie entpuppen. Also könnte ich tatsächlich für eine gewisse Zeit das feindliche Gebiet ausspionieren, wenn ich die Vogelgestalt beherrschte. Doch jetzt standen andere Dinge vorrangig. "Ich werde mich der Windreitern anschließen", sagte ich, denn auch von der Luft aus konnten wir angegriffen werden. Daher hatten wir hier nicht nur unsere Windreitern, sondern auch unsere Luftflotte. Ich packte Ardan am Kragen, zog ihn an mich und schenkte ihm einen kurzen, intensiven Kuss. Dann ließ ich ihn los und marschierte zu meine Truppe, die etwas abseits von den Anderen waren, wegen ihre Fluggefährten. Es waren Hippogreife, aber auch Pegasus. Ich stieg auf Feena und in meiner Hand hielt ich die Lanze, in ihr spürte ich ihre Kraft summen. Ich war bereit und wartete nur darauf, dass der Marsch begann.

Kenai


"Er hat mich irgendwann mal aus dem Wasser gefischt und seitdem bin ich ein Teil der Crew", antwortete er und mit seinem Nagel popelte er an seine Zähne. "Er hat dich gerettet?", schlussfolgerte ich aus seinem Satz. "Kann man so sagen", zuckte der Werwolf mit der Schulter. Ich dachte darüber nach. Böse Menschen retteten keine andere Wesen. Oder? "Akela ist doch gut, richtig?", wollte ich es wissen. "Keine Ahnung. Was ist schon gut und was ist böse. Man hält mich für böse, aber ich folge nur meine Instinkte. Ich bin nun mal ein Raubtier und Raubtiere jagen. Tut's ein normaler Wolf, ist es kein Drama. Tut's ein halber Mensch, wird man ins Meer geschmissen. Menschen sind ein Haufen verblödeter Dreck", er spuckte auf dem Boden und schnaubte: "Dabei sind die Menschen die größten Raubtiere. Ich meine ihr seid gerade dabei euch zu zerfleischen. Also seid ihr nicht besser."


1 551

17.05.2019, 18:12

Ardan

Diese Frau... Sie brachte mich noch um. Der Kuss brannte sich bis in meinen Magen und ich benötigte einen langen Augenblick, um mich auf das Übel zu fokussieren, das uns bald erwartete. Kopfschüttelnd verließ ich den Platz und ging an die Front. Ich war kein König, der sich hinter seinen Fußsoldaten versteckte. Ich kämpfte ganz vorne mit ihnen. Wollte vom Feind gesehen und gefürchtet werden.
Hochkonzentriert stieg ich auf meinen Gefährten, der vor ein paar Tagen zu mir gestoßen war und krallte mich in sein pechschwarzes Fell, das leicht in Flammen stand. Je aggressiver er wurde, desto größer wurden die Flammen. Mir konnten sie allerdings nichts anhaben. Wir waren miteinander verbunden. Cain und ich.
Als Nächstes rief ich meine Sense zu mir, die aus dem Himmel und direkt in meine offene Hand geschossen kam. Wieder durchflutete mich die dunkle, verunreinigte Energie des Fluches, doch ich war stark genug sie zu unterdrücken. Solange ich mich nicht verwandelte, hatte ich alles unter Kontrolle.

Jenaya

Da wir schnell vorankommen mussten, teilte man mir eine hübsche Stute zu, die freundlich schnaubte, als ich mich mit ihr vertraut machte. Silia verzichtete darauf getragen zu werden. Sie würde an meiner Seite fliegen. Dabei sah ich zum ersten Mal, wie das Licht wie weißgoldener Nebel über ihren gesamten Körper floss und ihr Haar geisterhaft schweben ließ. Ein faszinierender Anblick. Sie überraschte mich immer wieder aufs Neue.
Da wir das Schlusslicht bildeten, dauerte es eine Weile, bis auch wir uns in Bewegung setzten. Rhythmisches Schlagen von Flügeln und Schritten erfüllten die Luft. Wir marschierten los. Ein geschlossenes Heer, das bereit zum Kampf war. Fest entschlossen blickte ich nach vorne, während ich die Umgebung überdeutlich wahrnahm. Wir verließen das grüne Gebiet und erreichten einen Durchgang, der sich durch die Gebirge schlängelte. Rechts und links ragten die Felsen bedrohlich in die Höhe. Ich vermutete, dass dunkelrote sowie schwarze Flecken aus vergangenen Kämpfen stammten. Hier hatte ein schwerer Kampf stattgefunden. Wir ritten sogar an dem ein oder anderen Kadaver vorbei. Ein Schauder durchlief mich. Was auch immer mich hinter dem Gebirge erwartete, es würde mich schockieren.
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1 552

18.05.2019, 23:13

Jadis


Als der Marsch begann, stieß ich einen durchdringender Pfiff und zeitgleich flog ich mit den Windreitern in die Höhe. Wir rauschten über den Menschen vorbei und verteilten uns am Himmel, um sie vor möglichen hinterhältigen Luftangriffe zu verteidigen. Ich war natürlich an der vorderste Front, nicht umsonst hatte ich mir einen Namen als Windprinzessin und Windkriegerin gemacht. Ich würde mich nicht hinter meine Leute verstecken, nein, ich kämpfte an ihre Seite. Die Magie des Speers pulsierte in meiner Hand. Die Kugel hatte sich verdunkelt und ähnelten den Sturmwolken. Mittlerweile hatte ich herausgefunden, dass sie auf meine Magie und auf meine Stimmung reagierte. Durch sie konnte ich meine Magie weiterleiten und einen sehr großen Effekt erzielen. Außerdem schien die Kugel ein Teil meiner Magie zu speichern, was vorteilhaft war, sollte ich mit meine magische Kraft am Ende sein. Wir erreichten die Gebirge und flogen durch den Pass, hier hatte zuletzt der Kampf stattgefunden. Ich flog mit meine Leute weiter in die Höhe bis wir über die Bergspitzen waren. Meine Augen wurden zu Schlitzen, als ich in der Ferne dunkle Schatten am Himmel sah. Man konnte bis hierher das rhythmische Trommeln hören, der Klang war dunkel und unheilvoll. Sie schienen bereits uns zu erwarten und ich spürte ein Kribbeln in meinem Nacken. Ein sehr großer Sturm würde aufziehen. Wir mussten uns mit allem wappnen.


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18.05.2019, 23:16

Yun

Vor einer Woche...
„Verfluchte dreizehnte Fee!“, Yun landete auf einem Ast und atmete schnell von der anstrengender Flug. „Ich habe seine Spur verloren!“, niedergeschlagen hingen seine Flügeln am Rücken herab. Dann ließ er sich auf dem Po plumpsen und seufzte tief: „Was mache ich jetzt? Wenn die Königin erfährt, dass ich meine Aufgabe schon wieder vermasselt habe, werde ich niemals mehr eine Chance bekommen eine solche wichtige Aufgabe zu bekommen und dann wird es noch weitere hundert Jahren dauern bis ich endlich eine Fee werden.“ Wieder ein tiefer Seufzer und dann ein besorgtes Stirnrunzeln. Er machte sich um Kenai Sorgen, denn die letzten Gedanken, die er erhaschen konnte, waren sehr beunruhigend und er war sich nicht sicher, was Kenai in einem solchen Zustand tun würde. Aber er machte sich auch Sorgen, um Jenaya. „Warum ist es alles schief gelaufen?“, schniefte Yun: „Ich hätte versuchen sollen diesem fiesen Piraten Glitzer in seine Augen zu werfen, damit er verschwindet und dann hätte ich darauf bestehen sollen, dass Kenai die Wahrheit sagt.“ Der Pixie fühlte sich schuldig. „Vielleicht bin ich doch nutzlos“, wieder ein Schniefen und er wischte die glitzernde Tränen von den Augen. Seine liebste Menschen waren auseinander und er wusste überhaupt nicht, wie er ihnen helfen konnte.Seine spitz zulaufende Ohren zuckten, als er den leisen Ruf seiner Feenkönigin wahrnahm und ein mulmiges Gefühl machte sich in seinem Bauch breit. Bestimmt hatte sie erfahren, dass er wieder eine wichtige Aufgabe vermasselt hatte. Ihr entging nie was. Wieder seufzte Yun tief und seine schwarze Flügeln, die der den Libellen ähnelte, begann zu schlagen und kleine Lichtfunken sammelten sich um den Pixie, als er in die Zwischenwelt glitt.
Trotz der bedrückte Stimmung, klopfte sein Herz erfreut bei dem Anblick des heiligen Baumes auf der Feeninsel. Der Baum glich wie die Trauerweide in der menschliche Welt, doch waren die Blätter nicht ganz grün, sondern besaß einen silbrigen Schimmern und die Blätter hingen bis in die heilige Quelle, in dem der Feenbaum stand. Die Quelle war eine magische Linie und bestand aus purem goldenes Licht. Eine reine Energie, nur Lichtgeborene oder Lichtwesen konnten dieser Quelle nahe sein. Seine rehbraune Augen entdeckte die goldene Samen im Baum und es umgab sie ein leuchtendes Schimmern. Wenn das Schicksal es so wollte, würde daraus später die Pixies geboren werden. Die magische Linie floß nämlich durch den Baum und wenn sich dort viel Licht sammelte, entstand daraus die goldene Samen. Der Baumhüter hatte dann die Aufgabe die Samen mit den Wasser aus dem Styx zu bewässern. Styx war der Grenzfluss zwischen zwischen der Welt der Lebende und dem Totenreich, welche nur in der Zwischenwelt zu sehen war. Die verstorbene Seelen mussten den Fluss überqueren, um ins Jenseits, also das Totenreich, gelangen zu können. Styx war zudem sogleich eine Göttin und wenn man als Lebender ihr Segen erhielt, konnte man durch ihr Wasser die Unverwundbarkeit erlangen. Jedoch wer ohne ihr Segen das Wasser trank, würde sterben. Yun landete auf eine riesige Wurzel, die aus der Quelle empor gestiegen war. Überall schwirrten bunte Lichter und bei genauen Hinsehen konnte man erkennen, dass alles Pixies oder Feen waren. Das Lichtervolk. Beim heiligen Baum herrschte ein reges Betrieb wie in einem Bienenstock. Der Pixie glättete nervös sein Oberteil und dann hob er wieder in die Luft, da die Königin sich in der Baumkrone befand. Hier und Dort wurde er von bekannte Gesichter begrüßt. Als er die Baumkrone erreichte, landete er direkt vor den Wächterfeen: „Hallo, die Feenkönigin hat nach mir gerufen. Ich bin Yun.“ „Du wirst erwartet“, nickte der Wächterfee. Er war viel größer als Yun, mindesten zwei Köpfe. Feen war allgemein größer als die Pixies. Die Pixies erreichten gerade mal die Größe einer menschlichen, ausgewachsene Hand. Der blaue Astrastein auf seiner Stirn begann unruhig zu pulsieren, da er noch nervöser wurde und mit angelegten Flügeln ging er weiter. In der Baumkrone befand sich eine natürliche große Platte, die durch das Wachsen dieses Baumes entstanden war. Sein kleines Herz pochte schneller, als die einer Maus als er der Feenkönigin gegenübertrat. Sie war erfüllt von Licht und er spürte die tiefe Verbundenheit zu seiner Königin. Denn in gewissermaßen war sie die Mutter aller Pixies und Feen, da sie die goldene Samen mit ihrem besonderen Feenstaub segnete. Ihre majestätische Schmetterlingsflügeln, deren Form eines Schwalbenschwanzes ähnelte, schimmerten golden und wirkten beinahe durchsichtig. Auch das Kleid war golden und funkelte wie abertausende Sterne im Nachthimmel. Das Haar war lichtweiß und eine Krone aus den silbrigen Blätter des Baumes zierte ihr Kopf. Sie war wunderschön. „Yun“, erklang ihre glockenhelle Stimme und die honiggoldene Augen sahen den Pixie warm an. „Es tut mir leid, ich habe es wieder vergeigt. Ich verdiene es nicht eine Fee zu werden, ich bin komplett nutzlos. Dabei habe ich mir wirklich viel Mühe gegeben“, sank sofort der Pixie auf die Knien, dabei fiel ihm sein schwarzes, langes Haar ins Gesicht. Seine spitze Eckzähnen bohrten sich in die zitternde Unterlippe. „Yun, stehe wieder auf“, sagte sie sanft und er stand unsicher auf. „Dir wurde eine große Aufgabe übertragen, die viel Verantwortung einbringt und gar wichtig für das Schicksal aller ist. Und für das Bestehen unsere Zwischenwelt“, begann sie zu sprechen und Yun verzog das Gesicht, als hätte er Schmerzen. Eine solche Aufgabe hätte normalerweise eine fähige Fee ausgeführt, bis heute wusste er nicht, warum ausgerechnet er diese Aufgabe bekommen hatte. Natürlich war er mächtig stolz darauf gewesen und die Anderen wären bestimmt grün vor Neid gewesen, wenn sie Neid spüren könnten. Jedenfalls war die Feenkönigin sowas wie ein Medium und empfing durch den heiligen Baum Botschaften höhere Mächte und auf diese Weise wurden die Aufgaben an das Lichtvolk verteilt. „Und es erfüllt mich mit Stolz, dass du die Aufgabe erfüllen konntest“, fuhr sie fort und verblüfft riss Yun seine Augen weit auf: „Hä?! Aber….Kenai ist noch kein ganzer Mensch, seine Seele ist noch nicht repariert und das heißt wenn seine Schattenmagie durchdreht, kann das der Zwischenwelt irgendwie schaden. Oder habe ich da jetzt was Falsches verstanden?“ „Nein, du hast es richtig verstanden. Yun, nun liegt es nicht mehr an dir seine zersplitterte Seele zusammenzufügen. Wir weisen unsere Schützlinge den Weg und es liegt dann an ihnen wie sie ihr Schicksal in die Hand nehmen wollen. Wir können nicht ihre Prüfungen nehmen. Du hast ihm den Weg der Menschlichkeit gezeigt, du hast ihn gezeigt was Gefühle sind und dass er seine Seele retten kann. Doch jetzt befindet er sich an einem Punkt, wo er selbst entscheiden muss welchen Weg er beschreiten möchte. Wir dürfen uns jetzt nicht mehr in sein Schicksal einmischen, es ist jetzt alles ins Rollen gekommen.“ „Und was heißt das für mich?“, fragte Yun unsicher. „Es bedeutet, dass du von dieser Aufgabe jetzt entbunden bist und deine Mühe wird belohnt werden. Und weil du auch tapfer an der Seite deiner Schützlinge gekämpft hast, schenke ich dir Maana und dein lang ersehnter Wunsch geht endlich in Erfüllung“, lächelte die Feenkönigin.

Nach einer Woche...
„Warum schaust du so traurig? Du bist endlich eine Fee geworden und bald wirst du deine wahre Kraft finden“, die Blumenfee setzte sich neben den Nimmerfee. „Ich habe das Gefühl, dass ich es nicht verdient habe. Es fühlt sich nicht an, als hätte ich meine Aufgabe erfüllt und….“, Yun zuckte mit der Schulter: „Und ich vermisse meine Freunde. Aber die Königin meinte, ich soll jetzt nicht zu ihnen, solange sie nicht ausdrücklich nach mir rufen. Es ist komisch so lange ohne sie zu sein.“ „Deswegen sollen wir uns nicht zu sehr an die Menschen binden, das wurde uns immer wieder gesagt“, meinte Ion und tätschelte seine Hand: „Das wird vergehen. Wir sind für die Menschen nur ein kleines Funken Glück und Wegweiser, ein kleines „Irrlicht“, aber dann werden sie uns vergessen, wenn sie uns nicht mehr brauchen. So soll es auch sein.“ „Hmm“, brummte Yun nicht überzeugt. Nach 60 Jahren hätte er niemals gedacht, dass er sich kaum freute in eine Nimmerfee zu verwandeln. Dabei hatte er lange danach gesehnt, aber er konnte die Freude weder mit Kenai, noch mit Jenaya teilen. Dabei sahen seine Flügeln wirklich prächtig aus. Sie ähnelten wie der Schmetterling kleiner Fuchs. Die Flügeln waren orange. In den oberen Teil gab es zudem schwarze und goldgelbe Flecken, in den Spitzenecken war jeweils ein weißer Fleck. Sowohl im oberen Teil, als auch im unteren Teil waren am Rand bläuliche Flecken, die dunkel umfasst wurden. Er war jetzt kein rangniedriger Pixie, sondern eine Nimmerfee. Jetzt war er viel stärker geworden und musste nur herausfinden was seine wahre Gabe war, damit das Schicksal eine Feenart bestimmen konnte, die er dann angehören würde. Wenn es soweit war, würde Yun dann in der magische Quelle baden und als endgültige Fee herauskommen. Es war sowas wie Erwachsenwerden. Anders als bei der Verwandlung in Nimmerfee. Denn da musste man als Pixie seine Arbeit gut leisten und für die Verwandlung würdig sein. Wenn man seine Aufgabe erledigte, erhielt man dann Maana. Das war sowas wie geistige Energie, die sich dann in den Astralstein sammelte und die Energiequelle nährte. Je größer die gute Taten gewesen waren, desto mehr erhielt ein Pixie Maana. Aber es konnte auch umgekehrt sein, wenn man großen Mist gebaut hatte, verlor man gar Maana. Bei bestimmte Menge an Maana konnte der Pixie sich dann zu einem Nimmerfee weiterentwickeln. „Hör auf Trübsal zu blasen“, zwickte ihn die Blumenfee: „Ich kann jetzt den leckersten Honigtau produzieren. Möchtest du es kosten?“ „Ich habe kein Hunger“, brummte Yun und schüttelte den Kopf: „Wie kannst du bloß an Honigtau denken, wenn da draußen ein Krieg tobt.“


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19.05.2019, 07:58

Yun ist sooo süß *_*

Ardan

Über unseren Köpfen hielten die Windreiter, darunter meine Windprinzessin, Ausschau nach potenzieller Gefahr aus der Luft. Ich konnte mich voll und ganz auf ihre Fähigkeiten verlassen, weshalb mein gesamter Fokus nach vorne gerichtet war. Gemeinsam mit Thales bildeten wir die Spitze des langen Marschs. Wir hatten in der letzten Woche sehr viel Arbeit geleistet. Überbleibsel des Kampfes begleiteten uns durch den Pass, während das Trommeln und dämonische Laute zunehmend lauter wurden. Sie warteten auf uns. Sie wussten, dass wir hier waren, um uns mit ihnen anzulegen. Diesen Kampf konnten sie gerne haben. In meinem Blut brannte das Feuer. Es wollte entfesselt werden. Selbst Cain freute sich auf einen blutigen Kampf, in dem er sich gänzlich austoben konnte. Seinem inneren Biest freien Lauf zu lassen, konnte wirklich befreiend sein. In meinem Fall musste ich mich zwar noch zurückhalten, aber schon bald würde ich diesen widerwärtigen Kreaturen mein wahres Gesicht zeigen. Darauf konnten sie Gift nehmen.
Als der Durchweg sich etwas mehr nach rechts schlängelte, hob ich die Hand und aufs Kommando hielt jeder an. Ich lauschte. Thales setzte sich aufrechter hin und kniff die Augen zusammen. >Hörst du das?< fragte ich ihn.
Er murmelte etwas vor sich hin, schloss kurz die Augen. Wahrscheinlich hatte er gerade einen Zauber angewendet, um seinen Gehörsinn zu schärfen. Cain wurde unterdessen unruhig. Er bewegte sich angespannt auf der Stelle. Das Feuer in seinem Fell wurde heißer. Ich spürte Gefahr. Ein Instinkt, der sich über Jahre in tödlichen Kämpfen verstärkt hatte. Mein Blick schoss zu Thales, der wieder die Augen öffnete und mir ernst zunickte.
>Sie sind hier.<
Als hätten sie seine Worte gehört, explodierte das Gebirge an einigen Stellen und brachte die Erde unter uns gefährlich zum Beben. Mehrere Carrion sprangen fauchend aus ihren Höhlen, in denen sie sich scheinbar versteckt und auf den richtigen Moment gewartet hatten. Sie waren ziemlich schnell unterwegs mit ihren langen, sehnigen Beinen. In gebückter Kampfhaltung und ihrem weit aufgerissenen Maul, das zwei Reihen messerscharfer Zähne aufwies, stürmten sie aus allen Seiten auf uns zu. Ihr kehliges Fauchen vermischte sich mit unserem Kampfgebrüll. Ich schwang meine Sense über dem Kopf. Ein Zeichen zum Angriff. Wir waren auf Überraschungsattacken vorbereitet. Im Krieg musste man mit allem rechnen. Sekunden später trafen Waffen auf stinkendes Fleisch. Hier und da rollten hellgraue Arme oder Köpfe. Schwarzes Blut befleckte den Boden. Ich trieb Cain weiter voran, brüllte meinen Leuten zu, dass sie nicht an einer Stelle bleiben, sondern sich durchkämpfen sollten. Unsere Bogenschützen, die Leoniden, schossen präzise mit ihren Pfeilen einen Weg aus der Luft frei. Sie arbeiteten eng mit einer Gruppe von Windreitern zusammen und bislang zahlte sich das aus.
Cain wurde schneller und zerfleischte jeden Feind, der es wagte, sich uns in den Weg zu stellen. Ich sandte währenddessen meine Sense in die dämonische Menge und sah, wie Thales mit Magie die Erdbrocken zurück in die Höhlen schickte. Mit voller Wucht krachten sie in die schwarzen Löcher, aus denen nach wie vor Carrion herausgeströmt wären. Niedere Kreaturen wie sie gab es in Unmengen. Der Dunkle Lord hatte hervorragende Arbeit in der Zucht geleistet. Es gab genügend Schwarzfleisch, durch das wir uns schlachten mussten, um überhaupt in sein Gebiet vorzudringen. Das war für uns ein großer Nachteil, denn diese Arbeit ermüdete uns und machte uns dadurch schwächer. Ideale Zielscheiben für Hohedämonen. Ich hatte mich schon etliche Male gefragt, wieso wir bisher keinem von ihnen begegnet waren, doch wahrscheinlich sparten sie sich ihren großen Auftritt für später aus. Trotzdem... Wir mussten stets wachsam bleiben.
>Die Löcher sind zu. Da kommt nichts mehr!< rief mir Thales zu, als er sein Schwert schwang und mit nur einem Hieb drei Köpfe rollen ließ. Ich fing meine blutbeschmierte Sense aus der Luft und schickte einen grellen, dunkelroten Blitz nach vorne. Er fraß sich durch das Geröll, das die Hälfte unseres Weges abgeschnitten hätte und gab uns somit mehr Platz zur Abwehr. Cain stieß dabei ein tiefes, wölfisches Heulen aus und signalisierte damit, dass wir die andere Seite des Gebirges erreicht hatten. Sein Heulen gehörte zu unserer Kommunikation dazu. Man konnte es über große Entfernungen hören. In diesem Fall erreichte es das Ende unserer Truppe. Silia. Und nun auch Jenaya.

Silia

Noch bevor die ersten Felsbrocken aus dem Gebirge gesprengt wurden, schoss ich in die Höhe und rief mehrere magische Zirkel hinter mir im Halbkreis auf, durch die ich lichtschnelle Dolche aus purem Licht auf die dämonischen Kreaturen abfeuerte. Eine nach der anderen fiel zu Boden. Sie alle traf ich einmal direkt in den Kopf und in der Brust. Ich kannte ihre Schwachstellen, denn der schwärzeste Punkt in ihren Körpern bildete ihren verletzlichen Kern. Ohne ihn konnten sie nicht leben. Licht herrschte sowieso nicht in ihnen. Sie waren reine, dunkle Wesen. Erschaffen, um Dunkelheit zu vertreiben.
Obwohl sie uns mit diesem Angriff „überrascht“ hatten, ging es dennoch voran. Ich konnte weiter vorne meinen Vater ausmachen, der die Truppen gemeinsam mit Thales anführte. Sie bekämpften das Übel an vorderster Front, während ich hier hinten dafür sorgte, dass niemand zurückblieb. Selbstverständlich schaffte es der ein oder andere Kämpfer nicht rechtzeitig zu reagieren und starb, aber wir hatten keine Zeit ihre Leichen zu bergen. Jedenfalls nicht jetzt. Dennoch versuchte ich jedes Leben zu retten, indem ich fokussiert blieb und die Carrion umbrachte. Lästige Kreaturen. Hässlich. Stanken widerwärtig. Ich zählte jeden einzelnen, den ich tötete und merkte mir die Zahl, denn obwohl dies ein Krieg war, hatten Thales und ich unser eigenes Spiel entwickelt, indem wir am Ende jeden Kampfes die Zahl der von uns getöteten Kreaturen miteinander verglichen und den Gewinner kürten. Dann hatte man einen Wunsch frei. Letztes Mal hatte ich gewonnen. Dieses Mal wollte Thales unbedingt gewinnen, doch den Gefallen tat ich ihm nicht. Ich verlor ungern.
Siebenundachtzig, murmelte ich in Gedanken und ließ meinen Blick zu Jenaya wandern, die sich tapfer durch all das Chaos kämpfte. Anfangs hatte sie etwas überwältigt gewirkt, doch nun war sie völlig im Kampfmodus. Ihr Schild war in der Tat etwas stärker geworden, doch sie musste mehr üben, mehr von ihrem vergrabenen Potenzial ans Licht bringen. Sie war es, die vielen Kriegern das Leben rettete, wenn sie ihren Schild anwandte und ich war mir sicher, dass sie das tief im Inneren motivierte nicht aufzugeben. Kummer hin oder her, ihr Platz war hier.
Genauso wie meiner. Ich achtete darauf, dass uns keine weiteren Überraschungen von hinten erwarteten und erledigte jeden Carrion, der zu zucken wagte. Manchmal musste man eben nachhelfen. Wieder schaute ich nach vorne, um die Lage zu überprüfen und spannte mich an, denn wir hatten das Ende des Passes erreicht. Dahinter vernahm ich eine geballte Ladung an Dunkelheit. Massen an Kreaturen wie Carrion warteten auf uns. Ich hatte die leise Vorahnung, dass der Kampf heute bis in die späten Abendstunden andauern würde. Es gab einiges abzuschlachten.
Just keep swimming...
#spreadthelove

Bin für ein Jahr in den USA ;) und habe um ein halbes Jahr verlängert hahaha Fliegt, bevor eure Flügel das Fliegen vergessen <3

1 555

19.05.2019, 15:46

Hehe, ich mag Yun auch :D

Jadis

Wir hatten mit Überraschungen gerechnet, demnach wurden wir nicht von den Kreaturen überwältigt, die wie aus dem Nichts erschienen. Die Carrion waren hässliche Viecher, die alles zerfetzen wollten, was zwischen ihre Zähne kamen. Sofort gab ich ein paar Windreiter den Befehl die Fußkämpfende zu unterstützen. Doch die Carrion waren nicht alleine, aus kleinen Schlupflöcher stürmten flugfähige Kreaturen hinaus. Die Rakzac. Es waren echsenartige Kreaturen mit Flügeln, die einer Fledermaus ähnlich war und messerscharfe Eckzähne, die aus ihre Oberlippen herausragten. Und die in den eisengetauchten Krallen sollte man ebenfalls nicht unterschätzen. Die Windreiter formatierten sich neu und die Pfeile regnete auf die fliegende Dunkelwesen herab. Einige schwangen mit den Schwert, wenn sie zu nahe kamen. Zudem waren die meisten Windreiter Luftbändiger und so wurde die Luftmagie zu unserem Vorteil. Ich schenkte unsere Feinde nichts und ließ erbarmungslos mein Speer durch sie jagen, den ich mithilfe meiner Magie lenken konnte ohne ihn mit der Hand führen zu müssen. Diesen Trick hatte ich schon am dritten Tag herausgefunden und somit kam ich zu dem Ergebnis warum das Speer aus einem leichtem, dennoch stabilen Material besaß. Wir kämpften uns voran und hinterließen eine Spur aus schwarzes Blut und toten Körpern. Doch nicht nur ihre Körpern lagen dort, sondern auch Körper unseres Heeres. Ein Heulen durchdrang die kämpfende Geräusche, die Front hatte die andere Seite der Gebirge geschafft. Ich teilte mich mit ein paar Windreiter auf und schloss mich mit der vordere Front auf, damit sie nicht alleine waren, sollte mehr Luftangriffe kommen. Es war wichtig überall sich gleichmäßig aufzuteilen, um den Kampf siegreich gewinnen zu können. Mein Blut rauschte durch die Adern durch den Kampf und meine Atmung war ein wenig schneller geworden. Feena gab von sich einen schrillen Adlerschrei als eine Antwort. Plötzlich kribbelte mein Nacken und etwas Kaltes kroch in meinem Inneren hoch. Es war Angst. Ich hatte jeden Tag Angst, die ich jedoch nieder bekämpfen konnte. Doch diese Angst war was Anderes. Es fühlte sich nach etwas Uraltem an. „Achtung von links!“, warnte Jemand und ich riss Feena um, um einem eisernen, stacheligen Pfeil auszuweichen. Dann erblickte ich sie, sie saßen auf Fluggeräte und mein Herz schlug bis zum Hals. Ich brauchte mich nicht an die Beschreibung meiner Mutter zu erinnern, um zu wissen wer sie waren. „Sturmjägern“, flüsterte ich. Die größte Feinde der Harpyien. Sie hatten es geschafft beinahe mein ganzes Volk auszulöschen. Die feine Härchen richteten sich in meinem Nacken auf bei ihrem düsteren Anblick und der Fluchtinstinkt in mir erwachte. Ich biss fest meine Zähne zusammen. Ich war nicht feige, egal vor welche Herausforderungen ich stand. Ich würde mich nicht vor ihnen verstecken und in meiner wahre Gestalt gegen sie kämpfen für Numenór. „Feena, kümmere dich um Raczac“, sagte ich zu meinem Tiergefährtin und meine Magie prickelte auf meiner Haut, als ich mich in die Harpyie verwandelte. Meine violetten Augen öffneten sich, während mein purpurnes Haar in der Luft wild flatterte. Die erdbraune, drachenartige Flügeln waren breit ausgestreckt, als wollten sie den Himmel einrahmen. Mein Griff um das Speer war fest und ich deutete die vordere Klinge auf einem der drei Sturmjägern, den ich als Anführer seiner Truppe vermutete. Der Wind trug meine Stimme bis zu ihnen hinüber: „Ich bin die Windprinzessin der Harpyien, die Windtochter von Aer und Aiolos. Ich werde mich für meine Schwester und Brüder rächen, dessen Blut an eure Hände klebt. Eure widerliche Taten bleiben nicht ungeschoren.“ Das Speer begann zu schimmern und dunkle Wolken brauten sich in der Kugel zusammen, ein Abbild des Himmels, denn auch über uns brauten sich dunkle Wolken zusammen. Der Anführer zeigte ebenfalls seinen sichelförmiges Schwert auf mich: „Es wird mir eine Freude sein deine Flügeln als Dekoration für mein Wohnzimmer zu schmücken, unreine Kreatur.“ Meine Augen wurden zu Schlitzen, es wurde genug Worte gesprochen. Zeit für Taten. Schwungvoll bewegte ich das Speer in einem Halbkreis und sichelförmig sauste der messerscharfe Wind auf die Truppe zu.Der Sturmjäger teilte mit seine Waffen den Wind und hielt den Druck stand, dabei schien seine silberschwarze Rüstung einen Moment dunkler zu werden. Bis heute wusste Niemand woraus die Rüstungen und Waffen der Sturmjäger bestanden, die einen gewaltigen Sturm überleben, ihn gar teilen und die Magie eines Anderen unwirksam machen konnten. Es musste eine besondere Form von Magie sein oder eine andere Machtquelle. Sie selbst waren keine Magiewirkende, soweit es meine Mutter wusste. Aber das schienen sie nicht nötig zu haben und nach ihrer Beschreibung glichen ihre Kampffähigkeit, wie die von Kenai. Trotz der schwere Rüstung konnten sie unglaublich schnell werden und jeder Hieb konnte tödlich enden. Gleichzeitig stürzten der Anführer und ich aufeinander zu. Als unsere Waffen aufeinander stießen, donnerte es in diesem Moment, ein Blitz zuckte durch den Himmel und der Wind peitschte wütend in der Luft. Ein Sturm kam auf.

Sturmjäger ( aus dem Spiel Diablo, laut dem Bild )

Kenai

Aufeinmal richtete sich der Werwolf auf und schaute in die Richtung hinter mir. Dann spürte ich es selbst, eine Ansammlung von Dunkelheit. Ein tiefklingendes Summen dunkler Energie erreichte meine Ohren und ich drehte mich um. Ein Schattenportal erschien wie ein schwarzer Nebel und formte sich zu eine bekannte Gestalt. Als es sich auflöste, blieb Akela zurück. Er war früher zurück. „Sieh einer an, ihr habt es anscheinend hinbekommen“, sein Blick fiel auf die gebratene Fische und er setzte sich auf einem Baumstamm hin. Akela zog sein Degen aus dem Gürtel hervor und wischte das Blut an der Klinge fort. „Du warst in Lalotai gewesen“, schnüffelte der Werwolf, dabei zuckte seine Nase. Lalotai, der Name war mir nicht geläufig. Es klang nach einem Ort. „Ich hatte ein Geschäft zu erledigen“, antwortete er kurz. „War bestimmt viel spannender als hier, es ist total ächzend und langweilig. Ich konnte nicht mal mit den Bären kämpfen, weil dein dämlicher Bruder ihn beschützt hat“, böse funkelten mich die rote Augen an. Mein großer Bruder zog ein Augenbraue hoch: „Soso, ein Bär beschützt? Ich will die Einzelheiten wissen.“ „Naja, als wir gefischt haben, kam da verletzter Bein und er kam auf die glorreiche Idee ihn verarzten zu wollen. Als ich sagte ich will mit ihn spielen, meinte der so, dass er mit mir anlegen wird, wenn ich dem Bär sein Fell krümme. Er ist ein totaler Spielverderber!“ Der Werwolf verzog sein Mund und wirkte verstimmt. „Und warum hast du ihn beschützt, anstatt ihn zu töten?“, fragte mich Akela. „Der Bär kann Schmerzen fühlen. Der Bär hat Gefühle. Ich wollte nicht, dass er Schmerzen hat. Ich wollte nicht, dass er stirbt. Also habe ich ihm geholfen und mich erinnert, was du über die Pflanzen gesagt hast. Ich habe mich auch erinnert, was die Königin Jenaya über die Heilpflanzen beigebracht hat. Der großer Bär ist jetzt ein Freund und er ist die Seele der Wildnis, er muss frei sein“, erklärte ich: „Es ist richtig zu helfen, der Bär hat nichts Schlechtes getan.“ „Ein weiterer Schritt zu Menschlichkeit“, sagte Akela: „Mitgefühl und Barmherzigkeit ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Das nennt man Nächstenliebe.“ Nächstenliebe. Das bedeutete also auch Menschsein und ich ließ das Wort auf mich einwirken. Ich betrachtete meine Hände, gab es doch etwas, was ich beschützen konnte? Gab es etwas, wie ich ohne Liebe überleben konnte? Gab es einen anderen Sinn in meiner Dunkelheit? Nächstenliebe. Irgendwas tief in den leeren, dunklen Loch in meinem Brustkorb regte sich was Kleines. „Menschsein heißt auch Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben“, aufeinmal erschuf er die Doppelgängerin von Jenaya: „Wenn du sie nicht aufhältst, wird sie das Lebenslicht deines neuen Freunds ersticken und du hast umsonst ihn gerettet. Entscheide dich, das Trugbild deiner Kleine oder er.“ Die Doppelgänger lief lautlos los in die Richtung, wo ich hergekommen war. Wo ich den Bär getroffen hatte. Einen Moment war ich erstarrt und die Worte dröhnten in meinem Kopf. ENTWEDER SIE ODER ER.
Der Werwolf grinste und sagte: „Ich wette, er wählt das Trugbild. Darf ich das Herz essen?“ „Von mir aus“, zuckte Akela mit der Schulter und machte weiter seine Waffe sauber. Ein Ruck ging durch meinem Körper und ehe ich mich versah, nahm ich die Spur des Trugbildes auf.


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19.05.2019, 15:46

Akela

Ich hatte das stumme Entsetzen in seine goldgesplitterte Augen gesehen, als ich ihm vor einer Wahl stellte. In einem Kampf hatte man immer nur eine Wahl und er musste lernen Entscheidungen zu treffen. Da kannte ich keine Gnade und zeigte mich grausam. Ich steckte mein Degen zurück und richtete mich auf, während ich mein Kopf leicht zur Seite neigte. Überall waren Schatten in jeglicher Form. Sie gehörten in dieser Welt, wie Licht in dieser Welt gehörte. Ich lauschte das Flüstern und sagte schließlich: „Du hast verloren.“ „Echt jetzt?“, enttäuscht sah Cerberus drein. Ich verschwand zwischen den Bäume und fand wenig später Kenai auf dem Boden kniend. Seine Waffe lag vor ihm und seine Hände zitterten. „S-sie hat geschrien“, ein Schauder schien über seinem Rücken zu laufen. „Ich habe Jenaya getötet. Ihre Augen…“, sein heisere Stimme brach ab. Ja, ich war ein grausamer Mann. Ich hatte das Trugbild lebensecht aus Schatten erschaffen. „Warum….warum tust du sowas?“, er sah mich mit einem verzweifelten Blick an. Emotionslos musterte ich den Mann, in dem sich ein großes Potenzial versteckte: „Weil irgendwann der Tag kommen wird, wo du alleine auf dich gestellt bist . “ Mehr sagte ich nicht und unerlaubt flüsterte ein Gedanke in meinem Kopf, weil du überleben muss. Ich drehte mich um: „Jetzt steh auf und stehe zu deine Taten.“ Ich hörte, wie Kenai sich aufrichtete und mir stumm folgte. „Ich bin also großzügig und werde dich belohnen, dass du die Aufgabe erfüllt hast. Du kannst mir eine Frage stellen, egal was und ich werde sie dir wahrheitsgemäß beantworten“, ich setzte mich wieder auf dem Baumstamm hin. „Wo warst du, als der Zirkus überfallen wurde?“, fragte Kenai leise und er sah mich nicht an. Schatten verdunkelte sein Inneren. „In Rakka“, antwortete ich schulterzuckend mit einer gleichgültige Stimme, während die Säure in meinem Magen brannte.

„Hallo mein Hübscher, wie bist du hier gelandet?“, fragte sie mit einer liebliche Stimme in meiner Sprache mit einem entzückender Akzent. Ich blinzelte und dann noch einmal. Sie war keine Erscheinung, sie war echt. Ich warf einen raschen Blick über meiner Schulter, sie konnte mich nicht gemeint haben. Doch da war Niemand, nur die feuchte Mauerwand. „Ich meine dich“, ihr Lächeln war das Schönste, was ich jemals gesehen hatte. Mein Herz klopfte schneller. „Ich….ich hatte einfach Pech gehabt“, mein Hals kratzte, ich wusste nicht mehr, wann ich zuletzt mit Jemanden gesprochen hatte und räusperte mich. Der Blick ihrer unglaublich grünen Augen wurden weich: „Du bist bestimmt sehr hungrig. Lass mich dich zu einem Essen einladen.“ Vielleicht träumte ich doch. Denn wie wahrscheinlich war es, dass eine wunderschöne Frau in einem eleganten Kleid sich in schäbigen, stinkenden Gassen irrte und ein Straßenjungen zum Essen einlud? „Ich…ich kann unmöglich ihre Einladung annehmen. Ich…ich habe nichts, womit ich eure Großzügigkeit danken könnte“, flüsterte ich und tiefer Scham erfüllte mich, als ich mir meines Aussehen bewusst wurde. Ich trug bloß ein schmutziges Lumpen, mein wildzerzaustes Haar war fettig und ich roch nicht angenehm. Es glich einem Wunder, dass sie sich nicht übergeben musste. „Ach Unsinn. Von Bescheidenheit wirst du nicht satt, mein Hübscher“, sie griff nach meiner Hand. Was für eine weiche, zarte Hand und willig folgte ich ihr. Ihre goldene Locken schimmerte in der unbarmherzige Sonne und sie duftete nach Rosen. Sie musste ein Engel sein.
In einer abgelegene Taverne machte ich mich über den warmen Eintopf her und konnte nicht ein Stöhnen unterdrücken. Das war das Bestes, was ich seit Langem gegessen hatte. Besser als die angeknabberte Reste, die ich in den Gassen nähe Gaststätte fand. Für die wenige Münzen, die ich durch erniedrigende Arbeiten erhielt, konnte ich mir kaum Essen leisten und ich musste sparsam mit ihnen umgehen, wenn ich hier rauswollte. Ich wollte nicht wie die anderen hoffnungslosen Menschen enden. Ich wollte kein Abschaum werden. Ich wollte durch meine Ehrlichkeit belohnt werden, selbst wenn die Hungersnot an meinem Knochen nagte. „Hast du einen Namen?“, der Engel saß mir gegenüber und stützte ihr Kinn auf ihre Hände. Es sah elegant aus. „Akela“, sprach ich mit vollem Mund und wurde rot. „Entschuldige“, murmelte ich, als ich runterschluckte. Sie machte eine wegwerfende Gestik: „Es ist mir eine Freude, dass dir der Eintopf mundet. Ich bin übrigens Clarissa, man nennt mich auch Lady der Rosen.“ Sie lachte hell und süß. Clarissa. Was für ein schöner Name für einen Engel.

Ich hasste sie.
Ich hasste sie abgrundtief.

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19.05.2019, 18:52

Ardan

Als ich die Front aus Monstern entdeckte, spannten sich alle Muskeln in meinem Körper an. Ich hörte das Kreischen von Feena und wusste, dass die Windreiter dicht bei uns waren. Somit auch Jadis. So sehr ein Teil von mir nach ihr sehen wollte, tat ich es nicht. Ich musste mich auf den Feind vor mir konzentrieren, der knurrend und fauchend losstürmte.
Die Sense fest in der Hand haltend, richtete ich mich auf Cains Rücken auf und sprang weit in die Höhe. Ich schwang die Waffe und stürzte mich mit einem lauten Brüllen direkt in die dunkle Menge. Noch mehr schwarzes Blut spritzte auf den Boden. Unaufhörlich arbeitete ich mich durch die massigen Leiber, als befände ich mich in einer Art Dschungel. Schnitt für Schnitt erledigte ich ein Monster nach dem anderen. Sie versuchten nach mir zu schnappen, jedoch mit wenig Erfolg. Mir zu schaden, würde ihnen nie gelingen. Nicht zuletzt weil ich die Unverwundbarkeit besaß, die mir in Kämpfen wie diesen ein großer Vorteil war.
>Ardan!< rief Thales über die lauten Kampfgeräusche hinweg. >Unter uns!<
Ich stellte keine Fragen, sondern sprang schnell in die Höhe, als sich auch schon der Boden auftat und eine weitere widerwärtige Kreatur erschien. Sie ähnelte einem überdimensional großen Steinläufer. Widerlicher ging es da wohl wirklich nicht. Ihre unzähligen Beine blitzten messerscharf auf, als sie nach vorne schnellte und sich mit ihren zackenartigen Zähnen auf meine Leute stürzen wollte. Sie wussten sich allerdings zu wehren. Feuer und Blitze vermischten sich zu einem tödlichen Gemisch. Der dämonische Steinläufer hatte scheinbar noch mehr seiner Freunde eingeladen, denn wenige Sekunden später erbebte der Boden an vielen anderen Stellen. Sie durchbrachen die Oberfläche mit einem ohrenbetäubenden Kreischen. Steinbrocken und Staub wurde in die Luft gewirbelt. Ich wich den Hindernissen geschickt im Flug aus und brachte genügend Abstand zum Kampfgeschehen unter mir, damit ich sie mit gezielten Immerblitzen zurück in die Hölle schicken konnte, aus der sie gekommen waren.
Dabei wagte ich es einen Blick in den Himmel zu werfen, der sich unnatürlich schnell verändert hatte. Schwarze Wolken waren aufgezogen. Jadis' Werk. Irgendjemand ging ihr gewaltig auf die Nerven. Ich konnte nicht ausmachen, wer das war, denn dafür passierte zu viel auf einmal. Was ich wusste, war, dass sie ohne mich klarkam. Meine Windprinzessin bekam den Feind schon geregelt.
Mit dieser Gewissheit schoss ich wieder direkt ins Geschehen und schwang erneut die Sense, durch dessen Wucht und Magie gleich mehrere Monster leblos zu Boden sackten. Ihre Massen hörten nicht auf nachzurücken. Langsam aber sicher ging mir das mächtig auf die Nerven. Ich kam mir wie auf einem Schlachthof vor, doch diese undankbare Aufgabe tat ich mir bestimmt nicht freiwillig an. >Ihr macht mich wütend.< knurrte ich, als ich den nächsten missgebildeten Steinläufer in Einzelteile zerlegte. Sein grünlicher Schleim traf mich an der Wange, was meine Wut verstärkte.
>Mir reicht's.<
Ich schleuderte die Sense von mir weg, weil sie durchaus in der Lage war auch ohne meine Hand tausendfach zu töten und stellte mich breitbeinig auf einem Haufen lebloser Leiber hin. Meine Arme seitlich ausgestreckt sammelte ich hohe Massen an Energie in meine Handflächen, worauf sich an jeder Hand ein rotgoldener Magiezirkel bildete. Feine Blitze zuckten an den Rändern entlang. Ich presste noch mehr Energie in die blitzenden Bälle hinein, fügte mehr und mehr Psion sowie Psios hinzu, bis der Druck sich maximal aufbaute.
>Aus...dem... WEG!< brüllte ich entschlossen und riss die Arme nach vorne. Beide Energiebälle reagierten hochexplosiv aufeinander und erschafften eine gewaltige Welle aus rötlichen Blitzen, die sich durch die Massen fraß. Durch die gewaltige Wucht rutschte ich ein paar Meter nach hinten, doch das Ergebnis ließ sich sehen. Eine Schneise aus erloschenem Leben lag kilometerweit vor mir. Endlich konnte ich das Ende der feindlichen Truppen erkennen. Es lag noch viel Arbeit vor uns, aber diese Aussicht gab mir mehr Motivation.

https://www.youtube.com/watch?v=AwBZcFtiR0w

Jenaya

Wieder zurück im Krieg zu sein, fühlte sich zunächst surreal an. Ich tötete, beschützte, tötete und beschützte. Ein Hin und Her, das kein Ende nahm. Zwar erhielt ich durchaus Hilfe von Silia, aber dennoch konnte ich das Gefühl von Erschöpfung nicht verdrängen. Es erschwerte meine Glieder. Machte meine Bewegungen langsamer. Diese Einstellung könnte mir das Leben kosten, doch ich gab nicht so schnell auf. Mochte noch so viel Blut auf mich spritzen, ich würde die Leute um mich herum nicht im Stich lassen. Sie verließen sich auf meine Fähigkeiten.
Hier ein Schild, dort ein Schild, herumwirbeln, einem widerlichen Wesen den Kopf abschlagen... Diese Routine hörte einfach nicht auf. Ich merkte zwar, dass wir uns nach vorne bewegten, aber der Ansturm dunkler Kreaturen nahm kein Ende. Wie viele Monster hatte der Dunkle Lord hierhergeschickt? Wollte er uns ermüden, nur um uns dann mit den ganz großen Dämonen bekannt zu machen? Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich so gar nicht bereit einem Hohedämon zu begegnen. Dafür war ich noch viel zu schwach. Besonders im Gegensatz zu Ardan, seinem Freund Thales, Jadis und Silia. Der Kampf hatte sie gestählt, sie zu Tötungsmaschinen gemacht. Ihre Magie summte stärker als die der anderen Kämpfenden. Jadis schaffte es sogar den Himmel zu verändern, denn plötzlich zogen dunkle Wolken auf, in denen es gefährlich blitzte. Nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft wurden wir bitter bekämpft.
>Ich gebe dir einen Moment zum Verschnaufen. Errichte einen Schutzschild über den hinteren Teil der Truppe, damit ich das Ungeziefer beseitigen kann.< rief mir Silia zu, die näher zu mir flog. Natürlich nahm ich das Angebot zum Durchatmen an. Meine Hände zitterten und mein Herz schmerzte in der Brust, weil es wie wild gegen meine Rippen schlug. Ich brauchte einen kleinen Moment zum Beruhigen.
Mit einem Nicken kam ich ihrer Forderung nach und errichtete einen Schutzschild, der den gesamten hinteren Teil der Truppe einschloss. Schutzschilde dieser Größe erforderten viel Magie, aber da die defensive Magie zu meiner Stärke gehörte, schaffte ich es ohne Probleme. Silia hob zufrieden den Daumen und flog wieder höher hinaus. Um sie herum erschienen mehrere verschieden große Magiezirkel in strahlend weißgoldenem Licht. Ich hatte diesen Angriff bereits gesehen, aber dieses Mal waren es keine Lichtdolche, die daraus schossen, sondern Lichtstrahlen. Sie bohrten sich in die Erde und brannten alles ins Nichts, das ihnen im Weg war. Nicht einmal Körper blieben zurück. Nur...Nichts.
Just keep swimming...
#spreadthelove

Bin für ein Jahr in den USA ;) und habe um ein halbes Jahr verlängert hahaha Fliegt, bevor eure Flügel das Fliegen vergessen <3

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19.05.2019, 21:12

Jadis

Zwischen unsere kreuzende Klingen tobten Funken und ich spürte die Vibration der Wucht in meine Hände, die bis in den Ellenbogen kitzelten. Er war stark, verdammt stark. Bestimmt verbarg sich unter dieser Rüstung ein Haufen Muskeln. Ich konnte sein Gesicht nicht erkennen, denn es war mit schwarzem Material bedeckt. Auf dem ersten Blick sah es wie Stoff aus, doch dann stellte ich fest, dass es für einen Stofftuch zu widerstandsfähig war. Das Einzige, was ich sehen konnte waren die Augen, die durch die Schlitzen der Bedeckung blitzten. Sie waren grau und der Blick eiskalt. Ich wurde nach hinten gestoßen und meine Flügeln hielten mich aufrecht. Wieder jagte ich einen gewaltigen Windstoß auf den Kerl, doch eine kleine Bewegung machte dies zunichte und es schien als würde die Luftmagie einfach verschluckt werden. „Du kannst nicht gegen mich gewinnen, du wirst untergehen“, sagte die dunkle Stimme. Schweiß lief meinem Rücken entlang und es war ein ekliges Gefühl. „Wer sich selbst in höchsten Töne lobt, fällt am Tiefsten“, entgegnete ich und meine Augen suchten rasch nach Schwachpunkte ab. Jeder besaß einen Schwachpunkt, die einen waren schnell zu finden, die anderen schwerer. Er musste irgendwas besitzen, was meine Luftmagie an ihm hemmte. Mein Blick fiel auf die unscheinbaren Gürtelschnalle, wo ein schwarzer Stein matt die Mitte verzierte. Ich versuchte eine magische Spur zu fühlen, aber empfing nichts. Entweder war es nur ein gewöhnlicher Stein oder es war eine unbekannte Machtform. Ich blockte einen Angriff ab und bemerkte dabei den unauffällig Armreif um sein gerüstetes Handgelenk. Sie war in einem schlichten Silber und auf den ersten Moment sahen die Musterungen kunstvoll aus, bis ich sah, dass es sich um verschlungene Symbolen handelte. Ich kannte sie nicht. Ein magisches Relikt? Diese Art von Musterung entdeckte ich auch auf seine sichelförmige Schulterspitzen, die wie Spieße wirkten. Ich keuchte schwer und verbissen kämpfte ich weiter mit ihm. Wenn ich ihn ermüdete, würde er vielleicht einen Augenblick unaufmerksam sein und ich konnte ihm näher kommen. Ich ließ mein Speer fallen und griff nach meinem Schwert, der für einen solchen Nahkampf besser geeignet war. Ich machte mir keine Sorgen um mein Speer, der Wind würde auf ihn aufpassen und in den richtigen Moment kam er zum Einsatz. Wieder ein Donner, viel näher als der Vorige. Meine Ohren zuckten, als ich murmelnde Stimmen in den pfeifender Wind hörte. Meine Augen huschten kurz zu den anderen zwei regungslosen Sturmjäger. Etwas ging vor sich. Ich unterdrückte einen Fluch und zielte auf die Gürtelschnalle. Der Sturmjäger blockte ab, indem er meine Klinge an seinem vorbei gleiten ließ und meine Klinge ratschte einen Moment die Seite seines Rüstung auf. Der Kratzer leuchtete einen Moment grünlich auf und dann verschwand die Spur meines Schwertes. Das hatte ich nicht gerechnet. Es hatte so gewirkt, als wäre die Rüstung….sowas wie ein Organ. Dieses seltsames Leuchten war ein Pulsieren mit einem dunklen Klang gewesen und ich hatte schwarzsilbrige Adern sehen können. Aber das er die Gürtelschnalle beschützt hatte, musste was bedeuten. Dann konnte ich mit meiner Vermutung richtig liegen. Auf meiner Haut spürte ich ein unnatürliches Kribbeln und ich schmeckte im Mund Metall, während sich mein Haar plötzlich auflud. Ein gleißendes Licht blendete mich, als der Blitz direkt in den Sturmjäger einschlug. Doch statt verbrutzelt zu werden, leuchtete seine ganze Rüstung einen Moment grünlich und war von diese Adern durchzogen, während die sichelförmige Schulterspitzen hell strahlten wie der Blitz. Es ging schnell, zu schnell und der Blitz schoss direkt auf mich zu. Einen Moment hörte alles in mir auf. Das Atmen. Das Schlagen meines Herzens. Die Magie. Dann schnappte ich röchelnd nach Luft, während mein Körper in die Stürze fiel. Gerade noch konnte ich meine Flügeln aufklappen und den Aufprall etwas mildern. Ich krachte direkt in den felsigen Wand der Gebirge. Irgendwo brach in meinem Körper etliche Knochen. Alles drehte sich und Blut floss aus meiner Nase. Jeder Atemzug schmerzte. Schweratmend versuchte ich mich aufzubrechen und ein heißer Schmerz durchzuckte meinem Körper, ich unterdrückte ein Aufschrei. Ich musste aufstehen. Ich hatte geschworen bis zum letzten Atemzug zu kämpfen. Erneuert richtete ich mich auf, funkende Sterne tanzten vor meine inneren und mein Magen drehte sich. Ich hatte mein Schwert verloren. Etwas surrte in der Luft und als ich den Kopf anhob, sah ich verschwommen etwas auf mich zukommen. Ich stolperte zur Seite, um dieses Etwas auszuweichen, doch es fing mich ein. Ich schrie auf, als was sich in meine Haut einbrannte, was sich wie ächzendes Gift anfühlte. Es erinnerte mich an meinem Unterarm. Ich versuchte mich aus diesem Netz zu befreien, doch es schien sich nur enger um mich zu ziehen. Schwere Schritte waren zu hören und der Sturmjäger kam auf mich zu. „Und du sollst eine Windprinzessin sein?“, schmerzhaft packte er nach meine Flügeln, die von dem Aufprall sich geschunden anfühlten: „Wenn ich mit dir fertig bin, werde ich mir deine Familie vorknöpfen und jeden in Aradon töten, der nur einen Hauch von Luftmagie in sich trägt und jeder einzelne Harpyie wird aufgespürt. Dann ist für alle Mal eure Existenz ausgelöscht.“ Nein. So durfte es nicht enden. Ich hatte meinem Volk ein Versprechen abgeben und ich wollte Numenór auferstehen. Außerdem durfte meiner Familie nichts geschehen und wenn ich auf diese elendige Weise starb, würde Ardan auch sterben. Und die Welt brauchte ihn, um überhaupt eine Chance zu haben diesen verfluchten Krieg zu gewinnen. Eine kalte Luftwolke verließ meine Lippen, während der Boden zu gefrieren begann und plötzlich herrschte absolute Stille. Kein Wind wehte. Ich spürte die feine Luftschwingungen, hörte seine Klinge zischen, wie sie auf meine Flügeln hinabsauste. Meine Hand schoss nach vorne, umgriff den heran fliegende Speer und geschmeidigt drehte ich mich um, trotz des brennendes Netzes. Die Spitze durchbohrte den Stein und dann entfesselte ich das Eis. Seine Rüstung fror ein und bekam Risse. Mit meinem ganzen Gewicht stieß ich mich gegen das Speer, die Rüstung zersplitterte ein Stück und meine Waffe drang in seinem Bauch hinein. Rotes Blut tropfte auf dem Boden. „Wir werden auferstehen“, keuchte ich schwer und sank auf die Knien, als meine Beine die Kraft verlor. Die eisige Kälte breitete sich in meinem Inneren aus und mit tauben Fingern konnte ich das Netz zerreißen, da es auch gefroren war. Blinzelnd sah ich die anderen zwei Sturmjäger kommen.


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19.05.2019, 21:31

Kenai

Akela stand auf und sagte, dass er noch was zu erledigen hatte. Ich reagierte nicht darauf, denn ich sah vor meine innere Augen immer noch die Doppelgängerin von Jenaya. Wie ihre Augen leblos wurden, ein Albtraum der sich verwirklicht hatte. Den Schrei konnte ich niemals vergessen, als ich meine Klinge durch ihrem Körper gleiten ließ und dann hatte sie sich einfach wie Rauchfaden aufgelöst. Der Bär war in der Nähe gewesen, aber ihm war nichts geschehen. Ich starrte auf meine Hände. Ich wusste es, dass es nicht die echte Jenaya war. Dass sie nur ein Trugbild war. Dennoch konnte ich ihre Fälschung nicht töten, denn es trug ihr Gesicht und wenn ich sie tötete, würde es bedeuten, dass ich für die echte Jenaya eine Bedrohung war. Und dieser Gedanke quälte mich, ganz egal ob sie mich nicht mehr wollte und mich von sich fortgestoßen hatte. Und trotzdem konnte ich nicht zulassen, dass der Bär getötet wurde. Akela war….war gemein gewesen. Das was er getan hatte, war nicht richtig. Er wusste doch, das ich sowas nicht wollte. Was hatte das mit Entscheidungen treffen zu tun? Was hatte das mit Menschsein zu tun? Irgendwann wird der Tag kommen, wo du alleine auf dich gestellt bist. Ich verstand ihn nicht. Mir gefiel dieses Art von Kämpfen nicht. Ich war durcheinander und unruhig. Ich wollte zu Jenaya, aber ich konnte nicht. Ich fuhr mit den Hände durch das Haar, was wieder gewachsen war. Mit den Konsequenzen leben. Benommen schüttelte ich den Kopf und fühlte immer noch dieses Gefühl in mir. Entsetzen. „Rakka“, murmelte ich leise die Antwort, die Akela mir auf meine Frage gegeben hatte. Ich versuchte dieses Gefühl loszuwerden und konzentrierte mich auf diesen Namen. Dort war er gewesen, als der Überfall im Zirkus gewesen war. Nach einem Jahr nach seinem geglaubten Tod. „Wo ist Rakka?“, fuhr ich leise fort. „Es ist ein fernes Land aus Hitze und zum größtenteils Sandlandschaft. Ein großer Teil davon ist Red Desert. In diesem Land ist der Menschenhandel Hoch in Kurs, Sklavenhaltung ist normal und dort gibt es auch den größten Schwarzmarkt der Welt. Gleichzeitig wird Magie unterdrückt und wer trotzdem ohne königliche Erlaubnis Magie ausübt, wird hingerichtet. Der König soll ziemlich kreativ sein, was an Hinrichtungen betrifft“, sagte der Werwolf.


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19.05.2019, 23:22

Ardan

Da ich keine Lust hatte mich mit jedem einzelnen Monster zu befassen, führte ich weitere großflächige Attacken aus, durch die die gegnerischen Massen deutlich reduziert wurden. Natürlich musste ich dafür sehr viel von meiner Energie nutzen, doch es war mir die Mühe wert. Meine Leute kämpften unerbittlich weiter. Sie kämpften für Ignulae, für die Trimagische Allianz, aber auch für den Weltfrieden. Aber ihre Ausdauer währte nicht ewig. Ich sah, dass Männer fielen. Starke Frauen. Bei dem Ansturm an Monstern sollte man nicht davon ausgehen, dass jeder überlebte und dennoch versetzte es mir einen Stich, sie fallen zu sehen. Ich wollte sie vor einem Schicksal wie diesem bewahren. Sie zurück zu ihren Familien bringen, weil sie dort hingehörten. Doch der Krieg forderte Opfer. So war der Lauf der Dinge.
Schwerer atmend sprang ich erneut in die Höhe, als mehrere Carrion gleichzeitig auf mich stürzen wollten, fing die Sense im Flug auf und schwang sie einmal um meine eigene Achse. Mehr Blut. Mehr Tod. Allmählich geriet ich in diesen wilden Rausch, der mein Inneres zum Kochen brachte. Die dämonische Seite in mir zerrte an den Ketten. Sie wollte an die Oberfläche treten. Sie wollte freigelassen werden. Ich konnte ein dunkles Knurren kaum verbergen. Ja, ich fühlte mich mehr wie ein Mensch als ein Dämon, aber dieser Ort, der Kampf, das viele Blut... Es war wie ein Ruf der Verlockung. Süß und lieblich. Ich wollte dem Drang am liebsten nachgeben, wusste allerdings, dass mich dann der Fluch sofort packen und zu einem schmerzenden Bündel zusammenschlagen würde. Das durfte ich nicht zulassen. Ich musste konzentriert und in meiner menschlichen Gestalt bleiben. Fehltritte waren nicht erlaubt. Das forderte ich sogar von meinen eigenen Leuten.
Cains Kiefer schnappte neben mir zu, als weitere Monster mich anzugreifen versuchten. Seine Zähne bohrten sich in das ekelhafte Fleisch, doch das störte meinen Gefährten nicht im geringsten. Er biss sich durch. Er brannte jeden Gegner nieder. Ich tat es ihm gleich. Immerblitze. Immerfeuer. Feuerwirbelstürme... Ich wandte all meine grundlegenden Techniken an und badete mich in der dunkelgrauen Asche meiner Feinde. Erinnerungen an damals, an eine Zeit, in der ich der Ascheprinz war, blitzten vor meinem inneren Auge auf. Viel hatte sich seitdem verändert, aber nicht dieses Ich. Das Ich, das gnadenlos tötete und es genoss, wenn das Blut des Feindes an ihm klebte. Es war ein berauschendes Gefühl so stark zu sein. So viel Macht zu besitzen. Nur vergaß ich, dass mein Leben nicht mehr meines allein war. Es gehörte einer anderen Person. Jadis. Ein scharfes Brennen machte sich in meiner Brust bemerkbar, sodass ich mir zischend ins Oberteil fasste. >Jadis...< presste ich zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. Sie war schwer verwundet. Anders ließ sich dieses Gefühl nicht erklären. Aus einem Instinkt heraus wollte ich sofort zu ihr, doch der nächste Angriff traf mich unvorbereitet. Geballte schwarze Magie schleuderte mich quer über einen Berg aus Leichen, bis ich keuchend und halb auf Knien in einem Sumpf aus Blut landete. Tiefe Wut erfasste mich. Wer auch immer das gewagt hatte, würde es bitter bereuen. Mehr Schwärze schoss auf mich zu und gab mir keine Chance nach dem wahren Feind Ausschau zu halten, weil ich direkt in die Abwehr wechseln musste. Mit der Sense schleuderte ich das Psion von mir fort, denn ich wusste, dass ich fremdes Psion auf keinen Fall in meinen Körper aufnehmen durfte. Das würde sonst den Fluch verstärken, der mir jetzt schon starke Probleme bereitete. Der erste Treffer hatte nämlich seine Wirkung nicht verfehlt.
Zähneknirschend erhob ich mich aus dem Dreck und entdeckte weiter hinten eine Gruppe aus Schwarzmagiern, die auf riesigen Kreaturen saßen. Ihre Augen glühten blutrot im aufgewirbelten Sand und ihre meterlangen Schwänze peitschten wild in der Luft. Solche Wesen existierten tief in den Gebieten hinter dem Totengebirge. Ich war bislang keinem von ihnen begegnet, aber das würde sich wohl jetzt ändern. Mochten sich die Schwarzmagier auf diesen Bestien verstecken, ich würde sie alle im Handumdrehen vernichten. Koste es, was es wolle.
Mit einem fest entschlossenen Ausdruck im Gesicht stürzte ich voran und direkt auf die Gruppe zu. Diese Bestien waren nicht zu unterschätzen, aber ich war ihnen dennoch weitaus überlegen. Fluch hin oder her. Natürlich vergaß ich nicht, dass Jadis schwer verwundet war, aber ich vertraute darauf, dass zumindest Silia ihr zur Hilfe eilte. Ich konnte mich leider nicht aufteilen, sonst hätte ich das längst getan. Der Drang, alles und jeden zu beschützen, trieb mich noch in den Wahnsinn. Ich musste verdammt nochmal fokussiert bleiben. Während ich meine Waffe tödlich einsetzte, spürte ich den sich aufbauenden Druck in meinem Arm, der sich bis in meine Brust ausbreitete. Es war derselbe Druck, den ich damals nach Viellas Angriff empfunden hatte. Diese Erkenntnis frustrierte mich. Nach all der Meditation hätte ich endlich eine Lösung finden sollen und doch befand ich mich in dieser verfluchten Lage. Der Dämon in mir wurde lauter, stärker, drückte sich gegen sein Gefängnis und wehrte sich vehement gegen meine Selbstbeherrschung. Ob es an den schwarzen Auren der Bestien lag? Sie wirkten so viel dämonischer als die Schwarzmagier selbst, die es sich nicht nehmen ließen, lauter Psion in meine Richtung zu schießen. Sie wollten mich provozieren. Sie wollten mich schwächen. Sie wollten, dass ich die Beherrschung verlor. Ich war nicht dumm. Ich erkannte ihre Absichten. Aber ich würde ihnen den Gefallen bestimmt nicht tun.
Stattdessen kämpfte ich verbissen weiter und schaffte es zwei der Magier sowie eine der Bestien zu erledigen. Fehlten weitere elf Feinde. Ich allein kümmerte mich um sie, denn Thales musste an anderer Front für Schutz sorgen und ich wollte auf keinen Fall zulassen, dass diese Bestien unsere strengen Formationen auflösten. Wir mussten uns an unsere Strategien halten. Leider vergaß ich, dass wir nicht die einzigen mit einer Strategie waren. Ich erkannte zu spät, was die Schwarzmagier wirklich geplant hatten, denn als ich wutschnaubend in ihre Gruppe hinabsauste, riefen sie zurselben Zeit ein magisches Wort. Daraufhin erschien ein gewaltiger, magischer Zirkel direkt unter meinen Füßen, der eine schnelle Flucht unmöglich machte. Ich versuchte es zwar, kam allerdings nicht weit, da plötzlich Unmengen an schwarzvioletten Blitzen nach mir jagten und ich mich gezwungen sah, sie alle gleichzeitig entgegenzunehmen. Mit meiner Sense. Ein fataler Fehler.

Die Bestien

Silia

Irgendwie fühlte sich das alles hier wie Gartenarbeit an. Um die schönen Blumen zu beschützen, musste ich all das Unkraut loswerden und das ohne die Blumen zu verletzen. Bis jetzt klappte das hervorragend. Ich hatte alles unter Kontrolle. An anderer Front sah es hingegen anders aus. Meine Ohren zuckten wie wild in die verschiedensten Richtungen, denn von überall her vernahm ich besorgniserregende Geräusche wahr. Dieses Mal hatte der Dunkle Lord sehr viel mehr seiner Leute zu uns geschickt. Leute mit diversen besonderen Kräften. Aus dem Himmel vernahm ich beispielsweise Schwingungen, die mir wenig bekannt vorkamen und weiter vorne entdeckte ich Kreaturen, die längst vergessen sein sollten. Viel zu viel Zeit war vergangen und dennoch suchten diese Bestien diese friedliche Welt heim, um sie in tiefe Finsternis zu stürzen. Das machte mich ziemlich sauer.
Erst recht, als ich hörte und sah, wie meine Mama von einem heftigen Blitz getroffen wurde und in die Tiefe hinabstürzte. Ich wollte sofort zu ihr eilen, doch als mein Blick auf all die Menschen unter mir fiel, wusste ich, dass ich sie nicht einfach im Stich lassen durfte. Auch nicht Jenaya, die zwar ihre Energie wiedergefunden hatte, jedoch trotzdem an einigen Stellen ins Stolpern geriet. Überall herrschte gewaltiges Chaos. Es fielen mehr Männer und mehr Frauen als zuvor, denn es waren nicht nur die Kreaturen, die ihnen zum Verhängnis wurden. Es war ihr eigener Körper selbst, der nach und nach den Geist aufgab, weil der Wille ihre Hülle überstieg. Sie benötigten Hilfe. Sie benötigten mehr Kraft. Darunter meine Mutter, der ich unbedingt zur Seite stehen wollte.
Tief durchatmend legte ich den Kopf in den Nacken und brachte noch mehr Abstand zum Geschehen am Boden. Es wurde kälter, die Luft schmeckte aufgeladen und metallisch. Auch der Geruch von Blut hing weiterhin schwer in der Luft. Mit leuchtenden Augen erfasste ich das gesamte Krisengebiet, breitete die Arme aus und öffnete den Mund.

Als Regentropfen vom Himmel fielen
Am Tag, an dem du mich verließt, weinte ein Engel
Oh, sie weinte, ein Engel weinte
Sie weinte


Der Wind trug meine gesungenen Worte in den Himmel. Warmes Licht umgab mich, während in meinem Herzen verborgene Gefühle wiederauferweckt wurden. Tiefer Kummer erfüllte das pochende Organ, doch das war ein Preis, den ich zu zahlen bereit war, um den Menschen neue Kraft zu schenken. Die Reinheit des Liedes, das Lied der Himmelstränen, brachte den Himmel zum Weinen. Goldene Funken in Gestalt von Tränen regneten in Massen herab. Jeder, der davon berührt wurde, empfing den Segen der Sonne und wurde mit neuer, frischer Energie aufgeladen. Dunkle Kreaturen hingegen würden diesen Regen meiden wie die Pest, denn die Himmelstränen verbrannten unreine Herzen. Das Lied kam jäh zum Ende, als ich das letzte Wort glockenhell sang und die schwere Wolkendecke von grellen Sonnenstrahlen durchbrochen wurde.
>Nicht aufgeben, kämpft weiter.< flüsterte ich in der Hoffnung, dass dieser blutige Kampf schon bald endete.

https://www.youtube.com/watch?v=-ZoJSLB2N18
Just keep swimming...
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Bin für ein Jahr in den USA ;) und habe um ein halbes Jahr verlängert hahaha Fliegt, bevor eure Flügel das Fliegen vergessen <3