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301

26.04.2020, 03:10

Hanabi

Obwohl Taiga zum ersten Mal in der menschlichen Welt war, kannte sie sich schon ziemlich gut aus. Immerhin mussten wir nicht nach dem Theater suchen und ersparten uns somit etwas Stress. Auch wenn ich keinen empfand, weil mich all die Eindrücke ablenkten. Wieder gingen wir an all den Ständen vorbei und diesmal in einfacherem Tempo, sodass ich genügend Zeit hatte, alles auf mich einwirken zu lassen. Gerüche, Geräusche, surrende Magie in der Luft. Vor allem die Früchte und die vielen farbigen Kleider der Leute beeindruckten mich. Alles war so schön bunt. Perfekt für Taiga. Sicherlich schlummerten ganz viele Ideen in jedem Winkel dieser Stadt. Die Inspiration für sie.
Ich hielt weiterhin Fenrirs Hand, damit wir uns nicht verloren und sah weiter hinten, wie der Markt endete. Dort ging es auch ruhiger zu. Viel besser. Kurz durchzuatmen, kam mir gerade recht. Nicht zuletzt wegen der neugierigen Blicke, die uns manche Leute zuwarfen. Fielen wir trotz unserer menschlichen Züge auf? Oder lag es an unserer Magie?

Malevor

Offenbar hatte ich einen Nerv getroffen, denn Erkenntnis machte sich in Taigas Blick bemerkbar. Ich wollte nicht belehrend sein, aber ich sprach aus Erfahrung und wusste, was sie sich bei dem Ganzen gedacht haben könnte. Dass Küssen schön war, egal wen man küsste. Was nicht der Fall war. Nicht meiner Erfahrung nach.
Das Thema sprachen wir nicht mehr an, denn nun galt es das Theater aufzusuchen. Was das betraf, hatte ich keine Erwartungen. Ich wollte mich überraschen lassen. Und zum Glück lag das Gebäude außerhalb des ganzen Trubels. Lange hielt ich diese Lautstärke nicht aus. Zu viele Stimmen, zu viel Energie, die man zerstören könnte. Zu groß war diese Versuchung. Erst als wir den Markt hinter uns ließen, nahm ich meinem Bruder und mir den Mantel aus Stille ab. So war's besser, freier.
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302

26.04.2020, 12:37

Taiga

Zum Glück hatte ich den Auserwählten nach dem Weg zum Theater gefragt, weil ich zuvor auf dem Marktplatz flüchtig den Plakat des Theaters gesehen hatte und mir das als Einzige eingefallen war, als er mich fragte wie er mir helfen könne, nachdem er den Musenkuss vergessen hatte. Der Weg dorthin war nicht weit entfernt und wir gingen noch einmal durch den Marktplatz. Es gab so Vieles zu sehen und ich wusste nicht wohin ich schauen sollte. Meine Sinnen vibrierten und die Eindrücke durchfluteten mich. Mein Herz schlug vor Aufregung wild in dem Brustkorb und ich nahm die vielen Farben um uns herum in mich auf. Ich strahlte jeden Menschen freudig an, der an uns vorbeiging und am Liebsten hätte ich sie über ihre Welt ausgefragt. Aber ich glaubte, das wäre vielleicht zu aufdringlich gewesen. Wir erreichten das Theater in eine ruhigere Gegend und ehrfürchtig starrte ich das Gebäude an. Alle Häuser, an denen wir vorbeigegangen waren, hatten faszinierend ausgesehen. Doch Dieses hier strahlte eine kraftvolle Aura aus, die meine Magie zum Singen brachte. Es zog mich an. Das hier war ein Ort der Künste. Meine Augen begannen zu glänzen und tänzelnd schritt ich hinein: "Ich bin so gespannt, welche Vorstellung wir sehen dürfen." Ich entdeckte eine Reihe von Menschen mit fröhlichen Kinder, die vor einem Tresen standen. Der Vorderste reichte dem Mann hinter dem Tresen etwas glänzendes Rundes und erhielt dafür ein Stück Papier. Dann ging der Mensch mit den Papier in einem Gang, wo es nach verführerische Ideen duftete. Dort spürte ich das Herz dieser Gebäude. "Diese runden Dinger nennt man Münzen", wandte ich mich an Hanabi: "Onkelchen hat mir einen Beutel voll von diesen Münzen gegeben. Er meint in der Menschenwelt tauscht man mit diesen Münzen mit den Sachen, die man haben möchte. Die Münzen haben sogar unterschiedlichen Farben und unterscheiden sich so ihren Wert. Aber ich habe absolut keine Ahnung von diesem Tauschhandel. Er hat es versucht mir zu erklären und die Zahlen in meinem Kopf haben nur formlos herumgeschwirrt. Ich kann überhaupt nichts mit Zahlen anfangen, das war schon immer meine Schwäche gewesen." Ich holte einen dicken Beutel aus meiner Tasche heraus und merkte nicht, wie einige Menschen interessiert zu uns schauten: "Kennst du dich zufällig damit aus?"

Fenrir

Endlich kamen wir in eine ruhigere Gegend, auch wenn der Mantel mir geholfen hatte mich zu entspannen, war ich dennoch erleichtert nicht mehr unter viele Menschen zu sein. Mein Bruder nahm den Zauber von mir und erneuert stürmten mich die verschiedene Eindrücke ein, sodass meine Sinnen sich leicht gereizt fühlten. Aber die Dunkelheit wallte nicht in mir nicht auf. Vor uns stand ein großes Gebäude, welches wohl das Theater war. Wir traten ein und mir fiel die Ruhe auf. Es war auch noch vormittags und daher schätzte ich, dass ab Mittag das Theater voller wurde. Ich musterte die Menschen mit ihre Kinder und ich hatte das Gefühl, dass die Vorstellung, die wir gleich uns ansahen, für die Kinder waren. Malevor und ich fielen somit nicht auf. Dafür fiel das Luchsmädchen mit den randvollen Beutel von Reichtum auf. "Schwenk nicht auffällig damit herum", fuhr ich sie leise an und sie starrte mich mit große Augen an. "Dein Onkelchen scheint sehr großzügig zu dir sein, du hast nämlich viel Geld mit und wenn du damit herumschwenkst, lockt es das Gesindel an", grummelte ich finster. Es war gut, dass Malevor und ich mit auf dieser Reise waren. Die beiden Frauen waren unglaublich naiv, wobei das Hasenmädchen wenigsten den natürlichen Instinkt der Vorsicht besaß. Aber ohne uns waren sie scheinbar aufgeschmissen, ich meinte, wer schwenkte schon gedankenlos mit einem vollen Beutel herum?


303

26.04.2020, 17:10

Hanabi

Mit großen Augen musterte ich das Gebäude, das sehr imposant und gleichzeitig einladend wirkte. Große Plakate hingen an der Fassade. Jedes einzelne zeigte Personen, viele Farben und magische Momente. Das Theater, das jeden willkommen hieß und in eine andere Welt entführte. Ein Ort für Groß und Klein. Das klang wirklich vielversprechend. Dass dort drin der Bruder von ihrem Onkelchen arbeitete, passte hervorragend zu unseren Plänen.
Taiga zog einen Beutel hervor und ich erkannte, dass darin sehr viel Gold war. Menschen nannten es Geld. >Viele Menschen wünschen sich das. Geld. Dann können sie sich viele Dinge kaufen.< erinnerte ich mich. Fenrir wies sie an, den Beutel nicht so präsent zu zeigen, denn offenbar lockte es unfreundliche Leute an. Damit lag er wohl nicht falsch. Gier gab es überall.
Ich nahm den Beutel entgegen und besah mir den Inhalt. Einige Münzen kamen mir bekannt vor. Mein Blick wanderte zu den Zahlen über der Theke, wo Karten gegen Geld verteilt wurden. >Ich probiere mal vier Karten zu besorgen.< meinte ich daraufhin.

Malevor

Es war wirklich amüsant, wie verloren die Mädchen teilweise wirkten, wenn sie etwas sahen, mit dem sie nichts anzufangen wussten. Angefangen bei Geld. Ich hatte zwar nie damit zu tun gehabt, aber nur durch das Beobachten der Menschen glaubte ich das Konzept verstanden zu haben. Hanabi offenbar auch.
Sie trat auf den Mann hinter der Theke zu und bat um vier Karten. Er lächelte sie freundlich an, nannte den Preis und schon begann die Suche im Beutel. Zum Glück gehörte der Kerl zur geduldigen Sorte, er half ihr sogar und hinterfragte nicht, warum sie nicht wusste, welche Münze was bedeutete. Hätte er uns übers Ohr gehauen, wäre mir das aufgefallen. Als Mensch fiel er somit in die gute Kategorie. Er reichte ihr die kleinen Karten und wünschte uns viel Spaß bei der Vorstellung.
Drinnen herrschte noch Ruhe, aber wenn ich meine Sinne erweiterte, nahm ich viele magische Auren wahr. Besonders eine kam mir sehr bekannt vor. Irgendwas in meinem Kopf machte dabei Klick. Wenn dieser Mann hier war... sein Bruder... Sury...
Oh.
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304

26.04.2020, 18:23

Taiga


Ich hatte viel in dieser Menschenwelt zu lernen und sah kurz zum Beutel mit den Münzen. Hanabi nahm es mir ab und ging zum Tresen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es Menschen gab, die mir den Beutel einfach wegnehmen würden. Bis jetzt hatten die Menschen freundlich und friedlich gewirkt, sie hatten auf unsere Erscheinung nur neugierig reagiert. Vielleicht weil sie unsere Magie spürten, die anders als ihre Magie waren. Hanabi kehrte mit den Papierstücke zurück, das Material stand aus hartem Papier und wurde kunstvoll gestaltet. In schwungvolle Schrift stand dort der Name der Vorstellung geschrieben, zudem wann es begann und welche Art von Theater es war. Die Vorstellung, die wir gleich besuchten, war ein Schattentheater und begann in halbe Stunde. Das Stück hieß Brom und der Drache. Ich war ganz gespannt darauf und ich wusste von Onkelchen, dass sein Bruder das Schattentheater mit seiner Schattenmagie vorführte. Ob er auch bei diesem Stück sang?

Fenrir


Das Hasenmädchen besorgte die Karten und wir gingen in den Gang, der uns in einem riesigen Saal mit einer imposante Bühne führte. Der samtrote Vorhang der Bühne war zu. Die Sitze sahen gemütlich aus und noch war es nicht voll. Aber bei einer Kindervorstellung würde es mich nicht wundern. Es sah so aus, als könnten wir uns einen Sitzplatz aussuchen und ich ließ mich auf einem Sitz in der mittlere Reihe fallen. Es gab auch Tribünen, doch Diese schienen unbenutzt zu sein, denn die Vorhänge waren geschlossen. Vorne hörte man wieder die Kindergelächter. Es gab viele Menschen mit magische Auren und ich spürte, wie meine Dunkelheit kurz leise grollte.


305

27.04.2020, 01:08

Hanabi

Neugierig schaute ich mich um, als wir den Saal betraten und ich bemerkte all die vielen Leute, die ebenfalls hier waren, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Weiter vorne saßen die Kinder und hinten die Erwachsenen. Sehr wahrscheinlich handelte das Stück von einer Geschichte, die Kindern gefiel, sonst wären mehr Erwachsene anwesend.
Wir setzten uns in die Mitte des Saals, wo wir einen guten Blick auf alles hatten. Meine Augen waren nach vorne gerichtet, während leise Aufregung in mir aufstieg. Ich war sehr gespannt auf die Vorstellung. >Mein erster Theaterbesuch, wie toll.< lächelte ich breit und meine Augen funkelten.

Malevor

Ohne Probleme schafften wir es ins Innere des Gebäudes und nahmen mittig im Saal Platz. So war es mir ganz recht. Ich wollte alles im Blick behalten, meine Sinne berührten jedes Eckchen in diesem riesigen Raum.
Hinter den schweren, roten Vorhängen schien einiges los zu sein, denn ich konnte einige magische Auren wahrnehmen, die hin und her eilten. Offenbar die letzten Vorbereitungen, bevor das Stück begann. Unter dem Titel fiel mir absolut keine passende Geschichte ein, darum ließ ich mich überraschen. Etwas zu sehen, das ich nur aus Erzählungen kannte, war schon spannend für mich. Besser als ständig dieselben Dinge zu erleben... Das war wie eine Folter für mich.
Als der Saal fast komplett voll war, wurde das Licht plötzlich gedimmt und alle beendeten schnell ihre Gespräche. Ruhe kehrte ein und die Vorhänge öffneten sich.
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306

27.04.2020, 08:48

Taiga


Ich sog jedes kleinste Details des halbrunden Saals in mich hinein. Wie der Bühnenvorhang waren auch die Sitze und die Vorhänge der Tribünen samtrot. Die Wände sahen aus, als wurden sie in goldenes Sonnenlicht eingetaucht. Die Säulen zwischen den Tribünen bestanden aus Formen, es waren fantasievollen Gestalten. Doch am Meisten faszinierte mich die Decke. Die Kanten der Decke wurden von blauen Blumen verziert, sie rahmten den Sternenhimmel ein und ein Stern leuchtete am Hellsten. Zustimmend nickte ich Hanabi, denn es war auch mein erster Besuch. Das Licht erlosch langsam und ich bemerkte, dass die Sterne an der Decke zu funkeln begann. Meine Haut prickelte, denn ich konnte die Magie in diesem Saal spüren. Mein Blick glitt nach vorne, wo der Vorhang sich leise raschelnd öffnete. Dort stand ein Mann, dessen goldsplittrige Augen mich an Onkelchen erinnerte. Ich hatte die Bilder von seiner Familie gesehen und ich wusste sofort, dass dort Kenai stand. "Willkommen im Zauberland, lasst euch von unsere magische Welt verzaubern und genießt die Vorstellung", er verneigte sich kurz und trat von der Bühne. Die Bühnenwand zeigte ein Dorf und im Hintergrund setzte sich leise Musik ein. Dann erschienen die Schattengestalten. Sie erzählten die Geschichte von einem Jungen, der das Abenteuer liebte und eines Tages begegnete er einem verletzten Drachen. Brom, so hieß der Junge, wollte dem Drachen helfen....

Fenrir


Das Grollen in mir ließ nach und ich lehnte mich an das Hasenmädchen, ihre Nähe hatte mich oft beruhigt. Auf der andere Seite saß Malevor und neben ihn war das Luchsmädchen. Das Licht wurde dämmerig und der Vorhang ging auf, wo auf der Bühne ein Mann stand. Erneuert wallte die Dunkelheit in mir auf, als ich seine mächtige Magie spürte. Ich konnte sie fast auf meiner Zunge schmecken und meine Nasenflügeln bebten leicht. Mein Brustkorb hob und senkte sich schneller. Es war, als wollte seine Magie mich anlocken. Dann blickte ich in goldsplittrige Augen, die uns einen Moment direkt ansahen und es kam mir vor, als hätte ich diese Augen schon mal gesehen. Mein Herz schlug wilder und alle meine Sinnen waren scharf. Schattenmagie, durchfuhr es mir, als die Schattengestalten erschienen und die Geschichte zu erzählen begann. Meine Ohren zuckten und mein Blick schoss zum Boden, wo sich ein Schatten versteckt hatte, der nicht dorthin gehörte. Malevor spürte ihn bestimmt auch, wie er uns....beobachtete. Das Hasen- und Luchsmädchen würden es wahrscheinlich nicht spüren, sie waren keine Dunkelgeborene. Misstrauisch beäugte ich den Schatten, es musste von diesem Mann kommen. Hatte er gemerkt, was wir waren? Der Schatten griff uns nicht an, sondern zog sich lautlos zurück, als hätte es ihn nicht gegeben.


307

27.04.2020, 11:35

Hanabi

Als das Stück begann, machte mein Herz einen Satz und ich starrte wie gebannt auf die Schatten, die die Geschichte erzählten. Noch nie zuvor hatte ich Schattenmagie gesehen. Weder im schlechten noch im guten Sinne. Es war... faszinierend. Man konnte kaum wegsehen, man war in der Geschichte drin und fühlte mit.
Trotzdem spürte ich, wie Fenrir sich an mir lehnte. Unwillkürlich griff ich nach seiner Hand und hielt sie sanft in meiner. Dabei genoss ich die Wärme dieser Berührung. Ich fühlte mich richtig wohl und verfolgte jede Bewegung auf der Bühne mit den Augen. Ich wollte ja nichts verpassen. Es überraschte mich, wie diese Bilder Gefühle in mir erzeugten, obwohl keine echten Menschen in dieser Vorstellung spielten. Alles war so... real. Die Bindung zwischen dem Drachen und dem Jungen berührte mich zutiefst und an einer Stelle musste ich mehrmals blinzeln, um die Tränen der Rührung zurückzuhalten.
Schließlich endete das Stück und im Saal wurde es plötzlich laut. Applaus, Jubelrufe, Kinder, die nach mehr Unterhaltung riefen. Irgendwie war die Zeit so schnell vergangen. Auch ich wünschte mir eine Zugabe. Ich wollte nicht, dass es schon vorbei war.

Malevor

Schatten. Dass es noch Menschen gab, die diese Magie beherrschten, glich einem Wunder. Der Dunkle Lord hatte damals gute Arbeit geleistet. Er hatte fast jeden Schattenmagier vernichten lassen - bis auf den Mann auf der Bühne und seinem Bruder, dem nun das Herz von Sury gehörte. Und vielleicht war das der Grund, warum da dieser Schatten in den Ecken lauerte. Er beobachtete meinen Bruder und mich. Natürlich spürte ich das. Auch, dass keine Gefahr davon ausging. Die Schwärze verschwand nach kurzer Zeit.
Ich konzentrierte mich wieder auf das Stück und war positiv überrascht, wie harmlos Schattenmagie eingesetzt werden konnte. Mir wäre nur in den Sinn gekommen damit eine Geschichte zu erzählen. Sie war lebendig, greifbar und mir persönlich gefiel es. Mir gefiel die Welt, die man mit solch einfachen Mitteln erschaffen hatte. In meiner Brust regte sich etwas, doch ich konnte schwer danach greifen. Keine Ahnung was das war, aber es gehörte zu einer Empfindung, die mir fremd war.
Als die schweren Vorhänge sich schlossen, kam Leben zurück in die Menschen. Es war laut. Weiter vorne riefen die Kinder nach mehr und nur kurze Zeit später öffnete sich die Bühne für sie, als hätte man auf die Wünsche der Kinder gewartet. Diesmal stand dort nicht der Mann mit den goldenen Augen, sondern ein junger Mann und eine junge Frau in sehr farblicher Aufmachung. Das Bühnenbild zeigte viele übergroße Bücher. Einige davon aufeinandergestapelt. Und dann... dann begann der Gesang.

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308

27.04.2020, 16:54

Taiga

Ich verlor mich in die Geschichte, wurde ein Teil ihrer Welt und ich spürte die Schattenmagie, die sowas Wundervolles erschuf. Ich nahm, was sie mir gab und fühlte, was sie fühlten. Meine eigene Magie summte vor Glück, öffnete sich für die Farben, die hier überall in der Luft tanzten und die nur ich sehen konnte. Farben, die aus den Ideen geboren waren und meine Quelle füllten. Atemlos verfolgte ich jede Szene, nahm das kleinste Details wahr und spürte wie mein Herz höher schlug. Hier an diesem Ort vereinte sich alle Künste und ich wünschte mir ewig an diesem Ort verweilen zu können. Die Geschichte erreichte ihr Ende und als die Schattengestalten verblassten, wurde laut geklatscht. Ich sprang auf und klatschte ebenfalls begeistert. Meine Augen leuchteten hell und am Liebsten wollte ich zu den Künstlern laufen. Ihre Kreativität lockte mich mit süße Düfte. Als die Bühne sich wieder öffnete, standen dort zwei Personen und sie begannen zu singen. Das Lied war leicht, lustig und dennoch verbarg sich für die Kinder eine Botschaft dahinter. Ich hüpfte an meinem Platz und jubelte erneut, wie die Anderen als der Vorhang sich endgültig schloss. Der Saal erhellte sich und Kenai erschien verneigend: "Vielen Dank, dass ihr vorbeigekommen seid." Die Menschen gingen mit ihre Kinder nach draußen. Ich seufzte glücklich mit einem verträumten Blick: "Das war wundervoll gewesen! Ich habe mich in das bezauberndes Theater unsterblich verliebt. Sowas muss auch in meiner Heimat geben."

Fenrir

Nach eine Weile entspannte ich mich ein wenig. Wir wurden weder angegriffen, noch rausgeschmissen. Anscheinend wurde unsere Anwesenheit akzeptiert, solange wir uns ruhig verhielten. Außerdem lenkte mich das Hasenmädchen ein wenig ab. Sie hielt meine Hand und mein Schwand klopfte gedämpft gegen die Sitzlehne. Stumm beobachtete ich sie, wie sie in diese Geschichte aus Schattenmagie eintauchte. An einige Stellen schimmerten sogar Tränen in ihre Augen. Natürlich schaute ich auch zu der Bühne und obwohl ich nicht unbedingt der Typ für langes Sitzen war, musste ich zugeben, dass diese Schattenmagie etwas Ungewöhnliches erschaffen hatte. Diese Dunkelheit war nicht schlecht, nicht böse. Sie schaffte es den Menschen eine Freude zu bringen und diese Menschen besaßen keinen Funken Furcht vor der Schattenmagie. Es war anders als meine Magie. Als die Geschichte endete, setzte sich die Musik ein. Das Luchsmädchen war wieder am Durchdrehen. Danach war die Vorstellung wirklich vorbei und wir mussten den Saal verlassen. "Warte", ertönte hinter uns eine Stimme. Es war der Schattenmagier.


309

27.04.2020, 17:41

Hanabi

Ich war schlichtweg begeistert. Genau wie Taiga. Das Lied zum Schluss sprühte nur so vor guter Laune und klugen Sprüchen, was mir sehr gefiel, weil es den Kindern spielend wichtige Dinge beibrachte. Als auch dieses Stück endete, war ich irgendwie enttäuscht, denn ich wollte noch länger unterhalten werden. Es war, als steckte man in einer Blase aus Glück fest. Das Draußen existierte nicht mehr, nur dieser Ort hier. Wie ein in sich abgeschlossener Raum in einem noch größeren Raum. Warum mir gerade dieser Vergleich in den Sinn kam, irritierte mich, aber es traf gut auf das zu, was ich empfand.
Ich hielt Fenrir an der Hand, als wir uns erhoben, um den Saal zu verlassen, allerdings kamen wir nicht weit, denn der Schattenmagier von vorhin tauchte auf. Ihm gehörte dieses Theater. Er hatte diese schöne Geschichte erzählt. Mit großen Augen sah ich ihn an. Dafür, dass er ein Sterblicher war, war er unfassbar hübsch. Besonders seine goldenen Augen. Ich mochte goldene Augen.

Malevor

Beide Mädchen waren hin und weg von der Vorstellung. Mir gefiel es auch, aber lange nicht so, dass ich fast auf den Sitz sprang und wie wild applaudierte. Wie Taiga es tat. Wobei... an ihre quirlige Art hatte ich mich irgendwie gewöhnt. Fast musste ich schmunzeln. Aber nur fast.
Der Schatten hatte uns nicht mehr beobachtet, dafür tauchte der Besitzer auf. An der Signatur erkannte ich ihn. An der Art, wie die Magie in ihm summte und zu einem besonderen Sterblichen machte. Immerhin gehörte er zu den Menschen, die für den Frieden dieser Welt gekämpft hatten. Mit Erfolg.
Ich musste meinen Kopf leicht in den Nacken legen, um ihn direkt anzusehen. Wäre ich erwachsen, sähe das anders aus. Dann wäre ich größer als er. Aber das müsste ihm wohl klar sein, wenn er meinen Bruder und ich irgendwie erkannte. Er schien nicht dumm zu sein. Eher das Gegenteil war der Fall. Bevor irgendjemand etwas sagen konnte, ertönte eine weitere Stimme, diesmal deutlich jünger. Kurz darauf tauchte ein Junge in einer Theaterverkleidung auf und rief: >Ich wusste es! Das sind Animagi! Papa, Papa, das sind Animagi, oder?<
>Cael! Komm sofort zurück, junger Mann. Du sollst nicht einfach abhauen!< meldete sich eine weitere Stimme. Eine Frau. Sie trug langes weißes Haar und war etwas aus der Puste, weil man schlecht eilen konnte, wenn man hochschwanger war. Ein Blick genügte mir. Zwillinge. Mädchen. Ohne Magie. Interessant.
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310

27.04.2020, 18:45

Taiga


Ich drehte mich um, als von hinten uns eine Stimme ansprach, die ich sofort erkannte. Es war Kenai und als der Junge uns erreichte, hielt er ihn an der Schulter auf. Seine Frau kam ebenfalls und ich wusste bereits aus der Erzählung, dass sie mit Zwillinge schwanger war. Ich lächelte Cael an: "Ja, wir sind Animagi wie deine Tante Silia. Du muss Cael sein, dein Onkel Akela hat mir viel über dich erzählt." "Du kennst mein großer Bruder?", fragte mich Kenai und sein Blick glitt zu den Brüder. Seine Haltung wirkte wachsam. "Ich bin Taiga", stellte ich mich vor. "Die Muse, die sich in einem Luchs verwandeln kann", nun lächelte auch Kenai. Stolz wallte in mir auf und ich freute mich, dass Akela und Silia von mir erzählt hatten. "Ja und das sind meine Reisegefährten Hanabi", ich deutete auf meine Freundin und mein Finger wanderte zu den Brüder: "Und..." "Fenrir und Malevor", kam er mir zuvor.

Fenrir


Ein Junge kam zu uns gerannt, der Sohn des Schattenmagiers und ihm folgte eine schwangere Frau, die seine Mutter sein musste. Ihre Magie roch anders, als käme sie von eine andere Welt und dieser Junge.....ich konnte beinahe die Magie in ihm pulsieren sehen. Die Babies im Bauch hingegen schienen keinen Funken Magie zu besitzen. Der Schattenmagier wirkte wachsam und sah mich und mein Bruder besonders aufmerksam an. In meinem Kopf begann es zu pochen, ich hatte das Gefühl, dass ich diesen Mann und diese Frau kennen musste. Das Pochen wurde stärker, als die Namen Akela und Silia fielen. Akela. Plötzlich blitzte kurz vor meine innere Augen ein Gesicht auf mit diese goldsplittrige Augen auf, doch eines war in Schatten gehüllt. Dunkelheit wallte in mir auf und etwas Altes wurde wach. Wut. Ich hielt die Hand von das Hasenmädchen fester. Der Schattenmagier kannte unsere Namen. Er kannte uns.





311

27.04.2020, 19:02

Hanabi

Licht. Da war so viel Licht. Anders als die Sonne, anders als der Mond. Dieses Licht kam von innen. Der Junge, der sich als Cael und Sohn des Schattenmagiers entpuppte, strahlte von innen heraus und besaß eine wahnsinnig große Kapazität an Magie. Ob das den Eltern bewusst war? Als mein Blick auf die Mutter fiel, machte sich ein komisches Gefühl in meinem Bauch breit. Nicht wegen der Schwangerschaft, sondern wegen ihrer Präsenz, die mir irgendwie vertraut vorkam. Sie war eine Lichtgeborene und gleichzeitig ein Mensch. Wie war das möglich? Und wie hatten sie diesen Jungen zeugen können? In einem Körper wie diesen... eigentlich wäre nur ein Animagi dazu in der Lage. Ein starker Animagi noch dazu.
Fenrirs fester Händedruck riss mich aus meinen Gedanken und ich realisierte, dass dieser Kenai die beiden Brüder kannte. Er hatte sie erkannt, also mussten dir Geschichten wahr sein. Sie waren vor einiger Zeit hier gewesen und hatten dazu beigetragen den Krieg zu beenden. Vor mir stand ein weiterer lebendige Teil Geschichte.

Malevor

Als dieser Junge auftauchte, blieb mein Blick eine Weile lang an ihm haften. Ich war ehrlich beeindruckt von seinem Wesen. Dass er als "Sterblicher" normal gehen, atmen und denken konnte, wenn da so viel Energie in ihm schlummerte, dass man damit ein ganzes Land füttern konnte. Dann schaute ich kurz zu der Mutter und zuckte nicht mal mit der Wimper, als der Mann unsere Namen nannte. Natürlich erinnerte man sich an uns. Dass wir deutlich jünger und kleiner waren, verschleierte nicht die Magie, die in uns schlummerte. Da reagierte ein Schattenmagier wie er eben ganz anders als seine Frau, die dem Licht angehörte.
Es war wohl ihr Instinkt, dass ihre Hände zu ihrem Bauch wanderten und doch wirkten ihre Züge weich, als sie zu uns sah. >Es freut mich, euch kennenzulernen. Ich hoffe, ihr hattet viel Spaß bei der Vorstellung!<
Cael wollte einen Schritt auf uns zu machen, aber die Hand seines Vaters lag nach wie vor auf seiner Schulter. Das schien ihn zu verwirren. >Wenn sie Freunde von Tante Silia und Onkel Akela sind, dann müssen wir die zum Essen einladen. Das gehört sich so, oder nicht?<
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312

27.04.2020, 19:26

Taiga


Meine Haut prickelte leicht bei so viel Magie, die um uns herum summte. Es erinnerte mich an einem Bienenstock. Prinzessin Jenayas Magie war hell und ein deutliches Zeichen dafür dass sie eine Lichtgeborene war. Ich wusste, dass sie das dritte Auge besaß, mit den sie auch die Zwischenwelt sehen konnte. Doch am Stärksten pulsierte die Magie in Cael, er war etwas ganz Besonderes. Seine Magie würde in dieser Welt nicht ein zweites Mal geben. Bevor ich Kenai danach fragen konnte, ob er die Brüder aus dem Krieg kannte, sprach Prinzessin Jenaya. Meine Augen leuchteten auf: "Es war großartig gewesen! Wir haben zum ersten Mal ein Theater besucht. Und ich freue mich riesig euch endlich kennenlernen zu können!" Schließlich fragte Cael seinem Vater, ob sie uns nicht zum Essen einladen könnten. Kenai sah sein Sohn an, dann uns und sein Blick verharrte einen Moment länger auf die Brüder, schließlich wanderte sein Blick zu seiner Frau. Ich hatte das merkwürdige Gefühl, dass mir etwas entging. Lag es etwa an Fenrir und Malevor? Dann nickte Kenai: "Wir möchten euch zum Essen einladen." Wieder sah er die Brüder an: "Es ist eigentlich unmöglich, dass ihr hier seid. Ich bin bereit mir eure Geschichte anzuhören, ich habe nicht vergessen was ihr für die Welt in den letzten Moment getan habt. Aber ich habe auch nicht vergessen, wie ihr davor gewesen seid."

Fenrir


Eindeutiger konnte der Beweis nicht sein, dass sie uns kannten. Außer der Junge. In den letzten Worte des Schattenmagiers versteckte sich eine Warnung, dass wir uns benehmen sollten. Ich unterdrückte den Drang ihn anzuknurren. Etwas an ihm reizte mich und den Namen Akela zu hören reizte mich noch mehr. Wieder spürte ich diese alte Wut in mir und ich hatte überhaupt keine Lust mit ihnen zu essen. "Wir nehmen sehr gerne die Einladung an", freute sich das Luchsmädchen und drehte sich zu uns um: "Was meint ihr?" Mein Blick wurde grimmig und ich antwortete nicht. Ich hielt nur die Hand fest und linste kurz zu meinem Bruder hinüber. Konnte er sich an ihnen erinnern? Oder hatte er auch Blockaden wie ich?


313

27.04.2020, 19:44

Guten Abend ;)

Hanabi

Nun war ich wirklich irritiert. Der letzte Satz vom Schattenmagier klang nicht sehr freundlich und trotzdem war er damit einverstanden uns alle zum Essen einzuladen. Cael schien sich riesig darüber zu freuen, sein breites Lächeln reichte ihm bis zu den Ohren. Er war ein äußerst aufgeweckter Junge. Mit sehr einzigartigen Augen, die mir erst jetzt auffielen. >Ja, ich bin natürlich damit einverstanden. Ich würde sehr gerne mehr über euch und eure Geschichte erfahren.< willigte ich lächelnd ein. Dabei entging mir nicht der Druck in Fenrirs Hand. Etwas störte ihn. Sehr sogar. In seinem Gesichtsausdruck las ich jedenfalls keine Freundlichkeit, was wirklich schade war, weil bislang noch nichts Schlimmes passiert war. Ganz im Gegenteil... diese Familie war so nett und lud uns zu sich ein.
Sein Bruder verhielt sich ruhig wie immer, neigte allerdings respektvoll den Kopf. >Ich habe nichts gegen diese Einladung einzuwenden.<

Malevor

Die Dunkelheit von Fenrir fachte die meine an, doch ich unterdrückte und brachte sie unter Kontrolle. Wir hatten keinen Grund unhöflich zu sein. Nicht zuletzt, weil diese Menschen Sury wichtig waren und ich ihr nicht noch jemanden nehmen wollte. Ich hatte bereits zu viel Schlimmes getan, als dass ich mir noch mehr aufbürden wollte. Außerdem war diese Familie ganz harmlos. Sie beschützten sich nur, daran war nichts verwerflich. Aus diesem Grund trat ich meinem Bruder näher und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Meine Energie floss in ihn. Er sollte sich beruhigen. Für Fragen hatte er später noch Zeit. Ich befürchtete, dass ich ihn nicht lange davon abhalten konnte, mehr über seine Vergangenheit zu erfahren. Irgendwie wollte der Lauf der Dinge es so, dass er schon bald sein altes Ich traf.
>Sehr schön, dann dürft ihr gleich mitkommen. Und wenn ihr wollt, könnt ihr euch heute Abend eine weitere Vorstellung anschauen. Die geht dann aufs Haus.< sagte die Mutter freundlich, woraufhin Cael begeistert eine Faust in die Luft stieß. >Oh ja! Da darf ich sogar mitmachen!<
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314

27.04.2020, 19:58

Hallihallo :)

Taiga


Ich dachte einen Moment über die Worte von Kenai nach, es klang, als kannte er die dunkle Seiten der Brüder und hoffte das würde in Keinem unangenehme Erinnerungen wecken. Aber am Ende hatten sie zusammen für den Frieden gekämpft, also hatten sie einen Weg gefunden einander zu akzeptieren und warum sollte das jetzt anders sein? Meine Augen leuchteten auf: "Noch eine Vorstellung? Die schauen wir uns natürlich an!" Dann lächelte ich den Jungen an: "Dann werde ich für dich besonders viel klatschen." Ich sah die Farben und roch die Ideen, spürte wie seine Kreativität sich entfaltete. Er war genauso talentiert wie sein Vater und Onkel. Wir gingen los und aufgeregt sah ich zu Hanabi rüber. Endlich lernte ich die Familie von Onkelchen kennen und sie waren ebenfalls Helden. Und Cael war genau in dem Moment geboren, als der Krieg endete und der Frieden einkehrte.

Fenrir


Mein Brustkorb hob und senkte sich schwer, die Dunkelheit wollte raus. Aber dann legte Malevor seine Hand auf meiner Schulter und seine Magie floss durch mich, besänftige die aufwallende Dunkelheit. Und die Wut, die sich wie ein tiefer Abgrund anfühlte. Ich rückte dem Hasenmädchen noch näher und atmete tief ihr Duft ein. Wir wurden zu eine weitere Vorstellung eingeladen, die heute Abend stattfand. Ich versuchte keine Miene zu verziehen. Ich wollte nicht in ihre Nähe sein, doch gleichzeitig besaßen diese Leute Antworten auf meine Fragen. Sie wussten, was damals geschehen war und ich war mir ganz sicher, dass es mir nicht sonderlich gut schmecken würde. Diese verzehrende Wut sagte schon alles. Die Frage war, woher diese Wut kam.


315

27.04.2020, 20:24

Na, wie gehts? Etwas Normalität eingekehrt? :)

Hanabi

Zu einer weiteren Vorstellung sagte ich gewiss nicht Nein. Die erste hatte mich schon begeistert, ich wollte unbedingt mehr sehen, mich mehr in dieser Kunst verlieren. Sie lud zum Träumen ein. Und vielleicht wäre das eine weitere Ablenkung für die beiden Brüder. Keine Ahnung, was in ihnen vorging, aber Malevor trug dazu bei, dass Fenrir meine Hand nicht mehr zerquetschte. Ich hatte mich nicht beschwert. Er schien meine Nähe zu brauchen und die wollte ich ihm geben, wenn er sich dadurch besser fühlte.
Wir folgten der Familie hinter die Bühne, wo Cael wie eine geballte Ladung Energie losplapperte und uns alles zeigte, an dem wir vorbeigingen. Von Kisten mit Requisiten bis zu den Umkleiden der Künstlerinnen und Künstler... es war voller und lebendiger als gedacht. Ich bräuchte Tage, um mich hier zurechtzufinden. >Das da hinten ist Amelia. Mit ihr werde ich heute Abend singen!< sagte Cael voller Stolz und winkte einem blonden Mädchen zu, das in einem hübschen Kleid steckte. Sie winkte breit lächelnd zurück.
>Jetzt müssen wir nur durch diese Tür und schon sind wir draußen. Von hier sind es dann zehn Minuten Fußweg bis zu uns nach Hause. Bestimmt wird Mama etwas sehr Leckeres kochen. Immer, wenn wir Gäste da haben, kocht sie ganz besonders gut.<
Die Lichtgeborene mit dem weißen Haar lachte leise und kniff ihrem Sohn in die Wange. >Ach, und wie koche ich denn, wenn keine Gäste da sind?<
Cael überlegte nicht lange. >Wie eine Mama eben... mit ganz viel Liebe... das sagt Papa auch immer.<

Malevor

Da mein Bruder nicht drohte vor Wut zu platzen, ließ ich von ihm ab. Die Kontrolle, die er besaß, wenn er in der Nähe von Hanabi war, war beeindruckend. Es musste eine Verbindung zu Alita geben, sonst konnte ich mir dieses Verhalten schlichtweg nicht erklären. Darüber würde ich mir aber ein anderes Mal Gedanken machen. In diesem Moment richtete ich meine Aufmerksamkeit auf die Familie, die nicht unterschiedlicher sein könnte. Licht und Schatten. Das erinnerte mich stark an meine Beziehung zu Sury. Sury, die nun mit dem Bruder von diesem Mann zusammen war. Glücklich, wie ich hoffte. Trotz der brennenden Eifersucht in meinem Herzen hatte ich mir immer ein gutes, erfülltes Leben für sie gewünscht. Immerhin hatte sie meines um einiges bereichert. Vielleicht würde ich sie schon bald wiedersehen. Das hoffte ich zumindest. Letztes Mal hatte es mit der Kommunikation nicht geklappt. Leider.
>Was könnt ihr eigentlich so? Tante Silia meinte, dass Animagi besondere Fähigkeiten besitzen. Anders als wir Menschen. Sie selbst ist wie die Sonne! Und ihr Bruder regelt die Zeit, ist das nicht toll!?< wandte sich der Junge im Gehen an uns. Er sprach ohne Punkt und Komma, vielleicht ein Nebeneffekt seiner aufgestauten Energie. Besser als das mit Gewalt abzubauen... >Ich bin ein Sternenhase. Nachts ziehe ich los und erfülle Wünsche.< antwortete Hanabi sogleich, was den Kleinen völlig umhaute. Er stolperte kurz. >Wünsche? Du erfüllst Wünsche? Also das finde ich so viel besser! Darf ich mir gleich etwas wünschen?<
>Oh,... also... das funktioniert nur, wenn man eine Sternschnuppe sieht.<
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27.04.2020, 20:49

Gut soweit und dir? :) Hat sich noch nicht viel verändert. Bei dir?

Taiga


Mein Kopf drehte sich in jede Richtung und ich versuchte alles in mir aufzunehmen, was ich sah. Es gab hier viel zu entdecken und überall war Farben. Die Fantasie und die Kreativität schien hier keine Grenzen zu kennen. Mein Körper summte vor Glück und ich wollte mich am Liebsten mit den Künstlern austauschen. Mein Kopf war voll von Ideen. Gleichzeitig hörte ich gespannt Cael zu und seine lebendige Art war unglaublich ansteckend. Ich mochte den Jungen. Dann fragte er nach unsere Fähigkeiten und ich musste lächeln, wie er begeistert auf Hanabi reagierte. Es war wirklich eine tolle Fähigkeit und vielleicht sollte ich mir eines Tages auch etwas wünschen, wenn ich ein Sternschuppe sah. Es sei denn es galt nur für die Menschen. Wir näherten uns einem Haus, wovon Cael gesprochen hatte. "Ich bin sowas wie eine Muse", um auch die Frage zu beantworten: "Ich kann bei den kreativen Menschen einen Inspirationsschub oder neue Ideen geben. Ich helfe sozusagen die Werke zu vollenden, wenn sie eine Blockade haben."

Fenrir


Dieser Junge redete ohne zwischendurch Mal Luft zu holen und übertrumpfte damit das Luchsmädchen. Und sie fand ich schon als aufgedreht. Der Schattenmagier redete nicht viel, sondern warf immer wieder Blicke auf uns. Er war nach wie zuvor wachsam, aber wirkte dennoch entspannt. Seine Haltung sprach eindeutig von Kampferfahrungen. Wenn sein Blick seine Frau oder seinem Sohn streifte, wurden die Augen heller und ich erkannte, dass seine Familie ihm alles bedeutete. Und er war bereit sie mit allem zu beschützen. Ich gab keine Antwort, als der Junge nach unsere Fähigkeiten fragte. Wobei, vielleicht würde er aufhören endlos zu plappern, wenn der Schreck in seine Knochen saß. Aber ich glaubte, man würde es nicht gut aufnehmen, wenn ich mir einen schlechten Scherz erlaubte.


317

27.04.2020, 21:02

Mir geht es gut, endlich eine Woche Urlaub woop woop! Ansonsten tragen jetzt alle Masken und das ist komisch XD

Hanabi

Obwohl ich diese Menschen erst einige Minuten kannte, mochte ich sie. Sie hatten etwas an sich, was mich willkommen fühlen ließ und das passierte nicht oft. Ob es daran lag, dass sie zum Teil im Namen des Lichts geboren waren? Zwar gehörte der Schattenmagier nicht dazu, doch seine Art ließ darauf schließen, dass er ein sehr netter Mann war. Er liebte seine Familie. Dazu benötigte er keine Worte, um das auszudrücken. Man sah ihm die Liebe an. Ich erinnerte mich an Malevors Worte nach dem Musenkuss von Taiga. Dass Küssen sich erst dann schön anfühlte, wenn der Akt von Herzen kam. Diese beiden hatten die wahre Liebe im anderen gefunden. Es war wunderschön anzusehen. Und schon bald würde ihre Familie Zuwachs haben.
>Ideen sind auch toll!< sagte Cael begeistert. >Bis jetzt hatte ich noch nie eine Blockade, aber sollte ich eine haben, dann rufe ich dich einfach.< fügte er grinsend hinzu, als er plötzlich die letzten Meter losrannte und an der Tür zum Haus wartete. Es war nichts Pompöses, nichts Aufregendes oder so. Ein ganz normales Heim für eine nicht ganz normale Familie. Einladend und warm.

Malevor

Mir entging der wachsame Blick des Schattenmagiers nicht. Er sorgte sich um seine Familie, darum nahm ich es nicht allzu persönlich. Wäre ich an seiner Stelle, würde ich genauso handeln. Darum tat ich nichts, was seine Missgunst erwecken könnte und sagte seinem Sohn nicht, dass ich nur einen tiefen Atemzug zu machen brauchte, um ihm den Lebenswillen zu rauben. Was dann indirekt sein Todesurteil wäre. Ohne Wille, kein Sinn. So einfach und schrecklich war diese Wahrheit. Eine Wahrheit, die ich eine Zeit lang in der Ewigen Verdammnis am eigenen Leib zu spüren bekommen hatte.
Ich schüttelte diese unschöne Phase meines Lebens ab und betrachtete das Haus, in dem diese Familie lebte. Zweistöckig, mit duftenden Blumen geschmückt, im Hintergrund hörte ich das Rauschen von Wasserfällen und auf dem Dach entdeckte ich eine Öffnung, aus der Rauch austrat. Scheinbar wurde gerade etwas gebacken, denn die Mutter eilte davon und verschwand in einem Raum, aus dem ein leckerer Duft in die anderen Räume gelangte. Cael freute sich mal wieder. >Juhuu, es gibt Himbeerplätzchen. Ich liebe Mamas Plätzchen! Die sind die Besten der Welt!<
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27.04.2020, 21:23

Das freut mich für dich^^ Irgendwann gewöhnt man sich bestimmt daran:D

Taiga


"Du kannst mich immer rufen, wann du willst", sagte ich munter und betrachtete neugierig das Haus. Es sah gemütlich aus und ich fühlte mich sofort wohl. Besonders bei dem köstlichen Duft, der in meine Nase wehte. Prinzessin Jenaya verschwand sogleich in einem Raum und Cael rief nach Himbeerplätzchen. Freudig klatschte ich in die Hände: "Sie sind so köstlich. Akela hat mir einmal welche abgegeben, als ihr ihm eine Portion geschenkt habt. Ich habe nie den himmlischen Geschmack vergessen." Hätte ich noch meine echte Ohren, würden sie jetzt vor Freude zucken. Kenai nickte zufrieden: "Die besten Plätzchen auf der Welt." Dann führte er uns in einem Raum und sagte: "Setzt euch." An einer Wand entdeckte ich ein Familiengemälde und ich erkannte sofort, dass es Akela gemalt hatte. "Ich kann es kaum glauben, dass ich euch endlich kennenlernen kann", meine Augen funkelten begeistert und dann fiel mir was ein: "Oh, ich habe Briefe und ein Geschenk von Akela und Silia." Ich wühlte in meiner Tasche herum, dann reichte ich Kenai die Briefe und den eingewickelten Gegenstand Cael. "Danke", antwortete Kenai und steckte die Briefe in seiner Jackentasche: "Seid ihr alle von Hana'yei gekommen? Und warum seid ihr hier?" Anscheinend kannte er unsere Gesetze, sonst hätte er nicht gefragt warum hier waren. "Ich habe meinen ersten Auftrag in der Menschenwelt bekommen und als ich in Alithea ankam, bin ich Hanabi begegnet. Sie lebt dort und sie hat vor einer Woche die Beiden hier im Baum gefunden. Sie waren dort geschlüpft und ich habe ihr dann meine Hilfe angeboten mit zu kümmern. Jetzt sind wird hier, damit ich meine Aufgabe erfüllen kann und wir wollen auf unsere Reise Abenteuern erleben", erzählte ich.

Fenrir


Wir wurden zu einem Haus geführt, wo diese Familie anscheinend lebten. Die Frau rannte schnell in einem Raum, wo es sehr nach etwas Gebackenes roch und wir würden von dem Schattenmagier in einem anderen Raum gebracht. Kaum saß das Hasenmädchen, war ich auf ihr Schoß geklettert und blieb dort sitzen. Der Junge plapperte immer noch, doch als sein Vater zu sprechen begann, schwieg er kurz. Ich fragte mich wie für lange, aber vielleicht lenkte ihm das Geschenk hab. Währenddessen gab das Luchsmädchen eine kurze Zusammenfassung, was in der letzte Woche geschehen war. Der Schattenmagier runzelte verwirrt die Stirn und wieder sah er mich und meinem Bruder an: "Das verstehe ich nicht. Ich habe gesehen, dass ihr mit den dunklen Lord verschwunden ward. Es gab keine einzige Spur mehr von euch. Könnt ihr euch an damals erinnern?"


319

27.04.2020, 21:41

Ich denke, die Normalität kehrt erst dann zurück, wenn die Kinder wieder in die Schule dürfe...

Hanabi

Wenn Taiga schon von den Plätzchen schwärmte, dann war ich sehr gespannt darauf. Ich hatte noch nie Plätzchen gegessen, auch das war ein erstes Mal für mich. Ich war sehr dankbar dafür, dass sie uns zum Essen einluden und in ihrem Haus sein durften. Das war wie ein Akt des Vertrauens. Immerhin würde ich nicht jeden in meinen Bau lassen. Den Bau, den ich leider zurücklassen musste...
Ich setzte mich auf einen freien Platz nahe eines Lagerfeuers, welches in der Hauswand eingebaut war. Interessant. So wärmten die Menschen also ihre Gebäude. Das hatte ich schon öfters aus dem Himmel gesehen. Rauchschwaden, die aus Häuserdächern in die Höhe stiegen. Da es noch Tag und recht warm war, heizten sie nicht. Vielleicht dann bei Nacht. >Ich öffne das Geschenk in meinem Zimmer.< verkündete Cael aufgeregt, als er auch schon im Flur verschwand. Zurück blieben meine Freunde und der Schattenmagier.
Er steckte die für ihn bestimmten Briefe weg und sprach die Zeit vor meiner Geburt an. Damals, als der Krieg stattgefunden hatte. Interessiert ließ ich meinen Blick von Malevor zu Fenrir schweifen. Wie viel sie von ihrer Vergangenheit wussten, war mir nicht bekannt. Sie hatten nie darüber gesprochen. Ich wusste nur, dass Fenrir angespannt war, weshalb ich nochmal nach seiner Hand griff, um sie sanft zu drücken. Möglicherweise verband er nicht viele gute Dinge mit seiner Vergangenheit...

Malevor

Irgendwie überraschte es mich nicht, dass wir schnell zur Sache kamen. Taiga überreichte die Geschenke, die für die Familie gedacht waren und dann sprach der Schattenmagier das eigentliche Thema des Abends an. Er hatte mit eigenen Augen gesehen, wie Fenrir und ich gemeinsam mit dem Dunklen Lord verschwunden waren. Was danach passiert war... das schien er offenbar nicht zu wissen. Somit blieb das weiterhin ein Geheimnis, dem ich auf den Grund gehen musste, wenn sich bald eine Gelegenheit ergab.
Ich stieß einen tiefen Seufzer aus und ließ die Schulter sinken. >Leider erinnere ich mich an alles. Nur nicht daran, was nach unserem Verschwinden geschah und warum wir in Alithea wiedergeboren wurden.< antwortete ich ehrlich. >Hanabi hat uns bei sich aufgenommen, wie Taiga erklärt hat und jetzt reisen wir zusammen.< Es gab viele Orte, an denen ich jetzt lieber wäre, um mir Wissen anzueignen, aber fürs Erste war das hier wichtiger. >Wie ich sehe, wurde der Krieg siegreich beendet und eine friedliche Ära beherrscht die Welt. Das ist gut... dafür habt ihr hart gekämpft.< Und viel verloren...
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27.04.2020, 22:05

Ja, das denke ich auch

Taiga


Cael rannte gleich mit dem Geschenk in seinem Zimmer und ich hörte die Stufen der Treppe knarzen. Ich musste schmunzeln, Kinder liebten Geschenke. Auch die Animagi-Kinder. Dann richtete ich meine Aufmerksamkeit auf Kenai, denn er sprach ein wichtiges Thema an. Es ging um die Brüder und was damals geschehen war. Und um das Rätsel warum sie alleine in einem Baum geschlüpft waren. Ich sah zu Malevor hinüber, der das Sprechen übernahm und ich musste schlucken. Er erinnerte sich an alles, außer an die Wiedergeburt. Es bedeutete, dass er sich auch an die Dingen erinnerte, wo er schlechte Sachen getan hatte und ich fragte mich wie er schaffte diese Last zu tragen. Ich spürte das Bedürfnis ihn in den Arm nehmen zu wollen, um ihn zu zeigen, dass er nicht alleine war und ich jetzt nicht anders von ihm dachte. Ich hatte es ernst gemeint, als ich vor ein paar Tagen meinte, dass Jeder eine Chance verdiente, wenn ein neues Leben geschenkt wurde.

Fenrir


Mein Kopf ruckte in die Richtung meines Bruders und ich starrte ihn an. Er erinnerte sich an alles und hatte die ganze Zeit einfach geschwiegen? Ich hatte es zwar geahnt, aber es zu wissen, war eine andere Sache. Mein Herz begann wild zu pochen. "Ich kann mich kaum erinnern", knurrte ich leise und starrte den Schattenmagier an: "Ich will es endlich wissen. Ich will wissen, was ich in diesem Krieg zu suchen hatte und warum ich euch geholfen habe. Ich will wissen, was dieser Krater zu bedeuten. ich will wissen, wer dieses weißhaarige Hasenmädchen ist. Und wer die Sonnenfüchsin und der Katzenjunge sind. Ich will wissen, was mit ihnen ist. Ich will endlich wissen, was in meinem letzten Leben gewesen ist!" Ich sprang auf meine Füße und riss mich von dem Hasenmädchen los. Der Schattenmagier musterte mich ruhig: "Bist du dir sicher, dass du es wissen möchtest? Erinnerungen können sehr schmerzhaft sein, wenn man sie verloren hatte." Ich ballte meine Hände zu Fäuste: "Ich will Antworten!" Schließlich sah er Malevor an: "Wird seine Kraft ausbrechen?"