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1

29.10.2020, 17:36

Once upon a Dream ( Talia & Feder )

Vier Helden,
Dritter Band,
Zwei Welten,
Ein Universum
und ein neues Abenteuer beginnt!




a million Dreams - the Greatest Showman




~ Band 1: Bound to you


2

29.10.2020, 22:11

Eine neue Welt


Valaris




Die Hauptstadt - Innenstadt



- die Stadttore



- der Hafen



- die Palastgärten



- der Gebetsturm

Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
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3

30.10.2020, 23:59

Cael Reavstone



Status: starker Magier mit Kontakt zur Zwischenwelt (Geister), arbeitet im Theater seiner Familie
Familie: Sohn von Jenaya und Kenai, hat zwei Schwestern namens Ahari und Volana (Zwillinge), sein Onkel Jaris regiert Ocamma und Onkel Juvio arbeitet als dessen rechte Hand. Er hat Akela zum Onkel und Silia als angeheiratete Tante.
Gefährte: Ivoli (Geisterführer)
Alter: 25
Aussehen:





Ivoli





Imesha



Status: arbeitet für den Kaiser Oda; sie erledigt Aufgaben im Hintergrund und unterhält zudem die Gäste im Palast / im Palast bekannt als Sairentohoku (der stille Falke)
Familie: unbekannt / ihr Vorgesetzter Ruko ist wie ein Vater für sie
Gefährte: keinen
Alter: 22
Aussehen:



Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
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4

31.10.2020, 13:47

Ryu Thyell-Herondale

Status: Prinz von Ingluae und Aradon, Magier mit halbdämonischen Harpyie-Blut
Familie:
  • - Sohn von Jadis und Ardan
  • - älterer Adoptivbruder Zen
  • - ältere Schwester Silia ( sie träg die Magie von Ardan in sich, ist eine Animagi ) und ihr Mann Akela ist der Schwager
  • - jüngere Zwillingsgeschwister Elora und Elior
  • - jüngere Schwester Cue
Alter: 24
Aussehen:
  • - er sieht dem Schauspieler Thomas Doherty ähnlich aus ( = Harry Hook aus Descendants, Zander aus Street Dance - Folge deinem Traum )
  • - er hat die waldgrüne Augen seiner Mutter
  • - auf dem Rücken hat er einen schlangenähnlichen Drachentattoo wie sein Vater, zudem hat der Drache gefiederte Flügel und Vorderkrallen wie die einer Harpyien
  • - er trägt einen Wappenring der Königsfamilie Herondale ( breiter goldener Ring mit Oramentenmuster )
Seine Rüstung:
  • - sieht wie bei Lancelot aus Granblue Fantasy aus ( Anime / Spiel )
  • - die linke Waffe ist in der Mitte flammengolden, statt blau und der blauvioletten Teil hat stattdessen Lavafarben
Gefährten:
- Feuersalamander und sie sind aus Sagen von Ingluae auch als Feuergeist bekannt
- Egon in Action


Ilea Daaè

Status: arbeitet im Gasthof Zum Kranichhof ihres Vaters. Beziehungsweise hat sie dort eine kleine eigene Ladenecke, wo sie selbst hergestellten Tees, Öle, Düfte, Salben u.ä. anbietet. Sie kennt sich mit der Kräuterheilkunde aus
Familie:
  • - lebt mit ihrem Vater Gawain und ihrer „Großmutter“ Makoto ( ist keine Blutsverwandte ) zusammen
  • - Mutter Maïwenn ist fortgegangen, damals war Ilea vier Jahre alt gewesen
Alter: 23
Aussehen:
  • - sie sieht der Schauspielerin Lily James ähnlich aus, beziehungsweise wie die Cinderella aus der Realverfilmung
  • - ein kleiner rot geerbter Muttermal in Form einer Lotusblüte auf der rechten Hand zwischen Daumen und Zeigefinger, damit es nicht auffällt trägt sie oftmals auf ihrer Hand ornamentale, rotbraunen Hennatattoo, die nur die Hälfte der Hand und den Zeigefinger bedeckt
  • - sie trägt eine Kette ihrer Mutter, die sie ihrer Tochter hinterlassen hat. Es ist ein dünner goldener Ring, am inneren Rand sind Halbkreise, die schnörkelig miteinander verbunden sind und sollen als Wolken darstellen. In der Mitte, wo nur Luft ist, fliegt ein goldener Kranich. Nur der Schnabel, die hochfliegende Flügelspitzen und die Füße sind mit dem Ring verbunden
  • - sie trägt zwei Armbänder, einmal aus weiße kugelförmige Quartz mit einem schwarzen kugelförmige aus Obsidian und das andere Armband ist umgekehrt. Sie stellen Ying und Yang dar

Das Gasthaus:
  • - die Bilder im Anhang sind eine ungefähre Vorstellung des Gasthauses und es befindet sich auf einem Grundstück
  • mit Land, statt auf dem Wasser
  • - das große Haus ist das Gasthaus und und die rundförmige Eingangstür ist aus massivem, dunklem Holz mit einem weißem Kranich und rankende Kirschblüten. Die obere Etage ist mit der obere Etage des linken Nebengebäude verbunden, dort sind die Gästezimmer mit einem geschlechtsgetrennten, gemeinschaftlichen Baderaum. Unten im Haupthaus ist der Speiseraum
  • - das linke Nebengebäude hat unten keine Terrasse, sondern ist ein normales Gebäude und stellt den kleinen Laden dar. Im Speisesaal kommt man durch einen offenen, runden Türbogen in den Laden
  • - das rechte Nebengebäude ist ebenfalls ein normales Gebäude und ist der private Wohntrakt, es gibt aber die schmale Terrasse zwischen dem Haupthaus und dem Wohntrakt, damit sie deutlich voneinander getrennt sind
  • - das längliche Gebäude dahinter existiert nicht
  • - hinter dem Gasthaus gibt es einen privaten Garten und im kleinen Vorgarten gibt es noch einen Stall für die Pferde der Gäste
  • - die Dächer sind in einem dunklen Blauton und die Vögel darauf existieren nicht
  • - es gibt nur eine Brücke ( die Gebogene ) und sie befindet sich einige Metern vor dem großen Haus und nicht an der Seite, unter ihr fließt ein breiter Fluss. Auf den Brückenpfosten sind weiße Kranichstatuen
»Feder« hat folgende Bilder angehängt:
  • Gasthaus vorne.jpg
  • Gasthaus hinten.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Feder« (31.10.2020, 14:13)


5

01.11.2020, 19:59

Prolog

Sanft trieben die Wellen des Meers das mitleidserregend aussehendes Floß zu einer Insel und bereits aus der Ferne konnte man schon den imposanten Vulkan sehen, trotz den Klippen in schwindelerregende Höhen und der massiven Mauer. Wie ein König des Feuers schien er über die Insel zu herrschen und auf dem ersten Blick sah die Insel für jeden Fremden nicht einladend aus. Doch hinter den Mauern und zwischen den Klippen verbarg sich eine Stadt in ihrer einzigartige Schönheit. Es war das Königreich Ingluae. Die Bewohnern dieser Stadt schienen nichts von dem Floß zu bemerken, denn an diesem Tag war besonders auf dem Meer ungewöhnlich nebelig und leise trugen die Wellen den Floß zu einem einsamen Strand. Es ging auseinander, kaum war es am Ufer und eine Gestalt regte sich, die auf dem Floß gelegen hatte. Es war ein Mann in salzverkrustete Kleider, der aus seiner Bewusstlosigkeit aufwachte und benommen hob er langsam dem Kopf an. Mit einem verschwommener Blick bemerkte er, dass er nicht mehr auf dem weiten Meer trieb, wo ihm die unheimlichsten Kreaturen aus dem tiefen Blau nicht mehr auflauerten. „Land“, krächzte er in seiner Sprache, die einen melodiösen Klang besaß und fuhr mit der Zunge über die vertrocknete, blasse Lippen. Schwerfällig rollte er zur Seite bis er nur noch den Sand unter sich spürte und genoss das Gefühl vom Boden, auch wenn ihm die trockene Hitze in der Luft das Atem erschwerte. Der Nebel begann sich zu lichten, als er seinen magischen Schutz auflöste und seine dunkelbraunen, mandelförmige Augen erblickten den blauen Himmel, der nicht viel anders wirkte als der Himmel in seiner Heimat. Es war beruhigend in dieser fremde Welt etwas Vertrautes zu sehen. Ein Husten überfiel ihm und er konnte das Blut schmecken, jede einzelne Knochen tat ihm weh. Er wusste, er hatte nicht mehr viel Zeit. Die lange unbekannte, gefährliche Reise hatte dem Dunkelhaarigen alles abverlangt und jetzt musste er noch die letzten Schritte schaffen. Wenn die Prophezeiung wahr war, würde er hier Hilfe finden. Ansonsten würde seine eigene Welt untergehen.


6

02.11.2020, 14:47

Cael

Adrenalin rauschte durch meine Adern, während meine Augen prüfend hin- und herblickten. Wurf in die Mitte oder Sprung nach links? Ich hatte nicht viel Zeit zu überlegen, denn Zen kam mir zu nahe und auch die anderen Gegner rückten auf. Es musste schnell gehandelt werden. Weniger nachdenken, mehr nach Gefühl agieren. Immerhin war ich bloß einige Steinblöcke vom Tor entfernt. Und vor dem Tor wartete ein breit grinsender Ryu auf mich. Er liebte dieses Spiel genauso sehr wie ich. Strandball. Es hörte sich unspektakulär an, aber für jeden Anfänger war dieses Strategiespiel ziemlich fordernd. So wie Fußball. Das hätten wir auch spielen können, doch Strandball machte an sonnigen Tagen wie heute einfach mehr Spaß.
Am Rande nahm ich zudem jubelnde Zuschauer wahr, die sich versammelt hatten, um uns alle beim Spielen zuzusehen. Besonders die jungen Frauen Ignulaes ließen sich uns gutaussehende Männer in Badehosen bestimmt nicht entgehen. Würde ich an ihrer Stelle auch nicht. Eine meiner Schwestern, Ahari, war ebenfalls mit von der Partie und gab mir mit einem unmerklichen Nicken zu verstehen, dass sie einen Plan hatte. Anders als Volana trieb sie gerne Sport und war auch verdammt gut darin.
Ich reagierte schnell, sprang auf den nächsten trockenen Steinblock und riskierte einen Sprung auf einen weiteren, der allerdings etwas rutschig war und viel Geschick erforderte. Da Magie nicht erlaubt war, musste ich mich voll und ganz auf meinen Gleichgewichtssinn verlassen. Im selben Moment fixierte ich meine Schwester, warf ihr den Ball zu und atmete erleichtert aus, als er sicher in ihren Händen landete. Sofort wandten sich Zen und zwei andere Männer von mir ab, folgten ihr so schnell wie möglich, während ich Elior blockte, weil er sie sonst vor allen anderen erwischt hätte. Er war Ryus jüngerer Bruder. Ebenfalls ein Zwilling wie Ahari und Volana es waren.
>LOS, WIRF!< rief ich meiner flinken Schwester zu, die in einem sensationellen Sprung den Ball Richtung Tor warf. Eigentlich war es kaum möglich an Ryu vorbei ein Tor zu treffen, aber selbst ihn konnte man hin und wieder gut täuschen. Dazu gehörte eben viel Übung.
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7

02.11.2020, 17:56

Ryu

Die Sonne brannte heiß in meinem Nacken und ich genoss das Gefühl von Hitze auf meiner Haut. Während manche Menschen an einem zu warmen Tag zu Trägheit neigten, wurde ich hingegen besonders agil. Heute war wieder ein sehr warmer Tag, sodass die Gewinnchancen sehr gut standen und ein breites Grinsen schlich sich in meinem Gesicht. Meine Augen verfolgten konzentriert den Ball und gleichzeitig sondierten sie die gegnerische Mannschaft. Ich liebte dieses Spiel, hier ging es mehr als nur körperliche Leistung. Es wurde auch der Kopf beansprucht. Mit einer schlechte Strategie würde man in einem solchen Spiel nicht weit kommen. Als Torhüter war es meine Aufgabe vorausschauend zu denken, damit der Ball des Gegners nicht seinen Ziel traf und gleichzeitig musste ich auch die Wendigkeit meines Körpers beweisen. Volana hatte jetzt den Ball und sprang in die Luft. Meine Muskeln spannten sich an den richtigen Stellen an, die Knien gingen in eine leichte Beuge und ich verlagerte mein Gewicht auf meine Zehen, um mich schnell vom Boden stoßen zu können. Sofort durchschaute ich ihren Plan und war bereit ihm in die Quere zu kommen, als der Ball auf mich zukam. „ZEN! RYU!“, schrie eine aufgeregte Stimme und mein Kopf ruckte in die Richtung, wo der Klang herkam. Ich konnte den Lufthauch des Balls spüren, als er an mir vorbei zischte. Das Spiel vergaß ich sofort, als ich sah wie Cue stolpernd die Steinstufen hinuntersprang. Von Weitem sah ich, dass etwas nicht in Ordnung war und lief sofort auf sie zu. Sie war in der Familie unser Kücken, was nicht nur daran lag, dass sie die Jüngste war. Die Geburt war anders als bei ihren älteren Geschwister schwierig gewesen und beinahe hätte sie es nicht geschafft lebendig auf die Welt zu kommen. Nach dieser Geburt wurde unsere Mutter unfruchtbar und ich bewunderte sie dafür, dass sie mit diesem Thema offen umging. Ich erreichte sie und aus dem Augenwinkel sah ich, dass Zen ebenfalls herbei geeilt kam. Cue stützte sich auf ihre Beine und rang nach Luft, ihr Gesicht sah blass aus. Sofort machte ich mir Sorgen, sie neigte schnell zu Erschöpfungen. „Was ist los?“, forschte ich nach und berührte sanft ihre Schulter. „Da….war ein fremder Mann in meiner Bucht…..er hat wie tot ausgesehen und trägt merkwürdige Kleider….und….ich hatte Papa sofort Bescheid gegeben. Er ist jetzt im Krankenzimmer und murmelt seltsame Sachen. Sie wollen den magischen Übersetzerstein ausprobieren, vielleicht kann man ihn dann verstehen. Er scheint nicht von hier zu kommen oder überhaupt von einem Land, das wir kennen. Selbst seine Magie ist anders“, erzählte sie atemlos. Ich tauschte mit Zen einen kurzen Blick aus, es war eigentlich unmöglich unbemerkt in unsere Insel zu gelangen.


8

02.11.2020, 20:12

Cael

Da wollte ich gerade triumphierend die Faust gen Himmel strecken, schon kam Cue schweratmend angerannt, weshalb das Spiel sofort für beendet erklärt wurde. So gern ich gewann, wenn es um Familie ging, ließ ich alles stehen und liegen. Meine Schwestern eilten ebenfalls zu Ryus Schwester. Sie war aufgrund der anstrengenden Geburt kränklicher als der Rest, doch sie hielt sich ganz wacker auf den Beinen. Eine Kämpferin wie ihre Eltern.
Als ich zu ihnen stieß, schnappte ich die letzten Sätze auf und hob überrascht die Brauen. Ein Mann aus einem fremden Land, dessen Sprache nicht verstanden wurde? Das passierte echt selten, zumal sogar Animagi mit uns sprechen konnten. Und wir lebten in verschiedenen Welten...
Ich sah zu meinem Gefährten Ivoli, der mit den gefiederten Ohren zuckte. Mit dem Schnabel gab er klickende Laute von sich. Er wusste von nichts. Hatte nichts Seltsames bemerkt. Als Bewohner der Zwischenwelt hätte er von einem geheimen Transfer in diese Welt gehört. Demnach konnte dieser Mann auch nicht aus der Welt der Geister stammen. Jetzt wurde ich wirklich neugierig. Eine Eigenschaft, die ich von meiner Mutter geerbt hatte. Gut, dass ich gleichzeitig die Achtsamkeit meines Vaters übernommen hatte. So bestand ein Gleichgewicht. Was meine Schwestern betraf... nun ja... sie waren in dieser Hinsicht ziemlich aufgedreht.
Aharis und Volanas goldbraune Augen wurden groß. >Andere Magie? Das klingt aufregend. Vielleicht ein Zeitreisender?<
>Ein Zauberer aus einer anderen Welt?<
>Vielleicht sogar von den Toten auferstanden, wenn er in diesem Zustand war?< führte Volana die Kette fort, bis ich ihr eine Hand auf die Schulter legte. >Nein, das ist es nicht. Und wir wissen erst, was Sache ist, wenn wir in den Palast zurückkehren und dort nachfragen.<
Mein Blick wanderte zu meinem besten Freund. Antworten würden wir nur von seinen Elterm bekommen.
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9

03.11.2020, 17:07

Ryu

Die Anderen stießen auf uns zu und schlagartig bekam die 18-Jährige wieder Farben in den Wangen, als sie Volana erblickte. Wir Brüder waren froh gewesen, dass sie bis jetzt noch keine Interesse an Männer zeigte, wie es bei Elora war. Mir war erst vor Kurzem aufgefallen, dass es möglicherweise einen anderen Grund gab, warum sie sich nicht für das männliche Geschlecht interessierte. Aber das war jetzt nicht relevant. Ich zog leicht eine Augenbraue hoch, die ich perfektioniert hatte, als Caels Zwillingsschwester gleich wilde Vermutungen über dem fremden Mann machten. Elior stieg gleich mit ein: "Oder in Wirklichkeit ist er kein menschliches Wesen, sondern ein dämonisches Parasit, der sich einen menschlichen Körper einverleibt hat." "Cael hat Recht, lass uns ins Schloss gehen und herausfinden, was es mit den Mann auf sich hat", stimmte ich in einem ruhigen Ton zu. Zen legte fürsorglich einen Arm um die Schulter von Cue und sie gingen voraus. Plötzlich kletterte etwas an meinem Bein hoch und als Egon auf meiner Schulter war, steckte er kurz die Zunge in meinem Ohr. Angewidert verzog ich das Gesicht und unterdrückte ein Schauder. Dafür dass er ein sagenumwobenes Wesen war, war er für seine Art ziemlich frech und ich wettet, mein kleiner Bruder hatte Egon diesem Trick beigebracht. Früher als Kind hatte er immer einen nassen Finger in meinem Ohr gesteckt, um mich zu wecken, weil ihm langweilig war und er mit mir spielen wollte. Egon gab von sich ein Kecken, was beinahe wie ein Lachen klang.
Wir erreichten das Schloss und sammelten uns vor dem geschlossene Krankenzimmer. Zen, der Älteste in unsere Gruppe, klopfte gegen die Tür. Hinter der Tür waren leichtfüßige Schritte zu hören und ich wusste, wer uns sie öffnen würde. Meine Mutter sah uns mit einem tadelnder Blick an: "Ihr seid schlimmer als die Lufthörnchen. Eines Tages wird eurer Neugier euch noch in Schwierigkeiten bringen." "Das liegt in den Genen", erwiderte Elior mit einem Grinsen, der äußerlich eine jüngere Version von unseren Vater war. Auch seine Zwillingsschwester Elora glich unserem Vater, nur die violetten Augen bewiesen, dass in ihre Adern am Stärksten das Harpyieblut floss. Ich gab ihm einen kleinen Klaps auf dem Hinterkopf. Zen entschuldigte sich für unsere Ansammlung und erkundigte sich nach dem Mann.


10

03.11.2020, 19:50

Cael

Eigentlich sollten meine Schwestern und ich uns zurückhalten, weil wir schon zu viele Leute waren, doch da wir praktisch zur Familie gehörten, folgten wir den anderen zum Krankenzimmer. Ryus Mutter öffnete uns die Tür und als sie auf unsere Neugier zu sprechen kam, schmunzelte ich. Tja, das hörte ich auch oft von meinen Eltern. Gene eben.
Zen fragte als Erster nach dem Wohlbefinden des Mannes und ich streckte bereits meine Fühler nach den Präsenzen im Raum. Lebendig. Alle lebendig, keine Geister. Der Fremde musste also irgendwoher kommen, nur nicht aus dieser Welt. Das merkte ich sofort. Ein Blick zu Ivoli, der einen Meter über meinem Kopf schwebte, sagte mir dasselbe. Dort drin lag jemand, der es geschafft hatte die Welten zu wechseln. Etwas, woran ich seit ich denken konnte, unbedingt tun wollte. Das Abenteuer steckte ebenfalls in meinen Genen. Kein Wunder, wenn die eigene Mutter eine bekannte Schriftstellerin und ich in einem Theater aufgewachsen war.
>Zen, Ryu und Cael können rein.< hörten wir die tiefe Stimme des Königs. >Die anderen bleiben draußen.< Innerlich freute ich mich über die persönliche Einladung und grinste im Hineingehen meine beiden Schwestern an, die schmollend die Arme vor der Brust verschränkten. Tja, es hatte seine Vorteile der Älteste unter den Geschwistern zu sein. Folglich betraten wir Männer das freundlich eingerichtete Zimmer und verteilten uns so im Raum, dass wir nicht zu viel Platz einnahmen. Nicht, dass unsere Anwesenheit den kränklich aussehenden Mann im Bett zu sehr störte... Ihn direkt zu sehen, zeigte ein völlig anderes Bild, als ich erwartet hatte. Er... lag im Sterben. Ein heller Schimmer umgab seinen Körper, wie kleine Wellen, die sich hin und her bewegten. Ebbe und Flut. Ein Kampf ums Überleben. Normalerweise wäre ich in der Lage jemandem in diesem Zustand zu helfen, nur nicht ihm. Sein Geist gehörte nicht in diese Zwischenwelt. Warum auch immer er hier war... er hatte es mit dem Wissen getan, dass er sterben und verlorengehen könnte. Ich schluckte schwer. Man gewöhnte sich nie an den möglichen Tod eines anderen Lebewesens. Ich war zwar mit Geistern aufgewachsen und fürchtete den Tod nicht, aber diese drückende Stimmung belastete mich schon.
Ryus Vater, dessen Haare an den Seiten bereits grau meliert waren, richtete seinen stechend goldenen Blick auf uns. >Er schläft gerade. Ihn hat die Reise hierher sehr erschöpft. Leider wissen wir nicht, woher er kommt und wie er es unbemerkt nach Ignulae geschafft hat, aber Sakrazhue gewährt ihm den Aufenthalt. Er stellt keine Gefahr dar. Das ist schon mal gut.<
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11

04.11.2020, 17:16

Ryu

"Und was ist mit mir, ich bin doch auch ein Kerl!", beschwerte sich Elior, als Vater nach uns dreien rief. "Du bist ein Idiot", erwiderte seine Zwillingsschwester trocken: "Und außerdem bin ich 2 Minuten älter als du." Bevor ich das Inneren betrat, warf ich kurz einen Blick über die Schulter. Meine Mutter hatte sich bei Cue eingehakt und beinahe sahen sie wie Zwillinge aus: "Wir gehen in die Küche und suchen nach einer kräftige Brühe, vielleicht weckt sie ein wenig den Lebensgeist unsere Gastes." Dann nahm sie den Ton einer Königin an, den nicht mal Elior mit seiner frechen Art widersetzte: "Elior, du gehst in die kleine Bucht und erkundigst dich bei den Wachen, ob sie fündig geworden sind. Möglicherweise sind dort Hinweise auf die Herkunft unsere Gastes. Elora, Volana und Ahari geht bitte in die Bibliothek, wir brauchen Atlas und Karten. Vielleicht können wir so seine Reiseroute zurückverfolgen." Ich schloss die Tür des Krankenzimmers und entdeckte den fremden Mann auf dem Bett. Trotz der karamellfarbene Haut, wirkte er blass um die Nase und seine Atmung klang schwerfällig. Meine Augen glitten zu meinem besten Freund und ich entdeckte in seinem Gesicht die Erkenntnis. Dieser Mann lag im Sterben. Tief atmete ich ein, bislang hatte ich noch nicht Jemanden in Sterben gesehen, wenn die tierische Wesen nicht mitzählten. Ich sah mein Vater an, als er zu sprechen begann. "Hat Sakrazhue noch etwas zu seiner Person gesagt?", fragte ich ihn. Manchmal gab der heilige Baum Antworten und manchmal musste man selbst auf die Suche gehen, um die Antworten zu finden.


12

04.11.2020, 19:31

Cael

Mein Gefährte flog zum schlafenden Mann hinüber und wedelte leicht mit dem Schwanz, an dessen Ende eine blumenartige Knospe sanft aufleuchtete. Er versuchte dem Menschen zu helfen, wenigstens um ihm etwas Ruhe zu schenken. Schweiß hatte sich auf seiner Stirn gebildet. Ob vom Stress oder dem Ungleichgewicht in seinem Geist... es könnte sogar beides sein.
Ryus Vater stieß einen gedehnten Seufzer aus. Nie ein gutes Zeichen. >Nein, mehr habe ich nicht erfahren. Leider. Deshalb hoffen wir, dass er von selbst aufwacht und uns erzählt, was ihn ausgerechnet hierher geführt hat.<
Ich trat vor, den Blick weiterhin nachdenklich auf den Fremden gerichtet. >Er ist nicht von dieser Welt. Das kann ich mit absoluter Sicherheit sagen. Ivoli... erkennt seine Signatur nicht. Sein Geist ist mit unserer Zwischenwelt nicht kompatibel. Es ist wie ein Buch, das man in die falsche Bibliothek zurückbringt. Es findet dort keinen Platz.< Einerseits fachte sein plötzliches Erscheinen meine Neugier, meine Abenteuerlust an, aber der Preis seiner Reise war viel zu hoch. Er bezahlte mit seinem Leben. >Was auch immer ihn hierher getrieben hat, es kann kein simpler Grund sein. Er fühlte sich wohl gezwungen seine Welt zu verlassen. Oder verzweifelt.< mutmaßte ich. Ivoli kam zu mir zurück und setzte sich auf meine Schulter. Zwar sah ihn niemand, weil er nur für mich sichtbar war, aber alle in dieser Familie kannten meine Fähigkeiten und wie eng ich mit der Zwischenwelt verbunden war.
Ich berührte ihn kurz am Kopf. Er hatte sein Möglichstes getan und den Mann beruhigt. Sein Atem war deutlich entspannter als zuvor und auch sein Geist flackerte ein wenig sicherer. Nicht mehr so wild. Vielleicht würde er dadurch schneller Energie tanken und aufwachen.
>Wenn das der Fall ist und er wirklich aus einer anderen Welt stammt, dann stellt das ein großes Problem dar. Es ist nie gut, wenn es jemand schafft die Barriere einer Welt zu durchbrechen. Nach ihm könnten mehrere folgen... und es müssen nicht alle gut gesinnt sein.< Da sprach jemand aus Erfahrung. Die Geschichte vom damaligen Krieg hatte ich gefühlt hunderte Male gehört.
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13

06.11.2020, 13:26

Ryu

Es gab also keine nähere Informationen über den Unbekannten und das sagte schon Einiges über den Mann aus. Aber als Cael sich ihm näherte und auf seine Art den Mann untersuchte, stellte er fest, dass der Fremde nicht von dieser Welt kam. Dadurch dass er mit der Zwischenwelt eng verbunden war, wie sein Geistführer, konnte Cael Dinge sehen, die wir nicht sahen. Ohne ihn hätten wir jetzt nicht schnell herausfinden können, dass der Mann ganz aus eine andere Welt stammte. Das große Geheimnis um verschiedene Welten, deren manche Existenzen wir womöglich nicht kannten und wie sie miteinander verbunden waren, war immer noch unerforscht. Welten wie die Zwischenwelt, das Totenreich oder Hana'yei waren die bekanntesten Welten, die im Einklang mit unsere Welt existierten. Ich fuhr mit meiner Hand durch das dunkles Haar: "Dann müssen wir diese undichte Stelle der Barriere finden, um zu verhindern, dass alles aus dem Gleichgewicht gerät." Cael, unsere Geschwistern und ich waren mit den Geschichten über den Krieg groß geworden und auch wussten wir, was vor einige Jahren in Hana'yei geschehen war, in der meine ältere Schwester Silia mit ihrem Ehemann lebte. Es war ein Ort, in der nur die Animagis mit ihren Schöpfern lebten, aber mein Schwager bildete als menschlicher Mondschattenmagier eine Ausnahme. Die Tür öffnete sich und meine Mutter trat herein. Sie trug ein Tablett mit einer dampfende Schüssel und stellte ihn auf dem kleinen Tisch ab. "Elior ist soeben mit den Wachen zurückgekehrt. Das Floß ist völlig auseinander und nach seinem Holz zu urteilen, musste unser Gast vorher auf eine tropische Insel gewesen sein, bevor er hierher gelangte. Es sieht auch aus, als hätte er eigenhändig das Floß gebaut, da das Holz noch nicht stark abgenutzt aussieht, bis auf die kaputten Stellen, die auf Hindernisse im Meer hinweisen. Es wurde auch in einem Balken einen Zahn eines Tiers entdeckt, Ryu, ich möchte, dass du ihn untersuchst. Ansonsten scheint er bis auf die Kleider am seinem Körper nichts dabei gehabt, vermutlich hat er sein Reisegepäck verloren", erzählte meine Mutter und reichte mir einen spitzen Zahn, die ich sofort zu der Kategorien Raubtier zuordnen konnte. Ich umschloss den Zahn, fühlte die glatte Oberfläche. Schon von Kindesbein an hatten mich die Tierwesen fasziniert, ganz gleich von welcher Herkunft. Ich hatte früh angefangen über allmöglichen Tierwesen zu studieren, indem ich die Bücher zu Rate nahm oder selbst einige Beobachtungen durchgeführt hatte. Durch einer meiner kleinen Expeditionen in Ingluae war ich auch auf Egon gestoßen, da mich die Legenden um seine Art interessiert hatte und dadurch hatte ich beweisen können, dass die Feuersalamander wirklich existierten, wo sie noch nie gesehen wurden. Beziehungsweise musste irgendein Vorfahren sie gesehen haben, damit überhaupt solche Legenden entstehen können.


14

06.11.2020, 19:15

Cael

Ryus Mutter stieß später zu uns und reichte ihm einen Zahn, den man mit dem kaputten Floß gefunden hatte. Mit solchen Dingen kannte er sich am besten aus. So wie ich mit der Welt der Geister. Ich musterte wieder den schlafenden Mann und grübelte. Eine Schwäche in der Barriere unserer Welt. .. das war wirklich nichts Gutes. Ich hatte auch genügend Bücher dazu gelesen. Der damalige König von den Inseln der Heißen Quellen war ein Genie gewesen, was die Komplexität von unserer Magie betraf und er hatte vor seinem heldenhaften Ableben einiges an Wissen zurückgelassen. Für sein Volk. Für uns alle. Ich hätte ihn unheimlich gern kennengelernt. Kaum einer sprach schlecht von ihm. Und er hätte sicherlich in einer Situation wie dieser einen kreativen Weg gefunden, um unser Problem zu lösen.
Ich verschränkte nachdenklich die Arme vor der Brust und schielte zu Ivoli. Er putzte sich gerade die Vorderpfoten. Unruhig wirkte er demnach nicht. Immerhin ein gutes Zeichen. >Warten wir dann einfach, bis er aufwacht. Er schläft jetzt besser. Dafür hat Ivoli gesorgt.< teilte ich den anderen mit. >In der Zwischenzeit werde ich meine Eltern kontaktieren und sie ebenfalls fragen, was wir noch tun könnten.< Da meine Mutter mehr Erfahrung mit dem Dritten Auge und der Zwischenwelt besaß, würde ihr Wissen sicherlich ganz nützlich sein. Auch das meines Vaters. Er hatte in seinem Leben ebenfalls viel gesehen.
Ich verließ leise den Raum, um meinen Vorschlag in die Tat umzusetzen und rief ein magisches Portal in Gestalt eines Spiegels vor mir. Dabei kontrollierte ich meine Umgebung, ob ich wirklich alleine war, denn es ging hier um vorerst geheime Informationen und Spekulationen. Anschließend rief ich meine Eltern an. Meine Mutter müsste daheim sein, mein Vater vielleicht im Theater. Wo meine Schwestern sich gerade trieben, spielte gerade sowieso keine Rolle. Sie würden früher oder später die Neuigkeiten hören. Ihnen entging nie etwas.
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15

06.11.2020, 19:59

Ryu

In der Tat konnten wir erstmal nur warten bis der Mann aufwacht, damit wir mehr über seine Reise erfuhren und warum er in dieser Welt gekommen war. Ich blickte kurz meinem besten Freund nach, der jetzt seine Eltern kontaktieren wollte. Jede Hilfe, die uns einen Schritt weiterbringen konnte, war wertvoll. Ich sah meine Eltern an: "Ich werde jetzt den Zahn untersuchen und ich bin mir sicher, dass ich ihn schnell identifizieren kann." Meine Eltern nickten einverstanden. Bestimmt würde einer von ihnen bei dem Gast bleiben, um seinen Schlaf zu überwachen. Natürlich könnte es ein Heilmagier auch tun, aber ich kannte meine Eltern. Wenn um solche Dingen ging, wollten sie nicht, dass ihnen etwas Wichtiges entgingen. Ich ging in meinem Zimmer, der sich im dritten Stockwerk befand. Dort besaß ich ein kleines Nebenzimmer, wo ich all mein Studien über einige Tierwesen aus unserer Welt aufgezeichnet hatte. Ich hatte mir sogar von Akela und Taiga das Zeichnen beibringen lassen, um die Tierwesen, die ich beobachtet bildlich darstellen zu können. Mein Talent in Zeichnen war eher mäßig, es reichte gerade für meine Forschungen aus. Bei Akela und Taiga sah es jedes Mal leicht aus, während ich mich schon beim groben Gestaltumriss abmühte. Meine Talente lagen definitiv in anderen Bereichen. Ich setzte mich an meinem massiven Schreibtisch hin und griff nach einer abgenutzte feine Bürste, um den Zahn zu säubern. Dann nahm ich eine Lupe und besah mir genau seine Struktur. Schließlich schabte ich mit einem Werkzeug etwas von dem Zahn ab, was nicht so einfach war, weil dieser sich als widerstandsfähig herausstellte. Das abgeschabte Material legte ich in eine Steinschale hin und meine Augen glitten über etliche Gefäße bis ich das spezielle Pulver fand. Für meine Studien hatte ich mir etwas Wissen in Alchemie angeeignet und war als Jugendlicher oft in den Alchemieraum gewesen, wenn ich Cael besucht hatte. Ocamma war mit seiner Wissenschaft und Forschung weit voraus. Als das besondere Pulver auf das abgeschabte Material des Zahnes traf, zischte leise und ein ein bläulicher Dampf stieg auf. Dieses Raubtier hatte sich viel im Wasser aufgehalten und als ich ein paar kristallene Spuren in der Steinschale entdeckte, wusste ich, dass es sich im salzigen Wasser aufgehalten haben musste. Also kam das Meer in Frage. Natürlich gab es ein paar Meergebiete mit süßem Wasser, doch hauptsächlich waren die Meere in unsere Welt mit Salzwasser. Ich ging zu der Wand, die nur aus Regalen stand und fand gleich die Bücher mit den Meerwesen. Über ihnen besaß ich tatsächlich wenig Wissen, es gab Orte im Meer, an denen man nicht so einfach hinkam. Ich griff nach einem Lexikon über Raubtiere im Meer. Vielleicht fand ich dort meinen neuen Freund.


16

07.11.2020, 13:09

Cael

Meine Mutter meldete sich bereits nach wenigen Sekunden. Für ihre Kinder war sie stets erreichbar, genau wie mein Vater. Auf die beiden war einfach immer Verlass. >Cael! Wie schön, dich zu sehen. Geht es dir gut?< Sie lächelte warm und ihre meerblauen Augen funkelten. Ich konnte ihre mütterliche Liebe bis hierher fühlen. Es hatte mal eine Zeit gegeben, da war ich kein einfacher Sohn gewesen. Besonders nach meinem siebten Lebensjahr, als meine Magie sich zum ersten Mal sehr stark gezeigt und mich ziemlich gestresst hatte. Damals war mir jede Art von Aufmerksamkeit zu viel gewesen. Immer und überall Leute, die mir helfen wollten. Im Nachhinein war man bloß dankbar für die liebevolle Geduld, deshalb wusste ich selbst die kleinen Momente viel mehr zu schätzen. Auch, dass sie nach meinem Wohlbefinden fragte, obwohl sie mich erst vor ein paar Tagen gesehen hatte.
Ich erwiderte das Lächeln. >Ja, mir geht's gut. Wie immer. Ivoli ist auch bei mir. Dir und Papa geht's hoffentlich auch gut?<
>Er ist gerade im Theater. Es geht um die übliche Besprechung vor einem neuen Stück. Alle sind ganz aufgeregt. Vor allem auf deinen musikalischen Auftritt!< Letzteres sagte sie voller Stolz. So gern ich mehr darüber sprechen wollte, musste ich allerdings schnell das Thema wechseln, bevor wir stundenlang über etwas anderes sprachen.
>Das freut mich zu hören, aber... Mama... ich rufe dich an, weil es hier ein Problem gibt. Bevor du dir das Schlimmste ausmalst... Alle sind gesund, niemand verletzt! Nur... nun ja... es ist ein Fremder erschienen. Aus einer anderen Welt. Er spricht weder unsere Sprache noch ist er mit der Zwischenwelt verbunden. Im Moment schläft er, doch nicht mehr lange und... und er wird sterben.< Es laut auszusprechen, fühlte sich furchtbar an. Zu wissen, dass jemand dem Tod entgegenblickte und man ihm nicht helfen konnte, war grausam. Ich wollte nämlich helfen. Sehr sogar. Nur für einen kurzen Augenblick hatte ich an das gedacht, wofür die silbernen Strähnen im Haar meiner Mutter standen, aber eher würde sie mich einsperren, als dass sie mir erlauben würde die Gesetze der anderen Welt zu brechen. Wie sie es einst für Ryus Vater getan hatte. Verdammte Amnitoren... Wären sie zu kontrollieren, hätte ich das zu meinem Vorteil genutzt. Und all die Erinnerungen zurückgeholt, die sie ihr gestohlen hatten.
Mich traf ihr mitfühlender Blick. Natürlich merkte sie sofort, in welche Richtung meine Gedanken gingen. Sie schüttelte langsam den Kopf. >Das ist keine Option, Cael. Wenn dieser Mann tatsächlich aus einer anderen Welt stammt, dann weißt du, dass unsere Gesetze keinen Einfluss auf ihn haben. Er hat bewusst entschieden, seine eigenen zu brechen. Das ist sein persönliches Schicksal. Es war bestimmt nicht leicht für ihn.< Sie seufzte schwer. Dann wurde ihr Ausdruck ernst. >Wie er es geschafft hat die Welten zu wechseln, ist unbegreiflich. Selbst nach allem, was ich bereits erlebt habe. Trotzdem hinterlässt ein Akt wie dieser Spuren in unserer Welt. Einen Abdruck. Du kannst diese Stelle lokalisieren, wenn du dich dem Dritten Auge öffnest. Diese Aktion ist allerdings mit Vorsicht zu genießen und das weißt du. Es wird nicht angenehm.<
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17

07.11.2020, 14:22

Ryu

Es kamen nur 5 Meerestiere in Fragen, zu dem dieser Zahn zuzuordnen wäre. 2 von ihnen konnte ich gleich ausschließen, denn wenn der Unbekannte seinen Floß an einem tropischen Ort gebaut hatte, konnte ich die zwei aus einem kalten Gebiet stammende Meerwesen ausschließen. Zudem hätte es auch bedeutet, dass er kreuz und quer über die Meere gereist wäre und das käme mir seltsam vor. Ich hatte das Gefühl, dass Ingluae sein Ziel gewesen war, ansonsten hätte er schon längst woanders nach Hilfe suchen können und musste nicht über einer der gefährlichen sieben Meere, die an unserem Meer grenzte, überqueren. Blieben also nur noch die drei Meerestiere übrig und ich warf einen Blick auf die Karte an einer Wand. Ohne mächtige Magie hätte er niemals diesen weiten, gefährlichen Weg über die Meere zu uns geschafft. Schon gar nicht mit einem Floß. Würde ich die Stämme genauer bestimmen können, könnte ich vielleicht noch genauer den Ort bestimmen. Denn wie die Tierwelt war auch die Flora vielfältig und besaß ihre eigene Merkmalen. Ich erhob mich und ging in meinem Zimmer, um mich etwas anzuziehen. Immerhin war ich immer noch nur in Badehose. "Kommst du mit?", wandte ich mich an meinem Gefährten. Der Feuersalamander hob träge seinen Kopf und schien es in seinem kleinen Kamin behaglich zu haben. Obwohl in Ingluae kein Kamin nötig war, hatte ich es extra für Egon anfertigen lassen. Er liebte es auf heiße Kohlen zu liegen und seine graublaue Haut mit einem leichten Stich in hellem Lila hatte mittlerweile einen rosaroten Ton angenommen, sodass man die rautenförmigen Male in derselben Farbe auf seinem Rücken und Kopf kaum erkennen konnte. Die Unterseite seines Körpers blieb jedoch immer einen Tick heller, egal welche Farbe er angenommen hatte. Und wenn er sich weiter erhitzte, würde demnächst rosaroten Flammen auf gespenstische Art auf seinem Rücken und Kopf tanzen. Diese Flammen sollte man nicht anfassen, sie waren heißer als ein normales Feuer. "Dann eben nicht", zuckte ich mit der Schulter und ging zur Tür. Plötzlich kletterte etwas an mir hoch und ich spürte die Hitze seines Körpers, der gewisse Ähnlichkeit mit einer Echse hatte. Mein Mundwinkel zuckte leicht, noch lieber mochte Egon in Gesellschaft sein. Seine blauen Augen, die wie dünne Ringe die großen, dunklen Pupillen einrahmten, sahen mich treuherzig an und er zeigte mir sein breites Grinsen. Ich kannte kein Tierwesen, dass so breit grinsen konnte, wie er. Ich machte mich auf dem Weg zum Krankenzimmer. Vielleicht hatte Cael auch etwas herausfinden können und vielleicht war der Mann mittlerweile wieder wach.


18

07.11.2020, 15:30

Cael

Kopfweh. Egal wie viel Übung ich besaß, ich bekam jedes Mal Kopfweh, wenn ich das dritte Auge für zu lange geöffnet ließ. All die Energie, das Psion sowie Psios in mir, spielte verrückt, wenn ich mich der Magie der Zwischenwelt hingab. Im Gegensatz zu meiner Mutter hatte ich nämlich keinen Lebenspartner, der mir meine Energie abnehmen könnte, wenn es zu viel wurde. Ich baute sie auf andere Weise ab und dabei half der Talisman, den mir Onkel Akela und Tante Silia als Baby geschenkt hatten. Sie hatten gewusst, dass ich früher oder später dieses magische Artefakt gebrauchen könnte und sie hatten es lange Zeit in Hana'yei gesucht. Anders als die üblichen Talismane lag es nicht um meinem Hals, sondern pulsierte unter der Haut mittig auf der Brust. Wie ein zweites schlagendes Herz. Es hatte die Form einer diamantenen Träne und wurde nur sichtbar, wenn ich die darin enthaltene Magie nutzte.
Im Moment sah man nichts, aber vorhin hatte ich deutlich die Umrisse des Talismans gesehen. In meinem Zimmer hatte ich mich zudem umgezogen, mich weiter mit meiner Mutter unterhalten und zum Glück herausgefunden, in welcher Richtung das Ungleichgewicht in unserer Welt lag. Besser als gar nichts zu wissen. Jetzt hoffte ich, dass Ryus Eltern mit dem Mann bereits gesprochen hatten, bevor sein Zustand sich weiter verschlimmerte. Wir mussten die letzten Teile zusammensetzen, um das große Ganze zu verstehen.
Ich machte mich auf direktem Wege zum Krankenzimmer und entdeckte meinen besten Freund, der ebenfalls tief in Gedanken versunken war. Unsere Blicke trafen sich. Ich nickte ihm zu. >Ganz schön spannend diese plötzliche Entwicklung.< Dann klopften wir an.
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19

07.11.2020, 16:34

Ryu

Ich schaute auf, als sich eine Gestalt ebenfalls dem Krankenzimmer näherte und nickte Cael zustimmend: "In der Tat." Kurz musterte ich ihn aufmerksam, er sah aus, als hätte er Kopfschmerzen gehabt. Nicht Jeder würde das ihm ansehen können, aber ich war mit ihm aufgewachsen und wusste, wie kraftverehrend das dritte Auge für ihn sein konnte. Wieder öffnete meine Mutter die Tür: "Kommt herein. Er ist gerade aufgewacht und nimmt die Brühe zu sich. Hier, legt die Steine um. Ich habe sie für euch ebenfalls hierher beordert, dann können wir uns alle verständigen, wenn es funktionieren sollte." Ich nahm die Kette entgegen. Der Übersetzer, es wurde noch keinen besseren Namen gefunden, war eine jüngste Entwicklung von Aradon in Zusammenarbeit mit Ocamma und Ingluae. Es war ein Saya-Stein aus den hohen Gebirgen von Aradon, es sah wie Glas aus und war hart wie Diamant. Das Besondere an diesem Stein war es, dass er Magie speichern konnte. Ursprünglich hatte man die Saya-Steine als Magiereserve genutzt. Man hatte seine eigene Magie in ihm gespeichert und wenn alle Kräfte aufgebraucht war, konnte man noch darauf zurückgreifen. Jedoch konnte man dann nur einmal seine Magie wirken lassen, sodass der Reserve schnell verbraucht wurde. Also bräuchte man viele von den schwer auffindbaren Saya-Steine, um einen größeren Reserve nutzen zu können. Irgendwann kam mein Onkel Jade, der Zwillingsbruder meiner Bruder, auf die Idee, dass man auch etwas erfinden sollte, um Verständigungen zwischen verschiedene sprachigen Menschen zu erleichtern. Es gab ein paar Völker in unsere Welt, die auch eine eigene Sprache hatten, auch wenn sie unsere Sprache teilweise beherrschten. Jedenfalls fand meine Mutter diese Idee gut, denn sie sah in diesem Projekt das Potenzial noch einen engeren Zusammenhalt mit den Verbündeten zu schmieden, weil man auf diese Weise Respekt vor ihrer Kultur zeigte. Und in Ocamma war die beste Forschung in Magie, also wurde es zu einer gemeinsame Sache und durch die zusätzliche Unterstützung von Ingluae entstand der Übersetzer. Man hatte einen magischen Formel entwickelt, der ermöglichen sollte, dass man die fremde Sprache verstand und sich sogar in der fremde Sprache unterhalten konnte. Die Vorgänge waren ziemlich kompliziert zu beschreiben und jetzt würden wir wohl es zum ersten Mal einsetzen.


20

07.11.2020, 17:03

Cael

Wir betraten das Zimmer und ich schaute direkt zum Unbekannten, der tatsächlich wach geworden war und nun die Suppe zu sich nahm. Er wirkte nicht mehr so blass wie zuvor, aber sein Geist... Sein Geist blieb geschwächt und... fehl am Platz. Aber darüber wollte ich jetzt nicht nachdenken. Wir würden nun die Saya-Steine benutzen, um uns mit ihm zu unterhalten und mehr über seine Reise hierher zu erfahren.
Ich legte die Kette um, aktivierte die Formel und betrachtete den Mann, der uns alle nacheinander ansah. Er holte tief Luft, schloss für einen kleinen Moment die Augen. Vielleicht um sich zu sammeln. Wie fühlte man sich wohl in einer fremden Welt fernab der eigenen Familie und Sprache? Es musste sehr stressig für ihn sein. Und er musste sich einsam fühlen. In diesem Moment stieß sich Ivoli von meiner Schulter ab und flog zu ihm hinüber. Zu meiner Überraschung reagierte der Mann darauf. Seine Augen huschten ungefähr zur richtigen Stelle, wo mein Gefährte gerade saß. Zu seinen Füßen. Er spürte seine Präsenz. Entweder lag es an seiner fremden Magie oder er war dem Tod näher als gedacht. Eine Enge bildete sich in meiner Brust.
Ryus Vater trat vor und räusperte sich. >Verstehen Sie mich?< Da wir alle den Stein trugen, verstand ich, was er sagte, auch wenn er für andere wohl eine fremde Sprache sprach. Der fremde Mann schaute auf, nickte langsam.
Als er antwortete, war seine Stimme ganz rau. >Ja. Ich verstehe. Vielen Dank für die Hilfe... Ich dachte, ich... ich muss sterben, bevor ich meine Aufgabe erfülle. Wo bin ich?<
>Auf der Insel Ignulae. Eines von vielen Königreichen in dieser Welt. Woher kommen Sie?<
>Valaris.<
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