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14.12.2020, 21:46

Ryu

Blinzelnd wachte ich auf, als ich eine Stimme hörte und ich richtete mich augenreibend auf. Ein erholsamer Schlaf fühlte sich anders an, aber das musste jetzt reichen. Ein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass ich mich auf dem Weg machen musste. Aber zuerst drehte ich mich zu meinem besten Freund um. Er sah noch mitgenommen aus, aber die ungesunde Blässe war von seinem Gesicht gewichen. Er war auf dem Weg der Besserung. "Guten Morgen, Cael. Ich wünschte ich könnte jetzt bleiben, damit wir in Ruhe über gestern reden können, aber ich muss aufbrechen", seufzte ich und sah ihn musternd an: "Kommst du ohne mich zurecht?" Für ihn würde ich die Arbeit schwänzen, wenn er sich noch nicht wohl fühlte. Für meine Familie und Freunde war ich immer da, sie kamen in meinem Leben an erster Stelle.

Ilea

Ich war wieder in der Traumwelt und lief durch das weiche, goldenes Weizenfeld. Vielleicht war er diesmal da. Die Blüten der Sakura fielen sanft auf mich herab, als ich dem Baum näher kam und mein Herz klopfte schneller, als ich am Stamm lehnend eine vertraute Gestalt entdeckte. "Mattwei!", rief ich. Er war wieder da. Er war nicht verschwunden! Er drehte sich um und lief auf mich zu: "Ilea-chan. Geht es dir gut?" Besorgt legte er die Hände auf meinen Wangen. "Ja, es ist mir nichts geschehen", antwortete ich ihm und schlang meine Arme um den Körper: "Als ich letztes Mal hier war, warst du nicht da gewesen." Sanft strich er mir über das Haar: "Ich war da, ich hatte mich nur nicht gezeigt. Du warst nicht alleine gewesen." Cael. Er musste ihn gesehen haben. "Das war Cael. Er ist mit einem Freund seit einer Woche Gast in unserem Gasthaus. Die Beiden sind Magis, wie du und Cael ist außerdem auch noch ein Miko. Er ist zu meinem Sensei geworden, er bringt mir etwas über diese Welt bei", erzählte ich ihm: "Sie haben uns viel geholfen und es entwickelt sich langsam eine Freundschaft." Mattwei schob mich ein Stück von sich: "Wirklich? Er ist auch ein Miko? Ein Mann? Wenn er dir Dinge über die Geisterwelt beibringt, weiß er vielleicht, wie du mich aus der Traumwelt befreien kannst." Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen und ich spürte den Kloß im Hals: "Möglich wäre es und dann würde es bedeuten, dass du mich verlassen wirst." Sein Blick wurde weich: "Eines Tages wird der Tag kommen, an dem du bereit bist mich loszulassen und ich werde nie wirklich fort sein, ein Teil von mir bleibt immer in deinem Herz. Aber noch ist dieser Tag nicht gekommen, ich werde nicht sofort ins Jenseits gehen. Nicht, solange ich nicht weiß, ob deine Zukunft sicher ist. Als ich gespürt habe, dass du in großer Gefahr warst, konnte ich dir nicht helfen. Ich war machtlos gewesen und dann erinnerte ich mich an etwas. Es gibt ein uraltes Ritual der Mikos. Sie können sich mit Geister verbinden und ihre Kraft nutzen. Haben die Seelen ihre Aufgabe erledigt, gehen sie ins Jenseits. Wenn du dich mit mir verbindest, könntest du meine Kraft nutzen. Besonders meine magische Kraft. Auf diese Weise könnte ich dich beschützen", er griff nach meine Hände: "Zusammen sind wir stark, Ilea-chan."




Gehe offline, gute Nacht:)


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14.12.2020, 22:00

Cael

Ryu wurde wach und ich drehte den Kopf in seine Richtung, während ich Ivoli am Bauch kraulte. Das mochte er am liebsten. >Dir auch einen guten Morgen. Ich hoffe, dass der heutige Tag etwas ruhiger verläuft. Eine Pause vom ganzen Stress täte ganz gut... Und du kannst ruhig zur Arbeit gehen, ich komme schon klar. Von diesen Kratzern lasse ich mich bestimmt nicht ans Bett fesseln.< erwiderte ich entspannt. Ich hätte ihn gern nach seinem gestrigen Arbeitstag gefragt, aber dafür fehlte uns die Zeit und ich wollte nicht, dass er zu spät kam. Heute Abend würden wir hoffentlich über alles reden können. In der Zwischenzeit sorgte ich dafür, dass ich schnell auf die Beine kam, denn ich war nicht nach Valaris gekommen, um bereits nach wenigen Tagen zu schwächeln. Ich konnte nicht lange untätig bleiben. Das lag mir im Blut. >Ich bleibe noch etwas liegen.<

Imesha

Auf dem Markt herrschte weniger Betrieb als sonst, was sicherlich am gestrigen Überfall lag. Die Menschen trauten sich nicht mehr auf die Straßen. Ich konnte ihnen das nicht verübeln. Selbst wenn die Elite aus Jägern dafür sorgte, dass Yokai nicht weit in die Stadt vordrangen, erledigten sie meist auf dem Weg die ärmeren Leute, während die reichen Bürger sicher in ihren Häusern bleiben konnten. Sie erreichte die Gefahr nur selten. Ein Umstand, der wirklich bitter war. Es war nicht so, dass ich allen reichen Leuten dasselbe Schicksal wünschte, nur empfand ich es als ungerecht, wie viele Menschen in diesem Viertel starben und niemand etwas dagegen unternahm. Meine abendlichen Ausflüge reichten einfach nicht aus.
Ich stapfte schneller durch den Schnee, vorbei an den heruntergekommenen Gebäuden und raus aus der Stadt. Weiter hinten entdeckte ich bereits das Gasthaus, das leicht verborgen im frühen Nebel lag. Diese Kälte war mir allmählich nicht mehr geheuer.

Gute Nacht *_*
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15.12.2020, 14:39

Ryu

Ich entspannte mich, denn es schien ihm wirklich besser zu gehen. "Dann sehen wir uns heute Abend", lächelte ich und warnte ihn: "Aber übertreibe heute nicht." Dann verabschiedete ich mich von ihm und verließ das Zimmer. Vorher ging ich mich schnell waschen und zog mir was Frisches an. Unten war Gawain bereits auf den Beinen und ich verschlang mein Frühstück in Rekordzeit. Wieder gab er mir ein Bentō, wofür ich mich bedankte und mit einem warmen Magen ging ich in die Kälte. Heute war es noch kälter, die Landschaft wirkte im leichtem Nebel verschlafen und dennoch ließ der Himmel Einem erahnen, dass er tagsüber klar werden würde. Vielleicht bekamen wir Glück und die Sonne zeigte sich ebenfalls. Dann würde der Winter mal seine funkelnde Seite zeigen. Ich horchte auf, als ich spürte, dass ich auf meinem Weg nicht mehr alleine war. Eine schlanke Person kam mir entgegen und als der Nebel um sie lichtete, war ich überrascht wer es war. Es war die junge Frau vom Palasthof. "Ohayō gozaimasu, gnädiges Fräulein", begrüßte ich sie mit einem höflichen Nicken.

Ilea

Benommen wachte ich aus dem Schlaf, als die Traumwelt zu verblassen begann. Einen Moment sah ich die Decke verwirrt an, die nicht der Decke meines Zimmers glich. Doch dann erinnerte ich mich an den gestrigen Tag und erhob mich ruckartig. Kit schien immer noch zu schlafen, seine Stirn war kühl geworden und er atmete regelmäßig. Das Verband war trocken geblieben. Ich weckte ihn nicht, denn ein solcher tiefen Schlaf bedeutete, dass der Körper sich von den Strapazen erholte. Mein Kimono war völlig zerknittert, vermutlich sah auch mein Haar nicht besser aus. Ich verließ das Zimmer und ging spontan in den Baderaum dieser Etage. So konnte ich mich nicht bei den Anderen blicken lassen. Sobo Makoto hätte mich ansonsten in einem Zuber gesteckt. Da mein Kimono zum Glück durch den Mantel geschützt wurde, war er nicht schmutzig und roch auch noch nicht unangenehm. Ich musste ihn nur ein wenig die Falten wegstreichen. Nach dem kurzen Waschgang, knotete ich mit einer Haarnadel mein Haar zusammen und ging schließlich zum Zimmer von Cael. Ich klopfte: "Cael, bist du wach?"


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15.12.2020, 18:12

Cael

Nachdem Ryu gegangen war, hatte ich noch auf der Matte gelegen und Ivoli weiter geknuddelt. So sah man mich nur hinter verschlossenen Türen, denn einen Teil meiner Männlichkeit wollte ich mir doch bewahren, anstatt dabei erwischt zu werden wie ich mit Luft kuschelte. Aber dann hörte ich Ileas Stimme aus dem Flur, die sich offenbar nach mir erkundigen wollte. Augenblicklich breitete sich ein erfreutes Lächeln auf meinem Gesicht aus. Sie früh morgens zu sehen, machte meinen Tag schon viel besser.
Da ich oben ohne war, zog ich mir schnell ein frisches, lockeres Oberteil an und öffnete anschließend den Shoji. >Ja, ich bin wach, guten Morgen, Ilea.< begrüßte ich sie freundlich. Mit dem hochgesteckten Haar sah sie wieder hinreißend aus. Ich erinnerte mich vage daran, dass es gestern geleuchtet hatte, aber das lag bestimmt an diesem Zeug, welches sie mir verabreicht hatte. Wie auch immer... Ich bekam nicht genug von ihr. >Mir geht es besser, falls du das fragen möchtest. Diese Heilerin gestern hat wahre Wunder bewirkt. Sie kennt ihr Handwerk verdammt gut. Ich kann sie dir nur empfehlen.< zog ich sie schmunzelnd auf.

Imesha

Der leichte Wind machte es mir unmöglich die Kapuze aufzubehalten, darum riss ich sie genervt herunter und fluchte innerlich, weil ich kurz darauf auf den Mann traf, dem ich nicht so schnell hatte begegnen wollen. Nicht unter diesen Umständen. Was, wenn er glaubte, dass ich ihm bis hierher gefolgt war? Man wusste nie, was in den Köpfen der Männer vorging. Ich hatte alles Mögliche erlebt. Aber er begrüßte mich bloß höflich, auch wenn die Bezeichnung "gnädiges Fräulein" ein Kitzeln in meinem Hals auslöste. Ich war vieles, aber ein gnädiges Fräulein ganz bestimmt nicht.
Diesmal erschien es mir allerdings unhöflich es bei einem einfachen Nicken zu belassen und da ich nicht unvorbereitet aufgebrochen war, griff ich seitlich in meinen Umhang hinein und zog einen Schriftblock hervor, auf dem ich die wichtigsten Worte und Redewendungen niedergeschrieben hatte. In diesem Fall zeigte ich ihm die Seite mit den Worten "Guten Morgen". Dann blätterte ich weiter und hielt kurz inne. Sollte ich ihm meinen Namen verraten oder war es dafür zu früh? Um ihn besser kennenzulernen, musste ich aber einen Schritt vorwärts machen, anstatt stehenzubleiben.
Also gab ich mir einen Ruck und zeigte ihm die nächste Seite. Mein Name ist Imesha.
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15.12.2020, 18:58

Ryu

Die junge Frau blieb stehen, das Haar war windzerzaust und ich fand, dass ihr die wilde Locken standen. Sie hatte was Unbändiges an sich. Ich neigte leicht neugierig mein Kopf, als sie in ihrem Umhang griff und fragte mich, was sie vorhatte. In eine andere Situation hätte ich vielleicht an eine Waffe gedacht, doch es gab keinen Grund für einen Angriff. Es war ein Block. Erkenntnis huschte über meinem Gesicht, als sie mir die Worte zeigte. Die Frau war anscheinend stumm. Sie blätterte um. Imesha, so hieß sie also. "Es freut mich Sie kennenzulernen, Imesha-san", lächelte ich sie freundlich an: "Ich hoffe Sie fassen es nicht falsch auf, wenn ich Ihnen sage, dass es ein schöner Name ist. Ich muss leider weitergehen, vielleicht sehen wir uns später zufällig. Ihnen einen angenehmen Tag." Wieder verneigte ich mich leicht vor ihr, wie ich es im Gasthaus gelernt hatte. Distanz und höchste Maß an Höflichkeit schien fest in dieser Kultur verankert zu sein. Ich vermisste das lockere Miteinander aus meiner Welt, es war weniger steif und man musste nicht jedes Wort abwiegen.

Ilea

Der Shoji öffnete sich und mir stand Cael gegenüber. Eingehend musterte ich ihn, er war im Gesicht weniger blass und auch die Schatten unter seine Augen waren kaum zu sehen. Das Haar wirkte noch zerwühlt, als wäre er erst gerade aufgestanden. Und er konnte wieder lächeln, als wäre er die Sonne selbst. Verlegen senkte ich den Blick, als er mich in den höchsten Töne lobte: "Es ist gut, dass du wieder wohlauf bist." Einen Moment zögerte ich, doch dann fragte ich ihn: "Wollen wir gemeinsam frühstücken?" Dann hob ich langsam den Kopf an und linste an ihm vorbei, als ich eine Bewegung wahrnahm. Meine Augen fingen leicht an zu leuchten: "Ivoli!" Ich schlang meine Arme um seinem Körper, als er zu mir geflogen kam und vergrub mein Gesicht in die weiche Federn: "Hast du gut auf deinem Herrn aufgepasst? Ja? Ein feiner Kerlchen bist du." Ich sah Cael wieder an: "Kann er eigentlich Nahrung zu sich nehmen? Ich würde ihm gerne etwas geben, was ihm eine Freude bereitet."


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15.12.2020, 19:17

Cael

Es war entzückend, wie sie bei meinen lobenden Worten verlegen wurde, dabei meinte ich alles ernst. Sie war durch und durch eine mehr als fähige Heilerin und sollte dafür anerkannt werden. Nur wurden Frauen in dieser Gesellschaft mehr wie Aushängeschilder benutzt als ebenbürtige Partner und das nervte mich sehr. Trotzdem hatte Ilea sich offenbar nicht davon abhalten lassen weiter zu lernen und ihre Fähigkeiten zu verbessern. Eine tolle Frau. Eine, die mit mir frühstücken wollte. Der Tag wurde immer besser.
Ich fuhr mir lächelnd durchs Haar, nickte. >Zu Frühstück sage ich nicht Nein. Ich kann frische Energie gut gebrauchen.< Dann musste ich leise lachen, als sie Ivoli in ihre Arme zog, der es sich nicht nehmen ließ noch mehr Streicheleinheiten zu ergaunern. Ich fragte mich, wie Ilea wohl reagieren würde, wenn sie Egon sah. Der arme Kerl musste sich den ganzen Tag lang verstecken und langweilte sich bestimmt zu Tode. Nachher würde ich mit ihm spielen, weil ich sowieso daheim bleiben wollte, um meine Wunden zu schonen, die an einigen Stellen noch ziepten.
>Er isst nicht wie gewöhnliche Tiere. Seine Energie bekommt er von der Zwischenwelt. Also auch von uns Mikos, da wir diese Energie zum Teil in uns tragen. Dass du ihn jetzt knuddelst, stimmt ihn daher mehr als zufrieden.< beantwortete ich ihre Frage.

Imesha

Er verwickelte mich nicht wie andere Männer in ein Gespräch und machte sich dadurch gleich sympatischer. Ich hatte sowieso nicht genügend Seiten dabei, um die Kommunikation aufrechtzuerhalten. Zwar brachte ich stets meinen Kohlestift mit, aber in der Kälte wollte ich nicht dauernd schreiben. Da war es besser, wenn wir uns eventuell später sahen. Das Archiv gehörte nämlich zu den Orten, die ich oft genug besuchen konnte, ohne Misstrauen in anderen zu wecken. Gojo-sama mochte sich beschweren so viel er wollte, ich blieb die beste Besucherin. Ohne mich lief das Geschäft mit Informationen sonst ziemlich schlecht.
Zufrieden steckte ich meinen Block wieder weg und erreichte wenig später den Eingang des Gasthauses. Mir gefiel die Fassade. Schlicht und gleichzeitig einladend. Zum Kranichhof. Warum ausgerechnet dieser Name? Er musste für die Besitzer eine Bedeutung haben.
Da ich nicht länger in der Kälte stehen wollte, trat ich ein und schüttelte das bisschen Schnee von meinem Umhang ab. Es wäre unhöflich alles dreckig zu machen.
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15.12.2020, 19:37

Ryu

Kurz schaute ich über die Schulter und sah, dass Imesha zum Gasthaus ging. Ich fragte mich, was sie dort wollte. Vielleicht sich ein Frühstück genehmigen? Heute Abend würde ich erfahren, was sie dort gemacht hatte. Was ihre Person traf, war ich neugierig und es lag nicht nur daran, dass ich Informationen über den Palast sammeln wollte. Sie hatte was an sich, was meine Aufmerksamkeit erregte. Ich verfiel in einem leichten Lauf ohne dabei stark zu schwitzen, denn ich wollte nicht naher nach Schweiß stinken. Aber ich brauchte Bewegung, um mich auf meine Arbeit konzentrieren zu können. Ich kam an der Stelle vorbei, wo der fremde Mann gestern von den Yokai ermordet wurde und mein Magen krampfte sich zusammen. Ich hatte mein schlechtes Gewissen verdrängt und jetzt kehrte er mit voller Wucht zurück. Durch die neue Schneedecke, wirkte die Stelle so, als wäre nie dort was geschehen. Aber ich wusste es besser. Tief atmete ich ein. Dann ging ich rasch weiter. Hier und dort entdeckte ich doch ein paar Spuren von den Angriffen der Yokais, was mich an die Jägerin denken ließ. Wer waren genau diese Jäger? Und warum durften sie ungewöhnliche Waffen besitzen, wo Magie und alles was damit zu tun hatte verboten war?

Ilea

Meine Augen wanderten zu seine Lippen und nachdenklich runzelte ich mit der Stirn: "Ich möchte später gerne mehr über ihn wissen und ob noch mehr Wesen wie ihm gibt." Ich drückte ein letztes Mal Ivoli an mich und dann ließ ich ihn los. In diesem Moment erschien der weibliche Geist und grinste breit: "Na hübscher Mann, hast du gut geschlafen? Es sah jedenfalls süß aus, als hättest du einen schönen Traum gehabt." Entrüstet sah ich den Geist an: "Es ist schon unangebracht genug mich beim Schlafen zu beobachten, aber du kannst doch nicht jemand Anderen belästigen!" "Wozu bin ich sonst ein Geist, wenn ich nicht heimlich niedliche Kerle beobachten kann? Und wie haben sich seine Muskeln angefühlt? Bestimmt toll", sie starrte Cael mit einem glasigen Blick an und machte mit ihre Hände Grabschbewegungen. "E-es tut mir leid für ihr unanständiges Verhalten", entschuldigte ich mich verlegen und verneigte mich leicht vor Cael. Dann räusperte ich mich und spürte das hüpfende Vibrieren in meiner Kehle: "Lass uns frühstücken. Am Besten beachte sie einfach nicht, wenn sie dich stört."


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15.12.2020, 19:55

Cael

Ich fand es schön, dass Ilea von sich aus mehr Neugierde zeigte, was die Geisterwelt und die Lebewesen darin betraf. Bei Ivoli wurde man sowieso schnell wach, deshalb verstand ich ihr Interesse. Mir war es damals als kleiner Junge nicht anders ergangen. Ich hatte dauernd mit Geistern und unsichtbaren Wesen gesprochen, was meine Eltern teilweise in den Wahnsinn getrieben hatte. Es konnte manchmal ganz schön gruselig wirken, wenn das eigene Kind irgendwo dastand und sich angeregt mit der Luft unterhielt. Mit dem Alter hatte dieses Verhalten zwar nachgelassen, aber dann tauchten Geister wie der von Ilea auf und das Interesse an einem Gespräch kehrte schlagartig zurück. Besonders, wenn sie lustiger Natur waren und das machte diesen weiblichen Geist aus.
Ich konnte nicht anders als loszulachen. Ihre grabschenden Bewegungen amüsierten mich zu sehr. Vor allem Ileas peinlich berührte Reaktion. >Dafür brauchst du dich nicht entschuldigen. Sie ist weder der erste noch der letzte weibliche Geist, der solche Anspielungen macht.< Ich grinste besagten Geist an, während ich meinen Arm beugte, um ihr meinen Bizeps zu präsentieren. >Vielleicht bedauerst du es ja einen Prachtkerl wie mich zu deinen Lebzeiten nicht angefasst zu haben. Dann wäre deine Situation schnell gelöst.< spielte ich belustigt mit und sah dann Ilea an. >Aber du hast recht. Frühstück ist erstmal wichtiger.<

Imesha

Das Innere des Gasthauses roch ganz angenehm. Ich hatte alkoholischen Gestank erwartet oder Menschen, die schon lange nicht gebadet hatten. Stattdessen erwartete mich eine Leere, die ganz schön traurig für diesen heimischen Betrieb war. Man merkte an der ordentlichen Einrichtung und Sauberkeit, dass hier jemand arbeitete, der hohen Wert auf Qualität legte. Kein Wunder also, dass der Tee hervorragend schmeckte.
Ich begab mich zur Theke, wo ich einen älteren Herrn entdeckte. Er lächelte mich freundlich an und bot mir sogleich einen Platz an, den ich jedoch kopfschüttelnd verweigerte. Stattdessen holte ich wieder meinen Block hervor und zeigte ihm die Seite mit der Aufschrift "Ich möchte Tee kaufen." Erkenntnis huschte über sein Gesicht. >Bitte warten Sie einen kleinen Moment!< Dann ließ er mich zurück und verschwand in die Küche, von welcher er aus nach einer Ilea rief: >Du hast Kundschaft!<
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15.12.2020, 20:09

Ryu

Pünktlich erreichte ich ohne besondere Vorkommnisse das Archiv und Gojo-sama verschwand gleich wieder in den "verbotenen" Raum, nachdem er mir einen Stapel von Aufgaben zurückgelassen. Seine grimmige Laune schien bei ihm normal zu sein und vermutlich war ein freundliches Lächeln das letztes, was er tun würde. Ich dachte bei den Menschen nicht vornherein schlecht, aber bei manche Menschen spürte man gleich den unsympathischen Charakter. Und so einer war Gojo-sama definitiv. Ihn würde ich nicht nach Einzelheiten vom Palast fragen, er misstraute schon mein freundliches Lächeln. Also musste ich woanders nach Informationen über die Jäger suchen. Zuerst aber standen die Aufgaben an. Als Erste sortierte ich wieder neu gelieferte Schriftrollen ein, diesmal ging es um die Heilkunde. Das wäre bestimmt für Ilea interessant.

Ilea

Ich runzelte mit der Stirn, es klang als bekäme er oft Besuch von weiblichen Geister und es schien ihm wohl zu gefallen, dass sie ihm die Aufmerksamkeit schenkten. Jedenfalls fühlte ich mich in dieser Situation unbehaglich, denn damit konnte ich nichts anfangen. "Oh ja", seufzte sie theatralisch. Dann gingen wir endlich hinunter und ich entdeckte eine Frau, was mich überraschte. Es war lange her, als wir zuletzt einen weiblichen Gast zu Besuch hatten. Otōsan machte in der Küche mit seiner Hand auf sich aufmerksam und ich schaute kurz zu ihm hinüber. Unauffällig bewegte er die Finger, sie ist deine Kundin. Sofort ging ich auf die Frau zu und verneigte mich vor ihr: "Guten Morgen, ich bin Ilea Daaè. Folgen Sie mir bitte in den Laden und dann können Sie mir erzählen, was Sie von mir wünschen." Ich ging voraus in den Laden und ging hinter dem Tresen.


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15.12.2020, 20:26

Cael

Plötzlich hörte ich den Vater nach Ilea rufen, was seltsam war, da sie nicht hören konnte. Oder ging er davon aus, dass ich bei ihr war und ihr Bescheid gab? Wir erreichten die letzte Treppenstufe, da wollte ich ihr das sagen, als Gawain ihr auch schon zu verstehen gab, dass sie ein Gast erwartete. Es war tatsächlich eine junge Frau erschienen, die hoffentlich etwas kaufen wollte. Anhand der Kleidung wusste ich nicht sofort, ob sie aus dem gehobenen Viertel stammte, doch das leicht zerzauste Haar, welches gesund glänzte, verriet sie. Nicht zuletzt, weil sie nicht aussah, als würde sie täglich hungern oder dauernd krank sein. Es war allerdings ihr Hautton, der sie von allen anderen Frauen unterschied, die ich bislang in Valaris gesehen hatte. Ziemlich exotisch für den "normalen" Bürger.
Neugierig folgte mein Blick ihrer Gestalt, die hinter Ilea in das Geschäft verschwand. Ihre Aura... Ich hatte sie leider nicht deutlich genug gesehen, aber etwas war... anders.
>Frühstück ist in der Küche.< hörte ich Gawain neben mir sagen, weil ich immer noch auf der Stelle stand und mich nicht regte. Ich bedankte mich lächelnd und setzte mich wenig später an den Tisch. Eigentlich wollte ich auf Ilea warten, aber mein Magen knurrte bereits und eine Kleinigkeit für den Anfang würde sie mir hoffentlich verzeihen.

Imesha

Eine junge Frau mit hübschem blonden Haar erschien. Ich erkannte sie auf Anhieb. Es war die Frau, die vor ein paar Tagen von einem arroganten Kerl zu Boden gestoßen worden war. Damals hatte ich ihr bei den Einkäufen geholfen und ihr Gold geschenkt. Dass ich nun hier war, um Tee zu kaufen, zeigte mal wieder wie klein die Welt von Valaris war und dass in jeder Person Potenzial steckte. Schon beim Betreten des relativ kleinen Ladens wurde mir bewusst, dass sie sich in ihrem Gebiet auskannte. Es lag einfach in der Luft. Jeder einzelne Geruch.
Beinahe war ich gewillt die Augen zu schließen und tief einzuatmen. Ich mochte diese Gerüche. Sie wirkten beruhigend auf mich. Mit einem höflichen Lächeln hielt ich den Block auf Brusthöhe hoch und zeigte dasselbe wie bei dem Mann zuvor. Ich möchte Tee kaufen. Dann die nächste Seite. Beruhigungstee und etwas Fruchtiges oder Blumiges. Eine weitere Seite: Bitte.
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15.12.2020, 20:40

Ryu

Ich würde naher Gojo-sama fragen, ob Archivgehilfen auch erlaubt waren die Schriftrollen auszuleihen, wie die Besucher, die im Palast arbeiteten, tun durften. Für jede Ausleihe wurde ein Formular gefüllt, damit die Schriftrollen zurückverfolgt werden konnten, falls sie nicht rechtzeitig zurück an ihrem Platz kamen. Dann würde ich auf jeden Fall etwas aus der Heilkunde ausleihen, natürlich auch was über die Tierwelt und vielleicht fand ich sogar was über die Zwischenwelt, was wiederum Cael interessieren könnte. Nach dem Einsortieren ging ich zum Schreibtisch, dort erwartete mich eine Schreibtätigkeit. Ich sollte wieder Schriftrollen abschreiben, diesmal gab es Forderungen mit welchen ich zuerst anfangen sollte. Also suchte ich nach der erste Schriftolle, rollte sie auseinander und versuchte die verblasste Schrift zu entziffern. An einige Stellen gab es zudem noch Flecken.

Ilea

Als ich jetzt die junge Frau genauer betrachtete, spürte ich von ihr eine vertraute Schwingung ausgehen und dann fiel es mir ein, woher sie mir vage bekannt vorkam. Es war die Frau vom Marktplatz gewesen, die mir eine großzügige Spende hinterlassen hatte. Imesha. Aus ihre Erinnerungen hatte ich ihren Namen zufällig herausgefunden. Äußerlich zeigte ich mich nicht, dass ich sie kannte. Denn damals hatte sie sich im Umhang verborgen, um unerkannt zu bleiben. Die nächste Überraschung war der Block, sie konnte wohl nicht sprechen. Die ein paar Erinnerungen, die ich von ihr versehentlich erhascht hatte, hatten mir nicht gezeigt, dass sie ihre Stimme verloren hatte. Ich empfand eine Verbundenheit zu ihr und in diesem Moment bewegten wir uns in eine ähnliche Welt, auch wenn sie es nicht wusste. "Warten Sie einen kurzen Augenblick", ich drehte mich um und zog an einem Schublade. In einem Beutel füllte ich den Beruhigungstee und legte ihn auf dem Tresen. Dann glitten meine Augen wieder über die Schubläden. Diesmal ging es um einem Tee für ihr seelischen Wohl und ein solcher Tee musste sich mit ihr harmonieren, damit man das Gefühl besaß aufatmen zu können. Ich wählte drei Sorten aus und jedes Gewürz bekam ihr kleines Schälchen. "Sie dürfen daran riechen und nehmen Sie sich Zeit. Wenn ein Duft ihre Nase besonders schmeichelt, dann ist es der richtige Tee", erzählte ich es ihr und schenkte ihr ein höfliches Lächeln.


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15.12.2020, 20:57

Cael

Wie es schien, dauerte das Geschäft mit der fremden Frau wohl doch länger und ich wollte nicht, dass das Essen kalt wurde. Nur deswegen aß ich die restliche Portion meines Frühstücks auf und seufzte zufrieden, weil mein Körper diese Energie dringend gebraucht hatte. Ich spielte mit dem Gedanken hinaus an die frische Luft zu gehen, nicht um zu Laufen, sondern für einen kleinen Spaziergang. Den ganzen Tag über in einem Haus zu bleiben, war für mich undenkbar. Später würde ich mich sowieso waschen wollen, Egon brauchte Zuwendung und ich musste an ein paar Liedern schreiben, weil morgen schon der Tag war, an dem ich hier im Gasthaus spielen würde. Da wollte ich natürlich vorbereitet sein. Einige Lieder standen schon fest, aber ich brauchte deutlich mehr. Je mehr Abwechslung, desto besser.

Imesha

Der jungen Frau war nicht anzusehen, ob sie mich erkannte. Vielleicht hatte sie damals einen Blick unter die Kapuze erhaschen können, aber da sie im geschäftlichen Ton mit mir sprach, vermutete ich, dass ich in ihren Augen völlig neu war. Das war in Ordnung. Ich musste nicht erkannt werden, auch wenn sie von ihrer Art her definitiv vertrauenswürdiger wirkte als all die Damen aus dem Palast. Sie war... realer. Greifbarer. Nicht umsonst half ich genau diesen Leuten, wenn ich die Möglichkeit dazu hatte. Im Gegensatz zu anderen hoch gepriesenen Teeherstellern kannte sie ihr Handwerk, denn sie verkaufte mir nicht gleich die erstbeste Portion, sondern ließ mich entscheiden.
Ruko machte sich oftmals darüber lustig, dass ich mich für einfache Dinge wie Tee begeisterte, aber seit ich denken konnte, gehörte ich zu den Genusstrinkern. Tee half mir zudem bei meiner täglichen Meditation, weshalb ich mir die Zeit nahm und an den verschiedenen Schälchen zu schnuppern begann. Die verschiedenen Gewürze kitzelten in meiner Nase. Sie ähnelten sich schwach, aber im Kern trugen sie diese beruhigende Note, nach der ich suchte. Nach ausführlicher Überlegung stellte ich das letzte Schälchen zurück auf den Tisch und blickte konzentriert zwischen der Auswahl hin und her.
Dann nahm ich wieder meinen Block zur Hand, blätterte ein paar Seiten weiter und zeigte "Links". Es folgte noch eine Seite: Ich brauche auch Eukalyptus und Süßholz.
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353

15.12.2020, 21:28

Ryu

Es ging diesmal um eine Legende und es handelte sich über eine Herrin des Mondes, die mit einem Jadehasen in einem Palast auf dem Mond lebte. Einst lebte sie auf der Erde mit ihrem Geliebten, der ein Jäger war und durch einem Zauber wurden sie getrennt. Sie wurde zur Herrin des Mondes und um nicht vor Einsamkeit zu verkommen, erschien ihr eines Tages der Jadehasen. Sie suchten gemeinsam nach einem Exilier, damit sie sich wieder mit ihrem Geliebten vereinen konnte. Doch Dieser starb und sie musste bis in aller Ewigkeit auf dem Mond bleiben. Dennoch wartete sie in voller Hoffnung weiter auf ihrem Geliebten. Es war eine traurige Geschichte über die Liebe. Ich glaubte in dieser Legende ging es unter Anderen um Loslassen. Und ich vermutete hier sollte die Magie auch als böses Werk dargestellt, denn ein Zauber wurde ja mit Magie verbunden und er war der Grund für die schmerzliche Trennung der Liebende. Nachdenklich zog ich meine Augenbrauen zusammen.

Ilea

Ich blieb ruhig und wartete bis sie eine Entscheidung getroffen hatte. Schlicht nickte ich und füllte einen neuen Beutel mit den gewünschten Teegewürz. Dann kam noch der Eukalyptus und Süßholz, natürlich in getrennten Beuteln. Heute würde ich wahrlich ein gutes Geschäft machen und für den heutigen Tag nahm es mir ein wenig von den Sorgen über die finanzielle Lage. "Wünschen Sie sich noch etwas?", erkundigte ich mich höflich. Sie war eine wunderschöne Frau und die ungewöhnliche Haut gab ihr etwas Besonderes. Eine Frau wie sie erregte Aufmerksamkeit. Und durch die Erinnerungen wusste ich, dass hinter dem schönem Gesicht sich viel mehr verbarg. Ich musste an die Grabsteine denken und an ihre tiefe Trauer. Und an das Eis, auf dem sie getanzt hatte und das Gefühl von einem Hauch von Freiheit, was sie dabei empfunden hatte. Instinkt holte ich eine kleine Dose mit Salbe: "Es ist ein Geschenk des Ladens. Zu dieser kalte Zeit wird Ihnen ihr Haut danken, wenn Sie diese Salbe benutzen."


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15.12.2020, 21:47

Cael

Ich räumte das Geschirr weg und ließ das Frühstück für Ilea stehen. Dass sie mit der anderen jungen Frau so lange beschäftigt war, bedeutete hoffentlich, dass sie viel verkaufte und gute Einnahmen machte. Das wünschte ich mir für sie. >Falls Ilea mich sucht, ich bin wieder in meinem Zimmer.< gab ich Gawain Bescheid, der gerade die Küche putzte und ein Utensil nach dem anderen reinigte. Bei einem so gründlichen Mann wie ihm müsste dieser Laden von Kunden bestürmt werden. Umso mehr Motivation gab es mir, an meinen Liedern zu arbeiten und für das Gasthaus Werbung zu machen.
Ivoli folgte mir nach oben, schwirrte gurrend um meinem Kopf herum, bis ich das Zimmer erreichte und hineinging. Egon lag wie erwartet auf Ryus Matte. Schlafend. Ich setzte mich zu ihm und stupste seinen kleinen Kopf an. Große Glubscher blickten mir entgegen. >Na du feuriger kleiner Bursche? Lust auf etwas Gesellschaft?< lächelte ich ihn an. Sein Mund verzog sich zu einem Lächeln, wobei seine Zunge halb heraushing. Wirklich süß, der Kleine!

Imesha

Ich nahm die Sachen dankbar nickend entgegen und verstaute sie in einem Beutel, der an meiner Hüfte hing. Dann zeigte ich ihr die Seite mit den Worten "Das ist alles, vielen Dank". Besonders über das kleine Geschenk, das sie mir reichte, freute ich mich innerlich. So offen wollte ich das aber nicht zeigen. Eine Salbe für die Haut konnte ich immer gut gebrauchen. Ich achtete eben auf gesunde Körperpflege.
Nachdem ich alles verstaut hatte, griff ich den Beutel gefüllt mit Gold und gab ihr eine Münze mehr. Diesmal ein Geschenk von mir. Für die hohe Qualität ihrer Produkte sollte sie mehr verlangen, aber ich wusste, dass sie dann niemand kaufen würde. Nicht, wenn sie nicht eines höheren Standes war. Leider. Diese unfaire Welt...
Ich nickte ihr höflich zum Abschied zu und verließ den Laden, um wieder hinaus in die Kälte zu treten. Es gab ein paar Aufgaben, die ich zu erledigen hatte.
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15.12.2020, 22:02

Ryu

Ich griff nach der Pinsel und eine leere Schriftrolle, dann begann ich die Geschichte neu aufzuschreiben. Es war faszinierend, dass schon ein falscher Strich eine andere Bedeutung haben konnte und wieder dankte ich im Stillen, dass es den Übersetzer gab. Er war immer noch gut unter meine Schicht Kleider verborgen, denn der Stein war für diese Welt viel zu ungewöhnlich. Auch wenn ich mit den Übersetzer gut vorankam, brauchte es dennoch seine Zeit. Ich musste darauf achten möglichst sauber zu schreiben, das hieß ohne Flecken wie es bei dem Originalen war. Eine Tür öffnete sich und ich entdeckte einen fremden Mann. Er nickte knapp mir zu und verschwand zwischen den Regalen, anscheinend brauchte er nicht meine Hilfe.

Ilea

Sie hatte mir mehr bezahlt, als es gekostet hatte und ich wusste es war wieder eine großzügige Spende von ihr gewesen. Diesmal fühlte ich mich damit ein wenig unwohl, denn ich hatte gar nicht besichtigt, dass sie mir ebenfalls was schenkte. Ich hatte kein Gefallen von ihr haben wollen, es hatte eine nette Geste von mir sein sollen. Aber sie war bereits verschwunden, nachdem sie ihre Sachen genommen hatte. Und ich war kein undankbarer Mensch. Ich verließ den Laden und entdeckte Otōsan alleine in der Küche. Cael war wieder in seinem Zimmer und hatte längst gefrühstückt. "Kit ist mittlerweile aufgewacht, Sobo Makoto kümmert sich gerade um ihn", gab mir Otōsan Bescheid, während ich aß. "Ich schaue gleich nach ihm", sagte ich sofort und ging nach dem Frühstück nach oben. Kit saß auf der Matte mit den Kissen im Rücken. Er sah noch geschwächt aus und konnte nicht aus eigener Kraft selbst essen, denn Sobo Makoto half ihm die Brühe zu sich zu nehmen. "Wie fühlst du dich?", fragte ich Kit und mein Blick wurde sanft. Ich legte eine Hand auf sein Stirn, kein Fieber. "Es ging mir schon mal besser", gestand er und verzog dabei leicht die Miene: "Meine Mutter und meine Schwester machen sich bestimmt um mich Sorgen. Ich muss wieder zurück." "Oh nein", jetzt wurde mein Blick streng: "Du bist bei Weitem nicht gesund genug, um wieder gehen zu können. Du muss dich noch schonen, damit deine Wunden heilen können. Ich werde nach ihnen schauen." "Aber sie brauchen das Geld, ich muss wieder arbeiten", in seine Augen stand die Verzweiflung geschrieben. "Kit", ich legte die Hand auf seine Schulter: "Es wird ihnen nichts nützen, wenn du wegen deiner Unvorsichtigkeit stirbst. Macht dir keine Sorgen, ich kümmere mich um sie und diesmal wirst du meine Hilfe annehmen." Er ließ die Schulter hängen und ergab sich seinem Schicksal. Es bedrückte mich ihn so zu sehen. Er trug schon in seinem jungen Jahren eine viel zu große Last. "Bleibst du bei ihm?", fragte ich Sobo Makoto. Sie hatte mir die Grundlagen der Kräuterheilkunde beigebracht, sie selbst hatte ihr Wissen in diesem Gebiet nie vertieftet, doch ihr einstiger Bruder hatte sich damit ausgekannt und somit hatte sie mir seine Werke vermacht, damit ich mehr darüber lernen konnte. "Er ist in guten Händen", versicherte sie mir. "Ich breche gleich auf und schaue nach der Familie", entschied ich mich.


356

15.12.2020, 22:16

Cael

Kaum einer würde denken, dass ein Wesen wie Egon Verstecken ganz toll fand. Mehrmals hintereinander schloss ich die Augen, zählte bis zehn und suchte ihn aufs Neue. Dafür, dass die Räume schlicht gehalten waren, fand er echt gute Ecken, wo ich ihn nicht gleich auf Anhieb sah. Ivoli schummelte zwei Mal, als er mir die Richtung zeigte, in die Egon gekrabbelt war, aber ich ließ den Kleinen trotzdem gewinnen. Nach dem Spiel fütterte ich ihn mit Insekten und stellte fest, dass er schon bald Nachschub brauchte. Ich würde Ryu Bescheid geben, sobald er wieder zurück war.
Jetzt konnte ich mich in aller Ruhe meiner Musik widmen. Dazu war nur meine Gitarre nötig, die sich wie immer perfekt in meinen Händen anfühlte. Ein paar Mal an den Saiten zupfen, schon tauchte ich in meiner musikalischen Welt ab und legte los.

Imesha

Zufrieden mit meinen Einkäufen kehrte ich nach einiger Zeit in mein Zimmer zurück, verstaute die Sachen und machte mir sogleich einen Tee, um davon zu probieren. Während der Beutel dann im Wasser seinen Geschmack verteilte, nahm ich eine der Schriftrollen in die Hand, die ich vor nicht allzu langer Zeit ausgeliehen hatte und sammelte mehr Wissen über die Zeit der Rebellen und die Auswirkungen auf unser heutiges Reich. Ich fand die Geschichte von Valaris unheimlich interessant, aber es half mir zudem zu verstehen, warum viele Dinge sich geändert hatten. Meistens zum Schlechten.
Fast vergaß ich den Beutel rechtzeitig aus dem Wasser zu ziehen, denn ich wollte nicht, dass der Geschmack zu intensiv wurde. Die perfekte Mitte reichte mir. Zu Anfang nahm ich kleine Schlucke, schmatzte leicht und trank weiter. Wie erwartet überzeugte mich der Geschmack und damit auch die Qualität des Tees. Ich entschied die junge Frau mehr zu unterstützen, wenn ich mir wieder etwas Gutes tun wollte.
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15.12.2020, 22:38

Ryu

"Du bist wohl neu, was?", es war der Mann und stand vor "meinem" Schreibtisch. Er war ungefähr in meinem Alter und schien auf die Höflichkeitsform zu verzichten. Leicht zog ich ein Augenbraue hoch. Normalerweise schätzte ich die direkte Art eines Menschen, aber nur wenn sie in einem angemessener Ton war. Es gab natürlich ein paar Ausnahmen, wie zum Beispiel mein Schwager Akela oder Fenrir. Da wirkten ihre direkte Art manchmal ruppig, aber man wusste, dass sie im Grunde es gut meinten. Aber Dieser hier hatte einfach kein Respekt vor mir, das konnte ich in seinem Blick ablesen. "Ich bin Ryu und arbeite seit gestern als Archivgehilfen, also ja, ich bin neu", blieb ich dennoch gelassen. Abschätzig musterte er mich: "Ich bin Zhaou Cheng, ein Kammerdiener." Dabei machte er ein wichtigtuerisches Gesicht. "Ah", ich zeigte mein gewecktes Interesse nicht, sondern deutete auf die Schriftrollen in seine Händen: "Wollen Sie ihn ausleihen?" "Mein hochverehrter Herr wünscht sich das", antwortete er und machte wieder das wichtiges Gesicht. Also kein Kammerdiener des Kaisers, aber von einem hochrangigen Person dieses Hofes.

Ilea

Als ich den Raum verließ, blickte ich zum Ende des Gangs, wo das Zimmer vom Cael lag. Ich sollte kurz nach ihm schauen, um sicherzugehen, dass er wirklich in Ordnung war. Danach würde ich wirklich aufbrechen, denn ich sollte den hellen Tag nutzen. Wie heute Morgen stand ich vor dem Shoji und klopfte: "Entschuldige, Cael. Ich bin es." Ich strich kurz über mein Kimono, um ein paar Falten zu glätten. Wo der weibliche Geist wieder war, wusste ich nicht. Aber das war ihre Art. Sie tauchte gerne wie aus dem Nichts auf. Doch ich fragte mich, was sie dann tat, wenn sie woanders war. Früher hätte es mich interessiert, aber da ich anfing die Geisterwelt näher kennenzulernen, spürte ich eine Regung in mir mehr über die Wesen dieser Welt verstehen zu wollen.


Gehe offline, gute Nacht:)


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15.12.2020, 22:58

Cael

Ich war dermaßen vertieft in meine Musik, dass ich beinahe Ileas Stimme überhörte. Ivoli war es, der mir seine Pfote in die Wange drückte und zum Shoji flog, um mich auf sie aufmerksam zu machen. Manchmal war ich wie in Trance, wenn ich an neuen Liedern schrieb. Ich legte die Gitarre zur Seite, stand auf und öffnete Ilea die "Tür". Dass sie mich am heutigen Tag schon zweimal aufgesucht hatte, freute mich sehr. Ich genoss es von ihr Aufmerksamkeit zu bekommen, auch wenn sie wahrscheinlich nur nach dem Rechten schauen wollte, weil ich nach wie vor verletzt war. >Und ich freue mich immer wieder dich zu sehen.< lächelte ich sie offen an, während ich mich mit der Schulter gegen den Rahmen lehnte. >Hattest du Erfolg mit der Kundin?< fiel mir im nächsten Moment ein.

Imesha

Bevor ich mich anderen Aufgaben widmete, bändigte ich mein Haar, das ausgerechnet heute beschlossen hatte sich stur zu stellen. Ich musste mehrmals mit den Händen hindurchfahren, um es zu einem ordentlichen hohen Zopf zusammenzubinden. Als das geschafft war, schlüpfte ich in einen recht neuen Kimono, der in schlichten Pastelltönen gehalten war. Damit zeigte ich mich von meiner besten Seite, wenn ich nachher "Wache" stand. Es würden wie erwartet neue ehrenvolle Gäste heute eintreffen, die der Kaiser vor zwei Wochen angekündigt hatte. Insgesamt waren es drei aus einem Ort namens Shoma. Eine etwas größere Stadt im Südwesten. Durch mein neu erlangtes Wissen waren mir einige Fakten darüber bekannt. Zum Beispiel, dass wir wichtigen Lebensmittelhandel mit ihnen betrieben. Oder dass es dort in der Vergangenheit ein Versteck der Rebellen gegeben hatte. Heute war das nicht mehr der Fall, aber ich traute dieser Gruppe inzwischen alles zu. Aus diesem Grund wurde ich damit beauftragt wachsam zu bleiben, sobald sie die Palasttore passierten und jegliche Warnsignale sofort zu melden. Das Übliche eben.

Gute Nacht *_*
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16.12.2020, 16:26

Ryu

Ich füllte für ihn das Formular aus und bevor er ging, fragte er mich: Wann hast du Pause?" Ich unterdrückte das Hochziehen einer Augenbraue und antwortete: "In drei Stunden." "Wie praktisch, zu dieser Stunde habe ich auch meine Pause. Ich zeige dir den Speiseraum für die Dienerschaft. Als Neuling wärest du ein interessantes, neues Gesprächsstoff", meinte er. Aha. Ich sollte also die Leute unterhalten. Schlicht nickte ich. Es war wiederum keine schlechte Idee, denn so konnte ich andere Menschen kennenlernen und vor allem einen weiteren Raum des Palastes. Vielleicht begegnet ich dabei Imesha oder die Jägerin. Vor allem würde ich gerne wissen welche Rolle Imesha am Palast innehielt. Er verließ das Archiv und ich wusste nicht was ich von ihm halten sollte. Jedenfalls nahm er sich ziemlich wichtig, eine Eigenschaft die vielleicht nerven konnte. Aber vielleicht überraschte er mich später, denn manchmal konnte der nächste Eindruck anders sein als der erste Eindruck.

Ilea

Ein paar Sekunden verstrichen und fast wäre ich gegangen, als der Shoji sich doch öffnete. Seine Worte machten mich ein wenig verlegen, denn ich wusste sie nicht genau zu deuten. Beinahe klangen die Worte von einem Verehrer, aber höchstwahrscheinlich meinte er es freundschaftlich. Schon am ersten Tag hatte er sich als offener Mensch gezeigt und daran musste ich mich einfach noch gewöhnen. Bislang hatte er nie etwas getan oder gesagt, was mir Unbehagen bereitete. "Ja, sie war sehr großzügig gewesen", antwortete ich ihm und ein kleines Lächeln huschte über meinem Gesicht, als ich an den Erfolg dachte: "Vielleicht ist es ein gutes Zeichen." Dann musterte ich Cael aufmerksam und sein Gesicht war nicht mehr blass. Auch die schwache Schatten unter den Augen waren gänzlich verschwunden. "Das Frühstück scheint dir deine Kraft zurückgegeben zu haben, dennoch muss du heute den Tag ruhig angehen lassen", streng sah ich ihn an, denn ich wusste wie die jungen Männer manchmal waren. Kaum ginge ihnen ein wenig besser, glaubten sie Bäume aus dem Boden reißen zu können und wunderten sich am nächsten Tag warum ihm elendig ging. "Ich muss jetzt aufbrechen. Wenn ich naher wieder da bin, werde ich weiter an den Kraniche basteln. Sie müssen für morgen fertig werden und wenn dir naher arg langweilig sein sollte, kannst du mir Gesellschaft leisten", machte ich den Vorschlag.


360

16.12.2020, 18:42

Cael

Es freute mich, dass sie heute Gewinn machen konnte und hoffte auf mehr. Sie verdiente es bei all der Arbeit und Liebe, die sie in ihre Heilmittel und Teesorten investierte. Harte Arbeit zahlte sich aus. Anders hatte ich es nicht gelernt. Meine Eltern waren vielleicht wohlhabend, aber sie hatten meinen Schwestern und mir stets gelehrt, dass nichts umsonst war. Für Erfolg musste man bluten.
Und wenn man verletzt war, musste man daheim bleiben. Das war auch hier der Fall. Ilea sah mich mit diesem unfassbar niedlich strengen Ausdruck an, dass ich gehorsam nickte. Solange ich Zeit mit ihr verbringen konnte, würde ich brav bleiben. >Das klingt nach einem guten Plan. Ich helfe dir später bei den Kranichen und dann machen wir mit dem Unterricht weiter.< Eigentlich wollte ich sie begleiten und aufpassen, dass ihr nichts passierte, aber das wäre zu viel des Guten. Ich wollte ihr ungern auf die Nerven gehen oder ihr das Gefühl geben, ich hielte sie für unfähig. Es gab aber eine andere Möglichkeit, um sie im Blick zu behalten. >Möchtest du Ivoli mitnehmen? Hier drin würde er sich bloß langweilen und du genießt offenbar seine Gesellschaft.< schlug ich lächelnd vor.

Imesha

Die Augenmaske trug ich diesmal versteckt unter meinem Kimono, da die Gefahr von Yokai angegriffen zu werden noch präsent war. Ich musste für alle Optionen gerüstet sein. Deshalb auch die Waffen, die an meinen Schenkeln befestigt waren und mich beim Gehen kaum störten. Als Jäger gewöhnte man sich an fast alles. Vor allem die eigene Bekleidung.
Bereit für den Wachdienst verließ ich dann mein Zimmer und begab mich zuerst zum Palasteingang, um dort nach dem Rechten zu sehen. Heute wurden ausnahmsweise keine Waren hineingetragen. Stattdessen wurden die Flure und Säulen festlich geschmückt, um die neuen Gäste zu beeindrucken. Ganz nach Kaiser Odas Stil. Er prahlte gerne mit Macht und Reichtum, aber mir könnte das nicht egaler sein. Alles nur Zeitverschwendung. Vergeudete Mühe. Die Diener des Hauses huschten wie Hühner hin und her, immer in Bewegung, wild durcheinander plappernd und das alles nur, um den Anforderungen ihres Herrschers gerecht zu werden. Was ihnen wohl nie bewusst wurde... Kaiser Oda war nie zufrieden. Er erfreute sich an jedem kleinen Makel, den er finden konnte und ritt darauf herum. Das wusste ich aus erster Hand.
Ich stellte mich etwas abseits des ganzen Gewusels und richtete meine Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Tore, weil ich jederzeit mit dem Eintreffen der Gäste rechnete. Bis dahin sollten die Vorbereitungen beendet sein, sonst würde es schlimme Folgen für die Belegschaft geben. Auch das wusste ich aus eigener Erfahrung.
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