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22.01.2021, 20:28

Ryu

Nach dem Frühstück musste ich aufbrechen, um rechtzeitig auf der Arbeit zu sein. Ich schlug den Kragen meines Mantels nach oben, als ich nach draußen ging und die Kälte mir entgegenschlug. Der Himmel war bewölkt, ein gewöhnlicher Anblick. Aber es schneite wenigsten nicht, sodass ich einen angenehmen Spaziergang hatte. Meine Hände waren wieder in den Taschen gesteckt und unter meine Füße knirschte der Schnee. Ich fragte mich wie lange ich diesen Weg zum Palasthof gehen würde. Wie gesagt vor Ort konnte ich zurzeit nichts ausrichten und bislang war ich auch an einer Lösung nicht näher gekommen. Dennoch würde ich es weiter aushalten, solange wir nicht vorankamen. Es war besser den Feind im Blick zu behalten.

Ilea

Mein Atem stockte und in meinem Inneren würde es noch wärmer. Seine Hand brachte mein Rücken immer wieder zum Erschaudern und mein Magen zog sich zusammen. Es war nicht unangenehm, aber es machte mich seltsam unruhig. Sich im Bett zu küssen war intensiver. Intimer. Meine Augen schlossen sich langsam und mein Herz klopfte noch schneller. Die Finger in dem Stoff krümmten sich stärker. "Cael", ich wollte sein Namen aussprechen. Ihn auf meine Lippen fühlen.


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22.01.2021, 20:43

Cael

Diesmal erschauderte ich, als sie meinen Namen sagte. Es hatte irgendwie verrucht geklungen, auch wenn das wohl nicht ihre Absicht war. Trotzdem reagierte ich darauf mit einem leisen Keuchen, während die Wärme sich in meinem Unterleib sammelte. Meine Hand an ihrem Rücken wurde unruhiger, wanderte höher und direkt in ihr Haar hinein. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Für mich zählte nur Ilea. Mir war die Tageszeit egal. Mir war es egal, dass wir noch im Bett lagen. Mir war alles egal. Hauptsache, ich durfte sie innig und hingebungsvoll küssen. Lange genug, dass ihr Atem sich mit meinem vermischte und ich nicht mehr wusste, wo ihr Körper anfing und wo meiner endete.

Imesha

Im Baderaum war es leer. Keine Spur von Ilea. Normalerweise hätte sie mit mir gemeinsam gefrühstückt, aber ich vermutete, dass sie entweder zu tun hatte oder sie war gerade mit Cael beschäftigt. Die beiden hatten seit einiger Zeit nicht mehr miteinander gesprochen. Vielleicht holten sie das nach. Ich kam auch so zurecht. Sobald ich ins Wasser glitt, störte mich nichts mehr. Mein Körper gewöhnte sich schnell an die wohltuende Wärme des Wassers und endlich konnte ich mich entspannen. Richtig entspannen. Ohne herumwirbelnde Gedanken. Ohne verknotetem Magen. Ohne Frust im Herzen. Immer wieder erinnerte ich mich daran, dass ich vom Fluch befreit war. Dass ich nicht mehr an Kaiser Oda gebunden war. Seit Sumires und Motaros Tod war das das Wunder, das ich gebraucht hatte, um meinen Lebenswillen wiederzufinden.
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823

22.01.2021, 20:57

Ryu

Die Mauer des Palastes ragten in die Höhe und wie jeden Morgen zeigte ich den Wächter die Schriftrolle mit der Erlaubnis das Grundstück betreten zu dürfen. Dabei waren es immer die gleichen Palastwächter am Morgen und daher sollten sie mich auch kennen. Aber sie mochten es mit ihrer Macht zu spielen, was Jeder hier tat, der hochrangiger als die Person von Gegenüber war. Nachdem ich eingelassen wurde, ging ich direkt zum Archiv. Dort würde mich wieder ein Haufen Arbeit erwarten. Und die schlechte Laune von Gojo Sama.

Ilea

Ich spürte den Ausstoß seines warmen Atems auf meine Lippen und die empfindliche Haut dort begann sofort zu prickeln. Sein Kuss fühlte sich wie eine Erweckung an, als würde ich aus einem tiefen Winterschlaf aufwachen und mich der Sonne entgegenstrecken. Ihr Licht schenkte mir neue Kraft und ließ mich lebendig werden. Ein Seufzer entwich meinem Brustkorb, als seine Hand sich in meinem Haar vergrub. An seinem Brustkorb nahm ich die Schwingungen war. Nahm wahr wie schnell er atmete. Wie sein Herz wild schlug wie Meines. Und Cael war wundervoll warm. Ich war zu lange in der Kälte gewesen, um mich jetzt der Wärme entziehen zu können. In meinem Magen kribbelte es noch stärker und breitete sich langsam in meinem Körper aus, so wie die Wärme es tat. Meine Hand auf seinem Brustkorb rutschte nach oben und legte sich schließlich behutsam auf seine Wange. Die Haut war warm und weich, nur ganz leicht rau.


824

22.01.2021, 21:14

Cael

Ich bildete es mir bestimmt nicht ein, aber Ileas Körper fühlte sich wärmer an. Oder die Wärme in meinem Inneren erhitzte die Luft um uns herum. Was es auch war, ich fühlte mich benommen von den Empfindungen, die allein dieser Kuss in mir auslöste. Es kam mir vor, als würde ich zum ersten Mal eine Frau küssen. Nicht, weil ich mich ungeschickt anstellte, sondern weil ich nicht aufhören wollte Ilea zu küssen. Selbst als ich meinen eigenen Puls in den Lippen wahrnahm, machte ich weiter. Zeit verlor ihre Bedeutung. Wir hatten unsere eigene kleine Welt erschaffen, in der nur wir beide existierten. >Ilea.< raunte ich heiser an ihrem Mund, als ich kurz nach Luft schnappte. Mittlerweile glühten meine Ohren. Ihre Hand auf meiner Wange war unglaublich weich und nur zu gern kam ich ihrer Berührung entgegen. Dann sah ich sie an, lächelte warm. Ich löste meine Hand aus ihrem Haar, um die Linie ihres Halses nachzufahren, dann den Schwung ihres Kinns und schließlich berührte ich ihre von mir geküssten Lippen. Sie waren zartrosa. Eine verlockende Farbe, die zu mehr Küssen einlud. Mein Blick verdunkelte sich.

Imesha

Träge öffnete ich die Augen. Mir war nicht aufgefallen, dass ich kurz eingedöst war. Das passierte hin und wieder, wenn ich badete und meine Ruhe fand. Nach den letzten sehr anstrengenden Wochen glich das hier einem Paradies. Nur ein winziger Teil befürchtete, all das könnte schnell ein Ende finden. Weil es unmöglich sein sollte dem Kaiser zu entfliehen. Den Fluch war ich zwar los, aber es gab andere Methoden, um ausfindig zu machen. Die Elitemitglieder waren höchst qualifizierte Sucher, deshalb musste ich mir ernsthaft Gedanken über meine Zukunft machen. Ich konnte nicht ewig in diesem Gasthaus bleiben. Auch wenn ich mich an die Gesellschaft dieser liebenswürdigen Menschen gewöhnt hatte, zog es mich wo anders hin. Weit weg von dieser Stadt.
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825

22.01.2021, 21:27

Ryu

Ich ließ mich sein Geschrei über mich ergehen und beobachtete wie sein Gesicht wieder den ungesunden Rot annahm. Irgendwann würde noch eine Ader platzen. Schließlich überhäufte Gojo-sama mich mit Arbeiten und einige Aufgaben lagen eigentlich nicht in meinem Bereich. Zum Beispiel jedes einzelnes Fenster zu putzen bis kein einzigen Staubkorn daran klebte. Ich schnappte mir einen Lappen, füllte ein Eimer mit Wasser und warf einen kleinen Stück Seife hinein. Dann suchte ich nach einer Leiter und ging zum ersten hohen Fenster.

Ilea

Ich blinzelte benommen als seine Lippen mich verließen und die kühle Luft über meine prickelnde Lippen strich. Sein Lächeln löste in meinem Herz einen süßlichen stechender "Schmerz" aus und mein Atem stockte erneuert, als sein Finger über meinem Hals wanderte. Die feine Härchen richtete sich im Nacken auf und ich erschauderte wohlig. Am Hals war ich schon immer empfindlich gewesen. Mein Blick glitt zu seine Ohren die auffallend rosig geworden waren. War das seine Art sich zu erröten, wie es mit meinem Gesicht geschah? Die Hitze begann auf meine Wangen zu kribbeln. Der Finger auf meine Lippen ließ mich ebenfalls das Atem stocken. Meine Hand auf seiner Wange glitt langsam zu seinem Ohr und ich spürte die Hitze in ihm.


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22.01.2021, 21:38

Cael

Mir fiel auf, dass sie am Hals empfindlich war. Gänsehaut überzog die Stelle, die ich zuvor berührt hatte und ihr stockender Atem bewies, dass auch sie alles sehr viel intensiver wahrnahm. Als ihre Finger über meine Wange zu meinem Ohr glitten, lächelte ich ertappt. >Erwischt.< formte ich das Wort mit einem kleinen Schmunzeln. Ein letztes Mal fuhr ich mit dem Daumen über ihre Unterlippe, dann ersetzte ich ihn mit meinem Mund. Lange hielt ich es nicht aus. Inzwischen war es zu einer Sucht geworden sie zu küssen. Ich liebkoste ihre Lippen, knabberte sanft daran, vertiefte den Kuss wieder, während ich die Hand zurück in ihr Haar schob. Mehr Hitze sammelte sich in meinem Unterleib und diesmal musste ich wirklich etwas Abstand zwischen unsere Hüften bringen, bevor sie merkte, wie sehr ich mich nach ihr verzehrte.

Imesha

In Gedanken an eine ferne Welt außerhalb der Palaststadt kehrte ich frisch gebadet und eingecremt in mein Zimmer zurück. Egon hatte sich auf meinem Kopfkissen zusammengerollt und sah kurz auf, als ich eintrat. Da er kein menschlicher Mann war, ließ ich ungeniert das Handtuch fallen und schlüpfte in einen von Ileas Kimonos. Der Stoff lag angenehm auf der Haut. Trotzdem wünschte ich mir einen Teil meiner Kleidung zurück. Ich fühlte mich nicht wohl dabei dauernd Dinge von den anderen zu leihen, weil ich selbst völlig mittellos war. Auch das musste sich in Zukunft ändern. Nur welchen Beruf sollte ich ausüben? Als Tänzerin allein würde ich nicht weit kommen, wenn ich nicht dabei auch meinen Körper verkaufte. Ich hatte genug in meinem Leben gesehen, um das zu wissen.
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22.01.2021, 21:50

Ryu

Akribisch putzte ich jeden kleinsten Schmutzfleck vom Glas fort bis es anfing zu glänzen und ich mein eigenes Spiegelbild sehen konnte. Auf dieser Seite konnte man einen kleinen Teil von den riesigen Palastgärten sehen, weswegen es hier auch im Archiv ruhig war. Ich hatte noch etliche große Fenstern vor mir, aber ich würde jedes Einzelnes saubermachen. Staub wirbelte sich auf und kitzelte meine Nase, wie es sonst tat. Bei so viel Staub reagierte ich ein wenig darauf, aber es war nicht schlimm. Außerdem machten solchen kleinen Eigenheiten mich in Ingluae als Prinz nahbarer.

Ilea

Ich lächelte schüchtern, als ich seine Worte las und die Schüchternheit verschwand, als ich wieder seine Lippen spürte. Ich keuchte und fuhr mit der Hand weiter hinten, um die Finger in das Nackenhaar einzutauchen. Auf diese Weise suchte ich Halt, denn die Gefühle für ihn überwältigten mich. Ich hatte nie geglaubt solche starke Empfindungen wieder erleben zu dürfen. Die Berührungen eines Menschen zu spüren. Das Leben zu schmecken. "Ich liebe dich", die Worte mussten meine Lippen verlassen. Das Leben konnte zu kurz sein, um solche bedeutungsvolle Worte zurückzuhalten. Wenn ich ihn liebte, sollte ich es ihm zeigen und das ganz ohne Furcht.


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22.01.2021, 22:07

Cael

Ein leichter Schwindel machte sich in meinem Kopf bemerkbar. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich nicht nach Luft schnappen wollte, wenn meine Lippen dermaßen beschäftigt mit Küssen waren. Allerdings geriet ich ins Stocken, weil Ileas Geständnis mich aus allen Wolken fallen ließ. Meine Augen weiteten sich. Sie hatte es gesagt. Sie hatte tatsächlich offen gestanden, dass sie mich liebte. Tief bewegt von ihrer Ehrlichkeit umfasste ich liebevoll ihr Gesicht und begann sie wieder mit vielen kleinen Küssen zu überfallen. Es bedeutete mir wahnsinnig viel das von ihr zu hören. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Voller Hingabe beendete ich den Ausbruch meiner Freude mit einem leidenschaftlichen Kuss, ehe ich dieselben Worte an sie richtete. Ich sah sie zärtlich an, lächelte. >Ich liebe dich mehr als es für ein Herz möglich sein sollte.<

Imesha

Ilea war immer noch nicht erschienen, darum beschloss ich alleine nach unten zu gehen und mir Frühstück zu holen. Das Loch in meinem Magen stopfte sich nicht von allein. Den Herr des Hauses sowie die freundliche alte Dame hatte ich nicht so oft gesehen wie die anderen drei, deshalb fühlte ich mich ein wenig unwohl sie zu stören. Obwohl das Gasthaus wegen des Wetters und anderer Umstände nicht viel Gewinn machte, hatten sie zusätzlich für mich gekocht und das wiederum bedeutete mehr Ausgaben. Wie sollte ich mich je für ihre Güte revanchieren?
Als ich die Küche erreichte, machte ich mich mit einem Räuspern bemerkbar und spürte mein Herz etwas schneller in der Brust schlagen. Ich fand sowohl den Vater als auch die Großmutter vor. Beide begrüßten mich freundlich, während die nette alte Dame mir einen Platz am Tisch anbot. Dort gab es allerlei leckere Speisen zum Frühstück. Zögerlich setzte ich mich hin und sah alles an. >Nun greif zu, Kind. Du bist immer noch ganz dünn und musst mehr essen.< tadelte mich die Großmutter. Ihre lockere, fürsorgliche Art entspannte mich ein wenig, darum folgte ich ihrem gut gemeinten Rat und begann zu essen.
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22.01.2021, 22:25

Ryu

Meine Gedanken wanderten zu Imesha und ich fragte mich wie ihr erster freier Tag aussehen mochte. Ich glaubte nicht, dass sie jetzt auf das Eis gehen würde. Der Erlebnis war bestimmt noch zu frisch. Aber vielleicht würde sie jetzt im Garten selber einen Panda aus Schnee bauen. Es hatte auf ihrer Liste gestanden und mit Ilea hatte ich etliche solche Schneefiguren gebaut. Es hatte viel Spaß gemacht und mich daran erinnert, dass ich auch einmal ein Kind gewesen war. Mein Mundwinkel zuckte leicht bei der Vorstellung sie würde jetzt dick eingehüllt im tiefen Schnee im Garten sein und voller neuer Energie einen dicken Schneeball vor sich hin rollen. Endlich hatte ich das letzte Fenster geputzt und konnte mich meine echten Aufgaben widmen.

Ilea

Meine Wangen wurden wärmer als Cael mein Gesicht umfasste und mich mit einem weichen Blick ansah, der mein Herz höher schlagen ließ. Dann spürte ich überall in meinem Gesicht zarte Küsse. Federleichte Küsse. Sie entlockten mir ein Kichern, es kitzelte in meinem Hals und ich genoss die liebevolle Aufmerksamkeit. Dann küsste er mich voller Hingabe, das es mich erschaudern ließ und atemlos las ich seine Worte. Schon gestern hatte er mir offen seine Liebe gestanden und erst heute konnte ich sie in vollem Bewusstsein genießen. Es war ein wunderschönes Gefühl geliebt zu werden. Voller Wärme sah ich ihn an. "Cael....", ich wurde verlegen, als mein Magen grummelte und den wunderschönen Moment störte: "Ich habe Hunger."


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22.01.2021, 22:38

Cael

Ihr Kichern erfreute mich. Zu wissen, dass ich der Grund für ihr Lächeln, für ihr Lachen war, fühlte sich wahnsinnig gut an. Dazu gehörte, dass ich mich auch um ihre anderen Bedürfnisse kümmern musste. Hunger. Meinen eigenen hatte ich kaum bemerkt, weil ich mich zu sehr auf Ilea konzentriert hatte, doch nun bemerkte ich die Leere in meinem Magen. Nachdem ich einen äußerst starken Fluch gebrochen hatte, sollte ich eigentlich am Verhungern sein.
Ich nickte lächelnd, küsste ein letztes Mal ihre weichen Lippen und löste mich anschließend von ihr, was sich nach einer gemeinsam verbrachten Nacht irgendwie seltsam anfühlte. Es war faszinierend, wie schnell ich mich an ihre Gesellschaft gewöhnt hatte. An das Gefühl ihres Körpers dicht an meinem.
Bevor ich mich aufrichtete, dehnte ich erstmal meine Arme, fuhr mir durchs wirre Haar und lachte auf, als Ivoli plötzlich dahergeflogen kam. Natürlich war ihm nicht entgangen, dass Ilea und ich nicht mehr knutschten, deshalb begrüßte ich ihn mit einem kleinen Knuddler. Immerhin war er der beste Gefährte, den man sich wünschen konnte.

Imesha

Das Essen schmeckte wie immer herausragend. Keine Ahnung, wie diese Leute es schafften jeder Speise das besondere Etwas zu verleihen. Sei es nur einfacher Reispudding. Ich probierte von jeder vegetarischen Sorte und war mehr als zufrieden mit dem Frühstück. Weder Ileas Vater noch die Großmutter hatten mich in ein Gespräch verwickelt. Sie respektierten meine Zurückgezogenheit. Oder sie wollten nichts Falsches tun oder sagen, weil ich nach wie vor eine Fremde in diesem Haus war. Jedenfalls fühlte ich mich noch so, auch wenn ich mich mit den anderen angefreundet hatte. Es änderte nichts an mein plötzliches Auftauchen und dem ganzen Chaos, welches mich begleitet hatte. Sobald ich Cael sah, würde ich mich erstmal bei ihm bedanken müssen. Oft. Sehr oft. Dasselbe galt für Ilea.
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831

22.01.2021, 22:55

Ryu

Gewissenhaft sortierte ich die neu eingelieferte Schriftrollen ein und meine Augen glitten nur flüchtig über die Themen. Die meisten Themen sprachen mich nicht an und für die interessanten Themen war ich nicht konzentriert genug. Meine Gedanken waren noch im Gasthaus und mir fiel ein, dass Imesha oft im Archiv zu Besuch war. Sie schien nicht nur wegen Aufträge gekommen zu sein, sondern hatte eigenes Interesse gehabt. Wenn sie gerne las, sollte ich vielleicht nach meiner Arbeit einen Laden finden, der auch Schriftollen mit Geschichten verkaufte. Wobei ich da nicht viel Glück erhoffte, denn nach meine Kenntnisse wurde Wissen ziemlich stark beschützt. Selbst wenn es nur um Geschichten ging. In meinem Reisesack hatte ich noch das Lieblingsbuch meiner Schwester Cue. Es war ein Art Märchenbuch, doch für Imesha konnte sie vielleicht zu anders sein. Zu unvorstellbar. Außerdem wäre da die Gefahr, dass sie unbewusst auf Caels und meine Welt stieß. Ein Geheimnis, den sie nicht erfahren sollte, weil sie nicht in Gefahr geriet.

Ilea

Ich vermisste seine Nähe, als er sich von mir löste. Ich hatte mich schnell an seine Wärme gewöhnt und alles hatte sich so natürlich gefühlt. Da war kein Zögern mehr. Kein Widerstand. Keine Zweifeln. Meine Gefühle blieben ganz klar, als wurden sie von dem Regen reingewachsen. Mit ihm zusammen zu sein fühlte sich richtig an und mir selbst zu erlauben glücklich sein zu dürfen, war erlösend. Es würde vielleicht eine Weile dauern bis ich mir selbst vergab, doch ich begann das Schicksal zu akzeptieren. Ein solches Leid, wie es mir widerfahren war, hatte niemand verdient. Doch leider geschahen solche furchtbare Dingen und konnte das Herz in die tiefe Dunkelheit stürzen. Beinahe hätte ich mich selbst verloren. Doch jetzt fing ich langsam an wieder zu leben und nicht nur zu überleben. Und in dieser Nacht hatte ich kein einzigen Mal an Mattwei gedacht oder nach der Traumwelt gesucht. Es war nicht Böswilliges, ich glaubte, es hatte damit zu tun, dass ich allmählich seinen Tod akzeptierte. Dass ich für den neuen Lebensabschnitt bereit war. Das bedeutete, die Vergangenheit durfte mich nicht länger gefangen halten und ich musste mich bald von Mattwei Abschied nehmen, wenn ich wusste wie ich ihn aus der Traumwelt befreien konnte. Ich richtete mich ebenfalls auf und drückte die Decke an meinem Körper, denn ich erinnerte mich wieder an meinem dünnen Unterkleid. Es mochte albernd sein, denn wir hatten uns nahe aneinander gelegt, aber ich wurde wieder verlegen. Ivoli erschien und ich freute mich ihn zu sehen, denn auch ihn hatte ich vermisst.


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22.01.2021, 23:10

Cael

Nachdem ich Ivoli ausgiebig begrüßt hatte, stand ich auf und sah, dass Ilea noch keine Anstalten machte ebenfalls aufzustehen. Sie hielt die Decke an ihren Körper, als wäre das, was sich darunter befand, ein gut verborgenes Geheimnis. Ob sie eine Ahnung hatte, wie reizvoller sie das machte? Dass in mir das Bedürfnis wuchs ihr die Decke zu nehmen und ihr auf jede erdenkliche Weise zu zeigen, dass sie keinen Grund hatte schüchtern zu sein. Fast brachte sie mich dazu zurück zu ihr zu gehen und dort weiterzumachen, wo wir aufgehört hatten, doch ich übte mich in Selbstbeherrschung und öffnete den Shoji. >Ich gehe mich kurz frisch machen. Wir treffen uns dann unten.< teilte ich ihr mit, bevor ich ihr die gewünschte Privatsphäre gab. Ivoli blieb bei ihr. Er wollte wohl von uns beiden ausgiebig verwöhnt werden.

Imesha

Ich kratzte den letzten Rest des Inhalts in meiner Schüssel zusammen und leckte mir anschließend genüsslich über die Lippen. Dieses Frühstück würde mich viele Stunden satt halten. Auch der Tee hatte seinen Teil dazu beigetragen und ich fühlte mich wieder träger als zuvor. Um diese Zeit würde ich normalerweise arbeiten und es fühlte sich nach wie vor seltsam an es nicht mehr tun zu müssen. Hier im Gasthaus, in meinem Zimmer hatte ich mich stets gelangweilt, es sei denn ich hatte Gesellschaft bekommen, aber nun war erneut alles anders... irgendwie. Es war schwer zu beschreiben. >Möchtest du noch etwas essen?< fragte mich die freundliche alte Dame, woraufhin ich den Kopf schüttelte. Ich wollte gerade das Geschirr abräumen, da kam sie mir zuvor und lächelte. >Lass mich das ruhig machen. Du bist immerhin unser Gast.<
Dankbar verneigte ich mich vor ihr. Sie war wirklich zu nett. Alle in diesem Haus waren das. Um sie nicht weiter zu stören, verließ ich die Küche und machte mich auf den Weg in mein Zimmer, als mein Blick auf die Tür fiel, hinter der ich den Garten vermutete. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, als ich das letzte Mal an der frischen Luft spazieren war. Unbewusst war ich nähergetreten und meine Hand umfasste bereits den drehbaren Türknauf. Erst zögernd, dann mit mehr Überzeugung öffnete ich schließlich die Tür.
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833

22.01.2021, 23:21

Ryu

Gojo-samas lautes Schnaufen rissen mich aus meine Gedanken und ich schaute zur Seite, wo er mit verschränkte Arme vor mir stand. "Sie wünschen?", fragte ich ihn und konnte mit vorstellen, dass er sich für mich wieder eine kreative Aufgabe ausgedacht hatte. "Das Archiv wird neu umstrukturiert. Das heißt die Schriftrollen müssen sorgfältig nach Themen und Reihenfolgen an der Wand da hinten aufgestapelt werden", meinte er. "Wie Ihr es wünscht", antwortete ich höflich. Das war eine Aufgabe, die mich tagelang beschäftigen würde und je nachdem was genau umstrukturiert werden soll, konnte es sogar wochenlang dauern. Es gab jede Menge Schriftrollen.

Ilea

Ich nickte und als Cael das Zimmer verließ, flog Ivoli auf mich zu. Sofort schloss ich ihn in meine Arme und vergrub mein Nase in sein weiches Fell: "Ich bin glücklich, Ivoli. Wirklich glücklich. Es darf alles kein Traum sein. Ich möchte dieses Gefühl nicht wieder verlieren." Ich drückte einen Kuss auf seinem Kopf und stand schließlich auf. Vor ihm hatte ich keine Scheu mich anzuziehen. Ich würde naher frischere Kimono tragen, wenn ich nach dem Frühstück kurz ins Wohnhaus ging. Mit den Finger versuchte ich mein Haar in Ordnung zu bringen und mit schnell klopfendes Herz verließ ich ebenfalls das Zimmer. Ivoli folgte mir und an der Treppe atmete ich kurz tief ein. Ich würde gleich Otōsan und Sobo Makoto begegnen. Ich würde Ihnen von meiner Beziehung zu Cael erzählen.


Gehe offline, gute Nacht :)


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22.01.2021, 23:42

Cael

In meinem Zimmer fand ich keinen Ryu vor, aber das hätte mich auch überrascht, weil er längst im Archiv sein müsste. Ich würde ihm zu gerne von meinem Durchbruch mit Ilea erzählen. Dass sich all das Auf und Ab doch noch gelohnt hatte und dass ich Ilea mehr denn je liebte. Endlich mal tolle Neuigkeiten in dieser sonst düsteren Welt. Grund genug, um das zu feiern. Vielleicht wäre ein festlicher Abend wie einige Wochen zuvor gar keine schlechte Idee. Ich könnte wieder singen, die Leute bei Laune halten und dabei der Familie nochmal finanziell helfen. Mir lag viel an ihnen. Allerdings wusste ich nicht, ob es gut wäre viele fremde Leute ins Haus einzuladen, wenn Imesha anwesend war. Was, wenn sie jemand erkannte? Es würde mir nie in den Sinn kommen sie in ihrem Zimmer einzusperren, während im Speisesaal gelacht und getanzt wurde. Wir alle brauchten etwas Ablenkung nach den nervenzehrenden Ereignissen.
Ich wusch mir mit kaltem Wasser das Gesicht, weckte damit den letzten Rest meiner Lebensgeister und atmete tief durch. Heute war der erste Tag meiner Liebesbeziehung mit Ilea. Kaum zu glauben, aber wahr. Kribbelige Energie flutete mich allein bei dem Gedanken daran, wie ich sie an meine Brust zog und wiederholt küsste. Inzwischen war das meine Lieblingsvorstellung.

Imesha

Nach einem tiefen Atemzug wagte ich den ersten Schritt nach draußen. Ich trug nicht die richtigen Schuhe, um damit in Schnee zu treten, aber im Moment war mir das völlig egal. Wieder draußen zu sein, die Kälte des Schnees an meinen Füßen zu spüren und die bissig kalte Luft einzuatmen, all das war... es war... überwältigend. So normal und doch besonders. Wenn man lange auf etwas Gewöhnliches verzichten musste, erschien es einem plötzlich wie ein Wunder, wenn man sich wieder ausleben durfte. Mit wild klopfendem Herzen stapfte ich weiter durch den Schnee, ignorierte die zwickende Kälte und näherte mich zielstrebig den Figuren, die seit einigen Tagen vor meinem Zimmer standen. Besonders der Riesenpanda fiel mir ins Auge. Ich streckte meine Hand danach aus, berührte den Kopf, die Ohren, die Schnauze und dann die Nase. Tränen brannten in meinen Augen. Dieses Tier verband ich mit einer schönen Erinnerung an Sumire. Ich wünschte, sie wäre hier, um das zu sehen. Sie hätte sich gefreut. Sie hätte noch mehr Schneetiere gebaut. Den gesamten Garten damit bestückt. Schniefend wischte ich mir mit dem Handrücken die Feuchtigkeit von den Wangen. Seit Neujahr hatte ich das Gefühl noch sentimentaler geworden zu sein. Als hätte ich alles viel zu lange zurückgehalten und nun brach es in größeren Mengen aus mir heraus. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Wusste nicht, ob es gut oder schlecht war. Irgendwie lernte ich mich neu kennen.

Gute Nacht *_*
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835

23.01.2021, 13:38

Ryu

Langsam konnte ich keine Schriftrollen mehr sehen, auch wenn ich eigentlich gerne das Wissen mochte. Aber wenn man stundenlang am Ausräumen war bis die Hände davon sich auf unangenehme Art trocken anfühlten und die Nase von all dem Staub immer wieder juckte, dann hatte man irgendwann auch satt die Schriftrollen anzusehen. Ich wusste nicht was Gojo-sama damit bezwecken wollte. Ob er tyrannisch sein wollte oder wirklich das Archiv neu aufpolieren wollte ohne dabei selbst sich die Mühe machen zu müssen. Denn er war natürlich wieder in dem Nebenraum verschwunden. Die Wachen im Archiv waren heute nicht anwesend gewesen, anscheinend wurden sie abgezogen und woanders eingesetzt. Vielleicht hatte das Archiv keine besondere Priorität mehr oder man wollte uns nur in die Sicherheit wiegen. Aber bis jetzt hatte ich nicht das Gefühl gehabt, dass man mich genauer unter die Lupe genommen hatte und da ich mich gegenüber Imesha neutral verhalten hatte wie bei allen Anderen, konnte ich auch keinen Verdacht geschöpft haben. Dennoch war ich aufmerksamer als sonst. Ich glaubte irgendwas braute sich zusammen.

Ilea

Aus der Küche wehte ein köstlichen Duft hervor, ein Duft der Zuhause. Schon in meine ganze Kindheit hatte Otōsan schon immer gekocht, auch damals im Dorf. Da war unser Gasthaus nur viel kleiner gewesen, da nicht viele Reisende sich dorthin geirrt hatten. Aber die Bewohner kamen regelmäßig und statt immer mit Münzen zu bezahlen, hatten sie mit ihren angebotene Waren getauscht. Zum Beispiel Eier, ein Huhn oder ein frisch gebackenes Brot. Auf diese Weise waren wir gut über die Runden gekommen, auch wenn wir wenig verdient hatten. Nur weil wir immer wieder ein paar Münzen zurückgelegt hatten, hatten wir uns damals das jetziges Gasthaus leisten können und durch Unterstützung von Sobo Makoto. Ich setzte mich an dem Tisch und versuchte die Falten auf meinem Kimono glatt zu streichen. Sobo Makoto kam zu mir und tätschelte meine Wange: "Du siehst heute viel gesünder aus, als in den letzten Tagen. Die rosige Wangen machen dich besonders hübsch." Ich wurde verlegen, denn ich kannte den Grund für meinen Zustand und ich ahnte sie wusste es auch. Jetzt kam auch Otōsan und setzte sich gegenüber mir hin. Stirnrunzelnd musterte er mich: "Du warst die letzte Nacht nicht im Wohnhaus gewesen und du scheinst auch bei deine neue Freundin nicht gewesen zu sein, ansonsten hättest du sie eben beim Essen Gesellschaft geleistet." Ich errötete mich und nervös verschränkte ich meine Finger ineinander: "Ich war bei Cael gewesen. Es ist nichts passiert!" Nun, damit bezog ich, dass wir nicht den Akt durchgeführt hatten. Aber ich würde ihm nicht erzählen können, dass wir uns geküsst und eng aneinander geschlafen hatten. Es gab Dinge, die konnte man einfach nicht seinem Vater erzählen. Bevor Otōsan erwidern konnte, platzte ich als Nächstes heraus: "Wir haben nämlich Gefühle füreinander entwickeln. Da mochten wir uns noch nicht trennen, weil wir uns endlich gefunden haben, nachdem wir eine Auseinandersetzung gehabt haben. Ich weiß, es war von mir unschicklich mit ihm alleine in einem Raum zu schlafen. Aber ich wollte sichergehen, dass alles kein Traum gewesen ist und ich auf ein neues Glück hoffen darf." "Hör zu, Ilea", seine Miene war ernst und ich wusste er hatte was Wichtiges zu sagen. Beklommen sah ich ihn an, er würde mir doch nicht die Beziehung zu Cael verbieten? "Als dein Vater möchte ich natürlich dein Bestes und dich am Liebsten vor der ganze Welt beschützen. Als dein Vater fällt es mir schwer dich loszulassen, besonders wenn ein anderer Mann einen besonderen Platz bei dir einnimmt, zuerst war es Mattwei gewesen und jetzt Cael. Aber ich weiß du muss deinen eigenen Weg gehen, dein Leben selbst gestalten und daher habe ich mich immer bemüht dir auch die Freiheit zu geben. Ich schätze Cael, er hat dir dein Lächeln nach all den Jahren zurückgeholt und er hat auf dich aufgepasst, als ich es nicht konnte. Er ist ein guter Kerl und genießt mein Vertrauen. Solange er dir nicht wehtut, habe ich keinen Grund ihn vor die Tür zu setzen." Er machte kurz eine Pause und griff sanft nach meiner Hand: "Aber vor allem vertraue ich dir, Ilea. Es ist wichtig auf seinem Herz zu hören, besonders wenn es sich richtig anfühlt. Besonders wenn es um die Liebe geht. Lass dich nicht von den unsinnigen Regeln bestimmen, was man vor allem als Frau vor der Ehe nicht tun darf. Jeder soll das Recht haben lieben zu dürfen ohne dafür verurteilt zu werden. Liebe ist eine Herzensangelegenheit und deswegen sollst du deinem Herz folgen, denn nur so kannst du auch dein Glück finden. Du allein bestimmst, was du möchtest oder was du nicht möchtest. Du allein weiß, was fürdich richtig ist. Deine Herzensangelegenheiten gehen den Anderen absolut nichts an." Er drückte meine Hand und schien tief einzuatmen: "Es gibt etwas, was du nicht über deine Mutter und mich weiß. Wir waren in Wirklichkeit niemals verheiratet gewesen. Ich wollte sie gerne heiraten, aber für sie bedeutete die Ehe, dass die Frauen unterworfen werden und sie war in der Meinung Liebe braucht keinen Vertrag. Ich habe ihren Wunsch respektiert. Wir ließen alle glauben wir seien verheiratet, denn da begann die Herrscherzeit von Kaiser Oda und alles was "anders" war, wurde verurteilt. Nach dem heutigen Gesetz würde man dich als ein uneheliches Kind bezeichnen und du würdest gesellschaftlich sehr niedrig stehen." Er schüttelte den Kopf: "Wieder etwas, was völliger Blödsinn ist. Was ich eigentlich sagen möchte, ich bin froh, dass du wieder Jemanden in deinem Leben gefunden hast, der dich zum Lächeln bringen kann."


836

23.01.2021, 15:14

Cael

Als ich mich nach unten in die Küche begab, spürte ich Nervosität in mir aufsteigen. Ich konnte schlecht einschätzen, wie Gawain reagieren würde, wenn er erst einmal erfuhr, dass ich mit seiner Tochter in einem Zimmer geschlafen hatte. Was Sobo Makoto betrifft, machte ich mir hingegen keine Sorgen. Dieser Frau entging rein gar nichts und war eine Romantikerin wie ich. Daran bestand kein Zweifel. Wenigstens eine Person, über die ich mir keine Gedanken machen musste.
Ich betrat die Küche und entdeckte sogleich Ilea sowie ihren Vater am Tisch sitzen. Anhand ihrer Mimik und Haltung wusste ich, dass die Wahrheit offenlag. Leicht nervös fasste ich mir an den Nacken und nahm wie üblich Ilea gegenüber Platz. Damit saß ich neben ihrem Vater. Hoffentlich eine kluge Entscheidung. Ich wollte, dass Ilea die Unterhaltung mitverfolgen konnte. >Guten Morgen. Ich... ich schätze, Ilea hat erzählt, dass wir... nun ja... ein Zimmer geteilt haben. Es tut mir leid, falls ich dadurch irgendeine Regel gebrochen habe. Ich möchte nicht respektlos erscheinen.< sagte ich ehrlich und räusperte mich daraufhin. >Ich liebe Ilea und möchte mit ihr zusammen sein. Ihr Glück ist mir sehr wichtig.<

Imesha

Schniefend wischte ich die letzten Spuren meiner Tränen fort und begann die nächsten Figuren zu umrunden, die hier seit einigen Tagen standen. Diverse Tiere, alles Erinnerungen an eine schönere Zeit. Als Sumire und Motaro noch lebten. Würde ich jemals in der Lage sein nach vorne zu schauen? Vielleicht. Dass der Fluch nicht mehr auf mir lastete, machte mir Hoffnung. Etwas, was ich schon lange nicht mehr verspürt hatte. Ich war... dankbar, dass ich doch noch lebte, denn möglicherweise konnte ich meine Freiheit für das Gute nutzen. Auch wenn es sehr verlockend klang einfach das Weite zu suchen und mich so lange wie möglich zu verstecken, so wusste ich aus eigener Erfahrung, dass Kaiser Oda alles zerstören würde, was sich ihm widersetzte. Somit würde auch mir kein Friede vergönnt sein. Dieses Monster musste gestürzt werden und bei meinem Leben... Ich würde dafür sorgen, dass nichts von ihm übrig blieb. Dank meiner Zeit als Elitemitglied wusste ich einiges über die Geheimnisse im Palast. Was sich hinter den Kulissen abspielte. Wissen ist Macht. Diese Macht musste ich weise nutzen, bevor es zu spät war und ich alles verlor, was ich mir von der Zukunft dieses Landes erhoffte. Immerhin war das von Anfang an der Wunsch meiner geliebten Personen gewesen. Ob sie mir verziehen hatten, dass ich vom Weg abgekommen war?
Ich presste eine Faust auf meine Brust und atmete tief durch. Erst einmal musste ich meine Gedanken sortieren. Sie aufschreiben und strukturieren. Alles Wissen festhalten und eventuell gleich wieder verbrennen, um keine Spuren zu hinterlassen.
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23.01.2021, 18:45

Ryu

Die knarrende Tür und die darauf folgende Schritte durchbrach die Stille und kamen mir in diesem Moment laut vor. Ehe die Person sich zeigte, wusste ich schon, dass es Shin war. Er machte immer kleine, schnelle Schritte. "Guten Tag, Ryu", verneigte er sich kurz und ich nickte ihm zu: "Hallo, Shin. Rufen die Hofdamen nach uns?" "Ja", nickte er kräftig und dann kam ein Zögern durch seinem Körper. "Was ist los?", fragte ich ihn sofort. "Die Hofdamen erwarten mich wie üblich in den großen Teesalon. Aber die verehrte Nakamura-sama erwartet dich in der private Bibliothek. Sie meint sie muss dein Talent fördern", antwortete er. Nakamura-sama war ausgerechnet die Hofdame, die ein Auge auf mich geworfen hatte. Ich durchschaute ihren Plan, denn es klang verdächtig danach als suchte sie einen Vorwand mit mir alleine sein zu können. "Aber die Wachen werden wohl uns mit beiwohnen", entgegnete ich. Shin biss sich auf die Unterlippe und räusperte sich: "Sie hat mich nur ins Vertrauen gezogen. Die Wachen werden glauben ihr sei unwohl und deswegen ist sie in ihrem Privatgemach. Und du bist unabdingbar." Jetzt zogen sich meine Augenbrauen zusammen. Das war tatsächlich ein Problem.

Ilea

In meinem Kopf tanzten viele Gedanken und ich musste sie erst verarbeiten, um sie wirklich verstehen zu können. Besonders die Offenbarung über die Beziehung meiner Eltern. In diesem Augenblick erschien Cael und er nahm neben Otōsan Platz. Seine Worte entlockten mir die Röte auf meine Wangen und meine Augen begannen zu funkeln. Otōsan sah ihn einige Sekunden schweigend an und legte schließlich seine Hand auf Caels Schulter: "Ich sehe, dass dein Herz wahre Worte spricht. Ich vertraue meine Tochter und ich vertraue dir, ihr habt mein Segen. Aber wenn du meiner Tochter wehtust, werde ich dein schlimmster Albtraum werden. Ansonsten bleibt mir noch eins zu sagen: Willkommen in unsere Familie."


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24.01.2021, 18:20

Cael

Als er mir eine Hand auf die Schulter legte, spannte ich mich leicht an, weil sein Schweigen mich etwas verunsichert hatte. Dass er uns dann seinen Segen gab, stimmte mich sogleich sehr freudig. Fast hätte ich ihn umarmt, zügelte allerdings meine überschüssige Energie. Hauptsache, ich hatte seine Erlaubnis mit seiner Tochter zusammensein zu dürfen. Mehr hatte ich gar nicht erwartet. Endlich entwickelte sich in Valaris etwas zum Guten. Lächelnd sah ich Ilea an. Das lief ja schon mal mehr als gut. Am liebsten wollte ich mich über den Tisch beugen und sie küssen.
Sobo Makoto brachte uns daraufhin Frühstück und zwinkerte mir verschwörerisch zu. Ich schmunzelte. Hatte ich doch gewusst, dass dieser Frau nichts entging. Sie musste nichts sagen. Ihr war anzusehen, dass sie sich für uns freute. >Vielen Dank!< Ich nahm die Stäbchen in die Hand und begann zu essen. Nach der Aufregung gestern brauchte ich sehr viel neue Energie. Ich würde genug essen, dass ich erst heute Abend wieder Hunger bekam. Außerdem musste ich mir Gedanken darüber machen, was ich heute tun sollte.

Imesha

Irgendwie hatte ich angefangen aus einem Gefühl heraus die Schneefiguren zu verbessern, weil sie über die Tage hinweg ihre Form verloren hatten. Das lenkte mich gut ab, auch wenn die Kälte langsam unerträglich wurde und meine Füße froren. Nicht einmal feste Schuhe besaß ich. Ich musste mir alles leihen. Dieser Umstand gefiel mir ganz und gar nicht. Ob ich im Gasthaus irgendwie aushelfen konnte? Aber dann würde ich trotzdem kein Geld verlangen. Ich konnte dieser Familie nicht noch mehr zur Last fallen.
Seufzend richtete ich den Schneepanda ordentlich her und beschloss dann zurück ins warme Innere zu gehen, bevor ich mir noch Frostbeulen holte. Im Flur traf ich niemanden, auch nicht in meinem Zimmer. Es war wie in letzter Zeit ziemlich still. Keine Gäste. Sehr schade. Diese Menschen waren so unfassbar nett... Sie hatten Besseres verdient.
Just keep swimming...
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25.01.2021, 19:17

Ryu

In meiner Hand hielt ich eine kleine Schriftolle und sprach den ersten Wachen an, den ich traf und verneigte mich vor ihm: "Verzeihen Sie die Störung. Die verehrte Hofdame Nakamura-sama hat nach mir in die Bibliothek gewünscht und möchte, dass ich ein Wache zu ihrem Schutz mitnehme. Ihr Wohlbefinden hat sich ein wenig verbessert, sodass sie an einem ruhigen Ort sich von Geschichten unterhalten möchte, um von ihren trüben Gedanke loszukommen." Shin hatte bewiesen, dass er feminin schreiben konnte. Zu Glück war mir schnell diese Idee eingefallen und die Hofdame würde mitspielen müssen, um nicht in Verlegenheit gebracht zu werden. Es würde ihr nicht Gefallen und ich hoffte, ich hatte ihr dadurch die Grenzen gezeigt. Hätte ich sie zum Beispiel darauf angesprochen, hätte es mich in viele unangenehme Situationen bringen können.

Ilea

Otōsan ließ uns alleine und Sobo Makoto brachte uns den Frühstück. Errötend sah ich zu Cael hinüber, der ordentlich zulangte und mein Herz begann ein wenig schneller zu schlagen. Meine Familie akzeptierte ihn und das war für mich das Wichtigste. Ohne ihr Segen hätte ich mich sonst hin und her gerissen gefühlt. Ich griff auch nach den Stäbchen und begann zu essen, nachdem ich Cael einen guten Appetit wünschte. Man ließ uns alleine, bestimmt damit wir die Zeit als Verliebte genießen konnte. Verliebte. Das Wort war entzückend. "Wie wirst du heute dein Tag gestalten?", erkundigte ich mich bei ihm und schenkte ihm dabei ein warmes Lächeln.


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25.01.2021, 19:36

Cael

Das Frühstück schmeckte mal wieder hervorragend und machte mich allmählich gut satt. Ich genoss die Zweisamkeit mit Ilea, auch wenn es mich nicht gestört hätte, wären Gawain und Makoto in der Küche geblieben. Wahrscheinlich waren sie unseretwegen gegangen. Sie wussten wohl nicht, dass sie mir damit einen mentalen Schubs in Richtung "Beuge dich endlich vor und küss Ilea um den Verstand" gaben. Ihr warmes Lächeln traf mich nämlich direkt ins Herz. Wärme breitete sich in meiner Brust aus. Ich leckte mir über die Lippen und schnappte mit den Stäbchen nach der nächsten Portion. >Ehrlich gesagt, weiß ich das noch nicht. Vielleicht gehe ich wieder in die Stadt und verdiene Geld mit meiner Musik. Das scheint die beste Einnahmequelle für mich zu sein. Ich habe in den letzten Tagen viel Aufmerksamkeit auf mich gezogen und das zahlt sich langsam aus.< erzählte ich ihr. >Was ist mit dir? Wirst du in deinem Laden arbeiten oder mit Imesha Zeit verbringen?<

Imesha

Da ich nicht wusste, wo sich die anderen beiden herumtrieben, lenkte ich mich mit dem Pai Sho Brett ab. Ruko hatte mir stets eingetrichtert, dass es von Vorteil war sich selbst herauszufordern. Darin lag großes Wachstum. Für mich allerdings bedeutete es Langeweile. Selten tauchte ich im Spiel ab und vergaß, dass ich die ganze Zeit allein gegen mich selbst antrat. Wie sollte ich den nächsten Zug ausführen, wenn ich wusste, wie ich mich dann als Gegner entscheiden würde? Das nahm dem Spiel irgendwie... den Schwung. Den Reiz. Ich mochte "echte" Herausforderungen.
Just keep swimming...
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