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1 061

23.02.2021, 19:04

Cael

Aufmerksam glitt mein Blick über ihr Gesicht, das eine Spur dunkler wurde, als sie schüchtern zugab mich ebenfalls nackt sehen zu wollen. Innerlich jubelte ich, nach außen hin lächelte ich sie schief an und streichelte ihren unteren Rücken. Dass sie bereit war alle Hüllen fallen zu lassen, regte meine Fantasie an, die seit Wochen verrücktspielte. Am liebsten hätte ich uns gleich eine andere Höhle gesucht, um dort weiterzumachen, wo wir gerade aufgehört hatten. In meinem Körper rauschte immer noch pure Lust nach ihr. Sie sah dermaßen verführerisch aus, dass ich mich fest an meine Selbstkontrolle halten musste, um wirklich nicht über sie herzufallen. Sie überall küssen und berühren... o Ilea, wieso hatte sie das bloß gesagt. Heute Nacht würde ich bestimmt keinen Schlaf finden. Nicht mit diesen Bildern in meinem Kopf.
>Du gibst das Tempo an, Ilea. Wir tun das, was sich gut für dich anfühlt.< versicherte ihr lächelnd und umfasste ihr Gesicht, um sie innig zu küssen. Dann lehnte ich mich wieder ein Stück weit zurück. >Am besten du gehst jetzt von meinem Schoß runter, damit ich... zur Ruhe komme.< fügte ich mit funkelnden Augen hinzu.

Imesha

Dass er Feuersalamander bevorzugte, überraschte mich nicht, immerhin war sein kleiner Freund Egon wirklich ein Schatz unter den magischen Wesen. Er schenkte uns Feuer, was geradezu ein Luxus in dieser Jahreszeit war und er verhielt sich seltsamerweise ziemlich menschlich für ein sonst wildes Tier. Das hing bestimmt damit zusammen, dass er einige Jahre mit Ryu lebte. Dann erwähnte er Schildkröten und wie sie seine Liebe für die Tierwelt geweckt hatten. Ich fragte mich, wann und wie genau das passiert war, aber wir konnten uns nicht ewig über diese Dinge unterhalten, wenn wir dringend herausfinden sollten, wohin wir als Nächstes reisen mussten. >Diese Vorgeschichte würde ich ein anderes Mal gern hören. Für den Moment schlage ich vor, dass wir zu den anderen zurückzukehren und das weitere Vorgehen besprechen.<
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1 062

23.02.2021, 19:16

Ryu

Einen Moment lächelte ich bereit und freute mich, dass Imesha mich mehr kennenlernen wollte. Leider konnte ich nicht ihr alles von mir erzählen, aber meine Liebe zu den Tiere schon. Dann wurde ich wieder ernster und nickte. Wir sollten nicht mehr länger die Zeit verstreichen lassen und uns in falsche Sicherheit wiegen lassen. "Bestimmt sind die Beiden wieder aufgewacht", vermutete ich, denn es war mindesten ein bis zwei Stunden vergangen. Gemeinsam gingen wir zu der Höhle zurück.

Ilea

Er hob mein Kopf an und der Kuss entspannte mich. Ich war froh, dass Cael geduldig mit mir war und meinetwegen seine eigene Bedürfnisse zurücknahm. Mein Blick glitt wie von selbst nach unten und errötend riss ich ihn wieder hoch, dann rutschte ich verlegen von seinem Schoß. In diesem Moment erschienen Ryu und Imesha. Ryu zog leicht ein Augenbraue hoch und sein Mundwinkel zuckte: "Ihr seht sehr ausgeruht aus." Peinlich berührt starrte ich auf dem Boden, während ich hastig mein Haar zurecht zupfte und innerlich wollte ich im Boden versinken, weil Ryu scheinbar ahnte wie wir unsere Zeit verbracht hatten.


1 063

23.02.2021, 19:29

Cael

Ich musste ein kleines Aufstöhnen unterdrücken, als sie von meinem Schoß rutschte. Allein diese Bewegung sandte warme Hitzewellen durch meinen Körper. Gut, dass Ryu und Imesha wenige Sekunden später auftauchten, sonst hätte ich meine Meinung geändert und Ilea zurück auf meinen Schoß gezogen. Ryu reichte ein Blick in unsere Richtung, um die Lage richtig zu deuten und Imesha schätzte ich auch als eine Frau ein, die ziemlich gut wusste, wie Ilea und ich unsere Zeit genutzt hatten. Mich räuspernd winkelte ich die Beine an, um mein noch bestehendes Verlangen zu verstecken und schmunzelte bei Ileas offensichtlicher Verlegenheit. An solche Situationen war sie nicht gewöhnt, ich hingegen schon. Als junger Mann war ich einige Male erwischt worden. >O ja, ich fühle mich wesentlich besser.< erwiderte ich mit einem kleinen Grinsen.

Imesha

Die beiden waren mehr als wach. Ileas glühte, als kochte sie innerlich und Caels Zustand... nun ja... Ich hatte gesehen, was er nun zu verstecken versuchte. Das war dann wohl die frisch entflammte Leidenschaft zweier Liebender. Hauptsache, sie blickten nicht trüb an die Höhlenwand. Man konnte seine Zeit mit schöneren Dingen vertreiben. Daran war nichts verwerflich. >Wir müssen über unsere nächsten Schritte sprechen.< lenkte ich das Thema sogleich auf das Wesentliche des Tages. >Ich weiß nicht, ob ihr euch bereits ein paar Gedanken gemacht habt, aber da ich vermute, dass ihr das Gebiet nicht so gut kennt, schlage ich euch ein paar Optionen vor, die für uns funktionieren könnten.< Mit ernster Miene und vor der Brust verschränkten Armen lehnte ich mich an die Wand neben mir und sah in die Runde.
>Die erste Option führt uns an einigen Ortschaften vorbei, bis wir das Meer erreichen. Von dort aus können wir auf gut Glück ins ferne Land reisen und darauf hoffen, dass wir auf dem Weg auf die geheimnisvolle Stadt stoßen. Die andere Option ist, dass wir uns im Nachbarsland eine neue Unterkunft suchen, uns in den kleinen Dörfern umhören und eben den gewagteren Weg gehen. Die letzte Option... sie führt direkt durch die Berge, von denen sogar Kaiser Oda die Finger lässt. Nur will ich uns nicht unnötig in Gefahr bringen, darum ist es die letzte Option, für mich allerdings diejenige, die ich wählen würde. Einfach aus dem Grund, weil uns keiner dort vermuten würde.<
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1 064

23.02.2021, 19:45

Ryu

Ich unterdrückte ein Lachen, um Ilea nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen. Denn für sie schien es eine völlig fremde Situation. Cael hingegen nahm mein Kommentar gelassen, früher oder später wurde man in den jungen Jahren mindesten einmal in einer intime Situation erwischt. Ich hätte Cael jetzt aufgezogen, wenn Imesha nicht gleich zum Thema kam. Sofort war der Spaß vorbei und meine Miene wurde ernster. Als ich mich hinsetzte, erwachte Egon aus seinem tiefen Schlaf und krabbelte schmatzend auf meinem Schoß, um von mir gekrault zu werden. Aufmerksam hörte ich mir die verschiedene Optionen nach und wog in den Gedanken die verschiedene Vor-und Nachteile ab.

Ilea

Ich war erleichtert, dass Imesha gleich ein anderes Thema anschnitt, sodass ich mich von meiner Verlegenheit erholen konnte. Sie erinnerte mich daran, warum wir überhaupt in der Höhle waren und mit einem Schlag kehrte alles zurück, was ich in den innigen Moment mit Cael vergessen hatte. Der Schmerz wallte in meinem Brustkorb auf. "Wir können doch nicht einfach das Land verlassen! Was ist mit meinem Vater?", ich schüttelte energisch den Kopf und spürte wie die Tränen in meine Augen hochstiegen. Alle Wärme war schlagartig von mir gewichen und es kam mir wie ein weit entfernter Traum vor, dass ich noch for Kurzem einen schönen Moment mit Cael geteilt hatte. Ryu sah mich ruhig an: "Wir haben nicht dein Vater vergessen und wir werden ihn retten. Doch zuerst müssen wir uns selbst in Sicherheit bringen und uns überlegen wie wir dein Vater retten können. Ich schätze der Ort, wo er jetzt ist, ist schwer zugänglich für uns und ohne fremde Hilfe würden wir es vielleicht nicht schaffen, wenn da viele Feinde auf uns lauern würden. Deswegen sollten wir auch die Stadt der Wunder finden."


1 065

23.02.2021, 19:57

Cael

Imesha kam gleich zur Sache, so wie gestern nachdem das Haus abgebrannt war und sie uns hierher geführt hatte. Ich war verdammt froh darüber, dass sie sich in Valaris auskannte und zur schlauen Sorte Frau gehörte. Sie erinnerte mich ein wenig an Ryus Mutter, die eine ebenso intelligente Frau und Königin war. Als Ilea sich gleich dagegen aussprach das Land zu verlassen, rutschte ich näher zu ihr hin und legte einen Arm um sie. Ich mochte es nicht, wenn sie von Verzweiflung geplagt wurde und Tränen in ihren Augen schimmerte. Ihr Schmerz war greifbar, ich verstand sie und wünschte selbst, wir müssten nicht diesen Weg gehen. Ryu hatte allerdings recht. Zu viert konnten wir ihren Vater nicht retten. Nicht mit leeren Händen. Gerade Imesha hätte einen geheimen Weg in den Palast gekannt, aber da sie nichts dergleichen vorschlug, vermutete ich, dass es momentan keine Hoffnung gab. >Nur wissen wir nicht, wo die Stadt der Wunder liegt.< sprach ich das Offensichtlichste und gleichzeitig Störendste an unserer Situation aus. So langsam hinterfragte ich die Existenz diesen Ortes.

Imesha

Ich sah Ilea mitfühlend an und hoffte, dass sie es schaffte stark zu bleiben und ihren Vater vorerst zurückzulassen. Wenn ich eines von Ruko gelernt hatte, dann dass Eltern zu allem bereit waren, um ihre Kinder zu schützen. Gawain würde bestimmt nicht wollen, dass sich seine einzige Tochter in den sicheren Tod stürzte, um ihn zu retten. Unmöglich. Nicht, wenn man ihn ins sicherste Gefängnis des Palastes steckte. Es wäre ein zum Scheitern verurteilter Versuch und ich gab das ungern zu. >Niemand weiß, wo diese Stadt liegt, aber es gibt sie. Man findet sie nicht, sondern sie lässt sich finden. Deshalb spreche ich von Glück, nicht von einem festen Plan. Egal welche Route wir wählen, gehen wir ein Risiko ein.<
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1 066

23.02.2021, 20:12

Ryu

Es tat mir unglaublich leid, dass wir in diesem Moment Gawain nicht retten konnten. Ich wollte mir nicht vorstellen, was diese Leute mit ihn anstellten und für Ilea musste besonders schwer jetzt nichts unternehmen zu können. Aber wenn wir kopflos handelten, würden wir viel mehr verlieren, als gewinnen. Und ich konnte mir nicht verzeihen, wenn dadurch noch mehr Verluste gab. Ich runzelte nachdenklich mit der Stirn. Cael und ich hatten bislang nie was Genaueres über diese Stadt herausgefunden, außer dass dieser Geist Roselyn in irgendeine Verbindung zu der Stadt besaß. Blöderweise hatte sie aber ihre Erinnerungen verloren. Imesha ließ sich verdeutlichen, dass wir nicht an der Existenz zweifeln sollten. In unsere Welt gab es auch Orte, die man nicht aufsuchen konnte, stattdessen suchten diese Orte uns auf. Solche magische Orte hatten ihre eigene Gesetze. Ich rieb konzentriert mein Kinn: "Die Gefahr besteht, dass man uns auch außerhalb des Landes sucht. Der Kaiser hat bestimmt überall seine Spione und wenn er auch herausfindet, dass du lebst und bei uns bist, wird er sich nicht scheuen auch seine Fühler bis in das Nachbarlands auszustrecken. Außerdem lässt er sich nicht flüchtende Magis entgehen. Ich kann mir denken, dass wir absolut Niemanden vertrauen können bis wir diese Stadt finden, nicht wenn eventuell ein hohes Kopfgeld auf uns gesetzt wird. Ich schätze, die Bergen wären wirklich der beste Schutz für uns, auch wenn es dort gefährlich werden kann. Aber wenn dort uns Niemand vermutet...." Mein Blick glitt zu Cael.

Ilea

Sofort schmiegte ich mich enger an Cael, als er den Arm um mich legte und schluckte die Tränen hinunter. Mein Herz wurde schwer, als Ryu mir erklärte, dass wir nicht auf der Stelle mein Vater retten konnte. Ich wusste, das er Recht hatte, aber es machte mir nicht einfacher. Denn jede verstrichene Tag konnte für meinem Vater Leid bedeuten, diese böse Menschen hatten bewiesen zu was sie fähig waren. Ich schüttelte mich und schmiegte mich noch enger an Cael, denn er war mein einziger Halt. Blass verfolgte ich die bewegende Lippen der Drei und mein Herz schlug unruhig im Brustkorb. Mir gefiel all das hier nicht, aber es gab keine andere Wahl. "Ich....ich kann weiter versuchen in Roselyn Erinnerungen zu wecken. Sie hat eindeutig eine Verbindung zu dieser Stadt und vielleicht bin ich jetzt stärker, wo jetzt der Dämon aus meinem Geist verschwunden ist", sagte ich und atmete lange aus: "Und ich werde euch überall folgen, auch wenn es mir schwerfallen wird so weit entfernt von meinem Vater zu sein."


1 067

23.02.2021, 20:26

Cael

Ryu hatte recht. Der Kaiser würde vor nichts zurückschrecken, um sich die zu holen, die vor ihm flüchteten. Zwar wussten wir nicht, ob er ahnte, dass Imesha noch am Leben und mit uns dreien unterwegs war, aber solange wir zusammenhielten, hatten wir deutlich bessere Chancen als getrennt. Auch ich war der Meinung, dass Dörfer eine große Gefahrenquelle darstellten, in die wir nicht fallen durften. Wenn man in diesem Land mit Misstrauen handelte, konnten wir uns auf keine fremde Hilfe verlassen. Wir mussten unseren eigenen Weg zur magischen Stadt finden. War es allerdings das Risiko wert die Berge zu bezwingen, die nicht einmal der Kaiser auskundschaften ließ? Was würde uns dort wohl erwarten? Konnte ich dort meine Gruppe beschützen, wenn es brenzlig wurde? Eigentlich sollte ich darin geübt sein mich auf ungewisse Reisen zu begeben, immerhin stellte Valaris mein größtes Abenteuer dar, doch nun hatte ich eine Frau an meiner Seite, die ich unter keinen Umständen verlieren wollte. Wenn ich eine Entscheidung traf, dann unweigerlich mit ihr im Kopf.
Nachdenklich sah ich sie an, ging nochmal die Optionen in meinem Kopf durch und schaute schließlich zurück zu Ryu und Imesha. >Dann die Berge.<

Imesha

Mir lag auf der Zunge, dass Kaiser Oda inzwischen wusste, dass ich am Leben war, aber ich wollte das nicht laut aussprechen, weil ich den anderen keine weitere Last aufbürden wollte. Unsere Situation war schon schlimm genug. Ich sah abwechselnd zwischen den Männern hin und her, dann zu Ilea und zurück zu Cael, der ebenfalls für die Berge stimmte. Da Ilea uns die Wahl überließ, stand die Entscheidung somit fest. >Wir sollten dann bald aufbrechen, bevor es dunkel wird. Ich vermute, dass es nachts zu gefährlich ist, um in ungeahnten Höhen zu wandern, also werden wir tagsüber eher keine Rast machen. So kommen wir schneller voran.< sagte ich in die Runde. Dabei fiel mein Blick auf unsere Reisetaschen und andere Habseligkeiten, die wir in Eile zusammengepackt hatten. >Wir brauchen aber zunächst mehr Proviant, das wir hier in der Umgebung leichter finden als in den Bergen. Am besten wir verteilen die Aufgaben, dann sind wir schneller fertig.<
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1 068

23.02.2021, 20:38

Ryu

Somit war es entschieden, wo unsere Fluchtunterkunft sein würde. Ich wusste, dass mein bester Freund sich die Optionen ebenfalls genau durch den Kopf gehen gelassen hatte, denn gegenüber Ilea hatte er ein starkes Beschützerinstinkt. "Ich melde mich für Feuerholz, ich habe ein gutes Gespür welches Holz am Geeignetsten ist. In den Bergen können wir nicht auf Glück hoffen, dass wir trockenes Holz finden würden und da wir möglichst wenig unsere Magie anwenden sollten, um nicht entdeckt zu werden, brauchen wir eine Wärmequelle", fand ich eine Aufgabe für mich: "Und nebenbei gehe ich auf Insektensuche für Egon." Egon hob den Kopf, als er sein Name hörte.

Ilea

"Im Wald habe ich ein paar essbaren Pflanzen entdeckt. Einige schmecken zwar nicht so gut, aber stillen den Hunger und stärkt obendrein den Körper. Vielleicht finde ich ein paar Gewürzpflanzen, die unser Proviant ein wenig schmackhafter macht", erwähnte ich. In dieser Sache konnte ich mich nützlich erweisen, denn bislang hatte ich nicht viel beitragen können. Ich hatte das Gefühl der schwächste Glied in der Gruppe zu sein und das war nicht angenehm. Ich wollte Niemanden eine Last werden und deswegen musste ich jetzt mehr Stärke zeigen. Ich durfte mich nicht von meiner Trauer, meine Ängste und von meinem Schmerz überwältigen lassen, wenn wir alle überleben wollten. Ich musste den Koi in mir zum Leben erwecken.

Gehe offline, gute Nacht :)


1 069

23.02.2021, 20:56

Gute Nacht *_*

Cael

Da Ilea beschloss sich nach essbaren Pflanzen umzusehen, meldete ich mich fürs Aufstocken unserer Wasservorräte. Gerade Wasser war sehr wichtig für den Körper und da wir nicht mit Gewissheit sagen konnten, was uns in den Bergen erwartete und ob es dort genügend Quellen gab, mussten wir gut versorgt sein. Inzwischen hatte sich auch mein in Wallung geratenes Blut beruhigt, sodass ich unbekümmert aufstehen und Ilea auf die Beine ziehen konnte. In uns allen tobte ein Sturm, aber wir alle würden ihn bewältigen müssen, um voranzukommen.
Ohne weiter Zeit zu verschwenden, sammelte ich unsere Wasserbeutel ein und machte mich damit auf den Weg zum Ufer. Das klare Wasser lud zum Trinken ein, also schöpfte ich einiges davon in unsere Behältnisse. Schon seit unserer Ankunft fragte ich mich, warum der See in dieser hellblauen Farbe schimmerte. Es sah zwar natürlich aus, aber gleichzeitig irgendwie seltsam. Nicht einmal in Ocamma hatte ich einen See wie diesen hier gesehen und das sollte was heißen, wenn ich ausgerechnet aus dem Königreich der vielen Wasserfälle, Seen und Flüsse kam. Ich würde Imesha später danach fragen. Vielleicht wusste sie mehr darüber.

Imesha

Die Rollen waren schnell verteilt. Ich selbst würde nach der besten Route Ausschau halten und auf dem Weg nach nützlichen Dingen suchen. Manchmal fielen einem spontan die besten Ideen ein, also verließ ich mich auf meinen Instinkt, der wieder problemlos funktionierte. Keine Zusammenbrüche, kein emotionaler Ballast mehr. Nur der Fokus auf unsere Weiterreise. Ich verließ mit den anderen die Höhle und ging nochmal den Weg zurück, aus dem Ryu und ich gekommen waren. Ich würde nicht der Spur des Säbelzahnhirsches folgen, sondern seine Route umgehen, damit er sich nicht von uns bedroht fühlte und wir niemanden unabsichtlich zu ihm führten, sollte man uns jemals bis hierher verfolgen. Zwar bezweifelte ich, dass das passieren könnte, aber Kaiser Oda fand stets Wege, um sein Ziel zu erreichen. Man durfte ihn nie unterschätzen, darum fing ich erst gar nicht damit an.
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1 070

24.02.2021, 18:52

Ryu

Bevor Imesha aufbrach, gab ich ihr den Ring zurück. Ich hatte nicht vergessen, dass der Ring sie schützte. Dann brach ich mit Ilea auf, denn wir hatten den gleichen Weg. Sie war in Gedanken versunken und ich ließ ihr den Raum, denn sie brauchte. Erst als wir im Wald waren, blieb Ilea plötzlich stehen und drehte sich zu mir um: "Es tut mir leid, dass ich heute Morgen unfreundlich zu dir gewesen bin." Einen Moment wusste ich nicht, was sie meinte bis es mir wieder einfiel. Ich wank ab: "Du muss dich nicht dafür entschuldigen. Ich verstehe, warum du so in Sorge um Cael gewesen warst und alle unsere Nerven liegen ein wenig blank." Sie sollte sich nicht deswegen schlecht fühlen, nicht nachdem was sie hatte durchmachen müssen. Stumm nickte sie und begann zu ernten. Ich ging ein wenig weiter, denn am Waldrand fand man meistens nur feuchtes Holz, weil sie dort nicht vor dem Wetter geschützt waren.

Ilea

In meinem Kopf herrschte ein durcheinander und gleichzeitig durchlebte ich jedes Emotion. Es war als würde ich mich in einem dichten Nebel herumirren ohne zu wissen wo der Weg war. Alles entglitt mir und das machte mir Angst. Aber ich ließ es nicht anmerken, ich wollte nicht, dass man sich noch mehr um mich sorgte. Ich würde die Stärke in mir finden und mich daran festhalten. Sobo Makoto glaubte an mich und ich wollte sie nicht enttäuschen, selbst wenn sie nicht mehr unter Lebende war. Mein Herz zog sich krampfhaft zusammen und ich ging in die Hocke, um mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren. Das würde mich ein wenig ablenken.


1 071

24.02.2021, 19:25

Cael

Nachdem ich unsere Wasservorräte aufgestockt hatte, kehrte ich damit in die Höhle zurück und begann alles aufzuräumen und in unsere Reisetaschen zu stopfen. Diesmal würde ich Ilea nicht tragen müssen, das bedeutete schon mal weniger Last für mich. So gern ich auch den Helden für sie spielte, meine Kräfte reichten bestimmt nicht für eine Reise in den Bergen. Irgendwo hatte selbst ich meine Grenzen. Könnte ich allerdings Magie wirken, sah die Lage wieder anders aus. Mit Magie konnte man sehr viel mehr erreichen. Ob wir in den Bergen sie ausüben durften? Immerhin gab es dort niemanden, der dem Kaiser diente und uns verpfeifen konnte. Und ich bezweifelte, dass irgendjemand aus der Entfernung Magie aufspürte. Das würden nicht einmal Animagi hinkriegen. Wobei... Fenrir hatte einen außerordentlichen Geruchssinn. Ihm wäre ein kleiner Hase auf einem anderen Kontinent aufgefallen. Hm... vielleicht lieber doch kein Risiko eingehen, auch wenn ich bezweifelte, dass Wesen wie Animagi in dieser verkorksten Welt existierten. Sie hätten den Kaiser sonst schnell erledigt.

Imesha

Während ich durch den dichten Wald schritt und mich dem Fuß der Berge näherte, hielt ich nach nützlichen Dingen Ausschau. Einige kleine Steine, meist rundlich, fielen mir dabei ins Auge, die ich in einen Beutel stopfte, den ich noch mitgenommen hatte. Es folgten Zweige, trockene Blätter und Erde. Das reichte fürs Erste. Weiter hinten entdeckte ich dann einen Aufgang, ziemlich schmal und in der Höhe etwas anstrengend, aber dennoch begehbar für meine Gruppe. Ich folgte dem Weg mit den Augen, schätzte die Route ein und öffnete die magische Sicht, um nach potenziellen Gefahren zu suchen. Schnell stellte ich fest, dass es keine gab. Nicht einmal kleine Tierwesen waren hier zugegen. Mehr musste ich nicht wissen, um mich für diesen Weg zu entscheiden.
Ich wandte mich ab und trat den Rückweg an, als es in meinem Nacken kurz zog. Wie ein Muskel, der verkrampfte. Instinktiv fasste ich mir an die Stelle und spürte... nichts mehr. Seltsam. Eine Mücke hätte es schon mal nicht sein können, dafür war es viel zu kalt hier draußen. Vielleicht hatte ich mich ja zu abrupt gedreht. Oder eine Nachwirkung vom harten Boden in der Höhle.
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1 072

24.02.2021, 19:39

Ryu

Ich fand Feuerholz und hoffte in den Bergen würden wir vielleicht auf weiteres Brennmaterial stoßen. Das Holz, was ich gesammelt hatte, musste mindesten für zwei Tage reichen, wenn man damit sparsam umging. Mehr konnte ich nicht einpacken. Es sei denn ich konnte doch Magie anwenden, dann konnte ich dafür sorgen, dass das Feuer nur sehr langsam das Holz verbrannte. Das wäre natürlich am Optimalsten. Zwischen all dem Holz hatte ich auch ein paar schlafende Insekten aufgestöbert und sie in einem Gefäß verstaucht, während Egon sich auf die Jagd machte. Der Vorrat würde erstmal für ihn reichen. Zum Glück hatte er einen guten Energiespeicher und würde notfalls mit wenig Nahrung zurechtkommen. Ich hielt Ausschau nach Ilea und entdeckte sie in der Erde wühlend.

Ilea

Ich fand ein paar Wurzeln, wildes Wintergemüse, Winterbeeren, essbare Blätter und schmackhafte Pflanzen, die als Gewürze dienen konnten. Jetzt strich ich immer wieder das Laub vom Boden bis ich tatsächlich auf ein paar winterharte Pilze stieß, die man gegart essen konnte. Roh sollte man sie nicht essen, da es zu Verdauungsstörungen führen konnte. Ryu kam auf mich zu und blickte auf meinem Fund: "Ich hätte nicht gedacht, dass man so viel zu dieser Jahreszeit Essbares finden kann." "Man muss nur wissen, wo sie zu finden sind", antwortete ich ihm leicht lächelnd: "Aber im Frühling und Sommer gibt es natürlich mehr Angebote und sie sind auch viel schmackhafter. Die essbaren Pflanzen im Winter sind meistens eher bitter, aber wie gesagt, sie geben uns die nötige Energie." Er nickte: "Wir nehmen das, was wir kriegen können. Lass uns zurückkehren." Gemeinsam brachen wir auf und entdeckten in der Höhle Cael. In meinem Herz wurde es wieder ein wenig wärmer. Ich verstauchte anderen Proviant und sah auf meine schmutzige Hände: "Ich denke, ich muss noch am See meine Hände waschen."


1 073

24.02.2021, 19:54

Cael

Ich stellte alles auf einer Seite ab und verwischte die Spuren unseres Lagerfeuers so gut wie möglich. Selbst wenn die Chancen hier gefunden zu werden gering waren, wollte ich nichts riskieren. Zurselben Zeit kehrten Ilea und Ryu zurück. Beide hatten in der relativ kurzen Zeit einiges angeschafft. Viele Pflanzen, Beeren und Holz. Das musste für die ersten Tage definitiv reichen, solange wir sparsam damit umgingen. Ryu und ich hatten durch das Training mit den Animagi einiges gelernt, um in der Wildnis zu überleben. Unsere Körper waren an Extremsituationen gewöhnt. Deshalb machte ich mir mehr Sorgen um die Frauen.
Mein Blick fiel auf Ileas schmutzige Hände. >Dann bringen wir die Sachen nach draußen.< sagte ich mit einem kleinen Lächeln.

Imesha

Als ich die Höhle in einigen Metern Entfernung erblickte, traten gerade alle hinaus ins Freie. Ilea wusch sich die Hände am See, während die Männer die gut gefüllten Reisetaschen mitbrachten. Sie waren fündig geworden, stellte ich mit Blick auf die Massen an Proviant fest. Es bedeutete zwar mehr Gewicht, aber das würden wir schon stemmen können. Der Körper war zu Außergewöhnlichem fähig, wenn man ihn mit der richtigen Motivation fütterte.
>Ich habe einen guten Weg gefunden.< teilte ich allen mit, als ich sie erreichte. >Der Aufgang sieht etwas anstrengend aus, aber danach sollte es machbar sein.<
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1 074

24.02.2021, 20:06

Ryu

Draußen trafen wir Imesha, nachdem wir in der Höhle die menschliche Spuren verwischt hatten. "Dann sollen wir gleich losgehen, bevor es wirklich dunkel wird", antwortete ich ihr. Einen steilen Aufgang bereitete mir keine Sorgen, nicht nachdem Cael und ich das harte Training von Malevor und Fenrir durchgestanden hatten. Für Imesha würde es vielleicht auch nicht zu große Probleme bereiten, da sie einen großen Ausdauer bewies. Ilea konnte ich schwer einschätzen, aber da sie viel in ihrem Leben durchgestanden hatte, konnte sie uns mit einem starken Willen überraschen. Auf dem Boden nahm ich eine Bewegung wahr. Egon war fertig mit der Jagd und kletterte zufrieden in meiner Tasche, wo er es warm haben würde. "Faulpelz", schüttelte ich schmunzelnd den Kopf.

Ilea

Nachdem ich meine Hände gewachsen hatte, war auch Imesha zurückgekehrt und schien einen Weg in die Berge gefunden zu haben. Wir würden also jetzt aufbrechen und mir wurde etwas mulmig zumute. Vor uns lag eine ungewisse Zukunft und wir kämpften um unser Überleben. Ich atmete tief ein, straffte meine Schultern und hob ein Gepäck auf, um ebenfalls etwas zu tragen. Mein Blick fiel auf Ryus Gepäck. An ihm waren die Waffen meines Vaters gebunden und auch sein Gehstock. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Wir werden dich bald retten, Otōsan. Halte durch!


1 075

24.02.2021, 20:21

Cael

Der Moment war gekommen das alte Leben zu verlassen und in ein Leben der Flucht einzusteigen. Unwillentlich natürlich, aber so war das nun mal. Wir hatten keine andere Wahl. Keine, die uns nicht gleich in den Tod stürzte. Ich sah Ilea an, bevor wir losgingen und beugte mich vor, um ihr einen Kuss auf die Wange zu drücken. Besonders für sie musste es schwer sein ihren Vater vorerst zurückzulassen. Wäre ich an ihrer Stelle... Keine Ahnung, wie ich mich gefühlt oder was ich gedacht hätte. Ich wollte mir das gar nicht erst vorstellen. Das wäre zu grausam. Aus diesem Grund wollte ich für sie da sein und sie in allem unterstützen. >Wir schaffen das!< sagte ich mit Zuversicht im Gesicht, ehe ich nach ihrer Hand griff und sie sanft drückte. Das neue Abenteuer konnte beginnen!

Imesha

Ich schnappte mir meine Sachen, hievte sie auf meinen Rücken und band den Rest an irgendeine tragbare Stelle an meinem Körper. Da ich durch das jahrelange harte Training als Elitejägerin abgehärtet war, machte ich mir um den langen Marsch unter diesen Bedingungen keine so großen Sorgen. Es sei denn das Wetter schlug in schlechte Laune um, dann konnte niemand etwas dagegen tun. Wir waren dem Willen der Natur unterlegen. Deshalb hoffte ich schlimmstenfalls auf mäßig gutes Wetter und Wege, die breit genug für uns waren, ohne dass man gleich in die Tiefe stürzte.
>Dann mal los.< Wir verließen den Platz und damit unseren ersten sicheren Unterschlupf auf unserer Flucht vor der Schreckensherrschaft des Kaisers. Ich führte die Gruppe zu der Stelle, wo ich vor kurzem stehengeblieben war und behielt unser Umfeld stets im Blick. Wachsamkeit war in unserer Situation sehr wichtig. >Da hinten geht es los!< teilte ich den anderen mit, während mein Finger auf den etwas steilen Aufstieg zeigte. An einigen Stellen würden wir klettern müssen.
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1 076

24.02.2021, 20:32

Ryu

Ich hätte nie gedacht, dass Cael und ich jemals auf der Flucht sein würden. Dennoch war ich von dieser Wendung nicht allzu überrumpelt, denn nach zwei Monaten in Valaris war man innerlich auf alles vorbereitet. Nur der Tod von nahestehende Menschen war ein heftiger Schlag im Magengrube und auch dass man den unschuldigen Menschen nicht von ihrem Leid befreien konnte, solange man nicht wusste wie man diese grausame Herrschaft beendete. Wir folgten Imesha und schon bald zeigte sie uns den Aufstieg, der uns in die Berge führen sollte. Zur Sicherheit überprüfte ich die Gurte meines Reisegepäcks, zurrte nochmals nach und war dann bereit für dieses Abenteuer.

Ilea

Cael schaffte selbst in der schlimmste Situation Zuversicht auszustrahlen und ohne dieses Licht wäre ich längst verzweifelt am Boden. Er half mir weiterzugehen. Seine warme Hand gab mir die Stärke, die ich brauchte und selbst als ich den Aufstieg sah, schwand mein Mut nicht sofort. Ich mochte nicht an das Klettern gewöhnt sein, aber mein Körper konnte ausdauernd sein. Immerhin kümmerte ich mich zum größtenteils um den Garten und hatte mein Vater im Gasthaus geholfen, ich hatte gar schwere Sachen getragen. Also musste ich das hier auch schaffen, besonders da mein Körper wieder gesund geworden war. "Wir schaffen das", nickte ich langsam und wiederholte somit die Worte von Cael.


Gehe offline, gute Nacht :)


1 077

24.02.2021, 20:50

Gute Nacht *_*

Cael

Puh, für den Anfang mussten wir ganz schön die Muskeln anspannen. Natürlich hatte ich nicht mit einem entspannten Spaziergang gerechnet, aber zur Abwechslung verdienten wir alle einen unbeschwerlichen Weg. Nur hatten wir uns für die Berge entschieden. Kein Ort, um die Gegend zu genießen und unachtsam zu sein. Ich bildete den Schluss der Gruppe, damit ich ein Auge auf Ilea behalten konnte, während sie den anderen nach oben hinterher kletterte. Sie war nicht schwach, in ihr schlummerte einiges an Kraft, woran ich kein bisschen gezweifelt hatte. Letzten Endes kam es bei uns allen auf die Ausdauer an.
Der Aufstieg kostete uns bereits viel Energie, dafür erwartete uns später ein geschlängelter, schmaler Weg, der nicht ganz so steil nach oben führte. Immerhin ein kleiner Lichtblick. Wir gingen weiter, während ich unsere neue Umgebung auf mich wirken ließ. Wir waren inzwischen umgeben von Felsen, ein paar Winterpflanzen und etwas Schnee. Kein Lebewesen in Sicht. Es war... ruhig.

Imesha

Unter anderen Umständen hätte mir diese Ruhe zu denken gegeben, aber da wir uns inmitten der Berge befanden, war es normal in vollkommener Stille zu wandern. Nur unsere Schritte waren zu hören. Unser Atem. Ich spürte mein eigenes Herz kräftiger schlagen als vor dem Aufstieg. Mir wurde wärmer unter der Kleidung, aber ich dachte nicht daran sie auszuziehen. Die Kälte durfte man nie unterschätzen. Aufmerksam glitt mein Blick den Weg entlang und befand ihn für sicher genug, dass wir nicht gleich halten mussten. Der Boden zu unseren Füßen war zum Teil von Schnee bedeckt, aber es war zumindest nicht allzu rutschig. Das strahlende Weiß knirschte bei jedem unserer Schritte.
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1 078

25.02.2021, 17:22

Ryu

Mir persönlich tat es gut mich körperlich anstrengen zu müssen, das hier war für mich keine Herausforderung. Ich war schon immer aktiv gewesen und hatte dafür gesorgt, dass mein Körper sich in einem fiten Zustand befand. Außerdem brauchte ich einen solchen Ausgleich, um besser die feurige Seite in mir zu kontrollieren. Dadurch zeigte ich mich weniger temperamentvoll, als früher. Imesha ging ganz vorne und somit sprang mir ihr Hinterteil ins Gesicht, da das Gepäck am Ende ihres Rückens endete. Ich konnte wirklich nicht dafür, dass mein Blick immer wieder da hängenblieb und ich versuchte meine verbotene Fantasien zu unterdrücken. Ich wollte nicht, dass es zu einem Malheur kam. Also konzentrierte ich mich angestrengt auf die Umgebung. Mir war die Stille aufgefallen. In den Bergen war es nicht so ungewöhnlich, dennoch war es eine Art Stille, die ich nicht kannte. Selbst die Bergen in unsere Welt hatten ihre eigene Stimme. Ich vermisste es, das Flüstern des Windes zu lauschen. Hier wirkte die Natur wie tot, beziehungsweise fühlte sich viel mehr an als würde sie ihr wahres Wesen verbergen.

Ilea

Die Muskeln in meine Beine fingen langsam an zu brennen, denn das Klettern waren völlig andere Bewegungen und daran war mein Körper nicht gewöhnt. Dennoch klagte ich nicht, sondern befeuerte mich innerlich selbst. Ich dachte all an die Anstrengungen, die ich in meinem Leben schon bewältigt hatte. Das hier war hingegen nichts. Ich spürte den warmen Schweiß in meinem Nacken, während gleichzeitig die kalte Luft in meine Lunge brannte. Es wurde merklich kälter. Hinter mir spürte ich die Präsenz von Cael. Seine Lippen würde ich jetzt nicht lesen können, ich würde jetzt Niemand verstehen können, wenn man sich nicht extra zu mir drehte. Und das wäre beim Klettern sehr hinderlich. Stattdessen wurde mir die Auren der Drei deutlicher, ich konnte ihre Schwingungen spüren und dadurch fühlte es sich an, als würden sie sich mit mir unterhalten.


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25.02.2021, 18:52

Cael

Mit der Zeit gewöhnte sich mein Körper an die neuen Umstände, während ich auf eine kontrollierte Atmung achtete. Solange man einen dauerhaften, ruhigen Rhythmus beibehielt, blieb man ausdauerfähiger. Darin hatte ich viel Erfahrung gesammelt. Gegen die Bilder, die vor meinem geistigen Auge aufflackerten, leider nicht. Prägende Ereignisse wie alles, was gestern vorgefallen war, lagen mir verflucht schwer im Magen und belasteten mein Herz. Auch wenn ich stets darum bemüht war nach vorne zu schauen, sorgte die uns umgebende Stille dafür, dass ich den Fluss an Emotionen und Bildern nicht aufhalten konnte. Wenn mich meine Eltern eines gelehrt hatten, dann dass man Gefühle zulassen sollte. Nur so wuchs man über sich hinaus. Ich fühlte mich allerdings nicht bereit dafür. Noch nicht jedenfalls. Wir waren gerade dabei eine Bergkette zu bezwingen, die uns ganz schön herausforderte, da konnte ich mir emotionalen Ballast einfach nicht mehr antun. Ein Schritt nach dem anderen. Hauptsache, es ging voran und wir erreichten irgendetwas, das uns ein Licht der Hoffnung schenkte.

Imesha

Nachdem einige Stunden vergangen waren, verstand ich den Unmut der Leute, wenn sie über diese Berge sprachen. Weit und breit gab es hier nichts zu entdecken außer Felsen, Schnee und diese Totenstille. Jeder unserer Schritte hörte sich an, als würden wir durch die Täler stampfen und den Boden zum Beben bringen. Selbst mein Atem klang laut in meinen Ohren. Ob das nur meine eigene Vorstellung war? Hin und wieder hatte ich nämlich wieder dieses seltsame Ziepen in meinem Nacken vernommen, aber jedes Mal, wenn ich an die Stelle fasste, hörte es auf und ich fand wieder meine Ruhe. Mit der magischen Sicht konnte ich auch nichts Neues registrieren. Die Fäden waren dermaßen weit auseinander und lose in der Umgebung verteilt, dass ich bezweifelte, je eine Spur von Magie zu finden. Ein eindeutiger Beweis dafür, dass die magische Stadt hier ganz bestimmt nicht versteckt war. Trotzdem... mein Instinkt verriet mir, dass diese Berge mehr boten als endlose Stille.
>So langsam müssten wir nach einem Unterschlupf suchen!< sagte ich über die Schulter zu den anderen, denn es dämmerte bereits und die Sonne begann sich zum Horizont herabzusenken.
Just keep swimming...
#spreadthelove

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26.02.2021, 18:44

Ryu

Ich bemerkte, dass Imesha in den letzten Stunden sich immer wieder den Nacken fasste. Hatte sie vielleicht eine Verspannung? Vielleicht könnte ich ihr eine Nackenmassage anbieten, ich war ziemlich gut in Massieren. Aber das war vermutlich eine zu gewagte Idee, weil eine solche Nähe intim sein konnte und ich glaubte nicht, dass Imesha auf sich sowas einlassen würde. Mein Blick glitt zum Himmel, tatsächlich wurde weiter hinten dunkler und daher nickte ich. Wir sollten vor der Dunkelheit einen sicheren Unterschlupf finden. Ich drehte mich halb zu Ilea um, damit sie meine Lippen lesen kann: "Wir suchen nach einem Unterschlupf!" "In Ordnung", antwortete sie keuchend, die Wangen schon ganz rot vor Anstrengung und feuchten Augen, was vermutlich von dem kalten Wind kam. Ich drehte mich wieder nach vorne und mein Blick glitt aufmerksam über die bergige Landschaft: "Wir sollten sowas wie eine Höhle mit Anhöhe finden."

Ilea

In den letzten Stunden waren die Erinnerungen wie aus dem Nichts auf mich eingestürmt. Es waren Erinnerungen mit Sobo Makoto. Und auch Erinnerungen mit meinem Vater. Es waren viele schöne Momente, die in meinem Kopf aufblitzten. Aber dennoch schmerzten sie unendlich doll, weil mein Herz nun endlich die Endgültigkeit begriff. Es würde keine neue Erinnerungen mit meiner Großmutter geben. Keine schöne oder besondere Momente. Ich würde nicht mehr ihre Wärme spüren. Ihr sanftes Lächeln sehen. Sie würde mich nicht mehr warmherzig ansehen. Mich nicht mit Weisheiten überhäufen. Sie würde niemals meine Kinder aufwachsen sehen, wenn ich welche bekommen sollte oder mich in einem Brautkleid sehen. Ich hatte einer der wichtigste Menschen in meinem Leben verloren. Nachdem Ryu sich nach vorne umdrehte, stolperte ich plötzlich und konnte mich mit meine Händen auffangen. Die Haut brannte, als sie sich am rauen Boden aufriss. "Ich schaffe es alleine!", sagte ich sofort und Tränen rannen heiß über meine Wangen, als ich wieder aufstand. Ich musste weitergehen.