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21.10.2021, 17:47

Ryu

Die Magie verpuffte beinahe augenblicklich, sie hatte sich so weit in meinem Inneren zurückgezogen bis ich sie kaum spürte. Dabei gab sie mir die menschliche Gestalt zurück und ich erwachte aus dem seltsamen Trance. Ich rieb über meinem Brustkorb, blinzelte ein paar Mal und stand langsam wieder auf. Mit einer Hand fuhr ich durch meinem Haar und in meinem Kopf tobten tausende Gedanken. "Ich muss an die frische Luft und klar im Kopf werden. Das war....", ich wusste nicht wie ich es beschreiben sollte. Es war als hätte eine unsichtbare Macht mich geführt und gleichzeitig hatte ich alles mitbekommen. Ich hatte mich nicht dagegen gewehrt. Es war, als sollte es so sein. Und in meinem Unterbewusstsein hatte ich Imesha als Kaiwhiwhi bezeichnet. Ich deutete mit den Finger nach oben: "Auf Brusthöhlen der Drachen sind Edelsteine oder sowas in der Art als Drachenschuppen getarnt. Wenn du genauer hinsiehst, siehst du sie vielleicht auch funkeln. Vielleicht wird in ihnen die Magie aufbewahrt, die du spürst. In meiner Welt gibt es besondere Steine, die Magie in sich aufnehmen können und als Kraftquelle dienen können. Wir sehen uns naher und dann reden wir über das hier."

Ilea

Seine Lippen bewegten sich und auch wenn ich die Worte nicht lesen konnte, so konnte ich dennoch ihre Bedeutung spüren. Meine Hand legte sich auf seinem Brustkorb und ich erwiderte den süßen Kuss. Ich liebe dich auch. Wir lösten uns und die nächsten Worte sorgten dafür, dass die Wärme nicht von meine Wangen wichen. Diesmal war es die Verlegenheit. Cael konnte manchmal sehr unverblümt sein und doch war es seine offene Art, die mich angezogen hatte. "Und....Wasser scheint eine besondere Wirkung auf uns zu haben", lächelte ich schüchtern und senkte leicht den Blick. Ich dachte an die heiße Quelle unseren damaligen Verstecks und ich dachte an den Teich in dem kleinen Garten in der Nähe, jetzt befanden wir uns im See. "Als ich damals vor dem Zimmer stand und du aus dem Badebereich nur mit einem Handtuch um deine Hüfte kamst, wurde mir bewusst, dass ich mich zu dir körperlich hingezogen fühle. In diesem Moment habe ich dich als Mann wahrgenommen. Und erinnerst du dich an dem Musikabend in dem Gasthaus? Es hatte mich gestört, wie die weibliche Gäste dich angesehen haben und damals hatte ich mich für diese Gefühle geschämt, weil ich glaubte so etwas nicht fühlen zu dürfen. Wir waren da auch noch kein Paar gewesen und ich kam mir so albernd vor, gleichzeitig war ich auch verwirrt. Aber getanzt hast du nur mit mir und das war einer der schönsten Abende meines Lebens. Ich hoffe wir können bald wieder gemeinsamen tanzen, diesmal als Paar", erinnerte ich mich an einer der einprägsamen Momente mit Cael.


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21.10.2021, 18:11

Cael

Jetzt konnte ich das schiefe Lächeln tatsächlich nicht unterdrücken. Dass das Wasser eine bedeutende Rolle bei uns beiden spielte, war mir noch gar nicht aufgefallen. Interessant. Das würde ich mir für die Zukunft merken. Aufmerksam hörte ich zu, als sie ihre Gedanken fortführte und dabei wurde mir wieder ganz warm ums Herz. Dann war meine Vernarrtheit in sie doch nicht so einseitig gewesen wie gedacht. Ich erinnerte mich sehr gut an all die Momente, die sie aufzählte und nickte zuversichtlich. >Wir werden tanzen. Gleich hier, wenn du das möchtest. Aber ich verstehe, dass du damit eine gemütliche Feier unter Leuten meinst, auf der wir wie ein Paar tanzen können. Das gefällt mir. Und ich hoffe, dass wir das schon sehr bald tun können.<
Sanft strich ich ein paar feuchte Strähnen hinter ihr Ohr, ehe ich mich vorbeugte und ihre Lippen mit meinen streifte. Ein hauchzarter Kuss, dann ein fester, inniger. >Willst du noch eine Weile baden oder sollen wir wieder raus aus dem Wasser? Ich muss gestehen, dass ich langsam wieder Hunger bekomme.< Vor allem nach unserem aufregenden Akt im Wasser, dachte ich zufrieden.

Imesha

Wie vorhin veränderte sich Ryu plötzlich und zurück war sein normales Ich. Zurück war das vertraute Grün seiner Augen, das mir stets Ruhe und Geborgenheit schenkte. Ich schluckte den dicken Kloß im Hals hinunter und wusste nicht so recht, was ich sagen sollte. Auch meine Gedanken kreisten um das, was gerade passiert war und irgendwie kam ich mir wie eine Versagerin vor. Hatte ich ihn enttäuscht? Oder das, was in ihm geschlummert und um Befreiung gebeten hatte? Das schlechte Gewissen lag mir schwer im Magen, aber ich wollte es nicht zeigen, um die Situation nicht noch unangenehmer zu gestalten. Alles, nur das nicht.
Er erzählte mir von magischen Steinen, die im Gemälde verborgen waren, darum lenkte ich meinen Blick auf die Drachen und nickte langsam. >In Ordnung. Ich schaue mir das näher an.< erwiderte ich gefasst und widerstand dem Drang in mein Haar zu fassen, damit Ryu mir nicht auf die Schliche kam. Wenn er eine Auszeit brauchte, sollte er das tun. >Bis nachher.<
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1 743

21.10.2021, 20:13

Ryu

Leicht nickte ich und beugte mich zu ihr hinunter, um einen Kuss auf ihre Wange zu drücken: "Bis nachher, amaya." Dann verließ ich die Bibliothek und Egon folgte mir in der Hoffnung draußen viele Insekten für seinem hungrigen Magen zu finden. Und um für schlechte Zeiten für Energiereserve zu sorgen. Die frische Luft tat mir gut und diesmal nahm ich den unscheinbaren Pfad, der mich in einem kleinen Garten mit einem Teich führte. Dort setzte ich mich auf einer Bank hin und fuhr mit beiden Händen durch das Haar, ehe mein Blick ins Wasser starrte. Währenddessen war Egon gurrend zwischen den Büsche verschwunden und würde erst wiederkommen wenn er eine erfolgreiche Jagd gehabt hatte, außerdem genoss er sich endlich im Freien bewegen zu können. Jetzt kehrten meine Gedanken zu dieser Situation von vorhin zurück. Imesha war meine Kaiwhiwhi. Was ich eben gespürt hatte, war eine magische Verbindung gewesen, das wurde mir jetzt klar und zwar von der Art, die man nicht einfach trennen konnte. Es war wie vom heiligen Baum oder von Ahi auserwählt worden zu sein. Eine Schicksalsfügung. Aber was bedeutete jetzt für Imesha und für mich? Was würde geschehen, wenn Imesha meine wahre Kraft weckte? Und waren alle Magieweber etwa Kaiwhiwhi, nur dass wir Menschen und die Drachen für diese Menschen unterschiedliche Namen hatten? Das Einzige was ich mit Sicherheit und instinktiv wusste war, dass meine Gefühle für Imesha echt waren und sie nicht von der magische Verbindung beeinflusst wurden. Und es störte mich nicht, dass ein Teil von meiner Magie an sie gebunden war. Es fühlte sich...richtig an. Es war, als hätte ich endlich meinen Platz gefunden. Ich fragte mich nur, wie Imesha darüber dachte.

Ilea

Meine Augen begannen zu strahlen und mir erschien ein Bild wo wir gemeinsam auf einem Fest tanzten. Vielleicht sogar auf unsere eigene Hochzeit, das wäre ein schöner erster Paartanz. Mein Atem stockte, als Cael mich wieder küsste und mir entwich ein Seufzer. Ich würde nie von seine Küsse genug bekommen. Seine warme Küsse lösten in mir jedes Mal sommerliche Gefühle aus. Warm, hell und leicht. "Dann lass uns essen. Ich werde für uns alle was Schönes kochen", ich schlang meine Arme um seinem Bauch und drückte zufrieden einen Kuss auf seinem Brustkorb: "Ich habe naher ein Geschenk für dich, jedenfalls hoffe ich es, dass es mir gelingen wird." Dann löste ich mich und meine Augen begannen zu funkeln: "Wer erster am Ufer ist!" Mit einem breiten Lächeln schwamm ich schließlich los und versuchte gleichzeitig mich immer wieder vom Boden abzustoßen, um schnell voranzukommen.


1 744

22.10.2021, 10:31

Cael

Ilea enttäuschte mich nie mit ihren Kochkünsten. Liebe ging bekanntlich durch den Magen und das hatte sie schon vor geraumer Zeit erfolgreich getan. Das mit dem Geschenk war allerdings neu. Ich konnte mir einen Kommentar dazu einfach nicht verkneifen, doch da stürzte sie schon davon und ließ mich schmunzelnd zurück. Manchmal war sie zum Niederknien süß. Ich gewährte ihr den Vorsprung und eilte ihr erst hinterher, als sie dem Ufer gefährlich nahekam. Dann holte ich ziemlich schnell auf, da ich dieses Spiel etliche Male mit meinen Schwestern durchgeführt hatte, nur dass ich diesmal meine Arme von hinten um Ilea schlang, um sie lachend vom Boden und aus dem Wasser zu hieven. Ein paar große Schritte weiter waren wir beide wieder an Land. Gleichzeitig.
Breit grinsend stellte ich sie wieder ab. >Und? Wer hat denn jetzt gewonnen?<

Imesha

Als Ryu aus meinem Blickfeld verschwand, stieß ich ein schweres Seufzen aus und lehnte mich zurück ins Polster. Was war das eben? Warum hatte er plötzlich seine drachenähnliche Gestalt angenommen und mich auf diese Weise angesehen, dass sich mir jetzt noch die Nackenhärchen aufstellten? Befreie mich, Kaiwhiwhi. Er hatte mich damit gemeint. Sonst war niemand anderes anwesend gewesen, also konnte es keine Verwechslung gegeben haben. Was bedeutete das allerdings für mich? War ich jetzt seine Kaiwhiwhi? Ich war zutiefst verwirrt und konnte keinen klaren Gedanken fassen, weil mich zudem das schlechte Gewissen plagte unfähig zu sein. Auf der Jagd nach Yokai hatte ich mich nie so gefühlt. Da wusste ich, was zu tun war, ich kannte die Risiken, die mich erwarteten und wie ich mich in brenzligen Situationen verhalten musste. Das hier hingegen war Neuland für mich. Unsicheres Gebiet.
Wie von selbst wanderten meine Augen zurück zum Gemälde, auf der Suche nach diesen magischen Steinen, die Ryu erwähnt hatte. Sie waren mir beim ersten Mal nicht aufgefallen, aber wenn man wusste, wonach man suchte, erschien einem alles viel klarer. Den ersten Stein fand ich zwischen den schneeweißen Schuppen eines kräftig gebauten Drachens. Er funkelte wie ein Diamant, fast durchsichtig und wunderschön. Jetzt sah ich auch die Magie darin. Ein fester Knoten wie der in Ryu. Berühren konnte ich ihn jedoch nicht, da es keine Fäden gab, nach denen ich greifen konnte. Man müsste die Steine direkt vom Gemälde pflücken.
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1 745

22.10.2021, 18:13

Ryu

Erneuert fuhr ich mit beiden Händen durch das Haar und stützte mich auf meine Ellenbogen. Dann erhob ich mich und kehrte in das Gebäude zurück. Ewig auf der Bank verharren und gedanklich nach Antworten suchen würde mich nicht weiterbringen. Ich würde die Tatsachen akzeptieren und dann kamen vielleicht die Antworten von selbst. Das Faszinierende an dieser Sache war, dass Imesha und ich aus verschiedene Welten kamen und doch hatten wir uns durch diese magische Verbindung gefunden. Ich meinte, wie hoch waren die Chancen gewesen, dass wir uns begegnen würden? Da hatte das Schicksal definitiv seinen Finger im Spiel gehabt. Der vertraute Geruch von Bücher riss mich aus meine Gedanken. Ich konnte Imesha in der Nähe spüren, vielleicht war sie immer noch beim Gemälde. Und ich hatte mit meiner Vermutung Recht, als ich dorthin den Weg einschlug. Sie saß im Sessel und hatte eine grüblerische Miene. "He", ich lehnte mich leicht an einem Regal und lächelte ihr zu: "Es passieren gerade viele Dingen, was?"

Ilea

Überrascht schnappte ich nach Luft, als ich von hinten umarmt und dann gehoben wurde. Sein strahlendes Lachen war ansteckend und ich lachte ebenfalls, meine Stimmbänder tanzten dabei. Ich konnte mein Lachen bis in dem Bauch spüren. Cael setzte mich wieder ab, als wir das Wasser verlassen hatten und ich strich eine feuchte Strähne hinter meinem Ohr. Dann tat ich so, als müsste ich über seine Frage nachdenken und schließlich lächelte ich gutmütig: "Es ist ein unentschieden." Ich gab ihm auf der Wange einen Kuss und suchte nach meine Sachen, um mich wieder anzuziehen. Dabei fiel es mir auf, dass wir keine Badetücher mitgenommen hatten. "Du kennst nicht zufällig einen Zauber, womit man sich trocknen kann?", fragte ich Cael. Es wäre sonst nicht einfach nass in die Kleidung zu steigen und es wäre auch kein angenehmes Gefühl.


1 746

22.10.2021, 19:27

Cael

Ich sah an mir hinab und runzelte die Stirn. Elementare Magie war nicht so mein Fall, aber ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zu Wasser gehabt. Einen Zauber kannte ich für unser jetziges Problemchen. >Halt kurz still.< bat ich Ilea mit einem kleinen Lächeln, als ich bereits damit begann ein magisches Symbol in der Luft zu zeichnen. Die Linien schimmerten in einem hellen Blau, fast wie das des Sees. Dann tippte ich es mit der Formel in meinen Gedanken an und der Zauber entfaltete sich in Sekundenschnelle. Alles Wasser floss in unterschiedlich großen Tropfen aus der nassen Kleidung und löste sich von unserer Haut, bis ein Mantel aus funkelnden Tropfen in der Luft schweben blieb. Mit einer wischenden Handbewegung vermischten sich dann die Tropfen zu zwei mäßig großen Wasserbällen, die anschließend ins Seewasser plumpsten. Kein großer Aufwand, ein einfacher nützlicher Trick. >Problem gelöst.< grinste ich Ilea an, während ich nach meiner Kleidung griff, um sie mir überzuziehen.

Imesha

Ich zuckte leicht zusammen, als plötzlich Ryu wie aus dem Nichts erschien. Wieder hatte ich das Kommen einer anderen Person nicht gehört und das sollte mir wirklich zu denken geben. Ich musste besser an meiner Wachsamkeit arbeiten und weniger in Gedanken ziellos herumsegeln. Das Mysterium der magischen Steine hatte ich demnach nicht lösen können und Ryu brachte das Ganze genau auf den Punkt. Ja, es passierten viel zu viele Dinge. Erst eröffnete er mir diese neue Welt der Lust und dann kniete er in Drachengestalt vor mir und bat darum befreit zu werden. Das war zugegebenermaßen zu viel des Guten. Trotzdem durfte ich mich nicht beschweren. All diese Dinge hätten früher oder später passieren sollen. Genau an diesem Ort hatten wir die Chance über uns hinauszuwachsen und kostbare Antworten zu finden. Viel auf einmal, ja, aber notwendig.
Obwohl nach wie vor ein schwerer Kloß in meinem Magen lag, erwischte mich Ryus Lächeln dort, wo es schnell warm wurde und lebendig pochte. Langsam nickte ich. >Hat dir die frische Luft gut getan?< erkundigte ich mich interessiert.
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1 747

24.10.2021, 11:01

Ryu

"Ja", antwortete ich ihr und ging auf sie zu, um mich ein Stück vor ihr am Regal gelehnt zu setzen. Ein Bein streckte sich lang aus, der Andere war angewinkelt und locker ließ ich ein Arm darüber hängen, während die zweite Hand ruhig auf dem ausgestreckten Bein lag. "Ich weiß nicht, ob du schon mal von magische Verbindungen gehört hast. In meiner Welt existiert sie in verschiedene Varianten, die bekannteste magische Verbindung ist die Bindung mit einem Tiergefährten. Wir scheinen jetzt auch eine Art magische Verbindung zu haben ohne dass wir es beeinflussen können, weil es ein natürlicher Prozess ist. Unsere Magie scheinen sich miteinander zu harmonieren und etwas hat jetzt zu dieser Verbindung geführt. Solche Art von magische Verbindungen ist meistens von Dauer und kann nicht einfach so gekappt werden. Es wäre eine schmerzhafte Prozedur, es wäre wie eine Amputation. Auf der magische Ebene sind wir Gefährten und dadurch wird unsere Beziehung noch besonderer, tiefer. Es ist mir wichtig, dass du es weiß, dass diese Verbindung dennoch nicht unsere Gefühle beeinflusst, auch wenn man sich durch diese Verbindung näher fühlt, als mit einem anderen Menschen", erklärte ich ihr die Situation und sah sie dabei ruhig an: "Jetzt verstehe ich auch die Bedeutung von Kaiwhiwhi. In dir habe ich mein Gegenstück gefunden und es ist viel mehr als nur Seelenverwandtschaft. Und dadurch, dass ich auch unglaublich in dich verliebt bin, fühlt es für mich nach alles an. Du berührst mich auf allen Ebene tief."

Ilea

Ich regte mich nicht, nur meine Augen wurden größer vor Staunen und fasziniert beobachtete ich, wie die Wassertropfen mich verließen, um sich in der Luft zu bündeln. Dann teilte sich der Tropfen zu zwei Wasserbällen und verschwand im See. Ich sah Cael an: "Ich habe vergessen, wie wunderschön und vielfältig Magie sein kann. Ich hoffe, ich werde viel von meiner eigene Magie lernen." Dann zog ich mich ebenfalls zu Ende und griff nach seiner Hand, damit wir gemeinsam in das Gebäude zurückkehren konnten. Erst in der Küche ließ ich seine warme Hand los und vermisste schon in der nächste Sekunde nach dieser Nähe. "Möchtest du mir beim Kochen helfen oder weiter in der Bibliothek nach Antworten suchen?", erkundigte ich mich bei Cael. Meine Gedanken glitten kurz zu Roselyn, nach dem Essen und nachdem ich Cael das Geschenk überreicht hatte, wollte ich mich endlich mit ihr unterhalten. Ich fragte mich, wo sie wieder war. In letzter Zeit zog sie sich oft zurück und wahrscheinlich lag es daran, dass sie immer mehr herausfand wer sie in der Vergangenheit gewesen war. Und was mit ihr und ihrer Familie geschehen war.


1 748

24.10.2021, 13:15

Cael

Mit Ilea Händchen zu halten, gehörte zu den schönsten Dingen im Leben. Ich liebte es wie perfekt ihre Hand in meine passte. Wie wir uns gegenseitig wärmten. Nur leider konnte man alltäglichen Aufgaben wie Kochen nicht nachgehen, wenn man einander hielt. >Ich helfe dir beim Kochen. Im Moment bringt es mir nichts mir weiter den Kopf zu zerbrechen. Die Sache mit der Schattenwelt reicht als erste große Aufgabe aus.< Etwas, was ich mit den anderen besprechen wollte, vor allem mit Ryu, da er als mein bester Freund stets gute Ratschläge für mich parat hatte.
Ich blickte mich in der praktisch eingerichteten Küche um und zog eine Braue in die Höhe. >Was zaubern wir heute für ein leckeres Festmahl? Ich bin für jede Idee zu haben.< sagte ich breit lächelnd und sah kurz zur Seite, als Ivoli hergeflogen kam, um uns Gesellschaft zu leisten. Mir war aufgefallen, dass er sich hier sehr wohlfühlte und häufig kleine Ausflüge unternahm. In dieser magischen kleinen Welt gab es für ihn viel zu entdecken. Außerdem gab es keine verlorenen Seelen, keine Schatten und das war zur Abwechslung sehr beruhigend.

Imesha

Da war wieder dieses Flattern in der Brust, als er näherkam und sich dann auf den Boden setzte. So lässig wie er sich gab, so nervös wurde ich innerlich. Keine Ahnung, woher diese Aufregung plötzlich kam, aber ich ließ sie mir nicht anmerken, da ich mich auf seine Worte konzentrieren wollte. Magische Verbindungen waren mir durchaus bekannt, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Dass er und ich solch eine Bindung zueinander geschaffen hatten, das war... unerwartet. Überwältigend. Das musste ich erstmal verarbeiten, doch die letzte Aussage gab mir wirklich den Rest. Ryu hatte schon vor geraumer Zeit verkündet Gefühle für mich zu hegen und dieses Mal bekam ich sie deutlich zu spüren. Überall. Auf meiner Haut, in meiner Brust, in meinem Kopf. Du berührst mich auf allen Ebene tief. Er sagte das mit solch einer Wahrhaftigkeit, dass ich den Blick abwenden musste, weil es zu intim wurde. Ich fühlte mich auf eine Weise nackt, dass das Erlebnis vorhin in seinem Bett mir wie ein Spaziergang durch einen Garten erschien. Mir wurde warm. Ich wollte aufstehen und hinaus ins Freie stürmen, um mich zu sortieren, aber ich blieb trotzdem sitzen. Seine ehrlichen Worte hatten mich an Ort und Stelle gebannt. Diesmal war nicht ich, die die Fäden hielt, sondern er. >Ich weiß nicht, was ich sagen soll.< war das Erste, was mir einfiel. >Deine Gefühle für mich, sie sind... sie sind manchmal wie ein Sturm, dem ich nicht gewachsen bin.< Eine andere Beschreibung fiel mir nicht ein, irgendwie fand ich nicht die richtigen Worte, den passenden Vergleich.
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1 749

24.10.2021, 14:24

Ryu

Sie wich mir mit ihrem Blick aus und in meinem Magen bildete sich ein Knoten. Meine Hände wurden schwitzig. Es war nicht das erste Mal, dass ich ihr meine Gefühle offenbart hatte und ich erwartete nicht von ihr Dasselbe. Aber da sie scheinbar sich immer mehr zu mir körperlich hingezogen fühlte und sich erstmal damit auseinandersetzen musste, waren meine Worte vielleicht jetzt zu viel. Besonders nach der Erzählung mit der magische Verbindung. "Du muss gar nichts sagen", antwortete ich ihr schnell und fuhr mit der Hand durch das Haar: "Ich weiß, dass ich manchmal sehr....leidenschaftlich werden kann, auch in Worte. Du sollst nicht das Gefühl bekommen ich würde dich wie ein Sturm umreißen und du wüsste nicht mehr wo oben oder unten ist. Ich möchte für dich viel mehr der Felsen in der Brandung sein." Meine Hand wanderte über dem Hinterkopf bis sie über den Nacken reiben konnte. Ich lächelte und spürte in meinem Mundwinkel die Unsicherheit verstecken.

Ilea

Beinahe hätte ich die Schattenwelt vergessen und spürte die leichte Angst in mir regen. Ich würde mir Sorgen um ihn machen, das stand fest und doch war ich bereit ihn gehen zu lassen, damit er herausfand, was für eine Prüfung ihm bevorstand. Vielleicht würde mein Geschenk ihm gar hilfreich sein. Es wäre ein tröstlicher Gedanke. Mein Blick glitt durch die Küche und in diesem Moment erschien Ivoli. Auch ihn sah ich weniger, doch er wirkte fröhlich und ihm schien der Ort sehr zu gefallen. Sanft lächelte ich das niedliche Wesen an und ich hatte mich für ein Gericht entschieden: "Wir machen Ramen nach der Spezialität meines Vaters." Mein Lächeln wurde traurig und ich vermisste ihn schmerzlich. Außerdem machte ich mir große Sorgen um ihn. Jeden weiteren Tag in dem Gefängnis konnte für ihn die reinste Qual werden. Wenigsten war die Seele von Makoto bei ihm und solange sie bei ihm war, lebte er. Ansonsten wäre sie längst zu uns gekommen und daran musste ich klammern.


1 750

24.10.2021, 19:24

Cael

Eine Spezialität ihres Vaters... Ich konnte den Stimmungswechsel deutlich in ihrem Gesicht sehen, als sie ihn erwähnte. Mir ging es genauso. Solange man gewisse Dinge verdrängte, gab es keine Sorgen, aber nun, da die Erinnerungen an ihn so präsent waren, spürte ich einen Schmerz in der Brust. Ich hoffte, ihm ging es gut. So gut wie möglich. Wir mussten ihm helfen, schon sehr bald, aber wir waren momentan nicht in der Lage eine solch große Rettungsaktion zu starten. Imesha selbst hatte gesagt, es sei Selbstmord in diese Gefängnisfestung einzudringen. Wenn sie das sagte, dann war das so.
>Dann lass uns loslegen!< Es wäre keine große Hilfe eine bittere Miene zu ziehen, darum versuchte ich mich an einem zuversichtlichen Lächeln und krempelte dabei die Ärmel meines Oberteils hoch. >Irgendwann koche ich etwas aus meiner Heimat, vorausgesetzt ich finde die passenden Zutaten.<

Imesha

Ryu erlebte ich selten unsicher. Wir hatten genügend Zeit miteinander verbracht, dass mir das ein oder andere auffiel und es trug zu meinem schlechten Gewissen bei, dass ich offenbar die falschen Worte gewählt hatte. Innerlich klatschte ich mir gegen die Stirn. >Nein... nein, bitte versteh mich nicht falsch.< sagte ich mit erhobenen Händen. >Es war nicht... abwertend gemeint. Das alles ist noch neu für mich, ich bin diese Offenheit nicht gewohnt, aber das ist genau das, was ich... was ich brauche. Denke ich zumindest.< Ich runzelte die Stirn und seufzte leise. >Ich bin schlecht darin über meine Gefühle zu sprechen. Du weißt selbst, dass ich mit niemandem im Palast Gespräche geführt habe. Dass ich nur einer Person vertrauen konnte.<
Meine Hände sanken zurück in meinen Schoß, während mein Blick wieder zu Ryu wanderte. >Ob Fels in der Brandung oder unbändiger Sturm, das spielt keine Rolle für mich, solange ich dir vertrauen kann und das tue ich. Sonst... sonst hätte ich mich vorhin nicht... nicht fallengelassen.< Wärme kribbelte in meinem Bauch, als ich daran zurückdachte. >Ich lerne mich durch dich besser kennen. Da ist es natürlich in Ordnung, wenn mich deine leidenschaftliche Seite mal etwas überfordert.< Zumal er stets meine Grenzen respektierte und sich zurückzog, wenn mir eine Situation zu viel wurde. Er hatte absolut nichts falsch gemacht.
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1 751

Gestern, 19:01

Ryu

"Ich habe es nicht als abwertend aufgenommen", schenkte ich ihr ein beruhigendes Lächeln und sah sie verständnisvoll an: "Es ist absolut in Ordnung, wenn du dich manchmal überforderst fühlst. Ich hatte einfach gedacht, dass es nach den heutigen Ergebnisse einfach zu viel war und ich wollte nicht, dass du dich dann vor mir zurückziehst. Es bedeutet mir jedes Mal sehr viel, wenn du mir sagst dass du mir vertraust und solange für dich meine Offenheit in Ordnung ist, werde ich weiterhin so bleiben. Du bist nicht die Einzige, die durch unsere Beziehung über sich mehr kennenlernt, auch ich erfahre durch dich neue Dingen über mich." Mein Lächeln wurde wärmer: "Übrigens finde ich, dass du es schon sehr gut machst über deine Gefühle zu reden. Und jetzt habe ich wahnsinnig große Lust dich zu küssen."

Ilea

Cael riss mich aus meine traurigen Gedanken und ich nickte langsam. Mein nächstes Lächeln war weniger trauriger: "Das ist eine wundervolle Idee. Dadurch würde ich noch mehr von deinem Leben in der andere Welt erfahren." Gemeinsam suchten wir nach den Zutaten und schließlich begannen wir den Ramen zu zubereiten. Mittlerweile musste ich Cael nicht viel einweisen, er schien meine Gedanken zu hören und wir arbeiteten in vollkommener Gleichklang. "Gibt hier Gerichte, die auch die von deiner Welt ähneln?", fragte ich, als ich den Deckel auf dem Topf legte, damit die Suppe für den Ramen gut durchzog. In der Küche lag ein würziger, verlockender Duft. Es roch nach Heimat. Kindheit. Familie. Nach einem gemeinsamen Abend mit Menschen, die man liebte.