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04.11.2021, 17:01

Ryu

Mein Mundwinkel zuckte und ich spürte eine tiefe Zufriedenheit. Ich könnte ewig mit ihr so entspannen, umso mehr bedauerte ich es jetzt diesen behaglichen Moment zerstören zu müssen: "Wir müssen langsam das Bett verlassen, damit wir noch alle gemeinsam frühstücken können, bevor Cael in die Schattenwelt geht." Ich wollte meinen besten Freund vor seiner Reise noch sehen, denn wir wussten nicht wie lange er fortbleiben würde. Mit einem leisen Seufzer löste ich mich langsam von Imesha, drückte noch einen Kuss auf ihrem Kopf und verließ den warmen Ort, namens Bett. Kurz warf ich einen Blick auf Imesha und mein Mundwinkel zuckte erneuert. Sie sah mit den schlafzerzausten Haar einfach entzückend aus. "Ich verschwinde kurz im Bad", lächelte ich und kratzte über meinem nackten Brustkorb. Ich trug bloß nur eine dünne Hose, die luftig genug war, damit ich nicht beim Schlafen unter Hitzewallung litt.

Ilea

Unser kleiner ewiger Moment endete und kurz sah ich Cael sehnsuchtsvoll hinterher, während meine Lippen immer noch warm prickelten. Dann ging ich ins Baderaum, um mich schnell zu erfrischen und anzuziehen. Heute war das Kimono besonders hübsch, es ließ mein Gesicht weich aussehen und auch mit der Friseur gab ich mir Mühe. Das Haar blieb zum größtenteils offen, doch um meinem Kopf herum hatte ich einen Kranz geflochten. Ich wusste, dass Cael mich auch in Lumpen lieben würde. Aber ich wollte, dass er dieses Bild in sich trug, wenn er in die Schattenwelt ging. Ein Bild des Zuversicht, ein Bild einer Frau, die ihn vom ganzen Herzen liebte und für ihn schön sein wollte. Mit gerötete Wangen verließ ich wieder den Baderaum und glättete ein wenig nervös eine unsichtbare Falte auf dem Stoff. Ich fühlte mich immer ein wenig aufgeregt, wenn ich für Cael mir besonders Mühe um mein Aussehen machte.


1 762

04.11.2021, 18:01

Cael

Ich hatte die wichtigsten Sachen in eine Reisetasche gepackt, denn obwohl ich allen versichert hatte so schnell wie möglich zurückzukehren, wusste ich nicht, wie lange ich auf der Suche nach dem Zentrum der Schattenwelt sein würde. Es war sehr schade, dass ich nicht zumindest Onkel Akela an meiner Seite hatte. Er kannte sich dort am besten aus. Zwar machte ich mir keine Sorgen um mein Wohlergehen, aber es würde viel Zeit sparen jemand Erfahrenes um Rat zu fragen. Ich erinnerte mich an die Rabenmünze, die er mir zusammen mit dem Talisman geschenkt hatte, aber würde die Magie ihn überhaupt erreichen, wenn ich ihn damit rief?
Grübelnd fuhr ich mir übers glatt rasierte Kinn und drehte mich um, als sich die Tür zum Bad wieder öffnete. Die schönste Frau, die ich je gesehen hatte, betrat den Raum und ließ mein Herz vor Wärme überquellen. Wenn mich nichts täuschte, hatte sie sich besonders heute viel Mühe gegeben. Wegen meiner Abreise. Unwillkürlich schloss ich zu ihr auf und nahm ihre Hände in meine. >Du machst es mir unfassbar schwer zu gehen, Ilea. Du siehst atemberaubend aus!< sagte ich mit bewunderndem Blick.

Imesha

Fast hätte ich protestiert, als er sich zu regen begann und das Bett verließ. Eine weitere neue Reaktion, die nur er in mir auslöste. Ich öffnete ein Auge und schielte zu seinem nackten Rücken, der sich von mir entfernte und schließlich im Bad verschwand. Obwohl er jetzt weg war, haftete sein Duft überall um mich herum. Sogar in der Luft. Immerhin war das sein Zimmer. Ich stieß ein leises Seufzen aus und setzte mich langsam aufrecht. Keine Ahnung, woher meine plötzliche Faulheit am Morgen kam. Normalerweise war ich putzmunter in der Früh.
Mein Blick fiel auf Egons Gestalt, der brav in seinem Feuer lag und friedlich schlief. Ob er von all den Insekten träumte, die er in den letzten Tagen gefressen hatte? Dieser magische Ort war das reinste Paradies für ihn. Beute weit und breit. Ganz im Gegensatz zu den eisigen Bergen, die wir glücklicherweise überlebt hatten. Für uns war all das hier auch eine Art Paradies.
Ich rutschte bis an den Rand des Bettes und griff nach der frischen Kleidung, die ich bereits gestern Nacht vorm Einschlafen bereitgelegt hatte. Damit ersparte ich mir den Weg in mein Zimmer und konnte mich in aller Ruhe umziehen, während Ryu im Bad war. So oder so hatte er mich nackt gesehen, darum fühlte ich keine Scham, sollte er früher als erwartet das Bad wieder verlassen. Ihm zuliebe zog ich mich nicht betont langsam an, denn ich wollte ihn nicht unnötig „quälen“. Er war nach wie vor ein Mann mit Bedürfnissen und die hatte er bislang für mich zurückgehalten, was ich ihm sehr hoch anrechnete. Ryu war wirklich zu gut für mich.
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1 763

05.11.2021, 16:53

Ryu

Im Spiegel sah ich, dass ich demnächst eine Friseur bräuchte, bevor ich wie ein verwilderter Pirat aussah und an meine Wangen zeigten sich wieder die ersten Stoppeln. Das schob ich auf ein später. Erfrischt und in bequeme Kleidung verließ ich wieder den Baderaum. Imesha war mittlerweile auch angezogen und ich lächelte sie an: "Du siehst sehr hübsch aus." Sie konnte alles tragen oder auch gar nichts, sie würde immer wunderschön aussehen. Ein leises Knacken war aus dem Kamin zu hören, Egon regte sich gerade und dabei war ein verbranntes Holzstück gebrochen. "Dir auch einen guten Morgen, kleiner Freund", grüßte ich ihn fröhlich und bekam ein munteres Gurren zurück. Ich war noch nie der schlechte-Laune-Mensch oder pessimistisch, aber durch Imesha fühlte ich mich dennoch viel besser. Glücklicher. Valaris hatte seine Spuren hinterlassen, aber sie ließ mein Herz warm bleiben.

Ilea

Ich errötete mich noch mehr, mein Lächeln wurde verlegen und gleichzeitig funkelte meine Augen freudig. Ihm gefiel mein Aussehen und ich spürte die Wärme in meinem Brustkorb, als sein bewundernder Blick über meinem Körper strich. Es fühlte sie beinahe wie eine hauchzarte Berührung an. Seine Hände waren wie immer war und jedes Mal fühlte ich mich geborgen und sicher, wenn er meine Hände hielt. "Du....du siehst auch umwerfend aus", ich wurde ein wenig schüchtern. Eine Hand löste sich von ihm, aber die Andere hielt weiterhin eine Hand von ihm fest: "Wollen wir?" Ich wollte so lange wie möglich seine Wärme spüren, auch wenn der Weg zum Tisch nicht weit war.


1 764

07.11.2021, 16:54

Cael

Es war immer wieder faszinierend wie Ilea noch bei meinen Komplimenten erröten konnte, obwohl es nicht das erste Mal war. In diesen Momenten war sie unglaublich entzückend, dass ich sie um den Verstand küssen wollte. Wie sonst auch. Nichts Neues in unserer Beziehung. So wie sie nicht meine Hand loslassen wollte, genoss ich die Nähe und ging mit ihr gemeinsam zum bereits gedeckten Tisch. >Da ich als Erstes auf den Beinen war, dachte ich, ich kümmere mich mal um das Frühstück und erspare uns damit Zeit.<
Nach all der Zeit war es zur Normalität geworden zusammen zu essen und das wusste ich in einer Welt wie Valaris sehr zu schätzen. Bei mir daheim hatte sich der Alltag etwas geändert, nachdem ich ausgezogen war, aber hin und wieder ging ich ins Elternhaus zum Essen vorbei. Mir war es natürlich wichtig Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Sei es auch nur für einen Abend am Wochenende. >Wie geht's eigentlich Roselyn? Kommt ihr beide gut voran?< Ilea hatte nicht nur an sich selbst gearbeitet, sondern auch mit Roselyn trainiert, um ihre Bindung zueinander zu stärken. Ich zweifelte nicht daran, dass die beiden ein unschlagbares Duo sein würden, sobald sie den nächsten Schritt wagten. Sie machten jetzt schon große Fortschritte.

Imesha

Wann immer Ryu den richtigen Moment fand, machte er mir dauernd Komplimente. Anfangs hatte ich keinen großen Wert darauf gelegt, da es sich nur um Äußerlichkeiten handelte, aber ich hatte mich inzwischen an die Wärme gewöhnt, die er mit seinen Worten in mir auslöste. Jetzt war es mir doch wichtig geworden schön zu sein, weil er mich dann mit diesem besonderen Blick bedachte, der mir unter die Haut ging. Ich erwiderte das Lächeln und hätte ihm am liebsten gesagt, dass er genauso attraktiv war. Warum ich es nicht tat, wusste ich selbst nicht. Ihm musste doch bewusst sein, dass er reihenweise Frauen haben konnte, die sich ihm blind hingeben würden. Ohne all den emotionalen Ballast, den ich mitbrachte. Solche Gedanken hegte ich immer noch, aber sie waren nicht mehr so präsent. Von Zeit zu Zeit ging es mir besser.
Ich band mein Haar zu einem hohen Zopf und hielt dann Egon meine Hand hin, damit er auf meine Schulter klettern konnte. Er war so zuckersüß. >Da wir nun vollzählig sind, können wir gehen. Die anderen sind bestimmt schon da.<
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1 765

08.11.2021, 17:40

Ryu

Da war wieder dieser Moment, wo ich mich erneuert Hals über dem Kopf in diese unglaubliche Frau verliebte. Sie nahm Egon nicht einfach hin, sondern schenkte ihm Aufmerksamkeit und wusste, wie wichtig er mir war. Außerdem zeigte Imesha deutlich, dass sie ihn mochte und schätzte. Sie sah ihn und dafür verehrte mein Tiergefährten sie. "Wie ich Cael kenne, ist er bestimmt längst auf die Beinen", vermutete ich schief lächelnd und folgte Imesha in den Flur: "Weiß du, was mir eingefallen ist? Egon hat bisher dir nicht seine Fähigkeiten präsentiert. Ich glaube ihm würde es gefallen, wenn er dir zeigen könnte, was in ihm steckt. Hier läuft er ja nicht in Gefahr entdeckt zu werden und ich bin auch noch da, falls er zu übereifrig wird." Ich sah nämlich, dass Egon bereits aufgeregt mit dem Schwanz wedelte und laut gurrte, während seine Augen begeistert funkelten. In der Vergangenheit waren schon mal zu kleine Unfälle gekommen, wenn er sich zu sehr hinreißen ließ. Und er hatte jetzt eine Weile nicht seine Magie nutzen dürfen.

Ilea

Mein Herz wurde weich, als wir den gedeckten Tisch erreichten und ich die Worte von seine Lippen las. Er war ein wunderbarer Mann und ich war jeden Tag zutiefst dankbar, dass ich ihn an meiner Seite wissen durfte. "Mir geht es gut", tauchte plötzlich die besagte Person wie aus dem Nichts auf und grinste breit: "Ilea und ich passen gut zusammen. Ich glaube wir können demnächst das endgültige Ritual abschließen, ich würde gerne wissen was für eine Form ich annehmen werde. Ich hoffe etwas Eindrucksvolles, was mein tolles Aussehen unterstreicht und ihre Magie besonders zur Geltung bringen lässt." Roselyn grinste noch breiter und war wieder so unverblümt, wie ich sie kannte. Ich war froh, sie wieder in ihrer alter Natur zu sehen. Unsere enge Zusammenarbeit hatte weitere kleine Erinnerungen ausgelöst und sie waren natürlich aufwühlend für sie gewesen. Aber sie blieb stark und dafür bewunderte ich sie.


1 766

09.11.2021, 16:27

Cael

Roselyns plötzliches Auftauchen und ihre zurückgekehrte gute Laune entlockten mir ein breites Lächeln. Es freute mich, dass es ihr soweit gut ging und dass sie an sich und Ilea fest glaubte. Um ihre Bindung zu stärken, musste auf beiden Seiten tiefes Vertrauen bestehen und wie es schien, würden sie schon sehr bald den nächsten Schritt gehen. Ich war ebenfalls gespannt, welche Gestalt sie annehmen würde. >Fangt dann bloß nicht ohne mich an.< sagte ich in einem gespielt warnenden Tonfall und setzte mich an den Tisch.
Ich konnte bereits die Schritte der anderen beiden hören und schenkte erst Ilea und dann mir frisch gepressten Orangensaft ein. Seit sie mir verraten hatte, dass sie den Geschmack liebte, pflückten wir so viele von den Früchten wie möglich, denn wir wussten nicht, wann wir das nächste Mal in den Genuss kommen würden. Alles hier musste zutiefst genossen werden.

Imesha

Überrascht sah ich Ryu an, dann Egon aus dem Augenwinkel. Seine wahren Fähigkeiten hatte ich tatsächlich noch nicht gesehen. Zwar wusste ich, dass sein Element das Feuer war, seit ich die roten Fäden gesehen hatte, aber vielleicht hatte er Techniken drauf, die mir entgangen sein könnten. Tag für Tag lernte ich mehr über die Kunst der Magiefäden. Egon wäre ein guter Übungspartner für mich, zumal ich eine innige Verbindung zu magischen Kreaturen pflegte. >Das klingt toll! Ich würde sehr gerne sehen, welche Fähigkeiten in ihm schlummern.< erwiderte ich lächelnd.
Wir erreichten den offenen Bereich, in dem wir morgens und abends zusammen aßen und wie erwartet saßen Ilea sowie Cael bereits am Tisch. Selbst Roselyn war da. >Guten Morgen.< begrüßte ich alle und nahm ebenfalls Platz. Beim Anblick des leckeren Frühstücks knurrte mein Magen leise.
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1 767

13.11.2021, 17:00

Ryu

Egons Haut verfärbte sich vor Freude, als die Freude sein Inneres wärmte und hätte er Fell würde er vor Stolz das Fell aufplustern. Wie ich wollte er Imesha beeindrucken, weil wir Beide eine Schwäche für diese wundervolle Frau hatten. "Dann wird Egon naher es dir zeigen und vielleicht möchte Ilea auch zuschauen", meinte ich. Für Ilea täte vielleicht eine Ablenkung gut, wenn sie sich von Cael verabschieden musste und er erstmal auf unbestimmte Zeit fort war. Jedenfalls würde ich auf sie Acht geben, solange er weg war. "Guten Morgen", lächelte ich in die Runde, als wir am Tisch ankamen, der bereits gedeckt war. Das hier würde ich vermissen, wenn wir bald wieder aufbrechen mussten. Ich nahm neben Imesha Platz und Egon sprang von ihr hinunter, um neugierig den Tisch zu erkundigen. Manchmal kostete er von der menschliche Nahrung, um dann festzustellen, dass er lieber Insekten mochte.

Ilea

"Dann beeile dich, warten ist nicht unbedingt meine größte Stärke, schon gar nicht wenn ich als Geist schon oft ewig warten musste", antwortete Roselyn mit einem schiefen Lächeln. Dankbar griff ich nach dem Becher und genoss den Geschmack von Orangen in vollen Zügen. Noch nie im Leben hatte ich so oft Orangen essen oder trinken dürfen. Außerhalb dieser magischen Ort waren Orangen ein teures Gut, selbst im Sommer. Daher nahm ich es nicht als selbstverständlich hin. Ich schaute auf, als die Auren unserer Freunde spürte und erwiderte ihren Gruß, als sie sich ebenfalls Platz nahmen. Heute würde erstmal der letzte Tag sein, wo wir gemeinsam speisten und uns unterhielten. Das waren für mich einer der schönsten Momente des Tages. Sie alle hier an diesem Tisch waren für mich mehr als nur Freunde geworden, mehr als nur Reisegefährten und Leidensgenossen. Sie waren zu meiner Familie geworden und ich wünschte mir innig, dass wir in der Zukunft auch an einem Tisch gemeinsam speisten und uns unterhielten, wenn all das hier vorbei war und wir hoffentlich Frieden schaffen konnten.


1 768

16.11.2021, 12:16

Cael

Ich sah auf, als unsere Freunde zu uns stießen und begrüßte sie lächelnd. Es war schön gemeinsam in aller Ruhe frühstücken zu können. Ob ich in den nächsten fünfzehn Minuten oder erst in einer Stunde abreiste, spielte keine Rolle, also brauchte ich mich nicht zu hetzen. Ich wollte die Gesellschaft genießen, denn ich wusste nicht, was mich auf der anderen Seite erwartete. Viele Schatten, keine Frage, aber was noch? Was hatte der- oder diejenige in der Schattenwelt gesehen und erlebt, bis der verborgene Ort sich gezeigt hatte? Würde ich ihn finden?
Ein sanftes Gewicht machte sich auf meinem Kopf bemerkbar. Es war mein treuer Gefährte. Ivoli machte es sich dort gemütlich, weil er es nicht anders gewohnt war und das brachte mich zum Schmunzeln. Auch wenn er es nicht offen zugab, vermisste er mich jetzt schon. Wir waren selten getrennt. Vor allem nicht auf unbestimmte Zeit. Es würde seltsam sein ohne ihn zu verreisen, aber wie ich auch allen anderen versichert hatte, würde ich schnellstmöglich zurückkehren. Ich wollte auch nicht länger als nötig in der Schattenwelt bleiben.

Imesha

Ich freute mich schon auf die Vorführung von Egons Fähigkeiten, aber zunächst einmal mussten wir Cael verabschieden und darauf hoffen, dass er sicher und zügig diesen seltsamen Ort in der Schattenwelt fand. Nach wie vor war es für mich unvorstellbar freiwillig in eine Welt zu reisen, in der es nur von Schatten wimmelte. Jemand wie Cael… ein so guter Mensch… Er sollte das nicht tun müssen. Ich fühlte mich schon furchtbar, wenn ich an meine eigenen Schatten dachte, aber die, die er meinte, waren echte verlorene, düstere Seelen. Auch wenn ein Teil von mir neugierig war und wissen wollte, wie genau es dort aussah, würde ich mich nie trauen auch nur einen Fuß dort zu setzen. Cael hatte uns sowieso davon abgeraten, da wir im Nu verschlungen werden würden. Mehr brauchte es nicht, um meine Neugier zu ersticken.
>Guten Morgen allerseits!< ertönte eine dunkle, vertraute Stimme. Drasil erschien in seinem üblichen Gewand und musterte uns aus sturmgrauen Augen. >Wie ich sehe, ist heute der Tag, an dem eine wichtige Aufgabe erfüllt wird. Ich hoffe, ihr habt euch alle gut ausruhen können.<
>Hier habe ich den erholsamsten Schlaf.< erwiderte Cael schief grinsend. >Und nochmals danke für die Hilfe bei der Reisevorbereitung. Ich habe alles, was ich benötige.<
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1 769

17.11.2021, 19:00

Ryu

Drasil kam auch später dazu und ich nickte bestätigend. Seit wir hier waren, war ich viel ausgeruhter und konnte tief schlafen ohne jederzeit aufwachen zu müssen, weil im Nacken die Gefahr lauerte. "Drasil, ist es in Ordnung wenn naher draußen sowas wie ein Feuertraining stattfindet? Ich passe auf, dass das Feuer die Natur nicht angreifen wird", erkundigte ich mich. Ich wusste nicht wie die Magie hier reagierte, wenn Egon naher seine Fähigkeiten zeigte. Es war anders ein paar kleine Flammen in der Luft tanzen zu lassen, als ein größeres Feuerwerk und ich wollte nicht, dass die Magie es dann als eine Bedrohung sah. Daher wollte ich mich vorher erkundigen, bevor uns Überraschungen erwarteten.

Ilea

Drasil erschien ebenfalls und freundlich schenkte ich ihm ein Lächeln. Nach wie zuvor fiel es mir schwer seine Worte lesen zu können, doch es war ein wenig besser geworden. Manchmal empfand ich immer noch Scham über mein anfängliches Verhalten ihm gegenüber, als mich damals sein Äußeres mich einen Moment erschreckt hatte. Dabei erinnerte er mich seiner gastfreundschaftliche Art an meinem Vater, war uns sehr entgegenkommend und in seine intelligente Augen lag auch Güte. Wenn ich es richtig verstand, hatte Drasil nach unserem Wohlbefinden erkundigt und Ryu fragte etwas über Feuer.


1 770

18.11.2021, 17:49

Cael

Ich horchte auf, als Ryu ein Feuertraining erwähnte und bedauerte es, dass ich nicht dabei sein konnte. Vermutlich wollten entweder er oder Egon ihre Fähigkeiten zur Schau stellen und das endete meistens in einem sehr aufregenden Spektakel. Deshalb war es gut, wenn mein bester Freund sich erstmal die Erlaubnis von Drasil einholte, der sogleich langsam nickte. >Das geht in Ordnung. Chiku wird euch begleiten und darauf achten, dass nichts außer Kontrolle gerät.<
Der erwähnte Wolf hatte vor geraumer Zeit aufgehört uns überallhin zu begleiten, was darauf schließen ließ, dass man uns hier akzeptierte. Es war ein schönes Gefühl willkommen zu sein und ich vermisste diesen Ort jetzt schon, wenn ich an unsere baldige Abreise dachte.
>Gut, dann würde ich so langsam aufbrechen.< sagte ich in die Runde, nachdem ich den letzten Schluck Orangensaft genommen hatte. Erfrischt und gestärkt vom Frühstück stand ich auf. >Am besten du öffnest das Portal draußen. Es ist sicherer für die Bibliothek.<

Imesha

Ich war wirklich sehr gespannt auf Egons Präsentation seiner Kräfte. Es interessierte mich, wie viel Können in ihm schlummerte und was ihn als Gefährten von Ryu besonders auszeichnete. Auch wenn das Element Feuer an sich tiefen Respekt in mir weckte, vertraute ich darauf, dass sie beide es beherrschten. Selbst die wilde, unzähmbare Seite. Als Drasil Chiku erwähnte, stellte ich wiederholt fest, dass der Wolf fehlte, aber ich spürte ihn ganz in der Nähe. Er musste draußen sein. Dort, wohin wir jetzt gehen würden, um Cael auf unbestimmte Zeit zu verabschieden. Er hatte uns bereits darum gebeten großen Abstand zu ihm zu halten, wenn das Portal sich öffnete und daran würde ich mich auf jeden Fall halten.
>Natürlich, das verstehe ich.< erwiderte Cael auf Drasils Worte hin und stand auf. Da wir alle mit Frühstücken fertig waren, konnten wir später alles aufräumen und jetzt raus in den Wald gehen.
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1 771

18.11.2021, 19:52

Ryu

Ich nickte, Chikos Anwesenheit würde uns nicht stören und ich konnte diese zusätzlichen Sicherheit verstehen, immerhin war er sozusagen der Beschützer dieses Ortes. Dabei fiel mir ein, dass ich mich nicht näher mit seiner faszinierende Art beschäftigt hatte, wie ich sonst bei Wesen tat, die in seltene Erscheinung auftraten. Da waren so viele Dingen zuvorgekommen und vor allem Imesha nahm mich völlig ein. Sobald ich an sie dachte, spürte ich schon die Glut in meinem Herz, die niemals erkaltete. Ich beendete ebenfalls mein Frühstück, denn mein bester Freund war jetzt für die Reise bereit und länger hinauszögern konnten wir auch nicht. Auch die Anderen waren fertig und gemeinsam gingen wir hinaus.

Ilea

Es war soweit und ich hielt Caels Hand fest, als wir alle gemeinsam nach draußen gingen. Mein Herz klopfte unruhig und ich versuchte meine aufwühlende Gefühle zu beherrschen. Cael würde wiederkommen, doch ich wusste, dass ich auch schon in kurzer Zeit ihn schmerzlich vermissen würde. Er war so sehr ein Teil von meinem Leben geworden, sodass ohne ihn sich wie eine Leere anfühlen würde. Als wäre meine Seele nicht mehr ganz. Draußen schien die Sonne, begrüßte uns mit ihre warmen Strahlen und die Bäume spendeten uns ihre Schatten. Der Wald roch süßlich und gleichzeitig auch würzig, es hing in der Luft auch eine leichte sommerliche Note. Es war ein wunderschöner Tag.


1 772

19.11.2021, 14:00

Cael

Ich spürte an Ileas Händedruck, dass sie mich am liebsten nicht loslassen wollte. Die ganze Zeit über blieb sie dicht an meiner Seite und das allein erfüllte mich mit Wärme. In Momenten wie diesen nahm ich ihr Licht am stärksten wahr. Es pulsierte zusammen mit meiner Energie; harmonisch und rein. Auch wenn ich guter Dinge war, bedeutete es mir viel, dass sie irgendwie mit mir reisen würde. Sie machte es mir wirklich nicht leicht zu gehen. Trotzdem musste ich das tun, wofür wir hergekommen waren.
>Das ist ein guter Platz. Hier kannst du das Portal öffnen.< meinte Drasil, nachdem wir die Hügel mit den Obstbäumen passiert hatten. In einem Umkreis von mehreren Metern gab es nicht als knöchelhohes Gras und ein paar Steinen. Fern von Bäumen und anderen Lebewesen. Ivoli schlug ein paar Mal mit den Flügeln und entfernte sich von mir, um es sich stattdessen auf Ileas Kopf gemütlich zu machen. Ich führte ihre Hand an meine Lippen, drückte einen Kuss auf die weiche Haut ihres Handrückens und ließ sie dann los. >Ich bin bald wieder da.< versicherte ich ihr nochmal, ehe mein Blick auf die anderen fiel.
>Vermisst mich nicht zu sehr.<

Imesha

Drasil führte uns an einen offenen Platz hinter den Hügeln, wo die Sonne warm auf uns herabschien und die sanfte Brise die Grashalme zum Schwingen brachte. Egal wie oft ich hier draußen war, es gefiel mir mehr und mehr. Ich wollte hierbleiben, in dieser Blase ruhigen Friedens. Es wäre so einfach alles hinter mir zu lassen… Kein Kampf, keine Fragen, keine Ängste mehr…
Als Cael sich von Ilea löste, konnte ich ihr bereits ansehen, wie schwer es ihr fiel loszulassen. Die beiden waren wie füreinander geschaffen, da war es tatsächlich seltsam sie mal getrennt voneinander zu erleben. Ryu und ich würden uns darum kümmern, dass sie nicht zu viel Trübsal blies. Wir hatten noch einiges zu tun und konnten jederzeit unser Training fortsetzen.
Zum Abschied hob ich kurz die Hand, leicht lächelnd, um ihm viel Glück zu wünschen und dann ging es auch schon los. Es war unspektakulärer als erwartet. Cael malte bloß fremde Symbole, die schwarzrot aufleuchteten, in die Luft und schien daraufhin etwas auseinanderzuziehen. Da tauchte plötzlich dieser „Riss“ auf, durch den ich einen Blick in bodenlose Schwärze erhaschen konnte. Ich bekam überall Gänsehaut. Die Sonnenstrahlen kamen mir gar nicht mehr warm vor, sondern kalt und das obwohl ich reichlich Abstand zu diesem Tor hielt. Das war also die Schattenwelt. Jetzt wusste ich mit absoluter Gewissheit, dass ich niemals dort landen wollte. Diesen furchtbaren Ort wünschte ich nur dem Kaiser und seinen treuen Anhängern.
Cael zuckte nicht mal mit der Wimper, als er ein letztes Mal winkte und in die andere Welt hinübertrat.
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1 773

19.11.2021, 17:07

Ilea

Mein Herz zog sich zusammen als wir an der Stelle kamen, wo Cael das Portal öffnen durfte. Ich wollte noch ein bisschen länger mit ihm zusammen. Seine Hand noch ein bisschen länger halten. Sein warmer Blick auf mir noch ein bisschen länger spüren. Bei seine Worte zwang ich mich zu einem Lächeln, weil ich ihm es nicht schwer machen wollte und ich unterdrückte das verdächtige Brennen in meine Augen. Nein. Es gab kein Grund für Tränen, es war kein Abschied. Ivolis Nähe war tröstlich, seine Energie hatte die gleiche Schwingungen wie die von Cael und sie waren miteinander verbunden. So war es, als würde ein kleiner Teil von ihm hier bleiben, wie mein Licht in ihm ein kleiner Teil von mir war. Alle feine Härchen richteten sich auf, als Cael einen Art Riss in der Luft erschuf und ich den dunklen Sog spürte. Meine Instinkte schlugen Alarm und alles in mir wollte sich von diesem Riss ganz weit entfernen. Das Licht in mir flackerte unruhig und mit große Augen starrte ich meinen geliebten Menschen an. In dieser Welt wollte er freiwillig gehen, um nach Antworten zu suchen? Ich hatte mir die Schattenwelt nicht schön ausgemalt, aber ich hatte nicht gewusst, wie finster es war. Es war, als verschlinge alles Wärme in der Nähe und ich rieb meine Arme. "Komm bald zurück", sagte ich zu Cael und dann war er auch schon im nächsten Moment verschwunden.

Ryu

Auch wenn das Portal in die Schattenwelt für mich nichts Neues war, war die Wirkung jedes Mal gleich. Es ließ die Magie in mir unruhig werden, denn es spürte, dass dort eine andere Art von Gefahren lauerte. Ich selbst war noch nie in der Schattenwelt gewesen und könnte es nicht, weil meine Seele in wenige Sekunden von den Schattenwesen zerrissen geworden wäre. Nur die Schattenmagier waren allein dazu fähig und nicht mal Jeder von ihnen besaß genug Stärke in der Schattenwelt wandeln zu können. Ich nickte meinem besten Freund zu mit dem stummen Versprechen, dass ich auf Ilea Acht geben würde. Dann war er auch schon verschwunden. "Wer hat Lust auf ein Feuerspektakel?", wandte ich mich zu den Frauen. Bestimmt würde ihnen eine Ablenkung guttun, nachdem sie einen winzigen Blick in die Schattenwelt geworfen hatten und vor allem würde Ilea vielleicht sich nicht vor lauter Sorgen den Kopf zerbrechen.


1 774

25.11.2021, 16:40

Cael

Ileas Lächeln war das Letzte, was ich sah, als sich das Portal schloss und mich allumfassende Schwärze umhüllte. Diesen Ort hatte ich keine einzige Sekunde vermisst. Oder je vergessen. Ich erinnerte mich genau an das Gefühl von allen Seiten beobachtet zu werden. Durchleuchtet bis in den Kern meines Ichs. Aber ich wusste mich zu wehren. Wusste, wie ich das Licht in mir beschützen konnte, um nicht angreifbar zu sein. Ich wollte wirklich nicht allzu lange hier verbleiben. Nur hatte ich keine Ahnung, wohin ich gehen musste und das allein würde mich viel Zeit kosten. Das Tagebuch hatte ich leider nicht mitnehmen können, doch die wichtigsten Einträge waren in meinem Gedächtnis abgespeichert. Der Weg zum versteckten Ort in dieser Welt war kein geradliniger gewesen. Es war nicht mal ein Weg. Er oder sie war einem leisen Gefühl gefolgt und genau das würde ich auch tun. Einfach losziehen und an nichts denken. Je weniger Gedanken in meinem Kopf kreisten, desto schwerer würde es für die Schatten sein mich zu manipulieren.

Imesha

Völlig überwältigt starrte ich die Stelle an, an der Cael vor ein paar Sekunden noch gestanden hatte und versuchte zu verarbeiten, dass er in diese düstere Welt gereist war. Freiwillig. Wie schaffte er es bei guter Laune zu bleiben, wenn überall Schatten lauerten? So viel Dunkelheit auf einmal? Ich erschauderte allein bei dem Gedanken und war froh um die Ablenkung. >Ja, das klingt toll!< erwiderte ich auf Ryus Frage hin und hoffte, dass auch Ilea zustimmen würde. Sie brauchte die Ablenkung, denn allein würde sie sich bloß den Kopf zerbrechen und sich unendlich viele Sorgen um Cael machen. Zum Glück war Roselyn noch da, um sie zu unterstützen. Die beiden hatten in letzter Zeit sehr viel zusammen trainiert und große Fortschritte gemacht.
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1 775

Gestern, 15:56

Ryu

Der Blick von Ilea glitt kurz zu der Stelle, wo Cael noch vor wenige Sekunden gestanden hatte und jetzt verschwunden war. Auch wenn sie versuchte ihre Gefühle zu verbergen, war da ein kleines verdächtiges Glänzen in ihre Augen zu sehen. Es war auch ein seltsamer Anblick Cael nicht mehr neben ihr zu sehen, die Beiden gehörten einfach zusammen. "Solange es sicher ist, bin ich nicht von dieser Idee abgeneigt", antwortete sie zaghaft und versuchte zu lächeln. Mir war nicht bewusst gewesen, dass Feuer ihr nicht behagte, doch dann erinnerte ich mich schlagartig an das brennendes Gasthaus, das ihr Zuhause gewesen war. Und Feuerspektakel klang nach etwas Großem. "Ich passe auf, dass Egon nicht die Kontrolle verliert", versicherte ich ihr: "Wir werden auch es in der Nähe einer Wasserstelle machen. Der Garten kam mir in den Sinn, weil dort die Bäume nicht eng beinander stehen und Chiku wird ebenfalls anwesend sein."

Ilea

Es war schwer sich nicht in Sorgen zu verlieren und das ziehendes Gefühl im Brustkorb nicht viel Beachtung zu schenken. Es war schwer ohne Cael zu sein, die Leere neben mir wurde überdeutlich bewusst. Ivoli setzte sich auf meiner Schulter und schmiegte sich tröstend an meinem Hals. Aber ich schaffte es mich nicht in diesen schweren Gefühlen zu verlieren, sondern versuchte an der Oberfläche zu bleiben. Ryu wollte etwas vorführen, was mit seinem Tiergefährten Egon zu tun hatte. Seit das Gasthaus verbrannt wurde, fand ich ein Feuer, das größer als ein Lagerfeuer war, beängstigend. Es erinnerte mich daran, wie zerstörerisch es sein konnte. Aber natürlich würde die Vorstellung nicht auf eine beängstigende Weise sein, Ryu würde niemals tun, was uns gefährden konnte. Dennoch spürte einen kleinen Schauder über meinem Rücken rinnen. "Nach der Vorstellung werde ich weiter mit meiner Magie üben", setzte ich hinzu: "Und danach...wenn ihr Lust habt, würde ich wieder mit euch trainieren." Schüchtern lächelte ich den Beiden an.