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961

06.02.2024, 11:35

Zen

Überrascht nahm ich das funkelnde Kristallherz entgegen. >Du warst am Veria-Riff?< Nur dort fand man diese besonderen Schätze vor. Ein Ort, den nur Meeresbewohner aufsuchen durften, da er vom Königreich geschützt wurde. Eindringlingen drohte eine heftige Strafe.
Kersia winkte lächelnd ab. >Für meine guten Freunde nutze ich meinen Status gerne aus.< Ich erwiderte das Lächeln und drehte den hübschen Stein in meinen Händen. >Vielen Dank, Sia! Das ist sehr aufmerksam von dir.<
Obwohl sie selten verlegen wurde, bemerkte ich die leichte Rötung in ihren Wangen.

Kersia

Es freute mich, dass ich den beiden eine Freude gemacht hatte und dass sie mit dem Geschenk zufrieden waren. Jetzt war Jahwe dran. Auch sein Geschenk war etwas Besonderes. Ich holte das amethystfarbene Schneckenhorn aus dem Beutel und hielt es ihm mit beiden Händen hin. Es wog schwerer als man erwartete. >Darin habe ich das Rauschen der Wasserfälle aus der Wisteria-Bucht eingefangen.<
Im Normalfall hielt ich mich weiterhin von seinem Rückzugsort fern, aber nach den letzten Ereignissen war mir die Idee gekommen, ihm ein Stück Nähe ins Haus zu bringen. Ein Andenken an seine Mutter. Ich wollte diesen Gedanken allerdings nicht vor den anderen beiden erläutern, da ich schwer einschätzen konnte, ob ihm das zu persönlich wäre. Kurz kam etwas Unsicherheit in mir auf, ob ich vielleicht sogar zu weit gegangen war, aber für einen Rückzieher war es sowieso zu spät.

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962

07.02.2024, 19:48

Jahwe

Auch für mich hatte Kersia etwas mitgebracht und ich hielt den Schneckenhorn in meine Händen, dessen Oberfläche sich geschmeidig anfühlte. Die tiefere Bedeutung in diesem Geschenk ließ ein Kloß in meinem Hals bilden und gleichzeitig brannte es in meinem Brustkorb, als hätte Jemand dort ein Feuer gelegt. "Danke, es ist wunderschön", ich räusperte mich weil meine Stimmung vor Rührung belegt war. Ich hob den Schneckenhorn an einem Ohr und dann lauschte ich das vertraute Geräusch mit der ich mit meiner Mutter verband. Ich schloss einen Moment die Augen und spürte die Tränen hinter meine Lidern.

Willow


Anscheinend war sie an einem besonderen Ort gewesen, um uns dieses Geschenke zu bringen. Auch Jahwe erhielt ein Geschenk, ebenfalls wunderschön wie unsere Herzen. Ich würde gerne wissen wo dieser Ort war. Als Kersia von einem Wasserfall erwähnte, wirkte etwas an Jahwe verletzlich. Es schien, als hätte es eine große Bedeutung für ihn. Ich senkte den Blick, als er in den Schneckenhorn lauschte, denn irgendwie erschien mir daran was Intimes. Es war als würde man sonst einfach in seine Seele blicken ohne ihn um sein Erlaubnis gefragt zu haben.


963

08.02.2024, 12:57

Zen

Jahwes Reaktion fiel tief berührt aus. Offenbar hatten die Wasserfälle in der erwähnten Bucht eine besondere Bedeutung für ihn und Kersia war das bewusst. Auch ohne die Hintergründe zu kennen, handelte es sich um ein sehr achtsam gewähltes Geschenk. Ein weiterer Grund, warum ich das Gefühl hatte, dass sich die beiden nähergekommen waren als sie nach außen hin vermuten ließen. Was natürlich ihr gutes Recht war.
Ein kleines Lächeln zupfte an meinen Lippen.

Kersia

In meinem Bauch und in meiner Brust breitete sich eine sanfte Wärme aus, als er das Geschenk als wunderschön bezeichnete und sichtlich gerührt wirkte. Er lauschte dem Rauschen mit geschlossenen Augen und der verletzliche Ausdruck in seinem Gesicht stellte meine gesamte Gefühlswelt auf den Kopf.
Unbewusst begann ich mit einer meiner langen Haarsträhnen zu spielen. Ich wickelte sie mir um den Finger, zupfte leicht daran, ließ los und wiederholte das Ganze. Dabei wandte ich den Blick ab, weil ich ihn nicht zu intensiv ansehen wollte. Das wäre seltsam.
Stattdessen stibitzte ich mir mit der freien Hand einen Keks, um meinen Mund zu beschäftigen. Froh, dass Zen das Wort ergriff. >Wollen wir noch ein Spiel spielen?<
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964

10.02.2024, 17:01

Jahwe


Nach einem tiefen Atemzug hatte ich meine aufgewühlte Gefühle unter Kontrolle und das Brennen hinter meiner Augenlidern ließ nach. Ich öffnete die Augen wieder und behutsam legte ich das besonderes Geschenk auf dem Tisch ab. Es würde später seinen Platz auf dem Nachtisch neben meinem Bett finden. "Wie wäre es mit einer Runde Magieflitz?", es war ein Kartenspiel. Ein einfaches schnelles Spiel, wo es darum ging seine Karten loszuwerden. Aber natürlich musste man da auf die magische Symbole auf den Karten achten, ob man legen konnte oder nicht. Oder wenn man Pech hatte eine weitere Karte ziehen musste.

Willow


"War das, das wir letztes Mal gespielt habe?", fragte ich nach und Jahwe nickte. "Ich habe nichts dagegen", ich griff auch nach einem Keks, wie Kersia es getan hatte. Vom Zens Koch- und Backkünsten konnte ich nie genug haben. Ohne ihn hätte ich nie gewusst, dass das Menschenessen sehr schmackhaft sein konnte. Ich schielte zu Zen und spürte die Wärme in meinem Brustkorb. Die Trauer schmerzte nicht mehr so sehr und hatte nachgelassen.


965

10.02.2024, 19:25

Zen

Zurück war die lockere Stimmung und das nächste Spiel stand fest. Magieflitz konnte wirklich viel Spaß machen, wenn man mit den richtigen Leuten spielte und da alle die Regeln kannten, legten wir gleich los. Nebenbei bemerkte ich, wie meine gebackenen Kekse bis zum letzten Krümel aufgefuttert wurden und ich freute mich über die zufriedenen Gesichter. Nächstes Mal würde ich wieder etwas backen.
Selbstverständlich war das, was Jahwe für uns hatte vorbereiten lassen, ebenfalls sehr lecker. Sein Wächter Nalu wusste, was er tat.

Kersia

Ich versuchte nicht zu sehr über die Geschenkeübergabe nachzudenken und das Spielen half mir dabei. Die Zeit flog dahin, viel zu schnell. Im Hintergrund hörte ich unentwegt das Meeresrauschen und hin und wieder Nakolas helle Töne. Auch er schien sich prächtig zu amüsieren.
Wir beendeten die dritte Runde Magieflitz. Einen Sieg trug Willow davon, die anderen beiden entschied Jahwe für sich. Leider nicht meine beste Leistung, aber ich begründete es damit, dass meine Gedanken teilweise in anderen Gewässern unterwegs waren.
Ich seufzte entspannt und nahm einen großen Schluck Wasser.
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966

11.02.2024, 18:36

Jahwe


Zufrieden lehnte ich nach unsere letzte Spielrunde zurück. Ich gewann gerne in einem Spiel, besonders zweimal. "Das war ein schöner Abend", lächelte ich meine Freunde an. Mittlerweile war es dunkel draußen und aus dem Balkontür sah ich die Sterne hell am Nachthimmel funkeln. Auch der Halbmond warf seinen silbrigen Schein auf das Wasser. Langsam wurde es Zeit den Abend zu beenden, immerhin würde in den nächsten Tagen aufregende Sachen passieren und da sollte ich in meine beste Form sein.

Willow


Nach dem gemütlichen Spiel verkündete Jahwe das Ende des Abends, denn mittlerweile war es spät geworden. Ich musste morgen auch vormittags arbeiten. Ich kam zwar mit wenig Schlaf aus, aber nach dem heutigen Tag war Erholung nicht schlecht. Außerdem wollte ich noch nachschauen, ob der Baumgeist geboren war oder nicht. "Danke für den Abend", bedankte ich mich.


967

11.02.2024, 19:17

Zen

>Das war ein echt schöner Spieleabend, ich danke dir für die Gastfreundschaft.< sagte ich an Jahwe gerichtet, ehe ich Kersia mit einer sanften Umarmung verabschiedete. Außerdem dankte ich ihr nochmal für das aufmerksame Geschenk. Sie lächelte mich daraufhin breit an und wünschte auch Willow eine gute Nacht.
Da wir nicht viel mitgebracht hatten, war die Tasche schnell gepackt und meine Hand fand Willows. Es war, als würde sie mich magisch anziehen. Ich berührte sie gerne, so wie sie mich.
>Wir sehen uns spätestens übermorgen zu deiner Krönung!< meinte ich noch zu Jahwe, ehe wir sein Zuhause hinter uns ließen.

Kersia

Ich winkte dem Pärchen zum Abschied zu und spürte tiefe Zufriedenheit. An Abende wie heute gewöhnte ich mich gern. Es war sehr schön spaßige Zeit mit guten Freunden zu verbringen und... Ich sah Jahwe von der Seite an. >Soll ich noch beim Aufräumen helfen?< bot ich ihm meine Hilfe an. Eigentlich hatte ich ebenfalls direkt aufbrechen sollen, aber irgendwie purzelten andere Worte aus meinem Mund. Ich würde mir später Gedanken darüber machen. Oder am besten gar keine.
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968

12.02.2024, 20:21

Jahwe


Kersia blieb noch zurück und ihre Frage überraschte mich ein wenig. Was nicht bedeutete, dass sie nicht hilfsbereit war. Ich hatte einfach angenommen, dass sie mit den Anderen gehen würde und viel zum Aufräumen gab es nicht. Bislang war dieser Tag unser längster Tag, den wir gemeinsam verbracht hatten. "Die Spiele müssen nur in dem Schrank und das Geschirr in die Küche", antwortete ich ihr: "Du kannst die Spiele machen, dann bringe ich schnell die Küchensachen weg. Danke für deine Hilfe." Ich schenkte ihr ein warmes Lächeln und mein Blick glitt flüchtig zum Geschenk. Mein Herz begann seltsam zu schlagen und ich begann rasch das Geschirr zusammensuchen.

Willow


Draußen empfing uns Hoku, während des Abends war er hinausgegangen. Bestimmt hatte er den Drachen und seinen Freund beim Spielen zugeschaut. Wahrscheinlich auch in einem sicheren Abstand zum Meer, weil Hoku sich so nahe am Wasser nicht wohl fühlte. Es war nicht sein Element. Ich ließ ihn auf meiner Schulter klettern und im nächsten Moment waren wir durch den magischen Stein wieder zuhause. Ich horchte auf und Hoku gab von sich ein aufgeregtes Geräusch: "Komm mit." Ich zog Zen sanft hinter mir her, entschlossen mit ihn in den Garten zu gehen. Die Magie war stärker zu spüren und ich spürte die besondere Schwingungen, die von den Pflanzen ausgingen. Es war soweit. Der Baumgeist würde in jeden Moment die Welt erblicken. Eilig führte ich uns zu der Trauerweide, dessen kugelartigen Lampen anfingen zu leuchten.


969

13.02.2024, 15:43

Zen

Zuerst verstand ich nicht, wohin mich Willow führen wollte, doch dann sah ich das Leuchten, das von der Trauerweide ausging. War es schon soweit? Stand die Geburt eines neuen Naturgeistes bevor? Würde ich ihn sehen können, wie es bei Hoku der Fall war? >Irgendwie fühlt sich das Ganze wie ein kleines Wunder an. Und das in unserem Garten.< Wie schön.
Ich blieb in Willows Nähe, da sie sich am besten in solch einer Situation zu verhalten wusste. Ich wollte nichts tun, um den Vorgang zu unterbrechen oder irgendwelche übersinnlichen Kräfte zu stören. Wie gebannt beobachtete ich das sanfte Leuchten und spürte leise Aufregung in mir aufsteigen.

Kersia

Ich nickte einverstanden und stellte selbst fest, dass meine Hilfe gar nicht nötig war. Die wenigen Spiele waren schnell im Schrank verstaut und auch die Sitzkissen ordentlich hergerichtet. Der Weg bis in die Küche dauerte schon länger, darum trat ich auf den offenen Balkon hinaus und atmete die frische Nachtluft vermischt mit dem salzigen Geruch des Meeres ein. Der Anblick des silbrigen Mondes weckte eine urtümliche Anziehung in mir, aber das war für uns Meerwesen normal.
Ohne den Blick von der glitzernden Oberfläche abzuwenden, setzte ich mich auf die Balustrade und ließ die Beine baumeln. Unter mir das sanfte Plätschern der Wellen gegen die Felsformationen. Mir fiel wieder ein, dass Thales das alles hier erbaut hatte, um dem Ozean und damit sehr wahrscheinlich meiner Mutter nahe zu sein. Der Gedanke gefiel mir. Gleichzeitig machte er mich aber auch unendlich traurig.
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970

13.02.2024, 20:04

Jahwe


Seit ich dieses Armband vorhin gemacht habe und sie sich kurz seltsam verhalten hat, fühlte ich mich merkwürdig. Ich hatte das Gefühl etwas zwischen uns hatte verschoben. Als schwebte eine Frage in der Luft, ob es ein vielleicht mehr geben könnte. Kurz verharrte ich mich in der Bewegung, ich war dabei in der Küche schnell den Abwasch zu machen. Woher kam plötzlich dieser Gedanke? Es war nur reine Freundschaft und ein ungebundenes Vergnügen miteinander. Das war das, was ich selbst wollte und ich war mir sicher Kersia ging da auch nicht anders. Es waren nur die Hormonen und durch die Freundschaft fühlte es sich einfach vertrauter an. Da konnte es manchmal verwirrend werden. An diese Erklärung hielt ich mich fest und kehrte in den Salon zurück, wo ich Kersia auf dem Balkon erblickte. Wäre ich ein Künstler, der mit einer Pinsel oder Stift schwingen konnte, hätte ich jetzt diesen Anblick auf einem Blatt Papier oder auf einer Gemälde verewigt.

Willow


Wärme durchströmte mich, als Zen den Garten als unserem bezeichnete. Ich schmiegte mich an seine Seite und meine Augen wanderten zu der Trauerweide. Glühwürmchen tanzten um dem Baum herum und die hängende Äste schoben sich zur Seite, um uns einen Blick auf die Wölbung am Stamm zu gewähren. Die Wölbung begann zu pulsieren wie ein Herzschlag und Hoku hüpfte von mir runter, um zum Stamm zu laufen. Dann begann er sich hin und her zu schwingen, dabei sang er melodische Töne. Die Wölbung löste sich vom Stamm und fiel in das weiches Gras. Ich ließ Zen los und trat auf die liegende Wölbung zu. Vorsichtig nahm ich sie in die Händen und drehte mich zu Zen um. In diesem Moment begann auf meinem Baumarm die Blüten zu erscheinen und Wölbung schien darauf zu reagieren. Sie regte sich, veränderte die Form und als sie sich aufrichtete, war es ein kleiner Baumgeist. Ihr Körper war menschenähnlich wie die eines Kindes und gleichzeitig glich sie einem Baum. Auf dem Kopf sprießen Blätter, die auf ihrem Rücken hinabfielen und mich an die Äst der Trauerweide mit den silbrigen Blätter erinnerte. Zwischen den Blätter tauchten türkisfarbenen Blüten auf. "Eve?", ihre große dunkle Augen sahen mich an. "Sei gegrüßt in unsere Welt", lächelte ich sie sanft an. "Eve!", ihr Mund formte sich zu einem Lächeln und sie klatschte in die knorrigen Händen.


971

14.02.2024, 12:50

Zen

Es war… es war wie eine echte Geburt. Die Wölbung am Stamm fiel mir zum ersten Mal auf und dort drin pulsierte neues Leben, das wenig später das Licht der Welt erblickte. Ein kleines, menschenähnliches Baummädchen mit Blätterhaaren und Blumen, die Willows ähnelten. Hatten sie bereits eine magische Bindung zueinander aufgebaut? Außerdem konnte der frisch geschlüpfte Naturgeist sprechen.
Eve. Ein hübscher… Name. Sehr passend.
Ich trat einen Schritt näher, vorsichtig und in respektvollem Abstand. Dann ging ich lächelnd in die Hocke und sah das wunderbare Wesen an. >Herzlich willkommen in unserem Garten, Eve. Ich hoffe, dir gefällt dein Zuhause.< Mit der Hand auf der Brust stellte ich mich vor. >Ich bin Zen.<

Kersia

Ich bemerkte sein Kommen, noch bevor er etwas sagte. Irgendwie hatte ich in den letzten Tagen ein Gespür für diesen Menschen entwickelt, wie es bei manch anderen wenigen der Fall war. Ich löste den Blick von den sanften, schimmernden Wellen und richtete ihn über die Schulter auf Jahwe. Trotz der einfachen Alltagskleidung strahlte er Erhabenheit aus. Dass er für all das hier geboren worden war. Vom Prinzen zum König. Mir hätte das schon bei unserer ersten Begegnung auffallen sollen.
>Morgen werden wir uns sehr wahrscheinlich nicht sehen. Es gibt viel zu tun, viel vorzubereiten.< Hoffentlich wenig nachzudenken. >Meine Mutter wird bestimmt einen Boten vorbeischicken, der dich darüber aufklärt, was dich am Tag der Krönung erwartet. Ich hoffe, du hast bis dahin eine tolle Rede vorbereitet.< Ein kleines Lächeln zupfte an meinen Lippen und ich rutschte ein Stück näher an den Rand, bereit zum Sprung.
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972

15.02.2024, 20:13

Jahwe

Ich näherte mich Kersia, als sie die Abschiedsworte aussprach und nickte leicht: "Dann werden wir uns wahrscheinlich erst wieder bei der Krönung sehen. Morgen habe ich auch Einiges zu tun, vor allem Vorbereitungen für den großen Tag. Richte deiner Mutter meinen großen Dank aus, es bedeutete mir viel, dass sie mich unterstützt." Dann grinste ich schief: "In große Reden schwingen bin ich ein Meister, ich kann sogar improvisieren." Dann sagte ich noch abschließend: "Gute Nacht Kersia, träume was Schönes." Erst als ich ihre Lippen sanft mit Meinen berührten, wurde mir bewusst was ich da tat und ich zog mich rasch zurück. Es gab nie Abschiedsküsse. Nicht dieser Art. Das hier war zu....zärtlich. Ich drehte mich um, nahm im Vorbeigehen das besondere Geschenk mit und verließ den Salon.

Willow


"Eeeve!", reagierte der weibliche Baumgeist fröhlich auf Zen. "Kannst du sie bitte halten?", ich reichte Zen das kleine Wesen und sie schien damit einverstanden zu sein. Denn kaum saß sie in sichere Händen von Zen, erschienen zwischen den türkisfarbene Blüten rubinrote Blüten. Es sah wunderschön aus mit den grün-silbrigen Blätter der Trauerweide. Ich bückte mich zum Boden, pflückte eine gelbe Blume und zerrieb sie zwischen den Finger. Dann befeuchtete ich die gelbe Farbe ein wenig mit dem Wasser und drehte mich zurück zu den Beiden. Vorsichtig berührte ich mit der verfärbte Fingerspitze die Stirn von Eve und malte einen Kreis: "Das Leben heißt dich willkommen, von diesem Tag an gehört dir der Name Eve. Möget die Sonne und der Mond dich begleiten, die Sterne dir deinen Weg weisen. Eve, wir nehmen dich in unserem Stamm auf. Sei ein Teil von uns und wir werden ein Teil von dir sein."


973

16.02.2024, 10:23

Zen

Der Baumgeist fühlte sich alles andere als wie ein durchscheinender Geist an. Eher wie Hoku. Greifbar. Lebendig. Es wunderte mich, dass ich sie überhaupt sehen konnte, denn die meisten Naturgeister blieben unsichtbar für mich. Eve hingegen nicht. Ich hörte sie, ich spürte die raue Rinde ihres kleinen Körpers und roch den Duft ihrer Haarblüten. Sie war… unfassbar niedlich. Ich wollte sie am liebsten mitnehmen und etwas Leckeres für sie backen.
Willow zerrieb derweil eine Blüte zwischen den Fingern und malte der Kleinen einen gelben Kreis auf die Stirn. Damit gehörte sie wohl offiziell zu unserer kleinen Familie und mir wurde schlagartig warm in Brust und Bauch. >Wird sie immer so… klein bleiben? Oder verändern sie sich wie Menschen?< fragte ich Willow interessiert.

Kersia

Die Berührung auf meinen Lippen war zu kurz, um zu realisieren, dass er mich gerade zum Abschied geküsst hatte. Nicht leidenschaftlich, sondern… sanft. Er hallte aber lange genug in mir nach, dass ich glaubte aus sprudelndem Wasser zu bestehen. Jahwe gab mir jedoch keine Zeit irgendwie darauf zu reagieren, denn er stürmte davon, als wäre der Kuss ein Fehler gewesen. War er das?
Ich richtete den Blick wieder nach vorne, schluckte und sprang kopfüber ins lauwarme Wasser. Meine Gefühle waren gefangen in einem Strudel und auch als Nakola fröhlich zwitschernd auftauchte, um mich zurück nach Hause zu begleiten, drehte sich alles weiter.
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974

18.02.2024, 20:08

Jahwe


Ich befand mich in meinem Zimmer und entkleidetet mich, während meine Gedanken immer wieder zu Kersia schweiften. Was beschäftigt dich?, ertönte die Stimme von Liora in meinem Kopf und ich fuhr mit den Händen durch das Haar. Nichts...ich wusste für "Nichts" war es ganz schön viel, was durch meinem Kopf ging und mit einem Seufzer kroch ich unter die Decke. Auf dem Nachtisch lag das besonderes Geschenk und das Armband hatte ich nicht abgelegt. Und doch ist es nicht nichts, meine Tiergefährten schien meine Gedanken zu lesen. Es ist nicht von Bedeutung, es war nur ein komischer Moment mit Kersia. Es liegt einfach daran, dass wir auch gute Freunde sind und deswegen sich eben alles ein wenig verwischt hat. Ich starrte die Decke an. Oder deine Gefühle zu ihr werden tiefer, ihre Stimme war sanft. "Nein", erwiderte ich laut. Ich war nie verliebt und ich wollte mich auch nicht verlieben. Du freust dich über die Liebe der Anderen, aber selbst wehrst du dich dagegen Liebe in deinem Herz zu lassen. Wofür fürchtest du dich? Ich presste meine Lippen zusammen bis sie zu einer schmale Linie wurde, ich fürchte mich nicht. Ich habe keine Zeit für sowas. Ich werde mein Leben dieser Insel verschreiben. In meinem Kopf hörte ich ein Schnauben, belüge dich nicht selbst. Ich kenne dein Herz so gut wie mein Eigenes und du fürchtest dich vor der Liebe. Aber lasse dich nicht von dieser Furcht kontrollieren, wenn dein Herz nach Liebe sehnt. Abrupt setzte ich mich auf: "Das wird niemals funktionieren. All die Personen, die mich geliebt haben, sind gestorben und ich selbst bin so kaputt. Keiner will ein Scherbenhaufen haben und ich würde auch nicht ertragen können wieder Jemanden zu verlieren, der mir sehr viel bedeutet. Außerdem....will Kersia nur Spaß. Sie ist sehr freiheitsliebend und es ist so gut, wie es ist."

Willow


"Sie wird wachsen, aber sie wird in ihrem Tempo wachsen. Da ist jeder Baumgeist anders und solange sie noch jung ist, so gesehen ist sie wie ein frisch geborenes Fohlen, sind wir für sie verantwortlich. Denn sie wurde in unserem Garten geboren, es ist eine große Ehre. Baumgeister erblicken eigentlich das Licht der Welt in tiefen Wälder unter ihrem Volk", antwortete ich Zen und Eve gab von sich einen gähnender Laut wie die eines Babys. Sie rollte sich auf Zens Händen zusammen und schlief augenblicklich ein. Ein kleines Lächeln umspielte meine Lippen und Hoku gab von sich Laute. Ich nickte zustimmend: "Du hast Recht, sie sollte in unserem Haus schlafen. Dort ist sie sicher." Er gab von sich weitere Töne. "Natürlich kannst du auch in dem Haus schlafen und bei ihr sein", normalerweise war es unüblich, dass ein Root in einem Gebäude schlief. Aber er wollte auf Eve aufpassen.


975

19.02.2024, 12:39

Zen

Ich sah von Willow zu der kleinen Gestalt in meinen Händen, die sich entspannt zusammenrollte und die Äuglein schloss. Mein Herz weitete sich. So viel Niedlichkeit auf einmal war zu viel des Guten und doch hatte ich nicht vor sie abzugeben oder allein hier im Garten zurückzulassen. >Da ich keine Ahnung von diesen Dingen habe, überlasse ich dir gerne die Entscheidung, wo sie schlafen soll.< sagte ich an Willow gerichtet. Vielleicht musste sie in der Nähe von Pflanzen bleiben. Oder Wasser. Oder an einem feuchtwarmen Platz. Sogar Hoku beschloss ins Haus zu kommen, was untypisch für ihn war, aber ich freute mich, dass er sich ebenso für das kleine Wesen verantwortlich fühlte wie wir.
>Sind alle Baumgeister so süß?< flüsterte ich hingerissen.

Kersia

Auf dem Weg in mein Zimmer machte ich einen kurzen Abstecher in das Schlafgemach meiner Mutter, denn laut den Wächtern hatte sie sich früher zurückgezogen. Sie hatte sehr viel zu tun in letzter Zeit und obwohl ich ihr mehr half als sonst, hatte ich das Gefühl, dass meine Bemühungen nicht reichten. Königin von Atlantia zu sein konnte einem verdammt viel abverlangen. Wie sollte man da noch Zeit für etwas anderes außer zum Regieren finden? Der Gedanke rief ein beklemmendes Gefühl in mir hervor. Aus einem unerklärlichen Grund dachte ich wieder an den kurzen Abschiedskuss und schüttelte resigniert den Kopf.
Ich atmete tief durch, kündigte mich mit einem Klopfen an und schwamm in den majestätisch geschmückten Raum. Mutter saß auf ihrem großen, gemütlichen Bett. Ohne Krone. Ohne aufwendige Frisur oder viel Schmuck. Nur eine einfache Sirene, die aufsah und ihre Tochter mit einem müden Lächeln begrüßte. Ich bekam sofort ein schlechtes Gewissen, weil ich mich so lange vergnügt hatte, während sie hart arbeitete. Keine Ahnung, seit wann mich das störte. Sonst hatte es mich auch nicht viel gekümmert, wenn ich viel feiern war und meinen Spaß in anderen Gewässern suchte. Erst in letzter Zeit...
>Wie war der Spieleabend? Hat es dir gefallen?< erkundigte sich meine Mutter, während ich mich neben sie niederließ. Ich zuckte gleichgültig mit der Schulter, als wäre der Abend keine große Sache gewesen, aber das kleine Lächeln verriet mich. Dann spürte ich erneut das Echo eines sanften Kusses auf meinen Lippen und mein Inneres füllte sich mit kleinen Blubberbläschen. >Ich habe den dreien Geschenke aus dem Veria-Riff mitgebracht. Sie haben sich sehr darüber gefreut.<
>Soso, du hast wertvolle Schätze gestohlen und verschenkt.< bekam ich die mahnende Antwort, nur kannte ich das Funkeln in den ozeanblauen Augen zu gut, um mich schuldig zu fühlen. Ich lächelte schief und bemerkte kaum, wie meine Finger nach einer ihrer langen, dunklen Strähnen griffen. Aus einer Gewohnheit heraus begann ich daraus einen kleinen Zopf zu flechten und sie tat dasselbe bei mir. Der wilde Strudel aus Emotionen legte sich ein wenig.
>Ich soll dir außerdem von Jahwe ausrichten, wie dankbar er für deine Unterstützung ist.< fiel mir einen Augenblick später ein. Mutter summte leise, als sie die nächste Strähne wählte. >Auch wenn sich ein Teil von mir dagegen sträubt die Heißen Quellen abzugeben, ist es das, was Thales gewollt hätte. Einen rechtmäßigen Erben.<
>Mmh, nach allem, was ich über ihn erfahren habe, hätte er sicher dich gewählt.< Kaum waren die Worte draußen, wünschte ich, ich könnte sie zurück in meinen Mund stopfen. Thales blieb ein sensibles Thema, auch wenn sie seinen Namen zuerst erwähnt hatte. Sie hielt in der Bewegung inne, den Blick auf ihre Finger gesenkt, dann lächelte sie dieses traurige Lächeln, das mir jedes Mal das Herz brach. >Er hätte mir niemals noch mehr Verantwortung aufgebürdet. Ich war es, die damals beschlossen hat sein Reich zu führen. Denn wäre es nach ihm gegangen, hätte Ardan die Heißen Quellen übernommen.<
Überrascht sah ich auf. Das hörte ich zum ersten Mal. >Warum?<
Sie konzentrierte sich weiter aufs Flechten und neben der Traurigkeit schlich sich ein Hauch von Liebe in ihre Stimme. >Das war wohl seine Art mir zu sagen, dass ich zu viel arbeite und das Leben mehr genießen soll.<
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976

19.02.2024, 16:10

Jahwe


Die Nacht schritt voran und ich warf mich ruhelos hin und her. Die Gedanken in meinem Kopf wollten nicht aufhören zu kreisen und ich war froh, dass Liora sich aus meinem Geist zurückgezogen hatte. Heute war es viel verdammt passiert. Zu viele Emotionen. Kein Wunder, wenn ich noch durcheinander war und sie nicht richtig ordnen konnte. Bestimmt war es einfach tiefe Dankbarkeit gegenüber Kersia gewesen, weil sie für mich da gewesen war. Ich hatte mich einfach hinreißen lassen. Ich würde mich nicht verlieben.


Willow


"Ich bin bisher einmal einem Baumgeist begegnet und er war aufgewachsen. So groß wie eine Eiche", erinnerte ich mich und mein Blick fiel auf die schlafende Gestalt: "Ich glaube ihr würde das Zimmer mit den Bücher und mit dem Baum gefallen. Dort gibt es Licht, Pflanzen und Wasser könnten wir ihr auch hinstellen, sollte sie durstig werden. Was die Ernährung betrifft, lassen wir uns überraschen. Die Baumgeister haben wie wir ihren eigenen Geschmack. Der Baumgeist, dem ich begegnet war, mochte Eicheln, Moos und Beeren." Dann schlich sich ein Lächeln auf meine Lippen: "Wenn sie jung sind, sehen sie uns recht ähnlich."


977

20.02.2024, 17:00

Zen

Das Zimmer klang genau richtig für den kleinen Baumgeist. Hoffentlich würde es Eve gefallen. Sie sollte sich wohlfühlen, immerhin war das ihr neues Zuhause. Ich erwiderte Willows Lächeln, die ebenfalls von der Kleinen angetan war und erhob mich langsam. Nicht, dass ich Eve versehentlich weckte. >Spüren sie Erschöpfung wie wir? Oder werden müde? Bei Hoku habe ich das Gefühl, dass er immer wach ist.< erkundigte ich mich leise und mit leichter Belustigung in der Stimme.
Gemeinsam gingen wir ins Haus zurück, das sanft beleuchtet war. Kaum zu glauben, dass mein Leben hier noch mehr Zuwachs bekommen hatte. Ungeplant und umso schöner.

Kersia

Da ich meine Mutter nicht länger traurig sehen wollte, wechselte ich das Thema und erzählte ihr von den Vorbereitungen, die ich in ihrem Namen getroffen hatte. Über Arbeit zu sprechen, fiel ihr besonders leicht und ich fragte mich, ob es Thales damals genauso ergangen war. Hätte er den Krieg überlebt, wären sie zusammengekommen? Hätten sie zusammen regiert, wie es König Ardan und Königin Jadis taten? Oder wären sie unter dem Druck, der in der Unterwasserwelt herrschte, wieder auseinandergegangen?
Normalerweise machte ich mir nie solche Gedanken, aber da Jahwe bereits übermorgen König wurde, brachte das einige Veränderungen mit sich. Noch mehr Verantwortung. Mehr Gefahr. Die goldene Maske war nach wie vor ein lästiger Feind, aber auch die Meereswelt besaß viel Konfliktpotenzial.
Ich unterdrückte ein Seufzen, weil mir bewusst wurde, dass ich mir zu viele Gedanken darüber machte.
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978

21.02.2024, 20:35

Jahwe


Eine Gestalt lag auf dem Boden und eine unfassbare Angst ergriff mich. Obwohl ich meine Beine befehlige wollte stehenzubleiben und einfach weit weg zu rennen, weg von dieser Gestalt, steuerten sie direkt auf die Gestalt zu. Meine Lippen zitterten. Dann ein Schrei. Viel zu kleine Hände versuchten auf die Wunde zu drücken, aus der ihr Leben floss. Ihre Augen hatten bereits den Glanz verloren und die letzten Worte wehten im Wind: "Ich bin immer in deinem Herzen, die Quelle der Liebe wird niemals versiegen." Plötzlich wuchsen meine Hände in eine erwachsene Größe und die Gestalt meiner sterbende Mutter veränderte sich. Das blaue Haar verwandelte sich rosafarben und die blaue Augen in die Farben des Meers. Was blieb war die klaffende Wunde....
Keuchend und würgend zugleich wachte ich ruckartig auf. Kalter Schweiß bedeckte mein gelähmten Körper, während das Herz schmerzhaft gegen dem Brustkorb hämmerte. Ich spürte wie die Klauen des Panik nach meinem Hals packte und fest zudrückte. Das Zimmer drehte sich. Immer schneller.

Willow


"Sie schlafen manchmal, aber nicht so wie wir. Da sie eng mit Energien der Welt verbunden sind, können sie auch Verlust von Energien spüren und ihre Kräfte werden dann schwächer", versuchte ich Zen es zu erklären, während wir in das Haus hineingehen. Dort suchte ich gleich in der Küche nach einem kleinen Gefäß, womit ich dass Wasser auffüllen konnte. Danach gingen wir weiter in das Zimmer mit den Bücher. Dort erschuf ich aus weichem Gras ein kleines geflochtenes Bett für Eve. Hoku war mit dem Sofa als Schlafstätte zufrieden.


979

Gestern, 14:18

Zen

Wir fanden einen geeigneten Schlafplatz für Eve, die immer noch tief und fest in meinen Händen schlief. Ich legte sie vorsichtig auf das von Willow erschaffene Bettchen ab und lächelte. So süß. Zum Dahinschmelzen. Leise wünschte ich Hoku eine gute Nacht, da er bei dem Baumgeist bleiben würde und griff dann nach Willows Hand. Drückte sanft zu.
>Jetzt ist unser Stamm um ein Mitglied reicher. Unser Alltag wird ab morgen bestimmt anders aussehen.<sagte ich mit einem kleinen Schmunzeln, während wir uns auf den Weg nach oben ins Schlafzimmer machten.

Kersia

Die Zeit verflog schnell. Irgendwann war die Hälfte meines Haares zu kleinen Zöpfen geflochten, genau wie die meiner Mutter. Da sie zunehmend müder wurde, wollte ich sie ruhen lassen und verabschiedete mich mit einem Wangenkuss von ihr. Entspannt mit ihr zu reden, ohne irgendwelche Pflichten oder Vorträge, wirkte heilsam auf mich. Dann fühlte ich mich ihr näher denn je.
Ich schwamm zurück in mein Zimmer, wo mich mein weiches Bett erwartete. Allzu müde war ich nicht, aber ich wollte keine wichtigen Termine morgen verpassen, weshalb ich die weise Entscheidung traf mich nicht unter die Leute zu mischen. Keine Feier. Kein Tanzen. Nur wirre Bilder vorm Einschlafen und ein warmes Prickeln auf den Lippen.
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