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15.12.2019, 18:18

Jadis

Ardan griff sofort den Dämonen an und als die Laterne zersprang, krümmte sich mein Körper nicht mehr vor unbeschreiblichen Schmerz. Ich hatte nicht mehr das Gefühl als würde man mir meinen Geist aus meinem Körper entreißen wollen. Meine Flügeln begannen wieder kräftiger zu schlagen und meine Augen funkelten wild vor Kampfwille. Die Lichtkugeln waren nicht mehr unser Problem und der Dämon schien noch blasser zu werden, weil ihm die Wut packte. Er wehrte sich mit seinem Schwert, dann verschwand er plötzlich, um nur aufeinmal direkt hinter Ardan aufzutauchen. Diese Hinterhältigkeit würde ich nicht dulden und ich schleuderte auf ihn Windklingen, vor denen er ausweichen musste. „Kämpfe wie ein richtiger Mann oder bist du etwa feige Angesicht zu Angesicht zu kämpfen, Dämon?“, rief ich, um ihn noch mehr anzustacheln. Ein provozierter Dämon machte irgendwann einen Fehler, das hatte wir bereits in den letzten Kämpfe erfahren. Je wütender sie waren, desto mehr konzentrierte sie sich darauf Derjenigen erschlagen zu wollen und handelten nicht mehr strategisch. Doch bevor ich zu einem weiteren Angriff kam oder Ardan, erschien plötzlich Kenai wie aus dem Nichts und rammte sein Schwert in den Rücken des Dämons. Auch Dieser riss überrascht seine Augen weit auf und als rotschwarze Blitze in seinem Körper fuhren, schrie er laut auf. Kenai stieß gnadenlos weiter in ihm und eine riesige Libelle mit einem Kristallkugel erschien. Sie glitt einfach in den Körper des Dämons hinein und Dieser begann wild zu zucken bis sich Schaum vor seinem Mund bildete. Als die Libelle wieder herauskam, die Kugel war pechschwarz geworden, erschlaffte der Dämon und zerfiel zu Staub. „Wie? Was?“, blinzelte ich, denn alles ging so schnell, sodass ich kaum die Situation verarbeiten konnte. Die Libelle verschwand in Kenai und einen Moment schien er vor Schmerz das Gesicht zu verziehen, doch er richtete sich schweratmend auf. Erst jetzt bemerkte ich, dass er auf ein schattenartiges Wesen flog. Ich konnte es nicht mal beschreiben, was für ein Wesen es war. „Ich habe gesehen, dass ihr Hilfe braucht und ich habe mich im Schatten verborgen, um unbemerkt zu sein. Das ist meine Art unsichtbar zu sein, ich kann mich der Dunkelheit anpassen und da ich nicht die helle Energie besitze, werde ich nicht sofort aufgespürt. Dann habe ich auf den richtigen Moment abgewartet, in meinem Schwert hatte ich genügen Energie gespeichert.“ Aufeinmal begann sein Schattenwesen sich aufzulösen und rechtzeitig packte ich nach seinem Arm, damit er nicht auf dem Boden prallte und sich etliche Knochen brach. „Danke. Es ist zum ersten Mal, dass ich aus Schatten ein flugfähiges Schattenwesen erschaffen habe“, sagte er zu mir und sah uns schließlich beide an: „Seid ihr in Ordnung?“ „Ja, du bist genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen“, lächelte ich ihn an. Jenaya würde bestimmt stolz auf ihn sein, wenn sie diese Geschichte hörte. Kenai war ein Jemand, auf dem man sich verlassen konnte. Er würde die Menschen, die ihm wichtig waren, niemals in Stich lassen und in der Not erscheinen. „Wir müssen zur Gebirge. Mein Bruder ist dort mit zwei Hohedämonen, die viel stärker sind als die anderen Hohedämonen. Außerdem sind dort zwei weitere große, dunkle Mächte. Wenn wir nichts unternehmen gerät die Welt in Ungleichgewicht, es wird zu viel negative Energien ausgestoßen“, erzählte er ernst, als ich ihn auf dem Boden absetzte.

Akela

Silia kam auf mich zugelaufen und mit einem Handzeichen deutete ich an, dass ich in Ordnung war. Nur mein Stolz war etwas angekratzt. Dann ertönte irgendwo Gelächter und genervt verdrehte ich die Augen, als ich die Hohedämonen erblickte. Warum mussten die dämonische Viecher andauernd lachen, als wäre hier eine Witzvorstellung? Mein Blick wurde noch grimmiger und meine Laune konnte nicht unterirdischer sein. Ich war jetzt in einem Zustand gelangt, wo jeder schlauer Mensch einen großen Bogen um mich machen würde. Anscheinend waren diese Dämonen Zwillinge, auf den ersten Blick sahen sie beinahe harmlos aus, aber aus Erfahrung wusste ich, dass stille Wasser tief sein konnten und manches tiefes Gewässer verbarg gefährliche Ungeheuer. Die Beiden waren definitiv gefährliche Ungeheuer. Meine Augenbrauen zogen sich zusammen, Mal lag also unter ihrer Kontrolle und das bedeutete ein größer werdendes Problem. Aber ich ließ mich nicht von den Großmäuler beeindrucken, dennoch spannte sich mein Körper an. Ich spürte, wie Silia sich ebenfalls anspannte und das hieß, dass wir uns in eine ernste Situation befanden. Leicht neigte ich den Kopf, setzte ein gelangweilten Blick auf und zuckte lässig mit der Schulter: „Natürlich kann ich das. Ich weiß wie ich diesen lästigen Müll entfernen muss.“ Dann begann ich diabolisch zu grinsen und meine Augen funkelten unheilvoll: „Ich werde dabei eine Menge Spaß haben.“

Fenrir

Auf meinem blutroten Gewand zeichnete dunkelrote Flecken ab, die von den Beschwörer stammten und meine Krallen glänzten von ihrer Lebenssaft. Meine Augen glühten fiebrig und meine Kraft pulsierte stärker in meinem Körper, nachdem ich die Machtquellen der Beschwörer in mich aufgenommen hatte. Nicht umsonst hieß ich auch Fenrir, der Verschlinger. Ich kehrte den leblosen Gestalten den Rücken zu, die zu überheblich geglaubt hatten uns beherrschen zu können. Wir waren keine zahme Dunkelgestalten, uns konnte man keine Zügeln anlegen. Und zusammen waren sehr mächtig, dass selbst die Götter sich vor uns fürchten. Das Nichts und die Leere. Geschickt stieg ich über das Geröll und schlüpfte durch schmale Gänge bis ich wieder das Zentrum erreichte. Mittlerweile hatte es aufgehört zu beben und die Gebirge hatte sich in einem riesigen Krater verwandelt wie ein leerstehender Vulkan. Wind zerrte wütend an meine Kleidungen und ich sah hinab. Selbst der See war ausgedörrt und mittendrin stand mir eine vertraute Gestalt. Ich sprang hinunter und landete direkt vor ihm leichtfüßig auf dem pechschwarzem Boden. Respektvoll kniete ich mich vor ihm hin, neigte leicht den Kopf: „Nach all den Jahrhundertjahren ist der Moment endlich gekommen, Bruder.“ Langsam richtete ich mich wieder auf und ich legte eine Hand auf seine Schulter: „Lass uns an Derjenigen rächen, die uns verdammt haben.“ Meine Ohren begannen zu zucken und meine Augen wurden schmal, ein Knurren verließ meine Kehle: „Da kommt die Verräterin, ihr haben wir all das hier zu verdanken.“


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15.12.2019, 20:15

Silia

Auf Akela war eben Verlass. Wieder einmal wurde mir bewusst, dass sich meine Geduld mit ihm gelohnt hatte und ich war sehr froh darüber ihn in meinem Leben zu haben. Ohne den Zwillingen weiter Beachtung zu schenken, küsste ich ihn schnell auf die Wange und sprintete los.
Mal rannte ich, mal sprang ich weit in die Höhe, dann flog ich weiter voraus und kam meinem Ziel näher und näher. Er war hier. Er war ganz in der Nähe. Malevor. Meine erste große Liebe. Mein erster gewaltiger Herzschmerz und gleichzeitig mein Untergang. Ich hatte immer noch keine Ahnung, was ich sagen sollte. Ob meine Worte ihn überhaupt erreichen würden. Den Dämonen zufolge hatten sie ihn manipuliert und obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, wie man einen Animagi wie ihn in Ketten legte, rechnete ich mit dem Schlimmsten. Ich durfte nicht darauf hoffen, dass er derselbe Mann war wie damals. Jahrhunderte veränderten einen. Was das mit einem anstellen konnte, hatte ich in Fenrir gesehen. Er war zerfressen von der Rachsucht. Für ihn gab es nichts Wichtigeres als mein Tod und seine ewige Loyalität seinem Bruder gegenüber. Dabei hatte ich das Gefühl, dass wir alle nur unsere Missverständnisse aus dem Weg schaffen mussten. Aber wie? Wie, wenn niemand zuhörte, sondern gleich zur Waffe griff?
Ich stieß einen schweren Atemzug aus und kam im nächsten Moment schlitternd zum Stehen. Das Beben unter meinen Füßen hatte aufgehört. Stille kehrte ein. Keine gewöhnliche Stille. Das war einzig und allein Mals Werk. Rauch und Staub verschleierten mir die Sicht auf den Krater, den sein Erwachen hinterlassen hatte. Vom Berg fehlte jede Spur. Es fielen keine Schatten auf das flache Land, auf dem ich stand und geduldig wartete. Das Schwert in meiner Hand fühlte sich seltsam kalt an. Ich war nervös. Angespannt. Hoffnungsvoll.
Die Sekunden zogen sich in die Länge und mein Herz drohte mir aus der Brust zu springen. Ein leichter Wind kam auf. Er wehte mir mein Haar vors Gesicht. Ich schob es mit der freien Hand beiseite und erstarrte mitten in der Bewegung. Dunkle Umrisse zeigten sich im Staub, der nun mehr einem dichten Nebel glich. Schwerer, düsterer Nebel. Die Gestalt kam näher, nahm deutlichere Konturen an. Groß, mit einem breiten Kreuz, langen Beinen und zielstrebigem Gang tauchte Mal aus der Dunkelheit auf. Der Nebel lichtete sich ein wenig. Ich erkannte den hellblauen Farbton seines kurzen Haares, die roten, dreieckigen Male unter seinen Augenwinkeln, das markante Kinn, die perfekt geschwungenen Lippen und die ausdrucksstarken tiefbraunen Augen, die direkt in meine blickten. In diesem Moment blieb die Welt für mich stehen und ich hörte auf zu atmen.
Malevor.
Er war hier.
Er war wirklich hier.
Er lebte.
In einigen Metern Entfernung blieb er schließlich stehen und starrte mich nieder. Die Frage, ob er mich erkannte, erübrigte sich. Er wusste genau, wen er vor sich hatte und ich fand einfach nicht die richtigen Worte. Was sagte man nach all der Zeit? Wo sollte ich anfangen? Wieso bekam ich meinen Herzschlag nicht unter Kontrolle? Mein Griff um das Schwert wurde schwächer, aber dafür wuchs die Anspannung in mir. Ich räusperte mich: >Mal, ich-<
>So viel Zeit ist vergangen und du... hast dich kein bisschen verändert.< ertönte seine volltönende, tiefe Stimme. >Du bist genauso atemberaubend schön wie am ersten Tag unserer Begegnung. Blendende Schönheit, die deine Unberechenbarkeit perfekt versteckt.< Mit jedem Wort klang er giftiger, vorwurfsvoller, wütender. >Anstatt einen Weg zu finden, mich aus der Ewigen Verdammnis zu befreien und an unserer gemeinsamen Zukunft zu arbeiten, hast du dich einfach einem Menschen hingegeben.< Ein bedrohliches Knurren stieg in seiner Kehle auf. >Einen Menschen!<
Er wusste also davon. Bestimmt hatten die Dämonen ihn auf dem Laufenden gehalten, um ihn gegen mich aufzubringen. Dabei wusste ich nicht, ob er die wahre Geschichte kannte. Ob er wusste, was ich alles durchlebt hatte, um am heutigen Tage zum jetzigen Zeitpunkt hier zu stehen. >Lass es mich erklären, Mal, ich habe-<
>Sei still!< fauchte er. >Ich möchte meine Zeit nicht mit Worten vergeuden. Endlich bin ich frei und kann das tun, was mir vorherbestimmt ist.< Das Lächeln, welches folgte, jagte mir einen kalten Schauder über den Rücken. So hatte ich Malevor noch nie zuvor erlebt. Nie. >Die Zerstörung dieser jämmerlichen Welt. Eine Welt, die meinen Bruder und mich sowieso nur als Monster anerkennt. Damals dachte ich, ich müsste mich dir zuliebe ändern, um in deiner sonnigen Welt Platz zu finden, aber...< er lachte dunkel. >... in meiner Welt habe ich so viel mehr Spaß. Und deutlich mehr Freiheiten.<
Ich ersparte mir meine Erwiderung, denn Mal würde mich sowieso nicht ausreden lassen. Er hatte sich klar ausgedrückt. Keine Worte, nur Taten. Wenn ich es nicht schaffte, ihn mit Worten zu erreichen, dann musste ich andere Wege beschreiten. Obwohl mein Herz sich qualvoll zusammenzog, weil ich nichts lieber täte als ihn fest zu umarmen, ließ er mir keine Wahl. Vor meinen Augen wählte er nämlich den Weg der Gewalt.

Alita

Envar und ich trafen zurselben Zeit am Ort ein, an dem sich zwei Hohedämonen befanden. Und Akela. Meine Schwester war offenbar auf und davon. Das überraschte mich keinesfalls. Mal hatte den Boden dieser Welt betreten. Ihn spürte man überall. Genau wie seinen treuen Bruder. Fen. Allein an seinen Namen zu denken, brachte mich zurück zu dem Moment, als ich in seinen Armen lag und mich wunderbar geborgen fühlte. Dieser Moment war zu schnell verblasst. Jetzt stand ich hier, angespannt und unsicher darüber, was die nächste richtige Tat war. Diese beiden Hohedämonen waren mir nicht geheuer. Sie strahlten eine dermaßen böse Energie aus, dass sie es mit uns allen aufnehmen konnten. Ihr rotes Auge leuchtete auf eine sehr unheilvolle Weise. Als könnten sie etwas sehen, wozu wir nicht in der Lage waren. Oder damit bezweckten sie etwas ganz anderes. Vielleicht sah der Dunkle Lord durch die beiden dem Geschehen hier draußen zu. Alles war möglich.
Beide klatschten in die Hände, als würden sie sich ernsthaft darüber freuen, meinen Bruder und mich zu sehen. >Noch mehr Mitspieler, das wird immer besser. Und bald kommen drei weitere dazu, dann kann das Spiel erst recht losgehen.< zwitscherte die weißhaarige Gestalt. Der andere Zwilling lachte leise hinter seinem Ärmel und neigte leicht den Kopf zur Seite. >Fangen wir dann am besten gleich an.<
Envar reagierte blitzschnell. Er drückte sich vom Boden ab und schwang die Peitsche, während ich wieder eine Armee aus Wurzeln beschwörte. Allerdings kamen wir mit unseren Angriffen nicht weit, denn plötzlich leuchtete der Grund seltsam auf. Feine, verschnörkelte Linien in dunklem Violett, Symbole... Runen... Ein gewaltiger, magischer Zirkel. Ich schaffte es nicht uns alle rechtzeitig von diesem Ort zu transportieren, denn da erfasste uns eine heftige Druckwelle. Es fühlte sich an, als hätte man mir fast die komplette Magie gestohlen. Wie ein Luftzug, der durch den Geist fegte und alles mit sich riss. Erschrocken keuchte ich auf. Durch die Wucht war ich einige Meter in die Höhe geflogen und sehr ungelenk am Boden wieder angekommen. In meinem Kopf summte es derweil unangenehm. Kein Glockenläuten mehr. Nur ein schmerzhaftes hohes Klingeln.
Beide Hohedämonen lachten. >Wunderbar!< rief der eine Zwilling aus. >Wie köstlich!< stimmte das andere Übel zu. Als ich zu ihnen aufsah, schluckte ich schwer. Ihre Auren waren um einiges erdrückender als zuvor. Es war, als hätten sie in einen Ozean aus Energie leergetrunken. Die Luft vibrierte um die beiden herum. >Keine Sorge, eure Fähigkeiten werden langsam zu euch zurückkehren, sonst wäre das ja kein Spaß für uns...<
>Eins muss man euch lassen... ihr habt eine Bandbreite an Fähigkeiten! Mal sehen, was wir mit unserem neuen Baukasten alles so anstellen können.< grinste der schwarzhaarige Zwilling. In diesem Moment vernahm ich weitere Auren, die mir jedoch sehr viel vertrauter waren. König Ardan, Königin Jadis und Kenai. Sie waren auf dem Weg zu uns. Mir gefror das Blut in den Adern. Wenn ich die Hohedämonen richtig verstanden hatte, hatten sie uns gerade-
>Kommt nicht näher!!< brüllte Envar aus Leibeskräften. Hätte ich vollen Zugriff auf den Raum, hätte ich die drei Neuankömmlinge jetzt in die entgegengesetzte Richtung geschickt, doch der eine Zwilling kam mir zuvor.
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15.12.2019, 20:17

Ardan

Jadis und ich waren beide perplex, als wie aus dem Nichts Kenai auftauchte und den Dämon eliminierte. Ich hatte ihn nicht bemerkt und das obwohl meine Sinne sehr geschärft waren. Besonders für Momente wie diese. Wäre Kenai ein Dämon gewesen, wäre er mir erfolgreich in den Rücken gefallen. Kein schönes Gefühl, sich das selbst einzugestehen, aber ich war froh, dass Kenai auf unserer Seite stand und den Hohedämon erledigt hatte. Ein faszinierender Anblick wohlgemerkt. Er hatte seine Fähigkeiten weiter ausgebaut. Die Sache mit der Libelle war mir neu, auch das Schattenwesen, auf dem er zu uns geflogen war. Es hielt jedoch nicht lange, doch mit Jadis' Unterstützung blieb er zumindest in Sicherheit.
>Danke, mein Freund.< nickte ich ihm zu, ehe ich wieder ernst wurde. Zwei Dinge waren mir ebenfalls während des Kampfes aufgefallen. Der mächtige Animagi, Silias einstiger Gefährte, war endgültig erwacht. Daran bestand kein Zweifel. Sein Erwachen hatte das gesamte Gefüge aus dem Gleichgewicht gebracht, wie Kenai gerade richtig angemerkt hatte. Die zweite Sache war, dass die anderen beiden Hohedämonen erschienen waren. Ihre Präsenzen waren nicht mehr so verschleiert wie zuvor.
>Dann sollten wir schnell hin. Zusammen schaffen wir das schon.< Das hatten wir gerade bewiesen. Voller Zuversicht drehte ich mich im Flug um, packte die Sense fester und flog gemeinsam mit den anderen los. Wie die Lage am Grund war, beachtete ich vorerst nicht. Ich durfte das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Das größte Übel musste aus dem Weg geschafft werden. Das hatte höchste Priorität.
Weiter hinten entdeckte ich bereits eine kleine versammelte Truppe, darunter Alita und Envar. Akela war wie erwartet ebenfalls vor Ort und direkt über ihren Köpfen schwebten zwei Gestalten. Das mussten die Hohedämonen sein. Während ich meine Sense erneut mit negativer Energie auflud, hörte ich Envars warnendes Brüllen und runzelte verwirrt die Stirn. Nicht näher kommen? Bevor mir der Ernst der Lage bewusst wurde, verschwamm die Sicht vor meinen Augen und mein Körper wurde in eine bestimmte Richtung gezerrt. Nur wenige Sekunden später landete ich mit voller Wucht in den trockenen Boden und schürfte mir beinahe das Gesicht auf. Meine Hände hatten sich jedenfalls blutige Schrammen eingehandelt. Wütend wirbelte ich herum und wollte die ersten Blitze losschicken, da bekam ich nur Funken zu sehen. Funken an meinen Fingerspitzen. Was bei Sakrazhue!?
>Nun sind wir alle vollzählig. Wundervoll.< ertönte eine geschlechtslose Stimme. >Kurze Zusammenfassung: Ich bin Yin und das ist Lin. Die stärksten Mitglieder des Schwarzen Sterns. Und wie ihr bereits richtig erkannt habt, sind wir eure Endstation.<
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16.12.2019, 18:23

Akela

Kaum war Silia verschwunden, erschienen ihre Geschwister und die Dämonen begannen in ihre Hände zu klatschen, während sie alles für ein Spiel hielten. Also kein neues Geleier, sondern der gleiche Ablauf. Ätzend. Es war einfach nur ätzend. Ich reagierte ebenfalls blitzschnell, indem ich Schattensplitter in ihre Richtung schoss. Jedoch leuchtete der Boden auf und sofort begriff ich, dass wir uns auf einem Zirkel befanden. In nächste Sekunden wurden wir alle von einer Druckwelle erfasst und dieses Mal krachte ich ausnahmsweise nicht in einem Felsen. Laut fluchend richtete ich mich wieder auf, während ich mir das Blut von der Nase wischte. Langsam gingen mir diese Druckwellen gehörig auf die Nerven. Mein Blick wurde noch finsterer, als ich bemerkte, dass meine Magiequelle sich leer anfühlte. Es schien nicht nur mir so zu ergehen, denn Alita und Envar waren ebenfalls betroffen. In diesem Moment erschienen die Anderen und Envars Warnung kam zu spät. Sie verschwanden einen Augenblick und landete in den nächsten Augenblick in den Dreck, während ihnen die Magie genommen wurden. Ich zügelte meinen Zorn, lockerte meine angespannte Schultern und gähnte demonstrativ: „Wem interessiert es wer ihr seid? Bei diesen billigen Tricks kommt ihr nicht mal auf die größte Bühne der Welt. Ich meine, es ist absolut nichts Neues. Magie weggenehmen, sie sich zu eigen machen und sie gar modifizieren. Das gibt schon lange und macht euch gerade nicht besonders. Selbst ich kriege das hin, man muss sich einfach nur mit schwarze Magie auskennen und ein bisschen damit herumexperimentieren, schon hat man das erwünschte Ergebnis. Und ihr soll ausgerechnet die rechte und linke Hand von Dunklen Lord sein? Vielleicht in eurem Traum.“ Mein Mundwinkel begann spöttisch zu zucken: „Und eure Namen sind lächerlich, Yin und Lin? Genauso lahm wie eure Demonstration und man wird euch schnell vergessen. Und es spielt keine Rolle, ob ihr für die Stärksten eures Zickzacks seid. Wir sind auch stark, aber deswegen muss man nicht gleich prahlen. Das machen nur Idioten, die eigentlich nichts können.“ Wieder grinste ich voller Hohn.

Jadis

Wir beeilten uns zu den Anderen zu kommen, damit sie die Unterstützung bekam. Als wir unseren Zielort erreichten, stieß Envar plötzlich einen Warnruf. Bevor wir überhaupt darauf reagieren konnten, spürte ich ein Art Sog und wirbelte orientierungslos durch die Luft, als ich mich plötzlich woanders befand. Die Landung war schmerzhaft, aber ich würde es überleben und schnell richtete ich mich auf. Dabei bemerkte ich, dass ich mich wieder in meine menschliche Gestalt befand und irgendwie konnte ich keine Verbindung zu meinem Element aufbauen. Was passierte hier? Was hatten diese Hohedämonen getan? Schwungvoll drehte ich mich in ihre Richtung, weiter daneben war Ardan und die Anderen. Es war der Pirat, der sie antwortete und purer Provokant sprach aus ihm heraus. Ich fragte mich, was er vorhatte, denn er meistens tat er Dinge, die zu seinem Vorteil waren. Jedenfalls hatte man ihn so früher kennengelernt. Ich vermutete stark, dass sich dahinter irgendeine Absicht dahintersteckte und kurz schielte ich zu Kenai. Vielleicht durchschaute er sein Bruder, immerhin waren sie fast über einen Monat auf Reisen gewesen und bestimmt hatte er gesehen, wie der Pirat kämpfte und welche Tricks er dabei anwandte, ganz gleich wie dreckig sie sein konnten. Egal was es war, Hauptsache es half uns dabei weiter diese Dämonen erledigen zu können. Denn dieser Kampf würde noch härter sein, als der vorherige. Immerhin handelten hier sich um die rechte und um die linke Hand des Dunklen Lord, das bedeutete also, dass sie sehr überzeugende Fähigkeiten besitzen mussten. Schon alleine, dass sie unsere Magie entwenden und sie nutzen konnten war eine gewaltige Macht. Mein Unterkiefer spannte sich an. Ich würde auch zu Not ohne Magie kämpfen, denn ich hatte gelernt, dass man sich nicht immer auf seine Magie verlassen durfte.

Kenai

Langsam richtete ich mich auf, als ich plötzlich mich an eine andere Stelle befand und meine Augen schellten zu den Hohedämonen hinüber. Ich spürte, dass etwas mit mir nicht stimmte. Ich hatte ein Reißen gespürt und dann war diese Leere in mir, als hätte ich meine Magie verausgabt. Die Antwort kam schnell, diese Hohedämonen waren in der Lage unsere Magie zu stehlen und sie anscheinend zu ihre Zwecken zu nutzen. Als ehemaliger Leibwächter war ich auch in der Lage ohne Magie zu kämpfen, damals war ich sogar sehr eingeschränkt gewesen Magie zu wirken, da es mir aufgetragen wurde nur in einem Notfall es zu nutzen. An meinem Körper waren genügend Waffen, die durch bestimmte Techniken große Verletzungen erzeugen konnten und Dämonen waren in der Lage zu bluten. Es war bloß ein wenig schwieriger an ihnen ranzukommen. Ich schaute zu meinem Bruder hinüber, er schien soweit in Ordnung zu sein. Und er wollte die Hohedämonen provozieren. Ein Zeichen, dass er etwas plante und gleichzeitig verschaffte er sich so die Zeit die Lage zu überprüfen. Er war schlau, Andere würden es wahrscheinlich gerissen sagen. Meine Sinnen nahmen ebenfalls die Umgebung in sich auf. Hier und dort waren Felsen, der Boden war uneben und hart. Weiter hinten war die Gebirge in sich zusammengefallen und wirkte wie ein riesiger Krater. Dort befand sich noch eine dunklere Quelle, gar zwei Quellen und wenn ich mich nicht irrte, war zurzeit Silia alleine. Ansonsten war die Landschaft eher flach und überschaubar. Der Himmel blieb verdunkelt bis auf den Blutmond, der immer noch stark schimmerte. Blutmond. Hatte ich nicht vorhin gespürt, dass auch seine Magie bei mir Anklang fand? Kurz huschte mein Blick zu Ardan. Er selbst war zur Hälfte ein Dämon, dann müsste er auch auf die Blutmondmagie reagieren. Envar, Alita und Jadis hingegen wären nicht mit dem Blutmond verbunden. Ihre Magie lag woanders. Jedenfalls wenn man eine „Nahrungsquelle“ für seine Magie besaß, wenn der eigene Körper derzeit nicht selbst neue Energie produzieren kann, dann konnte man doch diese „Nahrungsquelle“ nutzen. Dann würde es heißen Ardan, Akela und ich könnten uns mit der Blutmondmagie neu füllen, oder?

Fenrir

Er sah aus wie in meiner Erinnerung und Niemand würde glauben, dass wir Brüder waren. Unsere Erscheinungsbild könnten nicht gegenteiliger sein, nichts ähnelten dem Anderen. Doch waren wir Brüder, denn wir wurden von der gleiche höhere Macht erschaffen. Mal setzte sich in die Bewegung und ich folgte hinter ihm, während sich der dichte Nebel ein wenig teilte. Weiter hinten schimmerte eine helle Gestalt und ich könnte blind erraten, dass es die Sonnenfüchsin war. Tiefer Hass wallte in mir auf, ließ meine Nasenflügeln erbeben und meine Hände zuckten kurz, als wären sie kurz davor nach ihr zu packen. Als Mal stehenblieb, hielt ich ebenfalls an und starrte die Sonnenfüchsin feindlich an. Ich verzog einen Moment das Gesicht, als mein Bruder sie als wunderschön bezeichnete, doch dann brodelte erneuert der Zorn in mir. Er hatte Recht in ihrer Schönheit hatte sie ihr wahren Charakter versteckt. Nicht umsonst galten die Füchse in manche Märchen als listige Wesen. Sie kam nicht zu Wort, denn Mal ließ es nicht zu und jedes Wort war getränkt in seiner Wut, die er viele Jahre in sich getragen hatte. Mein Blick verdunkelte sich schlagartig und ein finsteres Lächeln erschien in meinem Gesicht. Die Welt würde von uns niedergetrampelt werden, sie würde für das büßen müssen, was sie uns angetan hatte. „Dieser Mensch ist hier, seine Seele gehört dir. Er ist ziemlich hartnäckig, aber am Ende doch bloß nur ein Mensch, den man brechen kann“, raunte ich zu meinem Bruder, angestachelt von seine Worte. Wie lange hatte ich auf diesen Tag gewartet? Endlich würden wir unsere Rache bekommen. Und danach würden wir ein eigenes Reich erschaffen. Wir würden wieder durch die Nächte streifen, wie in den frühere Zeiten und die sein können, die wir waren. Nur wir beide. Wir brauchten die Anderen nicht. Und was ist mit Alita? Diese Gedanke verdrängte ich wieder ganz schnell.


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16.12.2019, 20:02

Ardan

Ich knirschte mit den Zähnen. Hatten sie uns also tatsächlich unserer Magie beraubt, um sie gegen uns einzusetzen. Wirklich schlau eingefädelt und doch irgendwie nicht. Glaubten sie allen Ernstes, dass unsere Magie uns zu dem machte, was wir waren? Das Podest, auf dem diese beiden Hohedämonen standen, war viel zu hoch. Sie hatten dort oben nichts zu suchen. >Da muss ich dem Piraten ausnahmsweise zustimmen.< ließ ich verlauten und rammte dabei das Ende meiner Sense in den Boden, um meine nächsten Worte zu untermauern. >Große Reden schwingen, sich hinterlistig andere Fähigkeiten einverleiben und so tun, als würde das alles hier gewaltigen Spaß machen? Dass ich nicht lache. Wir sind weder Kinder noch an irgendwelchen Spielchen interessiert.<
Langsam spürte ich den ersten Funken in mir und zapfte ihn an. Noch war nicht klar, ob diese Dämonen alle unsere Fähigkeiten in sich aufgenommen hatten. Das müsste im Grunde unmöglich sein. Die vereinigte Magie von uns allen war viel zu mächtig, um bloß von zwei Dämonen beherrscht zu werden. >Ich bezweifle, dass ihr von Anfang an wisst, wie ihr überhaupt mit unseren Gaben umzugehen habt. Jede Magie hat ihre Tücken und ich bin mir sicher, dass ihr nicht nur die guten Seiten kopiert habt. Ich möchte mal sehen, wie ihr alles bewältigen möchtet.< Die Energie in mir wallte stärker auf. Es war schon lange her, dass ich mich ohne Magie verteidigen musste. Yin und Lin reagierten mit neutralen Mienen auf unsere Worte, aber so hochnäsig wie die beiden waren, hatten Akela und ich bestimmt einen wunden Punkt getroffen oder sie zumindest ein klein wenig provoziert.
Der schwarzhaarige Zwilling schien jedenfalls ungeduldiger zu sein, denn er funkelte mich tödlich an. In seinen Händen zuckten die ersten Blitze. Immerblitze. Den Teil beherrschte er also ohne Probleme, interessant. Kurz darauf folgte der erste Angriff, aber ich rührte mich nicht vom Fleck. Ich neigte bloß meine Sense zur Seite und empfing die geballte Ladung Elektrizität, die durch meinen Körper jagte. In den ersten Sekunden verspürte ich höllischen Schmerz, jedoch keinen vergleichbaren, wie wenn man versuchte mir meine Seele aus dem Leib zu reißen. Stattdessen hieß ich das Gefühl willkommen und sog die Energie in mich auf. Die dämonische Seite in mir zerrte derweil an ihren Ketten. Sie funktionierte anders als der Ardan, der ich normalerweise war. Sie zog ihre Kraft aus einer völlig anderen Quelle, unabhängig von der Energie in meinem Körper. >Das hat... gekitzelt.< grinste ich selbstgefällig und nahm einen tiefen Atemzug. Glühende Hitze floss durch meine Adern, als ich die Energie der Blitze umwandelte und sie direkt dem Dämon in mir verfütterte. In diesem Kampf würde ich anders vorgehen müssen.

Alita

Zu meinem Erschrecken hatten die beiden Hohedämonen meine Fähigkeit den Raum zu verschieben, kopiert und sich damit zu eigen gemacht. Nur dadurch gelang es ihnen, Ardan, Jadis und Kenai aus dem Himmel direkt in den Dreck zu befördern. Sie ereilte dasselbe Schicksal. Ihnen wurde die Magie geraubt. Die Königin verlor sogar ihre Harpyien-Gestalt. Der einzige Grund, warum ich noch in meiner Häschengestalt geblieben war, war, dass das meine natürliche Form war. Die Halbmensch-Halbtier-Version bedurfte besonderer Magie, über die ich gerade nicht verfügte. Allerdings kam sie allmählich zu mir zurück. Dennoch bereitete es mir Sorgen, dass diese Dämonen nun in der Lage waren unsere Gaben zu ihrem Vorteil einzusetzen. König Ardan und Akela hingegen schienen die Sache ganz locker zu nehmen. Sie provozierten die beiden sogar, was ich einfach nicht verstand. Warum taten sie so etwas? Sie wussten doch nicht, zu was ihr Feind wirklich fähig war? Ich hätte mich das nicht getraut. Darum schockierte es mich, als der eine Zwilling grelle Blitze auf den König schoss und dieser still dastand. Er verleibte sie sich ein, als wäre das alles eine Illusion gewesen. War es nicht, denn ich bemerkte die Veränderung in ihm. Seine Aura veränderte sich. Er roch anders. Düsterer. Ein schwerer Geruch.
Ich wechselte einen schnellen Blick mit Envar, doch er schüttelte zerknirscht den Kopf. Im Moment schien er auf die Zukunft keinen Zugriff zu haben. Keine Vision, die uns weiterhelfen könnte. Ein schlechtes Zeichen. Das bedeutete, dass sich unsere Zukunft ständig änderte und es an uns lag sie positiv zu gestalten. Ab hier zählte Fingerspitzengefühl. Fest entschlossen schlug ich kräftig mit meinen Ohrenflügeln und stellte meine Verbindung zur Erde her. Sie war nicht verloren. Man konnte mir diese Bindung nicht nehmen. Ich war aus ihr geboren worden. Envar zog seine Peitsche stramm und setzte einen todernsten Gesichtsausdruck auf. Egal, was auf uns zukam, wir würden die tödlichen Zwillinge zur Strecke bringen. Diese führten sogleich die nächsten Angriffe aus. Und sie hielten sich kein Stück zurück. Alles, was sie sich einverleibt hatten, kam nun zum Vorschein. Schattenflammen, Immerblitze, gewaltige Windböen, Eissplitter, bebender Boden und sehr viel mehr. Es war, als würden sie mit all ihren Spielzeugen gleichzeitig spielen.

Silia

Selbstverständlich hatte ich hinter Mal seinen Bruder bemerkt. Sie waren zu zweit hier. Sie wollten sich gemeinsam an mir rächen, daran bestand kein Zweifel. Ich packte mein Schwert fester und schluckte schwer, als Fenrir etwas in Mals Ohr flüsterte und dieser kurz zufrieden dreinblickte. Keine Ahnung, was da vor sich ging, aber es würde mir garantiert nicht gefallen. Er sagte nur: >Sury gehört mir allein. Sorge du dafür, dass ihr Geliebter lange genug am Leben bleibt, dass ich ihm später ein Ende bereiten kann.<
>Nein...< hauchte ich erschrocken. Das war nicht Malevors Ernst. Er hatte nicht das Recht Akela etwas anzutun. >Ich bin das Problem, verdammt nochmal! Lass Akela aus dem Spiel!< rief ich wütend und gleichzeitig bangte ich um das Leben meines Liebsten. Mal hatte Fenrir auf ihn angesetzt. Er würde sich dem Befehl seines Bruder nie widersetzen. Schon damals hatte er zu seinem großen Bruder aufgesehen und sich an ihm ein Beispiel genommen. Es machte mich innerlich fertig, dass die beiden sich tiefer in der Finsternis verloren, obwohl sie ein viel besseres Leben haben könnten. Ja, unsere Vergangenheit hätte schöner ausfallen können, aber die Wesen dieser Welt durften nicht die Konsequenzen unserer Handlungen erleiden. Sie hatten damit nichts zu tun.
Mal schien da anderer Meinung zu sein. Er zückte seine recht unscheinbare Machete und zeigte damit auf mich. Ein kaltes Lächeln umspielte seine Lippen. Es war ein komisches Gefühl ihn anzusehen und ihn nicht in die Arme schließen zu können. Früher hatte ich nach seinen innigen Küssen gelechzt und jetzt... jetzt musste ich überleben. Ich wurde dazu gezwungen ihn ein weiteres Mal zu bekämpfen, bis einer von uns verlor. Mir war vollends bewusst, dass ich nicht in der Lage sein würde, sein Leben endgültig zu beenden. Ich war nicht hierhergekommen, um das zu tun. Ich war hier, um ihn zu retten. Um uns alle zu retten. Ich wusste nur nicht, wie. Und das stresste mich ungemein.
>Malevor... bitte, überlege es dir-<
>Tut mir leid, Sury... mir ist wirklich nicht nach Reden zumute.< knurrte er mir dazwischen und schoss in der nächsten Sekunde nach vorne. Direkt auf mich zu. Bewaffnet mit seiner Machete, die sich silbrig dunkel verfärbte und länger wurde. So lang wie mein Schwert, mit dem ich mich lichtschnell zur Wehr setzte, um seiner Gewalt standzuhalten. Er schlug anders zu als Fenrir. Unnachgiebiger, kontrollierter und deutlich aggressiver. Als wäre ich ein lästiges Insekt, das es auszulöschen galt. Ich sah in seine vertrauten Augen, die früher in einem warmen Braunton geleuchtet hatten und fand nicht den Mann darin vor, den ich gehofft hatte zu sehen. Stattdessen entdeckte ich einen völlig Fremden. Das... das war nicht richtig. Mal, er... er verhielt sich nicht normal. Trotz seiner Zeit in der Ewigen Verdammnis hätte er einen kleinen Teil von sich selbst bewahren müssen, wie Fenrir es auf seine Art getan hatte, aber in diesem Mann steckte keine Vertrautheit mehr. Er war irgendwie... anders.

Malevor (ohne Eichhörnchen XD)

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2 406

17.12.2019, 20:26

Jadis

Jetzt fing auch Ardan an sie zu provozieren und als er erwähnte, dass sie nicht nur die guten Seite unserer Magie kopiert hatten, durchzuckte es mich. Als Harpyie war ich fähig mich in eine Harpyia zu verwandeln, einen Raubvogel. Doch in dieser Gestalt konnte ich keine Magie wirken, denn die Magie konzentrierte sich ganz alleine auf die Verwandlung. Man würde ansonsten sich sofort zurückverwandeln. Was wenn sie sich ebenfalls in diesen Vogel verwandeln konnten? Dann könnten wir diesen Moment nutzen, bevor der Überraschungseffekt verschwand. Aber wie konnte ich diese Dämonen dazu bringen sich zu verwandeln ohne dass sie mich durchschauten? Ich wünschte ich könnte Ardan meine Gedanken teilen, aber Telepathie gehörte nicht zu meiner Fähigkeit, es sei denn ich war in der Vogelgestalt. Aufeinmal vernahm ich ein sanftes Ziehen in meinem Inneren, als würde es mich daran erinnern wollen, dass ich niemals die Verbindung zu meinem Element verlieren würde. Ich war mehr als nur ein Mensch, der Luftmagie beherrschte. Zur Hälfte war ich eine Harpyie, eine auserwählte Windprinzessin. Sie mochten meine Magie stehlen können, aber sie konnten nicht meine Identität stehlen. Mein Blut gehörte nur mir alleine. Das Ziehen in mir wurde stärker und die grünen Augen verwandelten sich violett. Die ersten Blitze erschienen und Ardan nahm in sie sich auf als wären sie bloß etwas zu Knabbern. In den gleichen Moment begriff ich, dass er auf diese Weise sich mit neue Energie füllte. Zur Hälfte floß das Blut eine Dämons durch seine Adern und vielleicht konnte er auf diese Weise auf seine Macht zurückgreifen. Ich konnte bereits die Veränderung in ihm spüren, ich kannte seine dunkle Seite. Aber ich würde mich niemals davor fürchten, ich wusste wie ich ihn daran erinnern konnte wer er war, wenn er sich verlieren sollte. Plötzlich brach ein heilloses Chaos aus Windböen, Eissplitter, Immerblitze, Eissplitter, Erdbeben, Schattenflammen aus. Geschickt wich ich die Angriffe aus. Ich erinnerte mich, dass Immerblitze mir schaden konnten, aber Feuer hingegen nicht. Das war der Segen von Ardan. Sollten sie gleich mit Feuerangriffe starten hatte ich nichts zu befürchten und konnte es vielleicht als Chance nutzen. Ich nahm mein Speer, es mochte sein, dass auch seine Magie einen Moment wirkungslos war, jedoch war es immer noch eine gefährliche Waffe aufgrund des besonderen Material. Mit dieser Waffe konnte ich die Angriffe abwehren. Dann blitzten meine Augen auf, als ich bemerkte, dass die Kugel sich zu regen begann, als ich mich gegen Luft- und Eisangriffe wehrte. Auf diese Weise konnte ich mir selbst meine Magie zurückholen ohne darauf warten zu müssen.

Akela

Leicht zog ich ein Augenbraue hoch, als Ardan sich einmischte und ebenfalls begann die Zwillingsdämonen provozierte. Es könnte glatt ein Wettbewerb werden wer am Besten die Dämonen provozieren konnte. Jedenfalls war ich zum ersten Mal in seiner Meinung, als er darauf aufmerksam machte, dass die Dämonen wahrscheinlich nicht nur die guten Seiten von unsere Magie kopiert hatten. Schattenmagie war zum Beispiel ein empfindliches Gebiet, es reichte nicht aus sie einfach nur beherrschen zu können. Sie war viel komplexer und konnte der eigene Feind werden, wenn man zu tief in der Dunkelheit abtauchte. Schattenmagie war ein stetiger Kampf um das Gleichgewicht. Außerdem gab einige Dinge, die sie nicht kopieren konnten. Wie zum Beispiel das Wissen. Ich war erfahren in Experimentieren von Zauberformeln und hatte gar Einige selbst kreiert. Ein paar hatte ich noch nicht angewandt, demnach waren sie noch nicht in meiner Magie „gespeichert“. Ich spürte wie mein Blut zu summen begann, die Blutmondmagie schien jetzt stärker in mir zu wirken. Ich wich den Angriffe aus und begann meinen Plan umzusetzen. Es gab immer eine Hintertür. Aber ich hatte nicht mit Fenrir gerechnet, der plötzlich erschien und ich sah sofort in seine Augen, dass er mich durchschaut hatte. Zielstrebig kam er auf mich zu ohne nach links oder rechts zu schauen, als würde die Welt ihm gehören. Ich hasste ihn und wieder verdammte ich mich, dass ich weich geworden war und sein erbärmlichen Leben gerettet hatte.

Kenai

Ich horchte in mir hinein, suchte nach einem Funken von Magie. Zuerst spürte ich nichts, doch dann bemerkte ich ein eigenartiges Kribbeln. Ich ließ mir nichts anmerken, sondern ließ es seinen Lauf. In den richtigen Moment würde ich danach greifen, was auch immer in mir war. Jetzt musste ich mich auf die Fähigkeiten meines Körpers verlassen, aber wie gesagt ich war jahrelang ein Leibwächter gewesen. Ich wurde dazu trainiert mit jede Situation zurechtzukommen. Ausdruckslos beobachtete ich die Bedrohung, wartete darauf, was sie als nächstes tun würden. Manchmal musste man in die Defensive gehen, bevor man in die Offensive ging. Man musste den Feind in seinem Element kennenlernen, um seine Schwachpunkten herausfinden zu können. Die Dämonen ließen eine Vielzahl von Angriffe unsere Fähigkeiten auf uns los und blitzschnell wich ich ein paar Schattenflammen aus. In meinem Kopf erschienen etliche Informationen über die Fähigkeiten meiner Freunde, die ich wusste und deren Wirkung ich kannte. Denn dieses Mal musste ich zudem herausfinden wo die Schwachpunkten meiner Freunde lagen, denn auf diese Weise könnten die Dämonen ebenfalls angreifbar sein.

Fenrir

Leicht neigte ich den Kopf und die Eckzähne lugten stärker hervor, während meine Augen unheilvoll aufglommen: „Keine Sorge er wird lange genug leben, Bruder.“ Er hatte gesagt der Pirat sollte leben, aber er hatte nicht gesagt in welchem Zustand und so stand für mich viel Freiraum mit ihm ein wenig zu spielen bis Mal sich ihm vorknöpfte. Mit diesem Piraten hatte ich noch eine persönliche offene Rechnung, die er begleichen musste. Und die Bezahlung hieß Schmerz. Mein Bruder zückte seine Waffe hervor. Von uns Beiden war er immer der „Ruhigere“ mit kühlem Verstand gewesen, doch geriet er in seiner Wut, konnte er genauso aufbrausend wie ich sein. Ich warf noch einen Blick auf die Beiden und schätzte die Situation genau ein, Mal schien sie vollkommen in den Griff zu haben. Dieses Mal war ich in der Nähe, um rechtzeitig zu kommen, sollte die Sonnenfüchsin wieder es wagen ihn in die Enge zu treiben. Dann würde ich mich einmischen. Er würde nicht ein zweites Mal in die Verdammnis verbannt werden. Ich würde nicht nochmals Jahrhundert von Jahren auf ein Wiedertreffen warten. Ich hob den Vernichter an und sprang durch den Riss, den ich erschuf. Leichtfüßig landete ich auf einem Felsen, einige Metern von den Zwillingsdämonen entfernt. Ich stemmte den Vernichter in den Boden und stützte mich gebeugt auf das Ende des Stiels. Ich schien zum richtigen Zeitpunkt gekommen zu sein. Sofort erfasste ich die Situation, die Zwillingsdämonen hatten anscheinend ihre Magie gestohlen und sie sich aneignet, was sie jetzt präsentierten. Immerblitze. Schattenflammen. Windböe. Eissplitter. Erdbeben….ein Rezept für Chaos. Mein Blick fixierten sich auf den Piraten und mein Mundwinkel zuckte leicht. Entweder bemerkten die Zwillingsdämonen es nicht oder sie taten nur so als würden sie es nicht bemerken, denn er war gerade dabei einen Zauber zu weben. Wobei als mein Wirt kannte ich ihn auswendig, um zu wissen worauf ich schauen musste. Von außen betrachtet wirkte er bloß, als würde er nur die Angriffe ausweichen und versuchen Zeit zu schinden. Ich glitt elegant vom Felsen, befestigte die Waffe an meinem Gürtel und schlenderte durch das Kampffeld direkt auf ihn zu. Die Angriffe der Dämonen, die überall durch die Luft zischten und jeden attackierte, was sich bewegte, kümmerten mich nicht. Sollte einer versehentlich mich treffen, würde der Angriff sofort aufgelöst werden. Das Nichts war allgegenwärtig. Der Pirat wirbelte sich um und knurrte mich an: „Bereit für deinen Tod, Bastard?“ Träge lächelte ich: „Bereit für die Höllenqualen bevor dich mein Bruder auseinandernimmt?“


Ohh, der Charakter ist einer meiner Lieblingscharakter aus dem Anime*___*
Und das Lustige ist, dass er ebenfalls als Kenais Avatar zur Auswahl gestanden hatte bis ich mich doch für den jetzigen Kenai entschied, weil er besser zu ihm passte XD


2 407

17.12.2019, 21:37

Hihi, dann habe ich ja eine tolle Wahl getroffen ;)

Silia

Schlag für Schlag trieb er mich weiter nach hinten. Meine Arme zitterten bereits von der Wucht seiner Hiebe. Er zuckte nicht mal mit der Wimper, wenn er mich beinahe traf und ich schnell ausweichen musste, um seiner tödlichen Klinge auszuweichen. Mir wollte einfach nicht in den Sinn, dass dieser Mann, der mich einst bedingungslos geliebt hatte, nun meinen Tod wollte. Es war seine Idee gewesen, seinem Dasein als Monster ein vorzeitiges Ende zu bereiten, um die Welt und alle Wesen darin vor sich selbst zu schützen. Was war aus diesem Teil geworden? Auf mich durfte er sauer sein, aber doch nicht auf all die unschuldigen Leben!? Er wusste, dass es meine Pflicht war sie alle zu beschützen. Dass ich ihn aufhalten musste, bevor er unwiderruflichen Schaden anrichtete.
Keuchend parierte ich den nächsten Schlag und rutschte dabei nach hinten. Staub wirbelte auf. Diesmal zitterten auch die Muskeln in meinen Beinen. Es fiel mir schwer nicht in die Knie gezwungen zu werden. Malevor griff mich nämlich auch mit seiner Leere an. Jedes Mal, wenn uns nur Zentimeter voneinander trennten, atmete er tief aus und hüllte mich in seinen dichten Nebel ein, der in meinen Geist einzudringen versuchte. Er wollte mir meinen Willen rauben. Meinen Widerstand auflösen. Es kostete mich viel Selbstbeherrschung dieser Magie zu widerstehen. Auch ich ließ nichts unversucht. Mit meinem Licht, welches mir aus jeder Pore drang, vertrieb ich seine Finsternis und suchte einen Weg in sein Herz. Das Herzenslicht, das irgendwo tief in ihm vergraben sein musste. Anders als bei Menschen war das Licht der Animagi sehr viel stärker, es konnte eine Art Eigenleben entwickeln. Dass Fenrir es geschafft hatte seinen Geist zu teilen, war das beste Beispiel dafür. Man könnte fast meinen, es hätte ein eigenes Bewusstsein, allerdings war es viel komplizierter als das und ich hatte keine Zeit mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Durch Malevors heftige Attacken blieb mir nicht einmal genügend Zeit kurz durchzuatmen. Er schwang seine Waffe, als gäbe es kein Morgen mehr und betrachtete mich dabei aus finsteren Augen. Das Braun hatte sich in den letzten Minuten verdunkelt. Ich wünschte, ich könnte in seinen Kopf blicken und herausfinden, was in ihm vorging und was diese fremde Dunkelheit verursachte, doch der Kampf verlangte meine gesamte Aufmerksamkeit. Wir landeten erste Treffer. Eine Wunde blutiger als die andere. Während in meinem Blut ein weißgoldener Schimmer lag, war seines in einem dermaßen dunklen Rot, das es fast schwarz wirkte. Der Geruch nach heißen Sommertagen und kalten Eisnächten sammelte sich in der Luft um uns herum.
Keuchend drückte ich ihn mit aller Gewalt von mir und sprang in die Höhe, um etwas Abstand zu gewinnen. Meine Wunden schlossen sich in wenigen Sekunden, doch die Anstrengung blieb fest in meinen Knochen stecken. Meine Hand um den Schwertgriff war völlig verkrampft. >Was haben sie dir angetan?< brachte ich endlich hervor.
Mal zog eine Braue in die Höhe und streckte seinen Waffenarm seitlich aus. Die Klinge dehnte sich, wurde länger und nahm die Form einer Lanze an. Die Spitze funkelte im Schein meines Lichtes. >Habe ich dir nicht gesagt, dass mir nicht nach Reden zumute ist?< knurrte er drohend. Daraufhin ging er leicht in die Hocke und schleuderte seine Waffe in meine Richtung. Der Schuss kam so schnell, dass die Lanze mich knapp an der Schulter traf. Wieder eine blutende Wunde, die sich schnell schloss. Ich flog weiter weg und umging der nächsten Attacke, die unmittelbar folgte. Seine Waffe kam aus der Höhe geschossen, aber ich schlug sie fort, sodass sie mit einem lauten Knall einige Meter von Malevor entfernt in den Boden drang. Er verlor keine Zeit. Er schnappte sich die Lanze und beschloss den Kampf in der Luft fortzusetzen. Ich bezweifelte, dass ich mir damit einen Gefallen getan hatte.
Wieder prallten wir voller Wucht gegeneinander. Diesmal musste ich seine Hiebe anders abwehren, da seine Lanze länger war als mein Schwert und er somit einen Vorteil hatte. In meinem jetzigen Zustand war ich nicht in der Lage, meine Waffe zu verformen. So etwas war mir nur möglich, wenn mir ausreichend Zeit und Licht zur Verfügung standen. Malevor hingegen beherrschte diese magische Kunst wie das Kämpfen selbst. Früher hatten wir oftmals zusammen trainiert, zumal wir mit verschiedenen Techniken großgeworden waren. Wir hatten viel voneinander gelernt. Auch jetzt waren mir einige seiner Attacken vertraut, jedoch war der Wille dahinter ein völlig anderer. Zerstörerisch. Trotzdem kämpfte ich verbissen weiter, versuchte aus ihm schlau zu werden. >Das bist nicht du, Mal.< wagte ich einen weiteren Versuch.
Diesmal klang er wütender als zuvor. >Du kennst mich nicht mehr. So wie ich dich nicht mehr kenne.< Sein nächster Schlag schickte mich zu Boden, wo ich unsanft auf dem Rücken landete. Schwer keuchte ich auf. Schmerz bahnte sich durch meinen gesamten Körper. Seine Magie... sie war so stark. >Die Sury, die ich kenne, hätte nie unseren Eid gebrochen und sich einem anderen Mann hingegeben. Du hast mich mit einem Menschen ersetzt!< Er spie seinen Vorwurf wie Gift auf mich. >Und als ob das nicht schlimm genug ist, habt ihr meinen Bruder im Stich gelassen. Er hat schlimmer gelitten als ich, während ihr munter weitergelebt habt.<
Ich schnappte nach Luft und rollte mich rechtzeitig zur Seite, als seine Lanze sich tief in den Boden bohrte. Die folgende Druckwelle riss mich mit sich, aber diesmal schaffte ich es auf die Füße zu springen und die Balance zu halten. Meine Augen brannten. >Wer behauptet, wir hätten munter weitergelebt? Nach deinem Tod war ich dermaßen fertig mit den Nerven, dass mich meine Mutter eingeschläfert hat. Ich war zu nichts mehr zu gebrauchen!< schrie ich ihm entgegen, damit er mich auch hörte.
>O, tut mir leid, dass du deinen Kummer ausschlafen musstest, während ich allein und wach in ewiger Dunkelheit gefangen gehalten wurde!< keifte er zurück und verdichtete seinen Nebel so sehr, dass ich ihn aus den Augen verlor. Nur das kurze Aufblitzen seiner Lanze in meinem Licht rettete mich, ansonsten hätte er einen sicheren Treffer in meinem Bauch gelandet. Seine Magie stank. Sie lastete schwer auf mir, während ich mich im Geiste dagegen wehrte. Bloß nicht zu tief einatmen, ermahnte ich mich selbst. >Du hast keine Ahnung, was ich alles durchstehen musste und wie es sich für mich angefühlt hat nach all der Zeit auszubrechen, nur um herauszufinden, dass es deinen Leuten hervorragend geht, während meine elendig gelitten hat.<
Ich blieb aufmerksam, bewegte mich langsam im Kreis und horchte auf jedes kleinste Geräusch. Seine Worte schmerzten mich mehr, als es seine Waffe je könnte. Ich wünschte, ich könnte ihm den Kummer nehmen. Alles Negative mit meinem Licht auslöschen und ihn in den Arm nehmen. Das Brennen in meinen Augen wurde stärker. >Du kannst nicht wirklich annehmen, dass du mir nicht mehr wichtig bist, Mal. Ich liebe dich und-<
>Sag das nicht!< brüllte er und stürzte sich im nächsten Moment mit seinem Schwert auf mich. Seine Augen waren nun tiefschwarz. Voller Abscheu und Verachtung. >Diese Worte will ich nie wieder aus deinem verlogenen Mund hören!<

Ardan

Ich ließ keine weiteren unnötigen Sekunden verstreichen. Risiko hin oder her... Ich sprengte die Ketten, die den Dämon in mir festgehalten hatten und hieß die Magie des Blutmondes willkommen. Wilde, unbeherrschte Energie durchflutete mich. Die Drachenschuppen färbten sich dunkler, ihre Kanten wurden schärfer. Dunkelviolette Male zeigten sich auf meiner Haut und die Sicht meines linken Auges tauchte in eine milchig weiße Welt ein. Der Flügel aus meinem Rücken hatte sich längst schmerzhaft in die Freiheit durch meine Haut geschlagen und bewegte sich auf und ab. Dadurch gewann ich schnell an Höhe. Es war zwar ungewohnt mit nur einem Flügel zu fliegen, doch meine Magie sorgte für Stabilität. Die Energie in meiner Sense war durch und durch negativer Natur. Sie summte, lechzte nach dem Blut des Feindes. Ich selbst hungerte nach dem Tod der beiden Dämonen. Ich wollte mich beweisen. Wollte zeigen, dass ich der stärkere Dämon war. Dass sie sich mir gefälligst unterzuordnen hatten.
Nur ein kleiner Funke Verstand blieb zurück. Dieser stellte klar, wen ich nicht töten durfte und es erforderte höchste Konzentration. Und Glück.
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2 408

17.12.2019, 21:38

Alita

Meine Ohren zuckten. Im Moment passierte zu viel auf einmal. All die Angriffe und die Veränderung der Magie. Ardan, Akela und Kenai schienen auf eine ganz andere Quelle zurückzugreifen und ich vermutete, dass der Blutmond dabei eine große Rolle spielte. Königin Jadis war zur Hälfte eine Harpyie, darum konnte man ihr wahres Wesen auch nicht unterdrücken. Sie pulsierte geradezu vor Leben. Mein Bruder hatte es irgendwie geschafft, seine menschliche Gestalt beizubehalten, doch seine Züge nahmen erste Konturen seines ursprünglichen Seins an. Er peitschte das Eis fort, das wie ein heftiger Regenschauer auf uns niederprasselte und gab sich dann seiner ureigenen Magie hin. Von uns allen war er das älteste Wesen. Immerhin repräsentierte er die Zeit.
Für mich war das ein großes Spektakel, denn er verwandelte sich ziemlich selten. Nur wenn es keinen anderen Weg mehr gab. Das zeigte, wie ernst unsere Lage war. Schnell hoppelte ich los und leitete einige Angriffe mittels meiner Raummagie um, die in die umliegenden Gebirge krachten. Erst dann bemerkte ich eine weitere Präsenz. Mir blieb das Herz stehen. Fenrir war wieder da. Allerdings nicht meinetwegen, sondern um sich mit Akela anzulegen. Die beiden waren schon dabei sich die Köpfe einzuschlagen, während ich mich fragte, warum Fen das tat. Warum er diesen Menschen nicht in Ruhe lassen konnte, obwohl genau dieser ihm letztendlich das Leben gerettet hatte. Und das meinetwegen. Ich allein trug die Schuld daran. Hatte ich vielleicht doch die falsche Entscheidung getroffen? Hätte ich dem Schicksal freien Lauf lassen sollen?
Bevor mich wieder die verschiedensten Gefühle durcheinanderbrachten, sah ich weg und konzentrierte mich stattdessen auf die beiden Hohedämonen. Ihre Mienen zeigten keinerlei Emotion. Sie führten einen Angriff nach dem anderen aus. Griffen wir an, verteidigten sie sich und setzten erneut unsere Fähigkeiten gegen uns ein. Das hielt nicht lange an, denn als sich Envars Verwandlung vollzog, blieb die Zeit für einen Moment stehen. Er brüllte sein Erwachen in die Welt hinaus. Wie immer verspürte ich tiefe Ehrfurcht, wenn ich meinen großen Bruder so sah. Ein riesiges, vierbeiniges Wesen aus Stein, durchzogen von wildem Grün bis hin zu einem raubtierhaften Katzenkopf mit zwei sehr langen sowie spitzen Zähnen. Das Blau seiner Iris strahlte heller denn je. Und bei jedem seiner Schritte bebte die Erde. Er war unglaublich.

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2 409

28.12.2019, 18:49

Jadis

Geschickt wich ich den Angriffe aus, die die Dämonen auf uns ausübten und hörte das vertraute Wispern des Windes in meine Ohren. Er führte mich über das Kampffeld, es war wie ein tödlicher Tanz und all meine Sinnen waren geschärft, um die kleinste Veränderung in der Umgebung wahrnehmen zu können. Mein Gleichgewicht war stetig in Arbeit, da der Boden nicht aufhörte zu beben. Eiskristalle zersprangen gegen meinem Speer, während der gefangener Wind wütend an meine Kleidung riss und nach Freiheit verlangte, die ihm die Dämonen gestohlen hatten. Besonders mit den Schattenflammen und den Immerblitzen durfte ich nicht in Berührung kommen, da sie sofortige Zerstörung bedeuteten. Ich spürte wie meine Magie stärker wurde und das lag nicht daran, dass die Dämonen die Zügeln wieder losließen. Ich schien aus eine völlige andere Quelle die neue Kraft zu schöpfen und beinahe bekam ich das Gefühl, als seien die Windgeister bei mir. Als würden sie mir die neue Kraft schenken. Plötzlich blieb die Zeit für einen Moment stehen, als ein erschütterndes Brüllen über das Kampffeld hinwegfegte. Die Angriffe schienen regelrecht zu erstarren und die Dämonen wirkten beinahe auch wie erstarrt. Mit große Augen sah ich den Ursprung der plötzliche Veränderung. Envar hatte sich in einem riesigen Wesen verwandelt und seine Macht kribbelte spürbar auf meiner Haut, sodass die feine Härchen sich aufrichteten. Wüsste ich nicht, dass er auf unsere Seite stand, würde ich sowas wie Furcht empfinden. Ich mochte in den letzten Monaten viel gesehen haben, doch das hier stellte alles Anderes in den Schatten. Jeder seiner Schritte ließ den Boden erzittern, als würde die Erde selbst Ehrfurcht vor ihm haben. Ich riss mich aus meiner Erstarrung und spürte das vertraute Pochen in meinem Rücken, die Flügel kehrten zurück. Dann nahm ich auf einmal Wärme auf meinem Brustkorb wahr und blickte auf mich herab. Es war die Windflöte und sie schien vor Energie zu vibrieren. Meine Hand legte sich darauf, ihre Magie war noch vollständig war. Nur ein Auserwählter konnte sich an ihr bedienen. Und ihre Macht konnte meine Magie verstärken. Vielleicht war das hier meine Chance. Bevor die Erstarrung in der Umgebung sich endgültig auflöste, stieß ich mich in die Luft bis ich auf Augenhöhe von Envar war. „Ich werde nach dem ewigen Eis rufen und ich bitte dich sie zu verzögern, wenn sie zu nahe an unsere Freunde kriecht, damit sie dem Eis ausweichen können“, sagte ich zu Envar und dann flog ich noch höher bis ich den Himmel erreichte. Der ewige Eis war das, was für Ardan der Immerblitz war. Beinahe hätte diese Kraft mich vor ein paar Monaten mich zerstört und noch immer hatte ich Respekt vor dieser unberechenbare Kraft. Ich griff nur auf sie zu, wenn für mich keinen anderen Weg gab. Meine Augen wanderten nach unten, Ardan hatte seine dämonische Seite angenommen und in den richtigen Moment könnten sich unsere mächtige Kräfte vereinen, was zu eine enorme Zerstörung führen würde. Rasch schaute ich zu den Anderen, was wenn alle unsere Kräfte sich vereinten? Das könnte einen gefährlichen Ausmaß geben, doch manchmal musste man auf ein Risiko eingehen. Doch ich konnte meine Gedanken nicht weiterspinnen, denn ich musste jetzt handeln. Ich vertraute meine Freunde, dass sie in den richtigen Moment auf ihre geheime Waffe zugriffen. Ich setzte die Windflöte an meine Lippen und die Energie rauschte wild durch meine Adern, wie ein herannahender Sturm. Ich würde nicht zulassen, dass diese Dämonen gewinnen konnten. Selbst wenn es bedeutete alles von mir geben zu müssen. Aber für die Rettung unserer Welt würde ich alles tun. Die ersten Melodien erklangen und die dunkle Wolken sammelten sich um mich herum, sodass die andere Bereiche des Himmels frei wurde und der Blutmond die Umgebung in seinem roten Licht eintauchen ließ. Meine purpurfarbenes Haar begann in der Luft zu flattern, obwohl kein einziger Wind wehte, als hielte die Welt ihr Atem. Die Wolken verwandelten sich in Schnee und Kälte, während die Wassertropfen zu Kristalle gefroren. Kälte schmiegte sich an mich, hinterließ ihre Spuren aus Kristalle auf meiner Haut und in meinem Haar, während meine Lippen sich dunkelblau färbten. Meine violetten Augen funkelten klar wie Eiszapfen. Meine Flügel hingegen waren komplett in blauen und violetten Eis eingehüllt. Ich gab mich der Macht hin und wurde ein Teil von ihr. Mein Bewusstsein rückte in die Ferne, während die Stimmen der Winde mich füllte. Ich öffnete mein Geist und dann drangen die Schneewolken in meinem Körper hinein, nährte meine bebende Macht. Als die letzten Melodien erklangen, war mein Körper gläsern geworden wie eine Eisskulptur. Ich beugte mich zu der Erde und stieß die klirrende Kälte aus meiner Lunge. Sobald die Kälte den Boden erreichte, gefror er zum klaren Blau und das Eis breitete sich in einem schnellen Tempo weiter aus. Felsen, die im Weg standen, wurden zu violetten Eiszacken und Kreaturen, die aufgetaucht waren, erstarrten zum Eis. Ich landete wieder auf dem gefrorenen Boden und er begann zu knirschen. Noch mehr Eisschicht legte sich darauf und wurde beinahe gräulich. Um mich herum schossen Eiszacken aus dem Boden in die Höhe. In diesem Zustand durfte man mich nicht berühren. Mit eine Ausdruckslose Miene ging ich auf die Dämonen zu und zog das tödliche Eis hinter mir her.

Das Lied

Kenai

Plötzlich schien die Zeit zu stehen und nichts schien sich zu regen, die Angriffe erstarrten einfach in der Luft. Der Boden hingegen begann stärker zu beben und ich fand sofort die Ursache. Envar schien sich in ein riesiges Wesen zu verwandeln und sein Brüllen ließ beinahe meine Ohren platzen. Uralte Macht rauschte über mich hinweg und meine eigene Magie reagierte darauf mit nervösem Flattern. Instinktiv wusste ich, dass ich mich niemals mit ihm anlegen sollte. Doch solange er keine Bedrohung für uns darstellte, würde ich nichts tun, was ihn provozieren könnte. Er besaß die Macht über die Zeit und das war eine große, gefährliche Fähigkeit. Seine Verwandlung zeigte es deutlich. Doch nicht nur er hatte sich verändert, Ardan hatte auf seine dämonische Seite zugegriffen und verlor immer mehr sein menschliches Aussehen. Meine Augen huschten schnell zu meinem großen Bruder, denn ich hatte gemerkt, dass Fenrir plötzlich aufgetaucht war. Ihm schien die Zeit nicht auszumachen, denn er griff weiterhin Akela an und ich merkte, dass Akela Schwierigkeiten bekam sich gegen ihn zu wehren. Ich wollte zu ihm eilen, aber eine plötzliche Veränderung in der Luft ließ mich innehalten und ich bemerkte, wie die Umgebung auf einmal zu Eis wurde. Auf dem Boden schien das Eis lebendig zu sein und kroch unentwegt über den Boden hinweg, dabei schien bei seiner Berührung alles zu Eis erstarren. Normalerweise konnte ich keine Temperaturen spüren, nur bei Jenaya. Doch jetzt nahm ich zum ersten Mal Kälte war und merkte, dass mein Atem sich in eine nebelige Wolke verwandelte. Ich suchte nach der Ursache und ich entdeckte Jadis, die vollkommen anders war. Sie sah mehr wie eine Eisskulptur aus, als Halbmensch und Harpyien. Um sie herum schossen Eiszacken wie Spieße in die Höhe. Instinktiv wich ich dem kriechende blauen Eis aus, als es mich beinahe in eine hohe Geschwindigkeit erreichte. Ich konnte meine Magie deutlicher spüren, sie pochte unruhig in meinem Inneren. Es war, als wollte sie hinaus und sich entfalten. Noch war der richtige Moment nicht gekommen. Ich drehte mich um und rannte zu meinem Bruder, um ihn zur Hilfe zu eilen. Wie aus dem Nichts erschien vor mir ein schwarzes Portal und rechtzeitig sprang ich nach hinten, als ich die tödliche Gefahr spürte. Das schwarzes Etwas verschwand wieder. Was war das? „Halte dich fern. Ich komme klar!“, schrie Akela zu mir und sein Gesicht verzerrte sich, als Fenrir in seinem Magen boxte, der diesen einen Moment der Ablenkung ausnutzte. Ich ballte meine Hände zu Fäuste und erst dann bemerkte ich den dünnen schwarzen Kreis, der die Beiden eingekesselt hatte. Eis kroch bis zu Linie heran und erneuert erschien dieses schwarzes Etwas. Doch statt zu gefrieren, verschwand das Eis einfach in der Schwärze und konnte die Linie nicht übertreten. Das Ding verschwand erneuert, als wäre nichts gewesen. Nichts…das musste es sein. Fenrir beherrschte doch das Nichts. Und dieses Ding war anscheinend sowas wie ein Portal, der einem in die Dimension des Nichts riss. Ganz gleich was es war, ob lebendig oder nicht. War das der Grund warum die Zeit den Wolf nicht berühren konnte? Schwerkeuchend landete Akela auf dem Boden und Blut floss aus seiner Nase, während Zorn in seine Augen funkelten. Seine Kleidung war zerrissen und ich entdeckte die blutige Kratzern auf dem Brustkorb. Ich konnte doch nicht einfach zusehen, ich musste mein Bruder helfen! Ich packte nach meinem Schwert und spürte, dass auch er seine Kraft zurückerlangt hatte. Ich ließ Schattenblitze auf Fenrir jagen, doch das Portal erschien und die Schattenblitze verschwanden in Nichts, als hätten die Schattenblitze nicht existiert. Es gab keine einzige Spur von ihnen, wo sie normalerweise eine große Spur aus Zerstörung hinterließen. Mein Unterkiefer spannte sich an, als Fenrir Akela am Hals packte und ihn hochhob.


2 410

28.12.2019, 18:51

Akela

Als er mich an Kehle packte und mich hochhob, während warmes Blut über mein Gesicht rann, begann mein Mundwinkel träge zu zucken. Sofort verengten sich die Augen des Wolfes und er drehte sich blitzschnell um, als meine Gestalt sich auflöste und ich aus einem Hinterhalt erschien. Er hatte meinen Schattendoppelgängertrick durchschaut und ich duckte mich schnell, um seiner Faust zu entkommen. Einen Moment musste ich an Kenai denken, der hoffentlich sich verzogen hatte, denn mit das hier konnte er nicht aufnehmen. Fenrir war für ihn eine Nummer zu groß und seine heroische Ader sollte bloß nicht ihm in die Quere kommen, ansonsten würde ich ihn verprügeln, wenn er eine dumme Entscheidung traf. Apropos verprügeln, Fenrir hatte anscheinend vor mich grün und blau zu verprügeln bis ich vermutlich mein Bewusstsein verlor, ehe er mich zu seinem Bruder brachte. Ich spuckte Blut auf dem Boden und knurrend wich ich erneuert seiner Kralle aus. Doch sein Bein sah ich nicht und einen Moment blieb mir die Luft weg, als er kräftig in meine Rippen trat. Etwas Verdächtiges knackste und ich verdrängte sofort den Schmerz. Ich musste mich auf ihn konzentrieren, um seine nächste Schritte vorausahnen zu können. Alles Anderes wurde ausgeblendet, denn eine andere Gefahr konnte nicht zu schnell seinen Zirkel durchbrechen. Die Luft war schwer von unseren Zorn und gegenseitigen Hass. Dieser Kerl hasste mich definitiv zutiefst und es konnte nicht nur daran legen, dass ich ein paar Mal ihm das Handwerk legen konnte. Da war noch was Anderes, etwas was an ihm festklammerte wie eine Zecke. Durch einen Schattensprung entwich ich seinem nächsten Angriff, erschien direkt an seiner linke Seite und schlug zu. Doch ich traf nur die Luft und spürte seine Faust in meine Wange. Wieder landete ich im Dreck und versuchte das Drehen in meinem Kopf zu ignorieren. „Was für ein schwacher Mensch“, stieß Fenrir verächtlich aus. Wankend erhob ich mich, wischte das Blut von meinem Mund und grinste wie ein Wahnsinniger: „Wäre ich schwach, würde ich nicht hier stehen. Ich glaube ein Anderer hätte deine Faust nicht zu leicht überlebt.“ Ich bemerkte, dass ich auf dem rechten Ohr kaum was hörte, vielleicht war das Trommelfell durch den Aufprall seiner Faust geplatzt. „Du kannst dieses Spiel gewinnen, ich bin dir überlegen“, kalt sah mich Fenrir an. „Hochmut kommt vor dem Fall“, erwiderte ich trocken. Ich musste ihn weiter provozieren bis ich einer meiner Jokers benutzten konnte. Mit Raffinesse und faulen Tricks war ich weit gekommen, da würde ich mich nicht von diesem verfluchten Höllenhund besiegen lassen. Fenrir griff mich an und ich wich seiner Attacke aus, um in der nächste Sekunde einen Schattensprung weiter hinten zu machen, da er ansonsten die Wirbelsäule getroffen hätte. Bei seiner Wucht wäre vielleicht wichtige Teile kaputt gegangen und auf eine Lähmung konnte ich verzichten. „Hast du nicht große Töne gespuckt, dass du an der Seite deines Bruders kämpfen willst? Dir ist schon klar, dass meine heiße Verlobte ihn wieder besiegen wird. Beim letzten Kampf hat er verloren, warum sollte er dieses Mal gewinnen?“, sagte ich höhnisch. Sofort verengten sich seine Augen und ein dunkles Grollen war zu hören: „Sie gehört meinem Bruder, erbärmlicher Mensch. Und dieses Mal ist er viel stärker, als damals. Sie wird verlieren.“ In den nächsten Moment spürte ich sein Atem in meinem Nacken und als ich mich umdrehte konnte ich direkt in seine mondgelbe Augen sehen, dessen Pupillen von dem Blutmond rot umrandet war. Dann sah ich etwas in der Tiefe seiner Schwärze und ich flog mehrere Metern durch die Luft. Wenige Zentimetern lag ich vor der Linien seines Zirkels und ich konnte mich einen Augenblick nicht bewegen. Schweratmend richtete ich mich mit einem wilden Blick auf und ein kaltes Lächeln umspielte meine Lippen: „Jetzt kenne ich den Ursprung deines Hasses. Du hasst mich, weil du neidisch auf einem Menschen bist. Dich macht es rasend, dass ich einen geheimen Wunsch von dir lebe. Dich wird Niemand jemals so akzeptieren wie du bist, geschweige denn lieben. Du wirst immer von der Welt abgeschnitten sein, weil deine Dunkelheit sie vergiftet. Denn du bist das Nichts, du kannst nur nehmen. Nur zerstören. Dein Bruder ist der Einzige, der dich so nimmt wie du bist. Und als man ihn dir genommen hat, warst du einsam in deiner Welt. Nicht wahr? Selbst der böseste Wolf ist ein Rudeltier und diese Jahrhunderten der Einsamkeit hat dich wahnsinnig gemacht. Dann hast du mich als deinen Wirt gefunden und hast die ganze Zeit beobachtet, dass trotz meiner finsteren Ader Anderen mir gefolgt sind und dass sogar einige Personen fähig sind mich zu lieben, obwohl sie mein wahres Gesicht kennen. Neid ist genauso groß wie Hass.“ „Ich bin nicht neidisch auf einem schwachen Menschen!“, zischte Fenrir und bleckte die Zähne. „Nein?“, zog ich ein Augenbraue hoch und mein Lächeln wurde anzüglich: „Alita hat keine Angst vor mir und sie würde mich bestimmt nicht abweisen, wenn ich sie anfasse. Die Animagi-Frauen haben eine Schwäche für mich. Ich frage mich wie süß ihre Lippen schmecken, wenn ich sie küsse.“

Fenrir

Ich frage mich wie süß ihre Lippen schmecken, wenn ich sie küsse. Mein Verstand schaltete sich aus und ein roter Nebel legte sich auf meine Augen. Ich konnte nur daran denken, dass ich ihn töten wollte. Mein tierischer Instinkt hatte die Oberhand gewonnen und mit einem Brüllen stürzte ich mich auf den Piraten, um dieses Grinsen aus seinem Gesicht zu wischen. Zu spät merkte ich, dass es ein Schattendoppelgänger war und riss mich herum, als ich seine Anwesenheit hinter mir spürte. Ich spürte einen Druck in meinem Bauch und dann ein kurzer, scharfer Schmerz. Ich ging ein paar Schritte nach hinten und blickte an mir herunter. Körperlicher Schmerz war mir beinahe fremd und es gab nur wenige Sachen, die mir schaden konnten. Ein Pfeil steckte in meinem Bauch und ein dunkelroter Fleck erschien dort. Mein Blut. „Du hast eine Sache vergessen, ich bin ein Auserwählter und ich besitze eine göttliche Waffe, immerhin wurde dieser Bogen von der Mondgöttin erschaffen. Ich weiß, dass ihr Animagis schwer zu verletzen seid. Aber gegen göttliche Waffen oder Dergleichen seid ihr nicht immun. Besonders wenn da noch Mondmagie in Spiel ist, die ebenfalls teilweise durch deine Ader fließt“, ertönte die Stimme des Piraten und rammte mir den nächsten Pfeil in den Körper, diesmal in die Rippen. „Tut das weh?“, fragte er säuselnd und ich fiel auf meine Knien. Noch mehr Blut rann aus meinem Körper. Ich blutete. Wann hatte ich zuletzt geblutet? Die Wunden begannen plötzlich zu brennen und ich keuchte leise auf. „Wie du weiß, kann diese Pfeile seine Ziele einfach in Staub zerfallen lassen. Aber ich schätze bei euch wird es wohl ein wenig anders sein und du wirst nicht so schnell sterben. Was schade ist, denn es bedeutete mehr Arbeit für mich. Ich hätte dich einfach verrecken lassen, statt dein mickriges Leben zu retten“, die nervtötende Stimme hörte nicht auf. Langsam hob ich mein Kopf und kalte Wut erfasste mich. Langsam erhob ich mich und zog die Pfeile aus meinem Körper, sie hinterließen Brandspuren auf meiner Hand. „Du hast einen Fehler gemacht“, flüsterte ich. „Ich denke eher nicht“, meinte der Pirat und drehte sich schnell um, um einen Pfeil abzuschießen. Der Pfeil war nicht auf mich gerichtet und der Zirkel war mittlerweile verschwunden. Deswegen flog der Pfeil blitzschnell geradewegs auf Alita zu. Erneuert schaltete sich mein Verstand aus und ehe ich mich versah, stand ich direkt vor ihr. Der Pfeil traf direkt mein Rücken, da meine Schutzbarriere einen Moment unten gewesen war, um in diese wenige Sekunden hochgerissen werden zu können. Wieder vernahm ich diesen scharfen Schmerz und dann das Brennen. Ich sank auf die Knien und stützte mich mit den Hände am Boden. Schwer atmete ich. Jetzt war etwas anders. Es fühlte sich an, als würde meine Lunge sich mit heißer Flüssigkeit füllen und aus Reflex begann ich das Blut auszuhusten. „Ups, da habe ich wohl ein Organ getroffen. Du solltest ihn schnell töten, Alita, bevor er seine Kraft zurückerlangt“, meinte der Pirat hinter mir emotionslos.


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30.12.2019, 20:33

Ooh, so schön viel Lesestoff *_*

Ardan

Dunkel grollend schickte ich die Sense heraus und blieb mit ihr verbunden, um ihren Flugweg zu lenken. Sie würde zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden. Im Moment wollte ich einen der Zwillinge zu fassen bekommen. Sie waren schnell. Sehr schnell. Und sie schienen mit unseren Fähigkeiten besser klarzukommen. Immerhin hatten sie kapiert, dass meine Blitze mir nichts anhaben konnten, darum beschossen sie mich mit anderer Magie. Schattenmagie zum Beispiel. Oder starke Winde. Beides war ich gewohnt. Wie ich ihnen auszuweichen hatte, auch. Ich schlug kräftig mit dem Flügel, tauchte in die Tiefe, umging ihre Angriffe auf mich und den anderen und griff auf meine höhere Magie zurück. Sie pulsierte stärker denn je. Magische Linien formten sich zu mehreren Zirkeln unter meinen Füßen. Symbole der Feuermagie. Die Luft um mich herum begann nach Verbranntem zu riechen. Als hätte man allerlei Dinge in einen brodelnden Vulkan gestoßen. Genau so fühlte ich mich. Wie ein aktiver Vulkan bereit zum Ausbruch. Feuer floss in meinen Adern. Hungriges glutrotes Feuer. Die Drachen in meinem Kopf brüllten angriffsbereit. Sie stärkten die Magie in mir, hauchten mir mehr Wissen ein.
Im selben Moment bemerkte ich eine faszinierende Melodie, auf die eine Eiseskälte folgte. Allein meinem Instinkt war es zu verdanken, dass ich die Präsenz am Himmel als meine Verbündete erkannte. Windprinzessin. Keine Feindin. Keine Beute. Ihr Eis machte mir nichts aus, sondern fachte mich nur noch mehr an. Es war, als würde ihre Stärke meine widerspiegeln. Sie tauchte alles in gefährliches Eis, während ich es wegen der zu hohen Temperaturen zum Explodieren brachte. Wohin ich auch flog, mir folgte die Zerstörung. Ich fixierte den weißhaarigen Zwilling, der sich mit der Windprinzessin anzulegen schien und leitete meine Energie in seine Richtung. Als er dem Ewigen Eis auswich, schickte ich meine Sense voraus, die ihn für einen Bruchteil einer Sekunde ablenkte und nutzte diese Chance. Der Zirkel zu meinen Füßen leuchtete auf und die Macht explodierte sogleich aus mir hinaus. Ein gewaltiger Feuerwirbel schoss in die Höhe. Das Ausmaß war mit bloßem Auge nicht zu erfassen. Selbst ich wurde von der Gewalt der Energientladung fortgestoßen. Das glutrote Feuer fraß sich durch alles hindurch, bis es den Zwilling erreichte. Aus Erfahrung wusste ich, dass hinterlistige Tricks ausreichten, um einen Angriff wie diesen zu überleben, darum flog ich direkt in den Feuersturm hinein und suchte nach meinem Ziel. Nach dem Dämon, den es auszuschalten galt.

Alita

Die nächsten Sekunden fühlten sich an wie endlose Minuten. Vielleicht lag das an Envar. Im Moment passierten zu viele Dinge gleichzeitig. Jadis verwandelte sich in eine bläuliche Harpyie, die die uralte Magie der Winde mittels einer Flöte einsetzte und Ardan setzte eine gewaltige Menge an Feuermagie frei, dass ich nicht wusste, ob mir nun kalt oder zu heiß sein sollte. Wichtig war, nicht in ihre Schusslinie zu geraten. Das Eis allein war gefährlich genug, doch Envar sorgte dafür, dass es sich nicht zu schnell ausbreitete und uns alle mit ins Verderben riss. Selbst in dieser Gestalt durfte er die Regeln der Zeit nicht zu stark beugen. Er musste im Rahmen des Möglichen bleiben und die Balance halten. Im Moment hielt er sich gut, denn das Böse hatte noch nicht die Oberhand gewonnen. Noch nicht. Während der eine weißhaarige Zwilling hoffentlich gegrillt wurde, sorgte der andere dafür, dass ich nicht zur Ruhe kam. Ich schaffte es nicht in seine Nähe zu gelangen. Dieser Dämon wagte es meine Fähigkeit zu seinem Vorteil einzusetzen und sich indirekt über mich lustig zu machen. Er glaubte tatsächlich, das Konzept des Raumes verstanden zu haben, aber da irrte er sich. Der Raum war sehr viel komplizierter zu kontrollieren und zu formen. Man hatte unendlich viele Möglichkeiten. So gern ich sie ihm zeigen wollte, tat ich es allerdings nicht. Was, wenn er sich die Techniken gleich mit einverleibte und er dadurch mehr Vorteile gewann? Nein, nein. Dieses Spiel spielte ich nicht.
Stattdessen berief ich mich auf meine enge Verbindung zur Erde, die meinem Geist gehorchte. Zahllose Wurzeln schossen aus dem Boden hinaus, hatten aber Schwierigkeiten damit am Leben zu bleiben, weil sie entweder auf halbem Wege gefroren oder von der starken Hitzewelle erfasst und verbrannt wurden. Ich lenkte sie dennoch weiter, nährte sie mit meiner Magie, um sie zu stärken. Leider brach meine Konzentration mittendrin ab, denn eine andere Gefahr meldete sich. Was meinen Fluchtinstinkt betraf, war darauf stets Verlass. Ich wirbelte herum, sah bloß einen silbrigen Pfeil aufblitzen und dann stand plötzlich Fenrir vor mir. Er fing den Pfeil mit seinem Körper ab. Er blutete. Er war schwerer verwundet als erwartet. Und das vom Kampf mit Akela?
Dieser tauchte ebenfalls auf und seine emotionslose Stimme jagte mir einen eisigen Schauder über den Rücken. Ich sollte es beenden? Fen das Leben nehmen? Und das obwohl er mich gerade beschützt hatte? Keine Ahnung, was ich mit seiner widersprüchlichen Art anfangen sollte...er verwirrte mich. Und gerade in Zeiten eines Kampfes war das keine gute Sache. Ich töte Meinesgleichen nicht. Kein Animagi wird je durch meine Hand sterben. Wir brauchen uns alle. Wir bilden das Gleichgewicht dieser Welt, erinnerte ich Akela so ruhig wie nur möglich und schaute Fen an, der Schwierigkeiten hatte richtig zu atmen. Ich legte ihm eine Hand auf den Kopf, seufzte in seinen Gedanken. Du bist kein Monster, Fen. Hör auf für die falsche Seite-
Ich kam nicht weiter, denn da musste ich ihn schon einige Meter weiter durch den Raum springen, damit er nicht mit dem Zirkel in Kontakt kam, der gerade unter meinen Füßen erschien. Diesmal wehrte ich mich vehement gegen den wilden Sog. Ich fiel dieser fiesen Magie kein zweites Mal zum Opfer. Doch ich irrte mich, was die Hinterlistigkeit dieser Dämonen betraf. Irgendwie hatte es der andere Zwilling im Feuersturm geschafft einen weiteren Zirkel zu erschaffen und ich schaffte es nicht rechtzeitig, Fen ein weiteres Mal durch den Raum zu springen. Die wenigen Sekunden reichten, als ich ihn aus dem Weg räumte. Lachen ertönte. Ein sehr schlechtes Zeichen.
>Perfekt! Uns hat nur das Nichts gefehlt.< säuselte der schwarzhaarige Zwilling. >Zeit für das große Finale!< Als er schnipste, hatte ich mit einer riesigen Dimension des Nichts gerechnet, doch nichts dergleichen geschah. Etwas Schlimmeres passierte. Das Brüllen, das folgte, kam nicht aus unseren Reihen, sondern von weiter hinten. Dort, wo Sury mit Mal kämpfte. Ich erschauderte am ganzen Körper. O nein...

Silia

Ich verlor jegliches Zeitgefühl. Nur mein Körper, der an jeder Stelle zu schmerzen schien, gab mir ein vages Gefühl von Zeit, weil der Schmerz stetig schlimmer wurde. Mals Kraft erschütterte mich, hatte er zuvor nie so blutrünstig gewirkt wie hier und jetzt. Er reagierte nicht mehr auf meine Worte. Da war bloß eine ungezähmte Wildheit in seinen sonst ruhigen Gesichtszügen. Jeder einzelne seiner Blicke würde mich auf der Stelle töten, wenn ihm das möglich wäre und um ehrlich zu sein, fühlte es sich ganz ähnlich für mein Herz an. Ihn nicht erreichen zu können, trieb mich zur Verzweiflung. Was, wenn ich ihm Schlimmeres antun musste als ihn wieder in die Verdammnis zu schicken? Gab es keine andere Lösung? Konnte ich ihm keinen Frieden schenken? Ihn auf die gute Seite ziehen?
Hinter meiner Maske wurde es unangenehm warm, ich schwitzte am ganzen Leib. Nicht einmal Thales hatte es hingekriegt mich dermaßen aus der Rolle zu bringen, Mal hingegen schon. Sehr wahrscheinlich, weil sich der Kampf zutrug, als hinge unser Leben davon ab. Meines jedenfalls schon. Malevor wollte mich tot sehen. Daran bestand kein Zweifel. Er bekämpfte mich mit allen Mitteln. Besonders seiner Stille, die sich als schwerer Nebel um uns herum verdichtet hatte. Dank meinem Licht blieb ich weiterhin bei Verstand, doch für wie lange? Wenn es eine Fähigkeit gab, die mir ernsthafte Sorgen bereitete, dann war das seine Stille. Den Verlust meines Willens. Wenn das geschah, gab es kein Zurück mehr für mich. Dann würde mich Mutter wohl oder übel ersetzen müssen. Das durfte ich nicht zulassen. Ich hatte Familie, Freunde und Akela, zu denen ich zurückkehren musste. Ich kämpfte nicht mehr ausschließlich für Malevor und die Animagi. Ich kämpfte für weit mehr als das. Mir das ins Gedächtnis zu rufen, gab mir wieder Kraft, doch dieser Schub hielt nicht lange an, als Mal plötzlich in seinem Angriff mit dem Schwert innehielt. Seine Pupillen weiteten sich so stark, dass seine Augen völlig schwarz wirkten. Er begann am ganzen Körper zu zittern.
Verwirrt ließ ich das Schwert sinken, wollte etwas sagen, da riss er den Mund auf und stieß ein furchterregendes Brüllen aus, das mir durch Mark und Bein ging. >Mal, nicht...< hauchte ich erschrocken. Dieses animalische Gebrüll bedeutete nur eines. Und es erschütterte mich, dass er zu diesem Mittel griff. Der Nebel um uns herum wirbelte herum, drang in seinen Körper ein und stieß mich gleichzeitig fort. Wie ein Blatt in einem Sturm brauchte ich ein paar Anläufe, um mein Gleichgewicht zu finden und nicht mit dem Gesicht voran im Dreck zu landen. Mit dem Schwert, das ich in den Boden rammte, schuf ich mir eine Sicherheit und blickte dem Verderben entgegen. Wenn Malevor sich jetzt verwandelte, blieb mir nichts weiter übrig als seinem Beispiel zu folgen. Wie vor Hunderten von Jahren wurden wir erneut zu einem schrecklichen Kampf gezwungen. Ein Kampf, der schlimme Spuren hinterlassen würde.
>Bitte nicht...< flüsterte ich mit belegter Stimme, als meine Maske bereits zu knacksen begann. Ein mittiger Riss zog sich von der Stirn bis zum Mundbereich. Ich wollte das nicht tun müssen. Wirklich nicht. Aber Mal ließ mir keine Wahl.
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
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30.12.2019, 22:58

Hehe, nach der Erholung hat mein Kopf endlich wieder viel Platz für Ideen :D Bei dir gibt es auch viel Lesestoff *__*

Jadis

Die Luft knisterte als Feuer und Eis aufeinander trafen. Rote, sowohl blaue Funken tobten über das Kampffeld Gegend und rieselten auf uns herab. Funken, die vielleicht schön anzusehen mochten, aber bei Berührungen zu schwere Verletzungen führen konnten. Zeitgleich griffen der weißhaarige Zwilling und ich uns an. Als er meinem tödlichen Eis auswich, erschien die Sense von Ardan und lenkte ihn einen Moment ab. Vor mir erschien die Eiszapfen, um seinen schon geschickten Angriff zu gefrieren. Da erschien ein gewaltiger Feuerwirbel, wo ich den Feind zuletzt gesehen hatte und meine Flügel begannen zu schlagen. In wenige Sekunden stürmte ich in den Feuerwirbel und erneuert knisterte die Luft um mich herum, als die Hitze gegen meine Kälte kämpfte. Ich war genau in der Mitte des Feuersturms und irgendwo in den glühender, mitreißender Rot waren Ardan und der Dämon. Ich hob mein Speer an und rammte ihn in den geschwärzten Boden, der von der gewaltige Hitze ausgetrocknet war. Sogar die Steine begannen zu schmelzen. Eine Druckwelle brach aus mir heraus, das ewige Eis bereitete sich am Boden aus und schoss in die Höhe. Es hüllte den Feuersturm ein wie ein Kokon, es wurde zu einem Gefängnis aus Feuer und Eis. Jetzt konnte der Dämon uns nicht schnell entkommen. Ich wich einen Immerblitz aus, der direkt von oben kam und ich riss mein Kopf in die Höhe. Mit eine einzige Bewegung lichtete ich den Rauchnebel und konnte den Dämon über mich erblicken. Ardan war weiter hinten rechts, ein Anderer würde ihn nicht mehr erkennen, doch in seine Augen würde ich immer seine Seele wieder erkennen ganz gleich welche Gestalt er annahm. „Es wird Zeit diesen Kampf zu beenden“, meine Stimme war schneidend wie eisiger Wind. Mein Blick glitt zu Ardan hinüber: „Mache so viele Immerblitze, wie du es kannst.“ Mit unsere vereinte Kräfte konnten wir diesen Dämon besiegen. Man mochte denken, dass Eis und Feuer sich nicht harmonieren konnten, weil sie gegenteilig waren. Doch durch unsere verbundene Seelen war es möglich unsere Kräfte zu eine Einheit zu bilden. Ich würde mein ewiges Eis mit den Immerblitze vereinen. Bislang hatten wir noch nicht eine solche Technik versucht und daher kannte ich nicht den Ausmaß dieses gewaltigen Angriffs, schon allein unsere Angriffe aus Feuer und Wind war stets zerstörerisch gewesen. Entschlossen ich mein summender Stab fester und eine dünne Eisschicht legte sich auf dem Stiel. Ich war bereit.

Akela

Das göttliche Mal pochte auf meiner Stirn, als ich direkt hinter Fenrir stand und ausdruckslos auf ihn herab schaute. Mir war eine alte Erinnerung aus der Vergangenheit von Tyr durchfahren, vermutlich von der Mondgöttin gesendet. Es war ein Zauber von ihr, die er von ihr erlernt hatte. Der Zauber blockierte einen Moment die Magiequelle eines mächtigen Angreifers und diese drei Pfeile waren eigentlich an die Zwillingsdämonen gedacht. Jetzt hatte ich diese Pfeile an Fenrir vergeuden müssen, meine Jokers. Aber um ihn treffen zu können, hatte ich ihn ablenken müssen und es gab einen einzigen Schwachpunkt von ihm, den ich wusste. Alita. Es war eine Vermutung gewesen, dass er sie retten würde, wenn ich mein Pfeil auf sie abschoss. Immerhin hatte er am seinem Leib erfahren, dass diese nicht ganz so harmlos waren, wie er glaubte und mir war aufgefallen, dass sie ihm nicht gleichgültig war. In diesem Fall war er ein wenig ähnlich verstrickt wie ich, egal wir verkorkst wir waren, wir würden trotzdem jederzeit uns vor meinem Schwert werfen, um Derjenigen zu beschützen, die wir liebten. Jetzt war eigentlich der Moment gekommen sein Leben auszuhauchen und das konnte nur ein anderer Animagi tun. Aber natürlich verweigerte sich Alita und mir lagen böse Worte auf meiner Zunge, weil wir keine Zeit für solche Sentimentalen hatten, doch dann erschien der Zirkel. Durch einen Schattensprung wich ich ihm ebenfalls aus, wie Alita und die Chance Fenrir das Handwerk zu legen verstrich. Meine Augen wurden schmal, als ich schnell unser Problem erfasste. Die Zwillinge entfesselten die vollkommene Kraft von Mal, das Brüllen war bis hierher zu hören und in diesem Moment ertönte direkt in unsere Nähe ein weiteres Brüllen. Ich riss mich herum und sah, wie der Oberkörper von Fenrir sich nach hinten bog und sein Gesicht zum Mond gerichtet war. Ich fluchte laut, denn er war ebenfalls dabei sich zu verwandeln. Anscheinend hatte der verdammte Dämon einen Zauber auf ihn ausgeübt, denn mir war den anderen Zirkel nicht entgangen oder es lag daran, dass Mal sich jetzt verwandelte und er nun seinem Alpha folgte.

Fenrir

Du bist kein Monster, Fen….
Mein Körper bog sich weiter durch, dehnte sich aus und verwandelte mich in den Wolf, wovor sich alle fürchteten. Gar die göttliche Wesen. Die Verletzungen waren augenblicklich verschwunden und Macht rauschte durch meine Adern. Das Halsband zersprang und fiel klappernd zum Boden, in diesem Zustand konnte man mich kaum an eine andere Macht fesseln. Ein dunkles Grollen aus meiner Kehle ließ die Erde unter mir erzittern, als ich in die Höhe wuchs bis ich beinahe Envar überragen konnte. Meine Größe konnte ich nach Belieben ändern, denn das Nichts gab es in unermessliche Größe. Mein Schwanz peitschte laut in der Luft, ein großer Wirbel Staub kam auf und der erzeugte Wind riss ein paar Felsen um. Meine mondgelbe Augen glühten unheilvoll und meine Krallen hinterließen tiefe Gruben in den Boden. Als ich mein Kopf leicht nach unten beugte, sträubte sich mein Fell wild und die lange Eckzähne blitzten in den Mondlicht auf. Mein glühender Blick war auf den Dämon gerichtet und schwarze Flammen des Nichts züngelten meine Beine entlang. Ich konnte sie nach meine eigene Vorstellung formen, früher hatte Kugeln bevorzugt bis ich den Piraten mit seine Schattenflammen entdeckt hatte. Feuer war ein starkes Symbol für Zerstörung. Du wagst es uns zu einer Unterwerfung zu zwingen?, ich trat dem Dämon einen Schritt näher, Meine Macht kannst du nicht beherrschen, sowie mein Bruder. Wir dienen Niemanden. Ihr Dämonen habt wohl vergessen, wer wir sind und dass wir euch zum Frühstück verspeisen, wenn uns danach gelüstet. Es wird Zeit dir zu zeigen, wo dein Platz ist. Direkt unter dem Dämon erschien ein pechschwarzer Kreis mit einem starken Sog, den kaum Jemand widerstehen konnte. Das Nichts nahm alles.

Kenai

Angespannt verfolgte ich die Kämpfe auf dem Kampffeld und wusste nicht wem ich helfen sollte. Natürlich wusste ich, dass ich die Dämonen eliminieren musste, doch mein Bruder seinem Schicksal zu überlassen kam mir nicht richtig vor. Es musste doch einen Weg geben die ganze Kämpfe aufeinmal zu stoppen. Was konnte ich tun? Gab es in mir noch mehr, was entfesselt werden konnte? Gerade stürzten wir uns alle in einem tödlichen Chaos und am Ende würde vielleicht Jeder am Boden liegen, ganz gleich von welcher Seite. Meine Augen wanderten zu dem Mond. Dieser Blutmond gab auch unsere Feinde größere Macht. Was, wenn man den Blutmond mit etwas bedecken konnte, sodass seine Magie nicht mehr auf die Dunkelwesen wirken konnte? Mondfinsternis! Wo Licht gab, gab es auch Schatten! Und mein Schatten hatte vor einige Dinge abschirmen können, wie vor unsichtbare Angreifer bei Jenaya. Was, wenn ich auch die Blutmondmagie abschirmen konnte? Ich wusste, dass ein solcher Versuch ein großer Wagnis war und viel Kraft verlangte. Es würde vielleicht auch nicht klappen. Aber alleine würde ich es womöglich gar nicht schaffen und ich drehte mich um, mein Blick fiel sofort auf Akela. Wir mussten es zusammen tun! In diesem Moment ertönte ein Brüllen, was von einem weiteren Brüllen folgte und vor unsere Augen begann sich Fenrir in einem riesigen Wolf zu verwandeln, der Envar ebenbürtig sein konnte. Instinktiv wusste ich, dass uns nicht mehr viel Zeit übrig blieb und in den nächsten Moment war ich bei Akela. „Wir müssen versuchen eine Mondfinsternis herbeizuführen! Vielleicht können wir dadurch die Blutmondmagie von der Welt abschirmen und unsere Feinde würden dadurch schwächer werden“, packte ich an seiner Schulter. Er sah schrecklich aus, es gab keine Stelle wo nicht Blut war oder blaue Flecken. Angespannt schaute er zum Mond hoch: „Das kann uns bis zum äußersten Rand bringen, vielleicht bis zum Tod und wir wissen nicht, ob sowas überhaupt möglich ist. Das ist eine große Macht, zu groß für Schattenmagier. Aber ich gehe mit dir auf das Risiko ein und vielleicht hilft uns da mein Vitamin B, immerhin wurde ich von der Mondgöttin auserwählt.“


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31.12.2019, 13:00

Hehe, die Pause hat auch mir einen kreativen Schub gegeben ;)

Ardan

Ich entdeckte den Dämon und zeitgleich erschien eine weitere Gestalt im wilden Feuersturm, deren Magie uns in eine Art eisigen Kokon einschloss. Windprinzessin, rief ich mir erneut in Erinnerung, um keinen Fehler zu begehen. Sie war nicht der Feind, sondern allein der Hohedämon. Ich fixierte das Übel und hörte die Worte meiner Verbündeten. Ein gemeinsamer Angriff. Das klang zerstörerisch und genau nach meinem Geschmack. Während ich dem Feuer um uns herum mehr Energie zuführte, dass die Hitze drastisch anstieg, spannte ich meinen Körper an und spreizte den einen Flügel. Meine Macht summte. Ich war bereit. Mehrere Blitze zuckten an mir entlang. Immerblitze, deren Knistern sogar den tosenden Sturm um uns herum übertönten. Meine Sense kehrte zurück in meine Hand und versorgte mich mit mehr negativer Energie. Die Immerblitze zuckten gefährlich. Sie zischten, wenn sie mit dem wirbelnden Feuer in Kontakt kamen.
Der weißhaarige Zwilling wirkte völlig unbesorgt, weil er scheinbar annahm, dass wir zu schwach waren, doch da irrte er sich gewaltig. Uns hatte schon einmal eine Hohedämonin unterschätzt und nun war sie tot. Er oder sie würde ihr gleich folgen. Als ich meine physische Grenze erreichte, wechselte ich in den Sturzflug und direkt auf den Feind zu. Dieser sah uns beide natürlich kommen. Er hob beide Hände, richtete sie auf die Windprinzessin und mich und lächelte. Eine starke Druckwelle hinderte mich daran, ihm zu nahe zu kommen. In dieser Energie schien die Zeit zu fließen, denn plötzlich zuckten meine Blitze viel langsamer als sonst. Selbst meine Bewegungen fühlten sich seltsam lahm an. Ich knurrte dunkel, wehrte mich gegen diese Magie und drückte mich gegen sie, um sie aus dem Weg zu räumen. Dabei konzentrierte ich mich auf den Fluss meiner Blitze. Schneller, sie mussten sehr viel schneller werden, um die Zeit zu täuschen.
Mit der Zeit spielt man nicht, Dämon, grollte es von außen, als die nächste Energiewelle uns erfasste, die diesmal auf den Feind gerichtet war. Dieser schnaubte abfällig. Drei gegen einen. Das packte er nicht. Sein Ende war nah. Ich konnte es in der Luft schmecken. Mit aller Macht beschleunigte ich den Magiefluss in mir und schaffte es, seine erste Barriere zu durchbrechen. Daraufhin ließ ich die Sense niedersausen, zerstörte die zweite und nahm mir die dritte sowie letzte vor. Wenn diese fiel, konnten meine Verbündete und ich zusammen angreifen. Meine Immerblitze lechzten nach ihrer Freilassung, sie brannten mir schon zu lange in der Seele.

Jenaya

Ich wälzte mich unruhig im Schlaf. Meine Lider zuckten. Durch das Ungleichgewicht in der Welt war es mir kaum möglich, das unruhige Summen meines Dritten Auges zu ignorieren. Selbst mein Baby bewegte sich ganz ungeduldig im Bauch. Ein leichter Tritt und ich war wach. Und damit auch mein Drittes Auge. Ich fasste mir an die schmerzende Stirn, atmete tief durch und ließ den Strom der Bilder zu. Da war ein prächtiger, blutroter Mond am Nachthimmel. Seine Energie war unendlich düster. Sie fütterte das Übel der Schlacht. Dann entdeckte ich zwei Gestalten, die sich sehr glichen. Dämonen. Sie kämpften mit meinen Freunden. Kenai war ebenfalls unter ihnen. Neben ihm stand ein Mann. Sein Bruder. Sie waren zusammen. Ihnen ging es soweit gut. Was mich allerdings aus der Fassung brachte, waren die riesigen Kreaturen. Die Summe ihrer Macht überstieg die der Blutmondmagie. Die Kreatur aus Stein, ich fühlte die Zeit in ihr. Envar. Ein ebenso großer gefährlicher Wolf... seine Aura, sie... Akela hatte sie für lange Zeit in sich getragen... Fenrir. Sein Nichts. Er kämpfte ebenfalls und diesmal gegen die Dämonen. Da war noch ein geflügeltes Häschen, sie umgab eine schimmernde frühlingshafte Energie. Alita. Das Hasenmädchen. Animagi. Es gab mehr von ihnen. Das Bild verschob sich.
Hinter einer Felslawine, die offenbar eine Gebirgskette gewesen war, sammelte sich eine unfassbare Quelle an Magie, dass ich vom Sog beinahe mitgerissen wurde. Aus dichtem Nebel erschien ein unbeschreibliches Monster. Weißes Fell mit schwarzen Streifen. Eine wilde, stachelig aussehende Mähne. Die Krallen eines Tigers und ein drachenähnlicher, langer Schwanz mit demselben Fellmuster. Etwas Vergleichbares hatte ich nie zuvor gesehen. Diese Kreatur... sie strahlte eine seltsame Energie aus. Der Sog kam von ihr. Es fühlte sich an, als wollte sie sich das Wesen aller um sich herum greifen und in sich einverleiben. Das Schwarz der Augen jagte selbst mir aus sicherer Entfernung Angst ein. Zur selben Zeit erwachte eine weitere Kreatur zum Leben. Diese erkannte ich sofort. Wie eine aufgehende Sonne richtete sich ein riesiger Fuchs erschaffen aus orangeroter Glut auf. Es war, als hätte sich die Sonne selbst verwandelt. Mein Geist brannte, wenn ich zu lange in ihre Richtung starrte, doch es war schwer sich von diesem Anblick loszureißen. Wie oft wurde man Zeugin eines solchen urnatürlichen Kampfes? Es war wie der Kampf zwischen Göttern. Auf der einen Seite lichterloh brennend, auf der anderen finsteres Dunkel. Und als beide sich aufeinander stürzten, spürte ich die Gewalt ihrer Macht bis zu meinem physischen Körper. In diesem Kampf würde sich zeigen, welche Seite letztendlich den ganzen Krieg gewinnen würde.

Malevor



Silia

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31.12.2019, 13:05

Alita

Diese Dämonen waren es... sie hatten gemeinsam mit ihren anderen Anhängern Malevor zugrundegerichtet und ihn nun zu seiner Verwandlung gezwungen. Wie genau sie das angerichtet hatten, wusste ich leider nicht, aber dass sie es getan hatten, stand außer Frage. Sie hatten ihn manipuliert und nun folgte auch Fenrir seinem natürlichen Instinkt. Er verwandelte sich ebenfalls. Genau wie meinen Bruder hatte auch ich ihn nur wenige Male in diesem Zustand gesehen. Zu groß war die Furcht vor seiner gewaltigen Macht, aber in diesem Moment war ich halbwegs froh, dass er seinen Zorn vorerst auf den Hohedämon richtete. Dieser hatte keine Ahnung, in was er gerade hineingeraten war.
Als ich mich kurz umdrehte und über die zerschlagenen Berge hinweg blickte, stockte mir der Atem. Ich fühlte mich in die schreckliche Vergangenheit zurückversetzt, als Mal und Sury sich gnadenlos bekämpft hatten. Zu sehen, wie sie sich in ihrer natürlichen Gestalt auf diese Weise anfeindeten, tat mir entsetzlich weh. Mein Herz schmerzte vor Kummer. Dabei war es doch so klar, dass die beiden sich nur aussprechen mussten. Sury litt, weil sie nicht wusste, wie sie ihre erste Leben retten sollte und Mal litt, weil er sich verraten und unendlich einsam fühlte. Ich musste sie nicht fragen, um das zu wissen. Die verzweifelte Art ihres Kampfes sprach mehr als Worte es je könnten. Sie stürzten sich aufeinander, ohne auf ihre Umgebung und was sie für einen Schaden damit anrichteten Acht zu geben. Mal holte mit seiner riesigen Pranke aus und Sury setzte ihre Wendigkeit ein, um ihn ihre unerträgliche Hitze spüren zu lassen. Zwei Urkreaturen, einst erschaffen, um das Gleichgewicht zu bewahren. Allerdings sah das hier mehr nach Ungleichgewicht aus.
Ich musste etwas tun. Ich durfte nicht schon wieder tatenlos zusehen. Ich wollte meine Liebsten kein weiteres Mal im Stich lassen. Außerdem musste ich die guten Menschen und ihr Land beschützen, die durch diesen schrecklichen Kampf in Gefahr gerieten. Eine Macht so groß wie die ihre, war für diese sterbliche Welt immens gefährlich. Die Dämonen hatten sich hierbei schwer überschätzt. Sie hatten Mal in seiner Gefangenschaft nur noch wütender und hasserfüllter gemacht. Sie hatten ihn nicht unter Kontrolle. Man konnte ihn nicht an die Leine nehmen, so wie ich nicht vorgehabt hatte Fenrirs Herrin zu werden. Wir alle waren dazu bestimmt frei zu sein. Nichts anderes. Uns in Ketten zu legen, war ein großer Fehler.
Als Sury und Mal erneut aneinandergerieten, erbebte die Erde und durch die gewaltige Hitze meiner Schwester schmolz das Gebirge dahin. Alle im Umkreis dieses Kampfes verloren aufgrund Mals Leere ihren Willen und fielen reihenweise bewusstlos zu Boden. Leere Augen blickten gen blutenden Himmel. Das Meer aus Gefallenen wirkte so... so surreal. Ich zögerte nicht länger und hoppelte los. Mein Herz hörte nicht auf verrückt zu spielen. Es wollte mir am liebsten aus der Brust springen. Angst durchflutete mich, doch dieses Mal war mein Tatendrang größer. Meine Liebe zu diesen Animagi war endlich stärker als meine größte Schwäche. Ich wurde schneller, gab mir innerlich einen Ruck. Meine Umgebung nahm ich kaum noch wahr. Auch nicht das stetig lauter werdende Glockenläuten in meinem Kopf. Ich sah ausschließlich den verheerenden Kampf vor mir: wie Sury zu Boden ging, aufjaulte, sich zurück auf die Beine kämpfte, erneut zu Boden gerissen wurde und nach Mals Pranke schnappte, die sich kurz darauf in ihre Flanke grub. Ihr Schmerz traf mich tief. Meine Augen brannten. Mal entblößte seine scharfen Reißzähne, holte erneut mit seinen tödlichen Krallen aus und fixierte ihre Brust. Er wollte sie töten. Er war nicht bei Sinnen. Der echte Mal würde das nie tun wollen. Er hätte wenigstens für einen Moment gezögert. Doch er tat es nicht. Stattdessen krachten seine Krallen durch das Geflecht aus Holz und Stein, das ich zügig vor Sury errichtet hatte und als er diese sonst undurchdringliche Mauer durchbrach, verschob ich den Raum und sprang in die Höhe. Die nächsten Sekunden passierten so schnell, dass der Schmerz erst verspätet einsetzte. Schock und Überraschung weiteten meine Augen. Meine Hinterbeine zitterten. Ich stand auf einer felsigen Erhöhung, direkt vor Sury, sah an mir hinab und entdeckte tiefschwarze Krallen, die mich komplett durchlöcherten. Schimmerndes Blut trat an den Rändern der Wunden hervor. Kleine Lachen bildeten sich zu meinen Füßen. Ein starker Wind fegte durch meinen Kopf. Eine seltsame Leere setzte ein. Mals Energie. Envar und Sury brüllten nach mir. So viel Schmerz lag in ihrer Stimme. Aber in diesem Moment lag meine gesamte Aufmerksamkeit auf Mals finstere Augen und die Art, wie seine Pranke zu zittern begann. Wie ich es schaffte meine Vorderpfoten zu heben und sie ihm auf den Handrücken zu legen, wusste ich nicht. Ich tat es. Ich tat es und ließ ihn alles sehen und wissen, was mir in all den Jahrhunderten durch das Herz gegangen war. Er hatte mich wortwörtlich in der Hand. Er realisierte, was gerade geschehen war, denn die Finsternis in seinen Augen lichtete sich ein bisschen.
Es ist in Ordnung, Mal. Wie du dich fühlst, ist völlig in Ordnung. Du warst so lange allein. Gefangen in deinen eigenen Gedanken und Fragen, ob deine Entscheidung damals nicht doch die falsche war. Ich für meinen Teil bereue es nichts getan zu haben. Verglichen zu euch bin ich zwar schwächer, aber ich hätte dennoch Partei ergreifen müssen. Es tut mir leid, dass ich dich ebenfalls im Stich gelassen habe. Tränen traten in meine Augen und als das Zittern seiner Pranke stärker wurde, ging es in meinen Körper über. Wir alle haben darunter gelitten, dich nicht mehr in unserem Leben zu haben. Allen voran dein Bruder und Sury. Ihre Liebe zu dir ist unzerstörbar. Du hättest es dir nie und nimmer verziehen Sury zu töten. Ich sank in die Knie. Mal versuchte seine Krallen aus mir herauszuziehen, doch ich hielt ihn davon ab. Ich hielt ihn fest, mein Blick ein einziges Flehen. Bitte komm zurück zu dir. Lass dir helfen. Lass die Finsternis hinter dir. Lass uns einen Ort finden, an dem du tiefe Zufriedenheit erlangen kannst. Was mich betrifft... es gibt...nichts... zu verzeihen.
Mir wurde schwarz vor Augen und ich merkte nicht, wie ich nach hinten fiel und wie Mal seine Pranke zurückzog. Ich hörte nur das tiefe Grollen aus seiner Kehle. Kein gefährliches, sondern eines, das von Schmerz sprach. >ALITA!< brüllte meine Schwester. Ich verlor meine ursprüngliche Gestalt und fiel in die Arme meiner starken Schwester. Sie hatte ebenfalls ihre Gestalt gewechselt, sonst wäre ich elendig verbrannt. >Alita!< rief sie wieder aus. Etwas Feuchtes traf meine Stirn, dann meine Wangen. Flatternd öffnete ich die Lider. Da war sie. Meine wunderschöne, große Schwester. Selbst verwundet strahlte sie wie die Sonne. Bist du...stolz auf mich?
Ihre tränenden Augen weiteten sich. >Ob ich stolz auf dich bin? Was ist das für eine bescheuerte Frage! Du... du... was hast du dir dabei gedacht?< Schluchzer schüttelten ihren gesamten Körper, sie drückte mich noch fester an sich. Plötzlich waren da andere Hände auf mir. Envar. Er versuchte mich zu heilen. Seine Stimme zitterte. >Das war nicht geplant, Alita. Das war... das habe ich nicht kommen sehen. Wieso... wieso ist es passiert?<
Ich, ich habe Mutter darum gebeten. Du hättest mich sonst aufgehalten, beantwortete ich seine Frage, während das taube Gefühl in meinen Füßen einsetzte. Es breitete sich nach oben hin aus. Ich hatte mich schon immer gefragt, wie sich echtes Sterben für uns Animagi anfühlte. Wenn man unsterblich war, dachte man eben darüber nach. Wer hätte gedacht, dass ich das nun am eigenen Leib zu spüren bekam. Immerhin war es nicht so schlimm wie erwartet. Es war, als... als würde sich mein Körper langsam schlafen legen.
>Mutter hat...!? Aber warum? Warum hast du das getan?<
Ich bin euch keine Rechenschaft schuldig... Ich habe das getan, was ich für richtig halte. Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich... mehr bin als ein... Angsthase. Außerdem wäre ich nach dem Krieg sowieso... gestorben.
Sury hatte kein weiteres Wort von sich gegeben, denn sie weinte so hemmungslos, dass ich den Nachhall von Schmerz noch in meiner offenen Brust vernahm. Nun aber fand sie ihre belegte Stimme wieder. >Was... m-meinst du damit?<
Die Taubheit hatte mich völlig im Griff. Meine Gedanken drifteten langsam ab. Da war nur das einladende Glockenläuten. Ich wollte den schönen Klängen auf der Stelle folgen. Ich habe Fen vor dem Tod bewahrt... und ich bereue es nicht. Kein bisschen. Ich bereue nichts mehr. Mein letzter und einziger Wunsch ist... dass... dass ihr alle wieder zueinanderfindet. Versprecht mir, dass... dass ihr Mal rettet. Und dass Fen wieder an der Seite seines Bruders glücklich wird. Bitte.
>Alita, ich-<
Welche Worte folgten, bekam ich nicht mehr mit. Da war nur dieses befreiende, wunderbare Gefühl und die Gewissheit, dass ich alles richtig gemacht hatte. Ich war meinem Herzen und nicht meiner Angst gefolgt. Nun durfte ich endlich ruhen.
Fen...
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31.12.2019, 13:06

Silia

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht die geringste Ahnung gehabt, wie sich wahrer, alles vernichtender Verlustschmerz anfühlte. Damals, als ich Mal in die Ewige Verdammnis schickte, dachte ich, das wäre mein Ende... der letzte Tag meines schlagenden Herzens. Wie ich mich doch geirrt hatte... Den sterbenden Körper meiner kleinen Schwester zu halten, war das absolut Schlimmste, was ich jemals durchlebt hatte. Sie, Envar und ich. Wir drei hatten eine Ewigkeit zusammen verbracht. Wir waren in Höhen und Tiefen füreinander da gewesen. Alita hatte mich stets aufgemuntert. Sie hatte immer einen Weg gefunden, mich aus meinen festgefahrenen Gedanken zu befreien und mir andere Seiten aufzuzeigen, die ich zuvor nicht in Betracht gezogen hatte. Obwohl sie klein und zierlich und ja, zumeist ein Angsthase gewesen war, hatte sie manchmal mehr Güte besessen als ich. Sie war unser aller Frühling gewesen. Der Inbegriff von Hoffnung. Mit ihr kam der Neuanfang und nun... nun lag sie tot in meinen Armen. Meine Hoffnung, sie... sie war einfach gestorben. Obwohl ihre Worte noch in meinem Gedächtnis rotierten, bekam ich sie nicht zu fassen. Ich wusste nicht, was ich fühlen sollte. Es herrschte ein einziges Durcheinander in mir. Erst Thales, nun meine eigene wundervolle Schwester. Sie hatte mich beschützt. Sie hatte ihre angeborene Ängstlichkeit für uns alle überwunden. Sie hatte sich freiwillig geopfert, um Mal zu erreichen. Ein Teil von mir würde ihn auf ewig dafür verurteilen, doch ihrem letzten Wunsch zuliebe verdrängte ich das ätzende Brennen in meinem Magen und hielt an meiner Schwester fest, als könnte ich sie allein mit meiner Umarmung zurück zu uns holen.
>Sie ist... tot.< flüsterte Envar tonlos. Seine türkisen Augen hatten jeglichen Glanz verloren. Er saß da, Hände blutdurchtränkt und mit einer Trauer im Gesicht, die mein gebrochenes Herz noch mehr zum Bluten brachte. Schluchzend wiegte ich Alita in meinen Armen. >Ja... ja, ich bin unfassbar stolz auf dich.< murmelte ich erstickt. >Du hast dein Bestes gegeben und das werden wir nie... nie und nimmer vergessen.<
>Wir lieben dich über alles, Schwesterherz.< Envar beugte sich vor und küsste sie sanft auf die Stirn. Just in diesem Moment begann sich ihr Körper zu verformen. Aus Armen und Beinen wurden dicke Wurzeln, die sich in den verbrannten Boden gruben. Ihre offenen Wunden schlossen sich mit duftendem Gras, das vereinzelte wunderschöne Blumen zum Vorschein brachte. Das blassrosa Haar ergoss sich wie ein zauberhafter Bach aus rosafarbenen Blüten und aus dem Ort, in dem ihr Herz noch vor einigen Sekunden geschlagen hatte, wuchs ein starker Spross, an dem bereits zwei saftgrüne Blätter hingen. Der Anblick war so schön, dass mir erneut die Tränen kamen. Hemmungslos weinend sah ich dabei zu wie die letzte Magie aus ihrem Körper wich und grünschimmernde Funken eine vertraute Gestalt annahmen. Sie tanzten, als wären sie in dauerhafter Schwingung. Und da war sie. Alita in ihrer perfekten Häschengestalt. Ich wischte mir über die Augen, damit ich keine einzige Sekunde dieses besonderen Moments verpasste. Sie hoppelte zweimal im Kreis, streifte meinen Bruder und mich, eine zärtlich warme Geste, die wie Balsam für mein Herz war und dann eilte sie davon. Dabei hinterließ sie einen Streifen aus frisch erblühtem Boden. Ihre Funken entzündeten neues Leben in dieser sonst unfruchtbaren Erde. Sie schenkte uns zum letzten Mal den Frühling, der in ihr gewohnt hatte. Sie errichtete ein wunderschönes Feld aus Orchideen in einem sanften violetten Ton, den Mal damals wie verrückt geliebt hatte. Sie schenkte Envar Schneeglöckchen und für mich zauberte sie Sonnenblumen herbei. Mehr und mehr Grün bezog das Land. Aus ihrem Tod entstieg Schönheit.
>Danke Alita, danke für alles.< sagte ich unter Tränen und beobachtete ihre letzte große Tat.
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31.12.2019, 15:17

Jadis

Die Hitze zischte laut auf meiner eisige Haut und versuchte mich zu schmelzen, doch der Segen von Ardan beschützte mich vor ihre zerstörerische Kraft. Dieses Feuer würde mir nichts anhaben, ganz gleich wie heiß es noch wurde und es war zudem schwer das ewige Eis zu brechen. Ich sammelte die Energie in meinem Stab, spürte den unhaltbaren Eissturm in mir wüten. Er wollte hinaus, die Welt mit Schnee und Eis für alle Ewigkeit bedecken. Ich schaute zu Ardan, sah die Immerblitze zucken und konnte sie beinahe sie auf meiner Zunge schmecken. Dann flog er direkt auf den Dämon zu und Dieser hob seine Hände in unsere Richtung. Eine starke Druckwelle erfasste mich, schien mich lähmen zu wollen und ich merkte wie der Energiefluss träge wurde. Von draußen grollte eine wütende Stimme und sogleich erkannte Envar. Das hatte also der Dämon getan. Zeit war ein empfindliches Gebiet und ich wollte mir nicht ausmalen, was für Auswirkungen geben könnte, wenn man diese enorme Fähigkeit missbrauchte. Das Rauschen in meinem Körper wurde wieder stärker und Ardan begann die Barrieren aufzubrechen, die der Dämon um sich gebaut hatte. Mein Stab vibrierte nun stark und in der Kugel sah ich den tobender Sturm, der in mir herrschte. Als die dritte Barriere fiel, zögerte ich nicht lange und schoss mein ewiges Eis direkt auf die Immerblitze zu. Sie wurden von dem Eis überzogen und es sah auf den ersten Moment aus, als würde die Blitze gefrieren. Doch die Blitze konnte dem ewigen Eis standhalten und zuckten in der Hülle aus Eis weiter. Ich machte eine rasche Bewegung, sodass die Eisblitze noch schneller wurden und eine Geschwindigkeit annahm, die nicht mehr auszuweichen war. Sie krachten auf den Dämonen ein und sein verzerrtes Gesicht sagte mir alles, was ich wissen musste. Die Blitze drangen in seinem Körper hinein, der zu gefrieren begann und als sie in seinem Inneren gelangte, brachen die Immerblitze aus ihrer eisige Hülle aus. Es knallte gewaltig und auch der eingehüllte Feuersturm zersprang mit dem ewigen Eis. Flammen und Eisflocken schwirrten in der Luft herum, von dem Dämon gab es keine einzige Spur mehr. Wir hatten es geschafft. Keuchend sank ich auf die Knien und erschauderte, als die frostige Kälte mein Herz erreichte. Mit einem verschwommener Blick sah ich zu Ardan: „Ich brauche die Hitze deines Atem.“ Mein Körper musste von innen aus geschmolzen werden, damit ich nicht selbst Opfer meiner Eismagie wurde. Und vielleicht half mein kalter Atem ihm selbst abzukühlen, um wieder bei klarem Verstand zu kommen.

Akela

Anscheinend hatte Fenrir begriffen, dass dieser Dämon versuchte Malevor zu kontrollieren und gar ihn selbst. Und Fenrir war Niemand, der sich kontrollieren ließ. Vielleicht war es in diesem Moment nicht schlecht, dass er doch eine Weile weiterlebte, denn dadurch, dass er sich mit den Dämon beschäftigte, konnten Kenai und ich uns unauffällig zurückziehen. In meinem Kopf erschienen lauter Runen und einige von ihnen kannte ich nicht mal. Angespannt schaute kurz zu der Gebirge, wo ich Silia und Malevor kämpfen sah. Selbst in ihrer wahre Gestalt fand ich sie unglaublich schön und faszinierend. Ich musste dringend diese Frau heiraten. Zuerst mussten wir aber diesen Krieg beenden. „Pass auf, dass Niemand uns überrascht. Ich glaube, ich weiß wie wir es anstellen können. Vorher muss ich einen Zirkel erschaffen und ein paar komplizierten Zauberformeln aufsagen“, sagte ich zu Kenai. Er hielt sein Schwert fest umklammert und nickte mit eine ernste Miene, während er wachsam die Umgebung sondierte. Auf ihn konnte ich mich verlassen und deswegen konnte ich mich jetzt auf meine Aufgabe konzentrieren. Ich nahm einen Stein und malte einen Zirkel auf, der wie ein Stern mit einem Kreis aussah. Schließlich schlitzte ich meine Hand auf und schrieb mit Blut an jede Zacke eine Rune auf. Ich würde hier nicht nur auf Schattenmagie zugreifen, sondern auch auf schwarze Magie. Ich stellte mich in die Mitte des Sternkreises: „Komm her!“ Kenai schaute sich aufmerksam um, erst dann kam er zu mir. „Schlitze eine Hand auf. Wir müssen unser Blut miteinander verbinden, unsere Magiequellen werden dadurch miteinander verbunden“, erklärte ich ihm und fuhr fort: „Und du muss dir sicher sein, dass du auf diese Risiko eingehst. Wir haben auch mit schwarze Magie zu tun und das, was wir gleich tun, ist vermutlich sogar verbotene Magie.“ „Ich bin bereit. Ich will die Welt beschützen“, antwortete Kenai. Ich nickte und versprach ihn: „Egal was passiert, ich werde nicht zulassen, dass dir dabei was geschieht. Du wirst zu deine Frau und zu deinem Kind zurückkehren.“ Dieses Ritual war gefährlich, aber wir würden den nächsten Schritt wagen. Fremdartige Worte verließen meine Lippen, nachdem ich meine blutige Hand nach Seiner gegriffen hatte und meine Energie rauschte durch die Adern bis sie Kenai erreichten. Ich spürte ein Knistern, als seine Energie in meinem Körper eindrang. Dadurch, dass wir Brüder waren, harmonierten sich unsere Magiequellen. Ansonsten hätte es eine schmerzhafte Abstoßungsreaktion gegeben.


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31.12.2019, 15:18

Fenrir

Der Dämon versuchte dem Nichts auszuweichen, jedoch kam er nicht weiter, denn der Sog verwandelte sich in schwarze Ketten und wickelten ihn ein. Er brüllte wütend auf und jegliches Versuch eine Attacke auszuführen scheiterte. Jeder Angriff verschwand in das Nichts. Er war machtlos geworden. Dann versuchte der Dämon tatsächlich meine Macht zu benutzen und eine tiefe Zufriedenheit breitete sich in meinem Inneren aus, als auf seinem Körper schwarze Flecken erschienen. Ich habe dir gesagt du kannst meine Macht nicht beherrschen. Ich wurde aus dem Nichts erschaffen. Ich bin die einzige Hülle, der das Nichts in sich tragen kann. Wer versucht meine Kraft zu bemächtigen, schreibt sein eigener Untergang. Was meinst du wohl, was all den Anderen passiert waren, als sie mich als ihren Fluch trugen? Sie lösten sich in Nichts auf, selbst ihre Seelen. Es gibt kein Zurück mehr. Ich stampfte auf dem Boden, er brach unter dem Gewicht auf und Felsen kippten um. Zorn rauschte heiß durch meine Adern und erbarmungslos schickte ich den elendiger Wurm in die Dimension des Nichts. Dort würde seine Seele sich weiter auflösen, solange konnte er die Aussicht des Nichts genießen und Niemand würde kommen, um ihn zu helfen. Es würde so sein, als hätte dieser Dämon niemals existiert. Mein bösartiges Grinsen ließ mein Gesicht monströser aussehen und ich riss mein Kopf nach hinten, ein durchdringender Wolfsgeheul erschütterte das Schlachtfeld. Eine Warnung an alle, die es wagten mit mir aufnehmen zu wollen. Dann richteten sich meine Augen auf die geschmolzene Gebirge, wodurch man den Krater mehr sehen konnte. Aber das war nicht nötig, mein Bruder und diese verfluchte Sonnenfüchsin waren in ihre verwandelte Gestalten ebenso groß, um von Horizont aus gesehen werden zu können. Dunkler Triumph wallte in mir auf, als Mal sie zum Boden stieß und endlich seine Rache vollenden konnte. Doch dann weiteten sich meine Pupillen als plötzlich direkt vor ihm ein Häschen mit fliegende Ohren erschien. Sein tödlicher Hieb traf stattdessen sie. Mein Körper war wie erstarrt und jedes pochendes Organ in meinem Körper blieb stehen. Nein. Eine tiefe fassungsloses Entsetzen erfasste mich und ich begann zu laufen. Mein betäubter Körper verwandelte sich in seine menschliche Gestalt zurück und ich war zu gelähmt um auf meine Fähigkeiten zu greifen. Nein. Eine dunkle Vorahnung beschlich mich. Nein. Ich durfte nicht schon wieder zu spät kommen. Und dann stand ich mitten in einem Feld aus Orchideen und bebend sank ich auf die Knien. Ich war zu spät. Der Schmerz raubte mir den Verstand, ein unmenschlicher Schrei verließ meine Kehle und zum ersten Mal tropften silberfunkelnde Tränen auf dem Boden. Ich hatte nie geweint. Nicht mal bei Mal, obwohl mich der Schmerz damals beinahe umgebracht hatte. Mein Körper begann immer stärker zu zittern, die tiefste Dunkelheit des Nichts in mir wallte auf und über uns brach der Himmel auf. Ein riesiger schwarzes Loch klaffte in ihm, bereit die Welt zu verschlingen. Langsam hob ich den Kopf an, erhob ich mich und mit eine unnatürliche Ruhe ging ich auf Mal zu. Meine Augen waren eisig vor Hass und Zorn. Ich packte an seine Kehle und emotionslos sagte ich: „Du bist nicht mehr mein Bruder.“ Er hatte alles von mir nehmen können, ich hätte ihm alles widerstandslos gegeben, selbst mein eigenes Leben. Meine Loyalität zum ihm war bedingungslos und ich hatte alles für ihn getan. Doch er hatte ausgerechnet mir das Einzige genommen, was nicht mal er mir wegnehmen durfte. Alita. Sie, die Einzige, die einen Raum in meinem Brustkorb erschaffen hatte, wo die Wärme blieb ohne von den Nichts verschlungen zu werden. Jetzt war sie weg und mit ihr dieser Raum. Ich stieß Mal zum Boden und trat voller Wucht auf seinem Bauch, ich genoss das Geräusch von brechende Rippenknochen. Dann wandte ich mich voller Verachtung von ihm ab und mein vibrierender Zorn richtete sich auf die Anderen: „Und euch elendiger Pakt will ich niemals wieder sehen. Ihr habt euch kein bisschen verändert und eure Unsterblichkeit soll eure Bestrafung sein. Ihr seid Derjenigen, die hätte sterben sollen und nicht sie. Ihr habt den Tod viel mehr verdient!“ Meine Augen wanderten zum Himmel, wo das Loch immer größer wurde und der Sog langsam die Erde erreichte: Diese vergiftete Welt verdient es ausgelöscht zu werden.“ Schwarze Flammen glitten an meinem Körper entlang und schienen mich verschlingen zu wollen. Wenn mein großes Werk vollendet war, würde ich mich mit der Dimension des Nichts verschmelzen. Ich brauchte kein Körper mehr. Ich brauchte kein Lebewesen zu sein. Für mich hatte der Grund zu existieren aufgehört. Ein Anderer würde aus dem Nichts geformt werden und über die Dimension beherrschen. Oder es wird niemals mehr ein Animagi des Nichts geben. Das war mir gleichgültig. Meine Augen wanderten über das Grün, das so unschuldig aussah, wie Alita. Sie hatte ihr Leben für diese kranke Welt geopfert. Erneuert brach der tiefe Schmerz in mir aus, ich fiel schreiend auf die Knien und die schwarzen Flammen hüllten mich immer mehr ein. Schwarze Flecken erschienen auf meinem Körper. Meine Fingern gruben sich in die Orchideen, während erneuert Tränen aus Silber auf dem Boden tropften. „Komm zu mir zurück!“, rief ich verzweifelt. Aber mein Häschen, das ich liebte, war für immer fort.


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31.12.2019, 16:59

Ardan

Eismagie und Immerblitze trafen aufeinander. Die Wucht hätte nicht verheerender sein können. Solch eine explosionsgewaltige Mischung aus zwei gegensätzlichen Elementen sah man selten. Sie faszinierte sogar mich. Mit tiefer Genugtuung sah ich dabei zu, wie unsere gebündelte Energie den Dämon direkt traf. Egal wie sehr er sich zu wehren versuchte, es reichte nicht aus. Die Magie fraß sich bis in sein Innerstes und ließ ihn daraufhin zerbersten, bis nichts mehr übrig war. Der Bann der Zeit war gebrochen. Meine Energie floss wieder in geregelten Bahnen und der Feuersturm legte sich langsam. Auch das Eis zog sich zurück. Stück für Stück. Mein Blick suchte instinktiv die Windprinzessin, da sich mein Zorn auf den Dämon verflüchtigte und ich nun andere Gefühle wahrnahm. Ganz besonders das schwere Pochen in der Brust. Aus einem Impuls heraus folgte ich meinem Gefühl und fand meine Verbündete am Boden vor. Sie war völlig entkräftet. Sie zitterte. Sie war nicht mehr wiederzuerkennen, so wie es scheinbar bei mir der Fall war. Es kostete mich große Willenskraft den Dämon in mir zu bezwingen, damit ich mich auf die nächste Aufgabe konzentrieren konnte. Noch immer schlug die Hitze Wellen in mir. Bereit ein weiteres Inferno zu starten.
Ich hob Jadis auf meine Arme und drückte sie fest an mich, damit die Wärme in ihre kalten Glieder drang. Dann umfasste ich ihr Kinn, drehte es zu mir und küsste sie. Unsere Lippen öffneten sich. Mein Atem mischte sich mit ihrem. So wie damals auf unserer Hochzeit. Eis und Feuer. Gegensätze, die nun miteinander verschmolzen. Ich schenkte ihr Wärme, sie schenkte mir eine willkommene Abkühlung und damit auch die Kraft den Dämon wieder in sein Gefängnis zu stoßen.

Alita

Das zauberhafte Häschen mit den gefiederten Ohren ließ es sich nicht nehmen diesem düsteren Tag ein Licht zu schenken. Ihr Licht. Sanft wie die Morgenbrise, funkelnd wie Morgentau. Der Duft nach Hoffnung folgte dem zierlichen Mädchen. Sie gab der Erde ihr Leben zurück. Sie schenkte ihr neues Leben. Sie erfüllte ihre Aufgabe mit Liebe im Herzen und fühlte sich mutiger denn je. Diese Stärke hatte schon immer in diesem zauberhaften Häschen geschlummert. Endlich hatte sie ihren Weg zur Vollkommenheit gefunden. Es gab nur noch eine Sache, die sie erledigen musste. Da war nämlich der Wolf, vor dem sie sich immer ein wenig gefürchtet hatte. Der so finster war, dass sie normalerweise wegrennen würde. Der schlimme Dinge getan hatte und die sie ihm trotzdem verzieh. Jede einzelne Tat. Sie verzieh ihm aus Liebe. Eine Liebe so zart wie sie selbst.
Als sie den großen, eindrucksvollen Mann erreichte, tänzelten die Funken auseinander und fanden sich zu einem anderen Bild zusammen. Das eines Mädchens mit Hasenohren. Sie lächelte. Sie lächelte aus tiefstem Herzen und berührte ihn an der Wange, auf der silbrige Tränenspuren klebten. Sie funkelten wie ihre Magie. Dann umfasste sie sein Gesicht mit sicheren Händen und lächelte noch breiter. Sie hatte nicht die Chance erhalten, ihm all die Dinge zu sagen, die viele Jahrhunderte lang in ihrem Herzen gewohnt hatten und auch jetzt blieb ihr nicht viel Zeit. Ihr einst so starker Wolf verlor sich. Er trauerte um sie auf eine Art, die sie nicht erwartet hatte und das machte sie trotz der Umstände sehr glücklich. Das Hasenmädchen hob langsam sein Gesicht an. Sie spürte nicht den Kontakt ihrer Lippen. Sie spürte nicht die fleischliche Wärme dieses Kusses. Alles, was sie spürte, war die Gewissheit, dass alle wichtigen bislang verborgenen Worte ihn erreichten. Den großen, dunklen Wolf, der ihr keine Angst mehr bereitete. Er wurde zu einem einfachen Mann, den sie stets bewundert und geliebt hatte. Nach dem bittersüßen Kuss umarmte sie ihn, sofern es ihr in dieser Gestalt möglich war und führte einen weiteren, kleinen Zauber aus. Wunderschöne Dahlien in unterschiedlichen Farben. Nur eine tiefrote wuchs zu den Füßen des Mannes. Die erste Blume, die sie ihm einst zum Zeichen ihres Vertrauens geschenkt hatte. Eine Geste für die Ewigkeit. Sie löste sich wieder von ihm, strich mit ihren Fingern aus Funken über seine Wange.
Obwohl sie ihn nicht mehr mit Worten erreichen konnte, schenkte sie ihm ein Gefühl von Vergebung. Von Verständnis. Von Wärme. Ihr Opfer sollte nicht umsonst gewesen sein. Diese Welt war es wert gerettet zu werden. Sie alle waren noch eine Familie, egal was sich zugetragen hatte. Es gab noch Hoffnung. Hoffnung für sie alle. Sie zeigte mit dem Finger auf ihr physisches Grab. Auf das Pflänzchen, das aus ihrer Brust gewachsen war und das schon erste Blätter trug. Das war ihr Vermächtnis. Der Neuanfang. Ihr Blick glitt zurück zu ihrem furchtlosen Wolf. Er war kein Monster. Er war ihr Held. Und Helden beschützten. All das zeigte sie mit ihrem schimmernden Geist, der langsam verblasste. Es war an der Zeit sich zu verabschieden.
Ein letztes Mal schenkte sie ihm einen Kuss auf die Stirn. Es war mehr als nur ein Abschied. Es war ein Versprechen. Das Hasenmädchen würde auf ihn warten, ganz egal, wie lange das dauern mochte. Sie kostete diesen wertvollen Moment aus, bis sie sich in ihre tänzelnden Funken auflöste und Richtung Himmel wich. In die endlose Weite. Ein neuer Raum, ein neues Zuhause für sie.

Silia

Alitas Tod hatte dem Krieg eine völlig neue Wendung gegeben. Wir alle waren zutiefst schockiert darüber, wie schnell wir jemanden verloren hatten, der von Anfang an Teil unseres Lebens gewesen war. Eine Welt ohne Alita... das... das war unvorstellbar. Ich konnte es nicht wirklich begreifen. Auch nicht, als Malevor ebenfalls in seine menschliche Gestalt wechselte und kurz darauf von Fenrir in die Mangel genommen wurde. Niemand von uns hatte mit seiner Reaktion auf Alitas Tod gerechnet. Ich versuchte immer noch zu verstehen, was meine Schwester damit gemeint hatte, sie habe Fen vor dem Tode bewahrt, doch allmählich ergab alles einen Sinn. Ich sah die Wahrheit in Fenrirs Gesichtszügen. In den Tränen, die er nie zuvor vergossen hatte. Für meine Schwester allerdings schon. Auch wenn die Wut und die Trauer aus ihm sprachen, so lag er mit einer Sache goldrichtig. Alita hätte nicht sterben dürfen. Niemals. Von uns allen hatte sie es am meisten verdient am Leben zu bleiben.
Ich wünschte, ich könnte Envar dazu bringen, die Zeit zu manipulieren und dafür zu sorgen, dass der schreckliche Moment nicht eintrat. Dass das alles nicht passierte, dass unsere Zukunft einen anderen Lauf nahm. Aber hatte Alita nicht selbst gesagt, sie wäre sowieso gestorben? Weil sie Fen gerettet hatte? So oder so... Mutter hätte sie uns genommen. Als Bestrafung für ihre Tat. Und zum ersten Mal verspürte ich sowas wie Verachtung meiner Schöpferin gegenüber. Wie konnte sie es wagen Alita solch ein Ende zu bereiten? Neue Tränen bildeten sich in meinen Augen und ich schaffte es nicht sie zurückzuhalten. Sie verschleierten mir die Sicht. Nur vage nahm ich wahr wie Alitas funkelnde Gestalt nochmals erschien. Diesmal vor Fenrir, der gerade die Kontrolle über sich selbst verlor. Er wollte die gesamte Welt ins Nichts reißen. Nach allem, was passiert war, hatte er den Verstand verloren und wollte alles zunichtemachen, was Alita so vehement hatte beschützen wollen.
>Schwester... sieh nur...< flüsterte Envar und lenkte meine Aufmerksamkeit auf den Spross. Er bewegte sich leicht, schlängelte sich weiter in die Höhe und nahm eine kräftige, gesunde grüne Farbe an. Mehr Blätter erschienen. In ihnen pulsierte Alitas ureigene Magie. Die Magie des Frühlings. Sie hatte uns ihre Hoffnung zurückgelassen. Ich schniefte, schluchzte auf. >O Alita...<
>Wir müssen diesen Ort beschützen.< sprach mein Bruder ernst. Neues Licht kehrte in seinem Blick zurück. >Der Kampf ist noch nicht vorbei. Es gibt noch den Dunklen Lord, den es zu besiegen gilt und wir müssen den Bann auflösen, unter dem Malevor steht. Wir haben es unserer Schwester versprochen... Ein besseres Morgen für uns alle.<
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01.01.2020, 16:21

Jadis

Erschöpft blickte ich auf, als ich seine Präsenz spürte und hatte eine Faust gegen meinem Brustkorb gedrückt, wo die eisige Kälte mich schwächte. Ich sah in seine Augen die ungezähmte Wildheit, das tobende Feuer und spürte seine ausstrahlende Hitze. Dennoch fürchtete ich mich nicht und das würde ich niemals tun. Ich vertraute ihn und mein Leben gehörte ihm. Noch mehr Hitze schlug mir entgegen, als Ardan mich in seine starke Arme nahm und ich erschauderte als das Eis bei dem Auftreffen auf meiner Haut zischte. Ich atmete die glühende Hitze seines Atems ein, schmeckte das unbändige Feuer und es fühlte sich an, als würde Flammen sich ihren Weg durch meinem Körper brennen. Ich hieß diese Wärme willkommen, erwiderte den Kuss und gab ihm in Gegensatz mein eisiger Atem. Allmählich begann ich aufzutauen und langsam kehrte meine eigene Wärme zurück. Meine Gestalt nahm wieder ihre normale Form an und dennoch versank ich mich weiter in den Kuss. Immer wenn ich seine Lippen spürte, vergaß ich die Welt. Meine Arme umschlangen sein Hals und ich schmiegte mich enger an seinem warmen Körper. Ich seufzte wohlig, seine Hitze tat mir unglaublich gut. Schweratmend löste ich mich von seine Lippen und mit einem Lächeln strich ich ein paar Haarsträhnen aus seiner Stirn: „Wir haben es geschafft. Der schwarze Stern ist endlich gefallen und jetzt müssen wir uns nur noch den dunklen Lord vorknöpfen.“ Der Kampf war noch nicht vorbei, erst wenn wir den dunklen Lord besiegt hatten. Ich sah auf und entdeckte, dass wir ein ordentlicher Chaos hinterlassen hatten. Überall lag Trümmer und der Boden wurde matschig von dem schmelzender Eis. Dann weiteten sich meine Augen überrascht, als plötzlich zartes Grün zu sprießen begann. „Was hat das zu bedeuten?“, fragte ich Ardan. In dieses Land lebte doch nichts mehr und doch erschienen um uns herum Pflanzen, als wäre der Frühling ausgebrochen.

Akela

Die Runen an den Sternzacken begannen rötlich zu glühen und die Magie knisterte vor Anspannung in der Luft. Der Kreis wurde von einem lila leuchtender Ring eingerahmt und in den Ring erschienen pulsierende Symbole aus gleißendes Licht, als ich weiter die Worte sprach. Mein Flüstern schien in der summende Luft zu hallen und fand einen Weg in das Schattenreich. In den Sternzacken öffneten sich kleine Portale zum Schattenreich, Schatten schossen aus ihnen heraus und formte aus ihrer Masse zu geisterhafte Schattenflammen. Sie dienten als unsere Energiequellen, denn wir brauchten jede Menge Magie. Ich merkte bereits wie es an meine Kraft zehrte und konzentriert formulierte ich weiter die schwierige Zauberformeln. Ich durfte mir keinen Fehler erlauben, ein Versprecher und es sah für uns nicht gut aus. Unter uns verwandelte sich der Kreis in den Blutmond, als wäre er ein Spiegel und würde sein Anblick auffangen. Währenddessen begann das Schattenauge zu pochen, die Schwärze wich und entblößte die silbrige Splittern. Die Mondmagie begann lauter in meinem Blut zu summen und wie in einem Trance murmelte ich weiter die Worte. Jetzt gab es keinen Weg mehr zurück.

Fenrir

Plötzlich tauchten Funken vor meinem Gesicht auf und formten sich zu eine geisterhafte Gestalt. „A-Alita“, stieß ich heiser hervor, als ich das Mädchen mit den Hasenohren erkannte. Sie berührte meine feuchte Wange und es fühlte sich wie ein zarter Hauch an, der an einem Frühlingsmorgen die Blumen weckte. Sie lächelte und es linderte ein wenig den tiefbohrender Schmerz. Ihr warmes Lächeln hatte mich früher oft in ihrem Bann gezogen. Meine Pupillen weiteten sich, als Alita mich küsste. Frühlingsduft umhüllte mich und der zarte Hauch auf meine Lippen schmeckte nach Honig. Ich spürte ein warmes Kribbeln auf meine Lippen, merkte wie etwas sich in meinem Brustkorb ausdehnte und fühlte ihre unausgesprochene Worte, als sie mich umarmte. Dahlien krochen aus dem Boden und schienen mich zu umkreisen. Direkt vor mir erschien eine tiefrote Dahlie, die in mir eine Erinnerung weckte. Ich verstand ihre Bedeutung, las die Worte in ihre wunderschöne Augen und konnte nicht glauben, dass sie selbst nach dem Tod immer noch so viel Güte in sich trug. Diese verdammte Welt verdiente sie nicht und verdiente nicht ihr Geschenk. Aber jetzt konnte ich nicht mehr zulassen, dass dieses Geschenk einfach verschwand. Ich würde es beschützen, das war ich ihr schuldig. Alita begann zu verblassen und der zarte Hauch strich über meinem Stirn. Ich spürte erneuert den Schmerz des Verlustes. Und….Hoffnung. Ich sprang auf meine Füße, schaute zum Himmel und rief ihr nach: „Ich….ich liebe dich, Alita! Und ich werde dich finden!“ Das hier war noch nicht unser Ende. Die Flecken verschwanden von meinem Körper und selbst die verschlingende Flammen lösten sich aus, sodass mein Körper sich wieder stabilisierte. Ich reckte meine Hand in die Luft und starrte auf das erschaffene Loch des Nichts in dem Himmel. Langsam schloss ich die Hand zu eine Faust und das allverschlingendes Loch verschloss sich bis nichts mehr von ihm übrig blieb. Schließlich kniete ich mich vor der rote Dahlie und strich vorsichtig über die zarte Blüten: „Ich komme wieder.“ Ich belegte die Blume mit einem Schutzzauber und ging am Rand des Kraters, wo ich ein Blick über das ganze Schlachtfeld besaß. Überall begann das Grün zu sprießen, Alitas Werk. Ihr Geschenk an die Welt.
Mein Kopf neigte sich leicht zur Seite und ich sah in eine Richtung, wo ich eine besonders dunkle Aura spürte. Der dunkle Lord.


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01.01.2020, 21:28

Silia

Ich betrachtete das Pflänzchen noch eine Weile, ehe mein Blick zurück zu Fenrir glitt. Sein offenes Liebesgeständnis überraschte mich. Und es berührte mich sehr tief. Zu wissen, dass meine Schwester Gefühle für ihn gehegt hatte und dass diese Gefühle auf Gegenseitigkeit beruhten... warum hatte sie mir nie davon erzählt? Wann hatte Fen angefangen so für meine kleine Schwester zu empfinden? Beide hatten sich versteckt und nun gingen sie erneut getrennter Wege. Es war nicht fair, dass sie es wieder nicht geschafft hatten zueinander zu finden. Aber ich hörte heraus, dass Fenrir fest entschlossen war diesmal das Richtige zu tun.
Envar regte sich neben mir und trat auf Mal zu, der sich langsam erhob. Er hielt sich die Seite. Scheinbar hatte ihm sein Bruder einige Rippen gebrochen, die nun verheilten. Sein Gesicht sprach nicht mehr von körperlichem Schmerz, sondern auschließlich von seelischem. Unsere Blicke trafen sich. Mein Herz zog sich zusammen. So lange hatte ich versucht zu ihm durchzudringen und nur der Tod meiner Schwester war stark genug gewesen, um ihn zur Besinnung zu bringen. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ein Teil von mir wollte Malevor zur Rechenschaft ziehen, ein anderer, gütigerer Teil, der Alitas ähnelte, verstand seine Situation und dass er das nicht mit Absicht getan hatte. Es war ein Unfall gewesen. Er hatte mich töten wollen, nicht Alita.
Das Schwarz in seinen Augen wich einem neutralen Braun. Der Glanz war nicht gänzlich zurück. Er schien immer noch mit sich selbst zu kämpfen. Die dunklen Mächte in ihm trieben ihn wieder an den Rand des Wahnsinns. Wenn der Dunkle Lord jetzt auftauchte, fürchtete ich, dass Mal sich erneut verlieren würde. Das durfte nicht geschehen. Das mussten wir verhindern.
Malevor ließ sich von meinem Bruder stützen und senkte niedergeschlagen den Kopf. >Es gibt keine Worte für das, was ich Alita angetan habe.< flüsterte er. >Ich war nicht mehr bei Sinnen, nur eine Marionette und das hat ihr das Leben gekostet... ich wünschte, es wäre genug, um meine Schuld erträglicher zu machen, aber das tut es nicht.< Echter Kummer huschte über sein Gesicht, als er daraufhin zu seinem Bruder schaute. Dieser strahlte eine Bereitschaft aus, die man in den letzten Jahrhunderten selten zu Gesicht bekommen hatte. Ständig war da nur Chaos gewesen, aber heute wollte er beschützen. Er wollte das beschützen, was Alita der Welt und uns allen hinterlassen hatte. >Fen, ich... ich will, dass du weißt, dass ich alles tun werde, um dir ein Leben mit Alita zu ermöglichen. Wenn es das ist, was dich wahrlich glücklich macht, bin ich zu allem bereit. Du bist mein Bruder, selbst wenn du mich nicht mehr als einen akzeptierst.< Er schluckte schwer. >Das verstehe ich.<
Es hing noch sehr viel mehr Unausgesprochenes zwischen uns allen, aber leider blieb uns keine Zeit mehr dafür. Der Dunkle Lord zeigte sich endlich. Er war der letzte Feind, dem wir uns stellen mussten. >Für Alita werden wir alle gemeinsam kämpfen. Wie in alten Zeiten. Das hätte sie so gewollt.< sagte ich an alle gewandt und strich mein zerzaustes Haar zurück. Obwohl in meiner Brust ein riesiges Loch klaffte, füllte ich es mit Hingabe, einem Versprechen und Hoffnung. Gerade Letzteres durfte ich nicht verlieren. Alita hatte es vorgemacht. Sie hatte symbolisch einen Neuanfang gesetzt, den wir mit allen Mitteln beschützen mussten.

Ardan

Je mehr ich meine Menschlichkeit zurückerlangte, desto stärker wurde das Gefühl der Vertrautheit. Jadis im Arm zu halten und zu küssen, beruhigte mich wie ein sonniger Tag am Meer. Mit einer sanften Brise, die für Abkühlung sorgte. Ich genoss diese Empfindung und lächelte zurück, als meine Frau nach Luft schnappte. Da hatte ich sie wohl wieder atemlos gemacht. Mein Mundwinkel zuckte. Sie war weder eiskalt noch trug ihre Haut eine bläuliche Farbe. Das gefährliche Eis hatte demnach ihr Herz nicht erreicht. Und auch ich hatte es irgendwie geschafft den Dämon in mir erfolgreich zu bändigen. Ich küsste sie sanft auf die Nasenspitze, nickte zufrieden. >Ja, den Schwarzen Stern haben wir erledigt. Nach dieser Aktion haben wir es auf jeden Fall verdient in den Geschichtsbüchern erwähnt zu werden. Zen wird mächtig stolz auf uns alle sein.<
Ich folgte ihrem Blick zu dem Grün, das sich weiter ausbreitete und runzelte ebenso verwirrt die Stirn. >Aber was das hier zu bedeuten hat, weiß ich auch nicht so recht. Ich habe sowohl ein gutes als auch ein ungutes Gefühl.< Und das ungute Gefühl tauchte in der Gestalt des Dunklen Lords auf. Seine Aura war mit keiner dämonischen zu vergleichen. Sie war nicht von dieser Welt. Ich hatte mich schon immer gefragt, was das für eine Person war. Welch eine Kreatur besaß so viel Macht über mächtige Dämonen, die wir nicht einmal allein besiegen konnten? War das überhaupt ein Wesen, das man beschreiben konnte? >Jetzt wird sich das wahre Böse zeigen.< sagte ich angespannt, während ich mich langsam erhob. Weiter hinten entdeckte ich Akela, der mit seinem Bruder einen komplizierten Zauber wob. Schattenmagie, aber auch... verbotene Energie. Der Blutmond spiegelte sich im Boden. Ich brauchte einen Moment, um eine vage Vermutung aufzustellen, was das Ganze zu bedeuten hatte. Ob es letztendlich das war, was ich dachte, würde sich bald zeigen. Hoffentlich rechtzeitig, wenn der Dunkle Lord noch nicht bei uns war. >Suchen wir schnell die anderen. Es ist ungewöhnlich still hier in der Umgebung.<
Zeitmenschdoku: https://www.youtube.com/@zeitmenschdoku2678
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